Meldung aus der Anarchistischen Föderation

Kristian Egeners 17.03.2005 10:00 Themen: Soziale Kämpfe
Ausführlicher Bericht vom Gründungstreffen der Libertären Gruppe Düsseldorf.
U.A. mit einer Dokumentation der gealtenen Rede und Hinweisen auf die Seiten wo ihr demnächst die Interviews vom Gründungstreffen nachlesen bzw als MP3 runterladen könnt
>Redemanuskript für das Gründungstreffen
der Libertären Gruppe Düsseldorf im FdA-
IFA

Inhalt:
# Redebeitrag des Gründungstreffens
# nächstes Treffen Wegbeschreibung (eingeladen sind alle interessierten AnarchistInnen!)
# Bericht vom Gründungstreffen



# Redebeitrag des Gründungstreffens

13. März 2005
Liebe Freunde, liebe
GenossInnen!

Unter dem Leitsatz und in einem aufrufartigen Einladungstext: "Etwas
Besseres als Staat und Kapital findest du überall", wurde in den letzten
Wochen für dieses Treffen heute eingeladen. Das geschah auf verschiedene Weise: über die linke Düsseldorfer Stadtzeitung "Terz", die den Text in einer verstümmelten Form veröffentlicht hat.

Über verschiedene Internet-Seiten, wie die der anarchistischen Gruppe "Schwarze Katze" im Sauerland, über die Seiten des libertären Info-Ladens "Zapata" in Düsseldorf, des "Anti-Hartz-Bündnises-NRW". Vielen Dank an dieser Stelle an die, die das auf sich genommen haben. Bekanntlich sind ja libertäre Stimmen im nicht-libertären linken Meer nicht immer willkommen. Das ist durch Geschichte und Gegenwart ja auch reichlich belegt. In seiner Ausgabe vom 4. März 2005 veröffentlichte das "Neue Deutschland" in der, an diesem Tag erscheinenden Ausgabe, auf der Seite 13, unter der Rubrik "Außerparlamentarisches" eine 29-zeilen lange Nachricht über den Termin heute. Es sollte heißen: "Anarchisten gründen libertäre Gruppe", stattdessen hieß es dann aber: "Libertäre gründen Düsseldorfer Gruppe".
Für die März-Ausgabe der "Graswurzelrevolution" und für die entsprechende
Ausgabe der "Jungle World" war es terminlich leider zu spät. "Junge Welt" und "taz rhein-ruhr" heuchelten Interesse und brachten dann nichts. Aber, das war meiner Meinung nach, ja auch irgend-wie nicht anders zu erwarten!
Die "UZ" - Redaktion brachte darüber ebenso wenig, und war von dem
Vorschlag, darüber etwas zu veröffentlichen, auch nicht sonderlich zu begeistern. Warum eigentlich auch, entspricht es ja letztlich auch nicht ihrem Weltbild. Schnappsidee, das überhaupt versucht zu haben. Tausende Flugblätter wurden verteilt. Um was geht es eigentlich? Um die Gründung einer "Libertären Gruppe Düsseldorf im Forum deutschsprachiger AnarchistInnen" (FdA-IFA). Einer politischen Gruppe, die für Aktivitäten
im Raum Düsseldorf gedacht war, und die, bei Interesse, Wunsch und
entsprechender Beteiligung, nicht nur im Düsseldorfer Raum aktiv sein soll und muss. Wieso ausgerechnet eine solche Gruppe und was ist das FdA-IFA? Weshalb muss es unbedingt eine anarchistische, eine libertäre Gruppe sein? Wieso müssen diese gottverdammten Anarchisten etwas nach außen tun, anstatt dass sie in ihren philosophischen Hinterzimmern bleiben?
Kann es stattdessen nicht eine ganz gewöhnliche Initiative in diesen
Zeiten sein, eine sogenannte "Bürgerinitiative"? Ein Sozialforum etwa? Nicht ATTAC und nicht die Kommunistische Partei? Kann es nicht die Wahlalternative, die "grüne" Partei oder die BILD-Zeitung sein?
Meiner Meinung nach, als libertärer Kritiker, und da stehe ich zum Glück
nicht alleine, reicht uns das alles nicht. Denn wir wollen viel mehr, als uns dieses System in seiner verlogenen Art an politischen Möglichkeiten anbietet. Wir wollen viel mehr, als nur ein wenig Dampf ablassen, jammern über die Ungerechtigkeiten dieser ungerechten Welt, und nur blinden Protest gegen die Schweinereien dieses kapitalistischen und menschenfeindlichen Systems äußern. Wäre es so, dass wir uns nur damit zufrieden geben würden, was es da alles an sogenanntem Protest und zahnlosem "Widerstand" gibt, mit seinen defätistischen (Neigung zum Aufgeben, Hoffnungslosigkeit) Grundmustern, dann wären es noch viel elender um uns bestellt, als es das heute da und dort schon ist. Mit seinem, im Grunde sozialdemokratischen Mustern: Nur nicht die Grundfesten des kapitalistischen Systems und des Staates angreifen, immer nur ober-
flächlich sein und Michels Narren- und Nachtmütze auf dem Kopf tragen.
Immer schön deutsch bleiben und deshalb, trotz leisen Erhebens seiner Stimme, weiterhin den deutschen Unter-tan spielen. Das ist die Haltung, nicht nur verschiedener Protestbewegungen, sondern auch der Mehrheit der Linken in diesem Land. Die kapitalistischen Herrscher können beruhigt schlafen gehen und ihr Staat hat keinen ernsthaften und fundamentalen, ja
revolutionären Widerstand zu fürchten. Die "linken" Blitzableiter, in und außerhalb der systemintegrierenden Parlamente sorgen schon dafür, dass alles beim Alten bleibt. Nicht zu vergessen, die Katastrophe der
angeblichen "Gewerkschaften", die in diesem Lande schon immer eine
treudeutsch-doofe, untertänige und vaterländische sozialdemokratische Rolle gespielt haben. Ihnen ist zu sagen:
"Richtige Gewerkschaften würden kämpfen. Schert euch zum Teufel, verpisst euch!"
Unterdessen ist die Kacke am Dampfen, der Sozialabbruch bekommt in diesem
Land immer neue Dimensionen. Immer neue Säue werden durchs Dorf getrieben.
Naturzerstörung und militärische Aufrüstung schreiten voran, Hoffnungslosigkeit und Resignation gibt es bei vielen Menschen. Ich-Sucht und Entsolidarisierung werden propagiert - jeden Tag und in immer neuen Formen. Die Medien-Demokratie macht's möglich. Ein nie gekannter Ausbau, nicht nur der staatlichen Sicherheitsapparate, nicht nur in diesem
Land, findet statt. Immer mehr Gesetze, die den staatlichen Terror
legitimieren werden von Konservativen und Liberalen, von Sozialdemokraten und den angeblichen "Grünen" über die parlamentarische und mediale Bühne gepeitscht. Die Entrechtung und die Versklavung des Menschen, seine totale
Unterwerfung unter die Herrschaftssysteme werden vorangetrieben, ohne Rücksicht auf Verluste. Gleichzeitig wird das Aufkommen rassistischer und rechtsextremistischer Ideologie, nach Worten mit Abscheu behandelt, in der Tat jedoch massiv gefördert. Das Anwachsen neonazistischer Banden und der kapitalhörigen faschistischen Parteien, wie zum Beispiel der NPD, wird offiziell bejammert, wie bei Schröders "Aufstand der Anständigen". Gleichzeitig werden die braunen Aufmärsche dieser Chauvinisten und
Menschenhasser leise toleriert und mit Hilfe martialischer Polizeiaufmärsche abgesichert - Heuchelei in Reinkultur also.

