Naziumtriebe in der Rhein-Neckar Region

Kegel MeisterIn 29.04.2005 01:52 Themen: Antifa
Der 1. Mai naht, und die rechtsextremistische Szene in der Rhein-Neckar Region gibt sich die größte Mühe, die geplante "Doppeldemo" am 1. Mai zu einem Höhepunkt der regionalen nazistischen Aktivitäten werden zu lassen.
No way- Strike out! Naziaufmärsche abräumen!
Einige Infos zur NPD, der Kameradschaftsszene, der sogenannten Anti-Antifa und dem Rest.
Die "Doppeldemo" in der Rhein-Neckar Region

Im Februar diesen Jahres wurde die Anmeldung der "Doppeldemo" in Frankenthal und Worms bekannt. Die erste offizielle Konkurrenzveranstaltung zur bundesweiten Kameradschaftsdemo in Leipzig unter der Führung von Christian Worch sorgte für einigen Wirbel. Als "Kack" wurde die "Doppeldemo" unter der Schirmherrschaft des "Aktionsbüro Rhein-Neckar" in Teilen der Rechtsextremen Szene bezeichnet, die Organisatoren als "Spalter" bezeichnet. Mitlerweile hat sich die Aufregung gelegt, zahlreiche weitere Naziaufmärsche sollen stattfinden, unter anderem in Nürnberg, Heide, Brückeburg und Neubrandenburg.

Für das Aktionsbüro Rhein-Neckar ist der Aufmarsch der Höhepunkt einer Reihe von kleineren Aktionen. Er soll der recht jungen Szene einen moralischen Schub geben. Getreu dem Motto "Eine Bewegung werden" will die NPD gemeinsam mit der Kameradschaftsszene ("Aktionsbüro Rhein-Neckar") und sogar mit BDVG derBDVG (?Bewegung Deutsche Volksgemeinschaft?) demonstrieren. Diese
relativ junge Naziorganisation war eigentlich aufgrund interener Streitigkeiten aus der NPD ausgetreten. Sie firmiert aktuell unter dem Pseudonym "Bürgerinitiative für ein besseres Deutschland" und "Freundeskreis Rhein-Neckar".
Für erstere ist Lars Käppler der Anmelder der Demo in Worms. Die Frankenthaler Demo wurde angemeldet von Christian Hehl, einem bundesweit bekannten Naziskinhead, NPD-Mitglied und AB-Rhein-Neckar Aktivist, welcher sich vor allem im Rechtsrock Geschäft einen Namen gemacht hat.


Nazikonzerte in Mannheim

Im Mannheimer Stadtteil Rheinau finden seit Ende 2004 regelmäßig Nazikonzerte statt. Auch hier ist eine der zentralen Figuren Christian Hehl. Die ehemalige Truckerkneipe "Rheinwelle" in der Essener Strasse nutzte bisher der Motorradclub Bandidos als Clubheim. Der jetzige Pächter vermietete die ?Rheinwelle? zunächst noch 14-tägig an die Rocker, also im Wechsel mit den Nazis. Mittlerweile finden jedes Wochenende Nazikonzerte statt. Fast alle relevanten Nazibands aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen, sowie zahlreiche überregional bekannte, haben bereits in Rheinau gespielt. 150 bis 250 Gäste finden im Durchschnitt den Weg ins Hafengebiet, dass 10 km vom Stadtzentrum entfernt liegt.
Die Polizei griff mehrmals ein und führte zwei Großrazzien durch, bei denen ein Konzert beendet wurde nachdem aus dem Stadtrat Politischer Druck kam. Danach begannen die Nazis die Konzerte als "private Veranstaltung" oder "Parteiveranstaltung" zu tarnen und die Polizei zog sich wieder zurück.
Es kam bereits mehrfach zu gewalttätigen Übergriffen, so z.B. am frühen Morgen des 22. Januar, als Nazis auf dem Nachhauseweg drei KamerunerInnen mit Tränengas angriffen, und am Abend des 16. April, als alternative Jugendliche durch Rheinau gehetzt und einer von ihnen von Nazis zusammengeschlagen wurde.



