"Antideutsches" aus EUROBankfurt

Hartmut Barth-Engelbart 30.03.2005 19:53
Vorab eine Klarstellung: nicht überall, wo "Antideutsch" draufsteht ist auch Antideutsch drin. Eine ganze Reihe von Menschen, die vor einigen Jahren hinter dem Marlene Dietrich-Plakat: Nie wieder Deutschland! zur politischen Arbeit gegen besonders die zentraleuropäischen und nordamerikanischen Nationalismen und gegen die in ihrem Namen begangenen und weiter praktizierten und geplanten Verbrechen angetreten sind, haben sich von den "Heldentaten" einer Handvoll Leuten distanziert, die mit dem Etikett "Antideutsch" politisch Verwirrung stiften und die Linken gegeneinander hetzen bzw. durch ihre Manöver von wichtigeren politischen Aufgaben ablenken wollen
Lieber Hartmut Barth-Engelbart, lieber Giuseppe Zambon, liebe Freundinnen
und Freunde,

auch wenn ich Deine Texte, lieber Hartmut, manchmal nicht ohne Verwirrung
zur Kenntnis nehmen kann (was bestimmt zum Teil an mir liegt ...), möchte
ich ausnahmsweise mal in diese Debatte einen Gesichtspunkt aus der lokalen
Frankfurter Praxis einbringen. Es ist ja nicht so, als gäbe es
"Antideutsche" nur anderswo.

Sie sitzen zB. nach wie vor im Sattel des AStA der FH. Dort haben sie, wie
sie bei einer Veranstaltung von Internationaler Demokratischer Liste der FH,
apabiz und Anti-Nazi-Koordination öffentlich zugeben mußten, jahrelang von
der Tätigkeit des Herrn Sören Brühl gewußt, eines führenden Kaders der
Freien Kameradschaft "Schwarze Division Germania", die sich schon in ihrem
Namen an der SS orientiert.

Als linke und antifaschistische StudentInnen dessen Aktivitäten beim
letztjährigen Rudolf-Hess-Gedächtnismarsch der Nazis in Wunsiedel
veröffentlichten, mit Foto, Namen und Adresse, wurden sie aus der Ecke des
AStA als "autonomer Verfassungsschutz", der mit "Gestapo-Methoden" vorgehe,
angegriffen (Dokumentation des gesamten Vorgangs auf
 http://www.antifa.frankfurt.org/nachrichten/fhnazi2.html). Im Übrigen sei
Brühls Treiben doch seit langem allgemein bekannt (!!). Sie wollten und
dürften aber nichts gegen ihn tun, äußerten sie bei der Veranstaltung, da
ihnen als AStA ein lediglich hochschulpolitisches und kein
allgemeinpolitisches Mandat zustehe (ein Argument, wie es in meiner lange
zurückliegenden studentenpolitischen Zeit allenfalls der RCDS vorbrachte!),
und da sie Angst um ihre Sicherheit hätten. (Ihre allgemeinpolitische
Abstinenz soll die tapferen antideutschen AStA-Aktivisten längere Zeit zuvor
aber nicht daran gehindert haben, Geld zu sammeln, um "Waffen für Israel" zu
kaufen, als ob es in den dortigen Regierungen der vergangenen Jahre nicht an
allem möglichen, sicher aber nicht an Waffen gemangelt hätte. Weiß
eigentlich jemand, was aus dieser Aktion konkret geworden ist?)

Inzwischen haben sowohl die Mitgliederzeitschrift der IG Metall in ihrer
bundesweiten Ausgabe sowie das Journal Frankfurt mit großen Fotos Herrn
Brühl als Prügelfaschisten geoutet. Wenn er sich nun demnächst, nachdem er
zuvor mit tätiger Unterlassungs-Hilfe des "antideutschen" AStA sowie der
Hochschulleitung, die sich leiderleider gar nicht in der Lage sah, Brühls
FH-Diplomierung als Sozialpädagogen zu behindern, als Dipl.Soz.Päd zB. an
eine Bildungsstätte für Politische Bildung oder an ein Jugendzentrum
bewerben sollte, wird man ihn unschwer erkennen, selbst, wenn er sich die
Fast-Glatze wieder zuwachsen läßt. Denn schließlich prangt quer über seinen
Bauch das Tatoo "ARIER" sowie auf seinem Unterarm der Text "THULE".
(Fußnote: Vermutlich sind der "antideutsche" AStA und die FH-Leitung der
Ansicht, dies falle unter Persönlichkeitsschutz und sei von niemandem zu
beanstanden. Ähnlich wurden Kritiker der konzertierten
Faschisten-Ermöglichungs-Aktion von AStA und FH-Leitung ja auch sofort im
triumphierenden Unterton mit den Stichworten "Berufsverbot" und
"Gesinnungsschnüffelei" gekontert. Vielleicht rufen darum demnächst
diejenigen, die gestern noch "USA = Antifa" skandierten, morgen "Freiheit
für Faschos!". Wer das für übertrieben hält, der/die lese den unten
folgenden Text, in dem Teile der Antideutschen ihren Weg "von Marx zu
Popper" beschreiben.)