Während die Konservativen und Liberalen von Union und FDP, sowie die
Kapitalistenverbände offen das Schleifen der Restbestände der eigentlich schon immer, im "Sozialstaat" fragwürdigen Sozialsysteme fordern, betreiben es die antisozialen Mafiosi der SPD um Schröder, Clement und der anderen Horrorfiguren ganz offen und verpassen der ganzen Chose ihre "soziale" Rhetorik. Sie glauben, dass sie damit die Menschen bei der Stange halten können. Und damit das auch so bleibt, springt ihnen, eine mit ihnen im Bündnis sich befindende antisoziale und naturzerstörerische Atom- und Kriegspartei zur Seite. Nichts ist geblieben von den Grünen. Sie waren rebellisch und wollten eine andere Gesellschaft, soziale Gerechtigkeit und Emanzipation, ein Leben ohne Ausbeutung, Krieg, Rassismus und Naturzerstörung. Was einst als links und widerständig begann, ist längst verschwunden, die Sonnenblume ist in giftigem und verseuchtem Zustand kläglich eingegangen. Als Mitte der 80er Jahre in NRW beim grünen Landesverband eine Landes-AG "Basisdemokratie/Anarchie" gegründet wurde, da waren es nicht wenige Anhänger der Staats-
sozialismus im grünen Landesverband, die sich massiv gegen die Existenz
einer solchen öko-anarchistischen Landesarbeitsgemeinschaft aussprachen. Als diese dann, mangels an Unterstützung, sich auflöste, da setzten diese marxistischen Damen und Herren alles dran, dass es keine Neuauflage mehr gab. Als Jahre später, ein Herr Fischer, seine Ex-Spontis und die in der
heutigen bündnis"grünen" Partei, in allen Schlüsselpositionen sitzenden
ex-stalinistisch-maoistischen KBW-Funktionäre, die letzten aufrechten linken Grünen um Ebermann, Trampert und Jutta Ditfurth aus ihrer Partei vertrieben hatten, da war es um den Laden endgültig geschehen. Aber erste Anzeichen gab es schon viel früher. Ich erspare es mir, darauf noch
einzugehen, es ist ekelerregend genug. Damals in den 80er Jahren gab es schon einige Zeit eine FAU - eine von Ex-68er Studenten und exil-spanischen CNT-Leuten gegründete anarchosyndikalistische Gewerkschaftsinitiative in der BRD. Aber es gab auch die Anhänger der Freunde des Guerilla-Kampfes und sogenannter Antiimps, die glaubten, sie könnten alles dort in ihrem Sinne umfunktionieren.
Im Falle der GRÜNEN hat das Umfunktionieren erfolgreich geklappt. Im Falle
der FAU hat das nicht geklappt und die Anhänger von Lenin, Stalin und Che Guevara suchten das Weite. Wer nun denkt, dass das "deutsche Besonderheiten" seien, liegt absolut falsch. Ähnliche Geschehnisse gab es genug, auch in anderen Ländern, in denen sich libertäre Kräfte in der Auseinandersetzung mit ihren Gegnern befanden und befinden. Und da stellt
sich doch die Frage, woran es liegt, dass libertäre Gruppen und
Organisationen kaum erfolgreich unterwandert werden können? Ist die anarchistische Freiheitsbewegung am Ende deshalb so resistent, weil sie vielleicht so authentisch ist? Weshalb ist sie eigentlich die einzige wirkliche Freiheitsbewegung? Wenn wir uns vor Augen führen, dass das Ergebnis der Entwicklung der menschlichen Gesellschaft, seit es Herrscher
und Beherrschte, seit es ein oben und ein unten gibt, nur Sklaverei,
Unterdrückung, Entrechtung, Terror und Krieg ist, dann ist es nur folgerichtig, dass die Beherrschten sich in der gesamten Geschichte aufgelehnt haben. Sei es durch einzelne Erhebungen und Revolten, sei
es durch Freiheitskämpfe und Revolution. Mal weniger, mal mehr! Durch die
jeweiligen gesellschaftlichen Umstände bedingt. Aber dort, wo vermeintliche oder tatsächliche linke Parteien die Oberhand in solchen Auseinandersetzungen bekommen haben, war bald Schluss mit den neuen Freiheiten. Von neuem begann das Spiel vom Herr- und Knechtsein. Man erinnere hierbei nur an die russ-ische Revolution, die schließlich in der stalinistischen Terrorherrschaft endete. Dies, als nur ein Beispiel, das zeigt, was geschehen kann, wenn eine Revolution von trojanischen Pferden
besetzt wird.