Naziaktivitäten

Nazis aus allen Spektren waren im Vorfeld des 1. Mai sehr aktiv. So führte die NPD unter Polizeischutz einen Infostand in Mannheim Rheinau durch, welcher auf Grund von antifaschistischem Protest zu einem Misserfolg wurde. Dieser fand ausgerechnet am 9. April, dem Tag der Demo gegen das neue Nazizentrum in Rosenberg.
Die Kameradschaftsszene bemüht sich mit Aufkleber, Plakaten und Flugblättern eine Öffentlichkeit zu schaffen und die BDVG ist vor allem in der Region Heilbronn/Schwäbisch Hall aktiv, zuletzt mit einer Demonstration in Schwäbisch Hall und der Erwerb eines Anwesens in Rosenberg (siehe hierzu  http://de.indymedia.org/2005/04/111457.shtml).
Mannheimer Nazis beginnen derweil mit sogenannten "Anti-Antifa" Aktivitäten. Sie versuchen BesucherInnen des JUZ zu observieren und sprühen "Anti-Antifa" Parolen in den als alternativ und multikulturell bekannten Stadtteilen Jungbusch und Neckarstadt. Dabei tut sich besonders der altbekannte Nazi Wolfgang Benkesser hervor. In einem Aufruf an die Naziszene bitten sie, Namen, Adressen und Fotos von solchen "die ihrer Bewegung im Weg stehen" der "Anti-Antifa AG Mannheim" zuzuschicken.
Die Kameradschaft Kurpfalz versucht sich sehr "bürgernah" und startete einen Aufruf an die Schülervertretungen der Region, gemeinsam mit den Nazis am 1. Mai auf die Strasse zu gehen. Diese waren darüber sehr erbost und mobilisieren jetzt gemeinsam mit antifaschistischen Gruppen zu den Gegenaktivitäten unter dem Motto "Strike out! Naziaufmärsche abräumen".
In Worms störten Nazis aus dem Umfeld des Aktionsbüro Rhein-Neckar eine Veranstaltung des linken Wormser Bündnisses gegen den Naziaufmarsch. Die "Kameraden" kamen mit ausgedruckter Einladung und wollten "mit diskutieren". Die Polizei nahm die Personalien der Nazis auf und erteilte ihnen Platzverweise. Danach kam es zu einem Übergriff auf einen vermeintlichen Antifaschisten.
Auf einem Weinfest im Pfälzer Kallstadt kam es am Wochenende des 22./23. April zu mehreren Übergriffen. Eine große Zahl militanter Nazis trat organisiert auf dem Fest auf und schlug missliebige Personen zusammen.


Sonntag, der 1. Mai

Nicht nur Nazis mobilisieren am 1. Mai nach Frankenthal und Worms. Zahlreiche Antifagruppen aus der Rhein-Neckar Region rufen dazu auf, aus der "Doppeldemo" ein Doppel-Desaster zu machen. Neben linksradikalen Antifas haben es nach Anlaufschwierigkeiten auch VertreterInnen bürgerlicher Organisationen geschafft, gegen die Naziaufmärsche aufzurufen und zu mobilisieren. In Frankenthal gibt es u.a. eine Kundgebung, in Worms eine antifaschistische Bündnisdemonstration. Im folgenden eine Übersicht:

Frankenthal: Antifatreffpunkt 10 Uhr Rathausplatz
Nazitreffpunkt 11 Uhr Bahnhof

Worms: Antifatreffpunkt 13.30 Uhr Kriegerdenkmal/Ludwigsplatz
Nazitreffpunkt 14 Uhr Bahnhof

Mannheim: 1. Mai Konzert (abends)

Einige sinnvolle Tips für den Tag:
- Autos sind sinnvoll. Bahnhöfe können leicht geschlossen werden
- Auf der Sonderseite strike-out.tk gibt es Stadtpläne
- EA Nummer wird am Samstag oder direkt auf der Demo bekannt gegeben
- Am Vorabend gibt es in Heidelberg das Antifastrassenfest (18 Uhr Uniplatz) und später die JUZ-Geburtstagsparty in Mannheim