Zu den ferneren Perspektiven der antideutschen Perspektiven haben sich Teile
dieser Strömung vor kurzem sehr schön selbst geäußert, nachzulesen in der
"Jungen Welt" von gestern (Text folgt unten). Sie werden sicher bald auf den
Spuren der Herren Semler, Schmierer, Fischer usw. wandeln und demnächst
Polizeieinsätze gegen Linke befehligen - was ja fast schon so schön ist, wie
Bomben auf Bagdad werfen lassen zu dürfen!

Aber lest selbst - und wenn ihr wollt, mehr dazu in den beiden Texten des
Anhangs, die eine kurze Geschichte der Antideutschen aus der Feder von
Arnold Schölzel beinhalten. Seine These am Schluß. "Die antideutsche
Richtung entwertet den Antifaschismus zu einer leeren Phrase, indem sie ihn
konsequent von jedem Antiimperialismus trennt. Ohne Imperialismuskritik gibt
es keinen Antifaschismus. Deren Trennung voneinander besagt, wessen
Geschäfte die Antideutschen betreiben."

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen!

Herzliche Grüße,
Hans Christoph Stoodt



29.03.2005

Feuilleton
Walter Hanser

Ab dafür

Was deutsch ist. Zur Durchkapitalisierung der Antideutschen

Über manche Dinge lohnt es sich nicht mehr, viele Worte zu verlieren. Die
Entlarvung und Kritik eines Phänomens hat sich in dem Moment erledigt, wo es
deutlich seinen wesentlichen Kern unverstellt und für alle sichtbar zu
erkennen gibt. So ist es mit den Antideutschen. Eine lange Zeit versuchten
sie, sich als »Kommunisten« darzustellen, als »materialistische Kritiker« -
und die Antideutschen-Kritiker hielten ihnen in kritischer Absicht ihre
erzbürgerliche Position vor, die sie »in Wirklichkeit« einnehmen. Alles
vergebens. Der Lack ist ab, der Schein hat sich verflüchtigt: Die
Antideutschen sagen und schreiben nun offen, was sie antreibt und was sie
denken.

Zum Beispiel eine Handvoll Witzbolde, die vor einigen Tagen zum »ersten
Treffen der Freunde der offenen Gesellschaft« aufriefen und darlegten, wie
sie von Marx zu Popper kamen: »Wir sind eine bisher kleine Gruppe Liberaler,
die sich seit dem 11. September 2001 Schritt für Schritt von linken
Gewißheiten verabschiedet haben - und gemeinsam mit den sogenannten
Antideutschen eine immer größer werdende (und schließlich unüberbrückbare)
intellektuelle und emotionale Distanz zu all den vielen linken Strömungen
aufgebaut haben, mit denen wir als Jugendliche sympathisiert hatten. In der
Auseinandersetzung mit dem, >was deutsch istthe objectivist
school<. Wir glaubten, sie zu verschlingen, dabei verschlangen sie uns, und
zwar mit Haut und Haaren. Die Argumente waren einfach und einleuchtend. Die
Fakten sprachen eine allzu deutliche Sprache. K.o.-Sieg in der ersten Runde.
Die rote Fahne verschwand in der Altkleidersammlung.

Wir wollen eine internationale Solidarität, die sich dafür einsetzt, jedem
Menschen das zugänglich zu machen, was wir im Westen genießen: Wohlstand,
Freiheit und die wie auch immer prekäre Möglichkeit, sein eigenes Glück
unabhängig von Familienclan und Stammesverband in die Hand zu nehmen.«

Das alles liest sich wie eine gekonnte Kommunikations-Guerilla-Aktion. Aber:
Kenner der Szene behaupten, das sei echt. Mag sein. Andere antideutsche
Autoren schießen noch scharf, wirft man ihnen ihren De-facto-Liberalismus
vor. Manfred Dahlmann von der »Initiative Sozialistisches Forum« verkündete
seine Diskursstrategie, den Totalitarismusvorwurf: »Wenn man uns in die Nähe
von Hannah Arendt oder Sir Karl Popper bringt, dann schlage ich mit Horst
Mahler, Martin Walser und Konsorten zurück.« Andere antideutsche Publizisten
argumentieren zwar durch und durch liberal und schreiben auch in den
Blättern des Liberalismus, versuchen aber dennoch, den roten Lack zu
behalten. So darf Ingo Way, früher Bahamas-Autor, in der Märzausgabe der
»deutschen Zeitschrift für europäisches Denken«, Merkur, eine eigenwillige
Interpretation der Schriften von Peter Hacks vornehmen. Er macht sich auf
die Suche nach »Anwälten des Kapitalismus« und wird fündig: »Das schiere Lob
des Kapitalismus zu singen, blieb bisher kommunistischen Schriftstellern
vorbehalten, etwa Bertolt Brecht und Peter Hacks, denen der Selbsthaß des
Spätbürgers fremd war und die daher die Errungenschaften des Bürgertums
unbefangen würdigen konnten.« Hacks wird als Verteidiger der Bürgers
gepriesen. In seinem Stück »Die Binsen« habe der dargestellte Kapitalist
»Geschmack, Manieren und ist obendrein ein guter Liebhaber«. Kapitalismus,
so faßt Way seinen Hacks zusammen, sei prima, weil dieser materiellen
Überfluß und das Individuum hervorgebracht habe.

Auch das ist nicht neu. Antideutsche legen anderen in den Mund, was sie
selbst gerne sagen würden, sich aber - wie die Freunde der »offenen
Gesellschaft« - noch nicht so richtig trauen. Die Kritik der Antideutschen
war noch nicht materialistisch genug. Deren Ideologie gründete keinesfalls
auf einer falsche Rezeption irgendeines Gegenstands oder einer Theorie, war
auch kein Irrtum oder eine fixe Idee, die die jungen Deutschen plagte und
bewegte, es war viel einfacher: Es war und ist das schnöde Geld, das sie
bewegt. Wolfgang Pohrt sagte mal, daß die Antideutschen gerettet werden
möchten, wenn sie vorgeben, retten zu wollen. In Zeiten einer
fortschreitenden Proletarisierung der Linken, die Karl Heinz Roth schon 1993
diagnostizierte, ist Antideutsch-Sein der perfekte Karrierekick in die
Berliner Republik. In liberalen Stiftungen findet sich immer ein Plätzchen
für einen neu gebackenen Liberalen.

_____

Von:  attac-f-bounces@listen.attac.de
[mailto: attac-f-bounces@listen.attac.de] Im Auftrag von Hartmut
Barth-Engelbart
Gesendet: Dienstag, 29. März 2005 18:30
An:  attac-d@listen.attac.de
Cc:  contraste-list@yahoogroups.de;  contraste@t-online.de;
 attac-f@listen.attac.de;  attacmod-d@listen.attac.de
Betreff: [Attac-f] Was ist eigentlich PseudoPhilosemitismus



Zwei Erwiderungen auf Anwürfe aus verschiedenen Listen und Ecken:

bei attac-f hat sich ein HL mit dem Vorwurf des Stalinismus und
Antisemitismus gemeldet - als Reaktion auf meine Beitrag ' Die
"Antideutschen§" als BuWe-Stellvertreter auf der Leipziger Buchmesse ?'.
Bei indymedia haben anonyme Kommentatoren mit heftigsten
Antisemitismus-Anwürfen geantwortet und die offene Debatte verweigert.
Beim Frankfurter Info maildete sich ein ebenfalls anonym bleibender
Kommentator, der jedoch hauptsächlich sich dagegen verwahrte, die
Antideutschen und !jungle world mit den Bahamas in einen Topf zu werfen. Es
kommen rege Rückmaildungen und hier folgen jetzt ein paar Klarstellungen.