Heraus zum 1. Mai! Strike out! Naziaufmärsche abräumen

Links:
Sonderseite zum 1. Mai  http://www.strike-out.tk
Ak Antifa Mannheim  http://www.akantifa-mannheim.de
ainfos.de  http://ainfos.de
Antifaschistische Initiative Heidelberg  http://www.autonomes-zentrum.org/ai
Antifa Worms  http://www.antifa-worms.de.ms
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Ergänzungen

Faschofressen

Ilja Ehrenburg 29.04.2005 - 12:36
Im zweiten Bild befinden sich noch folgende Faschisten:
Ganz links Helmut Braun aus Heidelberg und rechts im blauen Mantel Andreas Schäfer aus Mannheim.

"Strike out" am Sonntag

aa 29.04.2005 - 14:47
Dass Kallstadt mehr und mehr zu einem Weinfest für nazis und (nazi-)prolls wird ist wohl jedem klar.Dass nazis ortseingangs und ortsausgangs tatsächlich organisiert auf vermeintlich linke - alternative losgehen lässt aber beunruhigung aufkommen.Was da letztes wochenende abging ist nur eine beispiel für die vermehrt aufkommenden naziaktivitäten in der Region .Dass in Dürkheim republikaner im Stadtrat sitzen und für ein sogenanntes "anti-graffiti-mobil" plädieren verdeutlicht einmal mehr deren neonazistische politik. jedem aus der region sollte bekannt sein dass sich diese "Mobilität" gegen inhaltlich ausgerichtete "graffitis" richtet.Dass neonazis schon immer ein problem in der region waren ist bekannt, doch dass deren aktivitäten nun deutlich gestiegen sind und wohl noch steigen werden, wenn nichts getan wird,gibt zu bedenken,genauso wie dass,die NPD sich als "nächstes Ziel" Rheinland Pfalz ausgesucht hat.Deshalb ist es einmal mehr wichtig am Sonntag zahlreich zu erscheinen und den nazis die Suppe gehörig zu versalzen!
Naziaufmärsche zum Desaster machen!

Keine Faschofresse sondern Zivilbulle

muss ausgefüllt werden 01.05.2005 - 17:29
@ilja ehrenburg:
der von dir genannte faschist andreas schäfer ist n zivibulle.
hatte mal mit dem was auf der letzten demo in darmstadt zutun.
auf seine anweisung hin wurde ich weggehaftet.

driha

driha 01.05.2005 - 23:44
@antifa
es war der nieblungen sturm und ein paar leute der schwarzen division vertreten.

und sie hatten ne menge flaggen von ländern aus europa am start und haben zum teil sprüche für ein nationales europa gerufen.

die repressionen der polizei waren wie immer ganzschön extrem. die polizei hat wahllos auf die leute eingeknüppelt und den nazis eine antifa freie endkundgebung gestellt.

zahlreiche leute wurden ins krankenhaus gebracht unter anderem auch ein leicht behinderter.

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 4 Kommentare

Organisiertes Auftreten

Militanter Nazi 29.04.2005 - 13:39
Und heute ist schon wieder Kallstadt angesagt :-)

anti graffiti mobil

Salonlinker 29.04.2005 - 18:25
"anti-graffiti-mobil" = neonazistische politik?

Bitte, es muss andere Beispiele für neonazistische Politik geben als das. So verharmlost du.

wer war beim worms-besuch dabei?

antifa 29.04.2005 - 20:18
wer war denn bei dem versuchten besuch der nazis in worms dabei? irgendwelche bekannten leute?

ach ja: naziposting löschen, bitte.

j

aua 30.04.2005 - 17:52
an salonlinker:
man kanns sich auch zurechtbiegen ...
anti-graffiti-mobil ist nicht = neon. politik... so stand das da auch nicht. mehr ein beispiel und eine häufung die zu dieser politik führt