Warum wurde Thomas Weisbecker erschossen ?
Hartmut Barth-Engelbart 28.03.2005 16:01

Seine Mutter war Jüdin, er hat bei der Besetzung des Wiesbadener Kurhauses
anlässlich eines Wohltätigkeitsfressens der Rhein-Main-Jetset 1971 den
öffentlichen Greifhänden entgegengerufen: "Ich werde euch nicht wieder den
Juden spielen!". Außer seiner Mutter ist von deren Familie niemand übrig
geblieben. Mitgefressen im Kurhaus hat damals John Rubinow, der Sohn des
amerikanischen Konsuls in FFM, Mitglied der "sozialistischen Schülergruppe
Frankfurt" und Spezialist im Zweispurfahren: beim Auftanken seiner
XXLChevrolet-limousine auf der Fahrt zu einem Schülerkongress machte er
unter lautem Abspielen der "Internationale" in seiner dolbysurround-Anlage
den Tankwart zur Sau, weil der nicht schnell genug bediente.
Ab und zu gingen Johns Eltern bei hohen Feiertagen in die Synagoge.
Thomas Weisbecker wurde in Augsburg von hinten erschossen. Seine Pistole
steckte noch im Gürtel vor seinem Bauch als man ihn umdrehte. Das
verzeichnet das Protokoll. Hinterlistiger Weise hat er wohl die Pistole noch
im Sterben in die Hose zurückgesteckt !?

"Halbjude" habe ich in Apostroph gesetzt und bei der vorweggenommenen
antizipierten "antideutschen" Nachfrage nach dem Wahrheitsgehalt der Angaben
zum "Arisierungsgrad" der Zambonisti habe ich bewusst den Jargon der
Verbrecher benutzt, in der Absicht, den anonymen Finstermenschen die hier
ihr pseudophilosemitisches Spielchen treiben den Spiegel vorzuhalten.

Wer für zwei Cent Grips im Kopf hat konnte das ohne große Mühe erkennen.

Aber ihr müsst euch ja unbedingt "antisemitische" Pappkameraden aufbauen,
damit ihr humanrightgewatscht zuschlagen und gleichzeitig die Präfaschisten
und ihre Wegbereiter schonen, bzw. mit solchen Vergleichen verharmlosen und
bei unbedarft naiv antifaschistisch fühlenden/denkenden Menschen Verwirrung
stiften könnt.
Sauber!

Und dann immer schön anonym bleiben.



PseudoPhilosemitismus
Hartmut Barth-Engelbart 29.03.2005 15:39

Liebe(r) Finstermeier(in),

da mir die Sache durchaus ernst ist, und ich weiß, wieviele verunsicherte
Menschen in eurem Irrgarten unterwegs sind - hier eine weitere Erwiderung:
Philosemitismus ist tatsächlich -wie du schreibst- in der Regel umgedrehter,
gekippter oder die Kehrseite des Antisemintismus, der sich besonders bei der
"geläuterten" Generation der späten FührerKinder, der MutterkreuzPünktchen
und der Gnade der späten Geburt meist unbewußt eingeschlichen hat oder
eingeträufelt wurde. Ein solch exemplarisch wechselbälgischphilosemitischer
Akt ist die Aufnahme eines jüdischen Schülers, eines "Rückwanderers" aus
Israel in ein christliches Internat der badischen Landskirche (unter der
Leitung eines ExSS-Mannes, einem mit Predigtverbot belegten "deutschem
Christen ") neben der demonstrativen Aufnahme nigerianischer Schüler
((besonders gerne auch aus der nordnigerianisch-christlichen Diaspora)) Hier
halte ich den Philosemitismus der Kirche für einen bewußten Akt, der
ungefähr vergleichbar ist mit der ProSharon-/Israelhaltung des
Walesa-Beicht- und Ziehvaters Jankovsky von St. Brigydia in Gdansk und
seinem in Polen kaum übertroffenen offenen Antisemitismus und seinen
glänzenden frühen US-CIA-Kontakten -nicht nur über den Vatikan.

Dass die polnische katholische Kirche, der polnische katholische Klerus im
Widerstand gegen die Nazibesetzung und Vernichtung Polens eine herausragende
Rolle gespielt haben (im Gegegensatz zum
preußenorientierten/krautverjunkerten protestantischen Klerus), sei hier nur
nebenbei angemerkt.

Der Philosemitismus ist der Reflex der rassistisch und besonders
antisemitisch sozialisierten (unteren) Ober- und der Mittelschichten darauf,
dass sie erwischt wurden, es gibt mittlerweile auch einen steigenden Pegel
von Philoislamismus gerade bei solchen Leuten, die Ihren Kaiser Rotbart
lobesam noch als bildungsbürgerliche Pflichtübung auswendig rezitieren
können und den zweimal halben Türken zur Rechten und zur Linken
hinuntersinken sehen. Auch PolenfreundschAFT GIBTS AUS DEN GLEICHEN eCKEn,
wohl ahnend, dass Uhland und andere Intellektuelle aus dem rechten
bürgerlichen Lager der 1848 mit Schmackes gegen die Polen, für die polnische
Teilung, gegen die Welschen usw. gehetzt haben wie der Turnvater Jahn, der
seine gerechte Fortsetzung im ReichsTurnvater Carl Diem gefunden hat, der
noch im März/April 1945 im Olympia-Stadion im damals schon Groß-Berlin
tausende von Pimpfen auf den Führer und den Endsieg als Kanonenfutter
eingeschworen hat.

Dass sogar linkssozialdemokratische Stadtverordnete in der roten Hochburg
Hanau (Ex DEGESCH-Zyklon-B-Produktionsstandort, Nuklearzentrum ...) eine
Sportanlage und eine Straße nach ihm benannten ist bemerkenswert. Dass
gleichzeitig die Ernst-Thälmann-Straße gecancelt wurde und die Stadt sich
weigerte die Diem-Straße in Bergmann-Straße umzubenennen ist ebenfalls
bezeichnend. Bergmann war die Leichtathletin, die 1936 wegen ihrer
"jüdischen Herkunft" nicht an den Olympischen Spielen teilnehmen durfte....


Aber ich habe so den Eindruck, dass ihr das alles nicht so genau wissen
wollt.

Schreibt doch Mal, wer ihr seid und was ihr eigentlich wollt.



e-Mail::  barth-engelbart@web.de



Jetzt folgen die anonymen indymedia-Kommentare, die sich auf den Artikel zur
Verhinderung einiger Buchvorstellungen in Leipzig beziehen.

(Dass mittlerweile bekannt ist, dass Schimon Stein im Bertelsmann-Club auf
der Buchmesse die 40 Jahre diplomatischer Beziehungen zwischen der BRD und
Israel gefeiert und auf dem Feierstandort Leipzig bestanden hat, mag die
Absagen durch die Universitätsbuchhandlung und die Messeleitung für
verschiedene Buchvorstellungen ansatzweise erklären, reicht aber nicht für
die kürzestfristige Absage des Hallenser Kulturzentrums Ludwigstraße
(Vereinigte Linke) aus.)







BEITRÆGE DIE KEINE INHALTLICHE ERGÆNZUNG DARSTELLEN

Lustig!
Leipziger 28.03.2005 10:09
Im Konstruieren von Verschwörungstheorien sind einige Menschen mittlerweile
sehr geübt. Einerseits wird den "Antideutschen" vorgeworfen, sie seien eine
kleine, politisch völlig unbedeutende und quietistische Sekte; andererseits
strickten sie aber überall Verschwörungen, hätten ihre Hände überall im
Spiel usw. Dümmer geht's nümmer. German Feindbilder reloaded.

Aber zum Eigentlichen: findest du es nicht primitiv, zu behaupten, "die
Antideutschen" hätten Veranstaltungen verhindert (oh mein Gott!), ohne in
deinem Text irgendwie die wirklichen Abläufe aufzuzeigen und Fakten zu
präsentieren (oder habe ich die überlesen)? Findest du es nicht noch
primitiver, Alibijuden vorzuschicken, um dich nicht mit ggf.
gerechtfertigter Kritik auseinandersetzen zu müssen? Die Höhe der Infamie
sind dann Sätze wie: "Von Auschwitz über Hiroshima, Vietnam und
Lateinamerika".

Dass dieser Verlag den Auftritt der Bundeswehr auf der Buchmesse verhindert
hat: dankeschön. Gleichzeitig noch Koschmieder abzufeiern, der in seinem
beschissenen Blatt Antisemiten zu Wort kommen lässt, ist kreuzdämlich. Das
als Rechtfertigung für die infantile politischen Scheiße, die ihr
verbreitet, heranzuziehen, anstatt Selbstkritik zu üben, sagt nichts aus,
außer: die "bösen Antideutschen" (sofern die überhaupt etwas mit der Sache
zu tun hatten) haben richtig gehandelt.

Keine Plattform für Antisemiten.


Bitte, wie ?
Drei Fragezeichen 28.03.2005 10:27
Was, bitteschön ist ein Halbjude ? Gibt es auch Halbchristen oder
Halbmoslems ? Kann man sich halb zu einen Glauben bekennen ?


@drei Fragezeichen
ganzer jude 28.03.2005 11:02
Also eines habe ich aus meinem "Judesein" gelernt: Wer halb-Jude oder
ganz-Jude ist bestimmen immer noch die Antisemiten.
Was durch die Verwendung des Konstruktes "halb-Juden" deutlich wird: Nach
Auffassung des Verfassers ist der Jude eine Rasse, die sich mischen kann. So
wird man dann halb-Jude oder bleibt ganz Jude. Logisch oder?

So, und jetzt möchte ich gerne eine Erklärung, warum der Text oben NICHT
antisemitisch ist. Vielleicht auch von den mods, die diesen ja stehen
lassen.


machts nicht besser
einer der anonym bleibt 29.03.2005 02:36
du schreibst: "Halbjude" habe ich in Apostrophen gesetzt und bei der
vorweggenommenen antizipierten "antideutschen" Nachfrage nach dem
Wahrheitsgehalt der Angaben zum "Arisierungsgrad" der Zambonisti habe ich
bewusst den Jargon der Verbrecher benutzt, in der Absicht, den anonymen
Finstermenschen die dhier ihr pseudophilosemitisches Spielchen treiben den
Spiegel vorzuhalten.

wenn du von pseudophilosemitischen spielchen lamentierst, ist
philosemitismus für dich also positiv und nicht, wie für meisten nicht nur
antideutschen linken, als eine andere spielart des antisemitismus zu
kritisieren.
Creative Commons-Lizenzvertrag Dieser Inhalt ist unter einer
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Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen

Fake

Hella 30.03.2005 - 20:53
Helmuth ist einem Fake aufgessesen - sieht auch hier -
 http://www.campodecriptana.de/blog/?p=82

Meine Güte

... 30.03.2005 - 20:58
Das ganze kann man doch auch hier nachlesen:
 http://www.antifa.frankfurt.org/nachrichten/fhnazi2.html

Da ist es sogar sachlich dokumentiert. Hier hingegen findet man nur das übliche Dummgelaber über die "bösen Antideutschen".

Spielen heute eigentlich keine Rolle mehr

Maxe 30.03.2005 - 21:06
In der Teilen der Hobby- und Freizeitlinken gibts immer wieder extreme und autistische Strömumgen. "Antideutsch" war da genau so eine Strömung wie auch die der "Antisepezizisten" Und heute, 2005, ist die Szene der Antideutschen eigentlich wieder zerfallen. Es gibts zwar hier und dort noch kleine Sekten, diese haben sich aber vollkommen isoliert. Wer weiß, was das nächste Thema solcherart gepolter Leute ist. Das Bedürfnis, Stellvertreterpolitik zu machen und sich dabei über alle anderen Menschen als Elite zu stellen ist in der deutschen radikalen Linken so alt wie diese selbst.

Wer sich aus anthropolgischen Gründen damit beschäftigen will, was eigentlich die Antideutschen sind und was sie wollen, kann vielleicht mit folgenden Links weitergeholfen werden. Zuvor noch mein Tip: Wenn Ihr die Welt verändern wollt, dann tut das und lasst Euch nicht von jeder Provo-Aktion aufziehen und ablenken.


kritisches Buch über die antideutsche Ideologie:
 http://www.unrast-verlag.de/unrast,2,134,13.html

Sonderseite mit Links zu Polemiken und Kritiken:
 http://www.free.de/schwarze-katze/doku/ad.html

Wikipedia-Eintrag
 http://de.wikipedia.org/wiki/Antideutsche

Theorie über Antideutsche
 http://www.opentheory.org/antideutsche/