Es ist sehr wohl ausschlaggebend, welchen Charakter revolutionäre
Bewegungen und Organisationen haben. Es ist sehr wohl wichtig, welche Ideen den gesellschaftlichen Befreiungsversuchen zu Grunde liegen. Braucht man nach der Befreiung schon wider Parteien und Staat, damit dasselbe Spiel wieder von vorne beginnt? Damit es eine neue Zwangsherrschaft gibt,
oder in der demokratischen Variante, eine versteckte Form der Herrschaft
des Menschen über den Menschen?
Oder brauchen wir stattdessen etwas völlig anderes? Nämlich:
bedingungslose Freiheitsliebe, Ablehnung jeglicher Art von Obrigkeit und Staat, Ablehnung der bürgerlichen Ordnung mit ihren, das Individuum eingrenzenden Gesetzen.
Und: Statt des Staates die freie Föderierung, und zwar von unten nach
oben. Seiner Originalität nach mit sozialistischem und internationalistischem Gehalt. Außerdem die Abschaffung der gesellschaftlichen Klassen und Rangstufen, der Privilegien und Unterschiede aller Art, der absoluten Gleichheit sozialer Natur. Schließlich die Beseitigung des Patriarchats.
Ich halte es zum Beispiel mit dem großen russischen Revolutionär und
Anarchisten Michael Bakunin, für den "Freiheit ohne den Sozialismus Privilegien und Ungerechtigkeit" bedeutet hat. Für ihn war es auch klar, "dass Sozialismus ohne Freiheit Sklaverei und Brutalität bedeutet". Eine Aussage, die fast prophetisch in Erfüllung gehen sollte. Von der Tribüne herunter bekannte er: "Ich hasse den Kommunismus, weil er die Verneinung
der Freiheit ist, und ohne Freiheit kann ich nichts Menschliches denken.
Ich bin darum k e i n Kommunist, weil der Kommunismus alle Kräfte der Gesellschaft im Staat konzentriert und vom Staate absorbieren lässt, weil er notwendigerweise zur Zentralisierung des Eigentums in den Händen des Staates führt". Daher nannte er sich einen Kollektivisten und wurde somit zum "Begründer der kollektivistischen Strömung" im internationalen Anarchismus. Wie diese Strömung, so gibt es daneben noch andere Richtungen, die gleichberechtigt nebeneinander bestehen. Dieser Pluralismus ist kennzeichnend für die Anhänger der anarchistischen
Freiheitsphilosophie und sie macht sie den anderen Ideologien letztlich
geistig überlegen. Nicht autoritäre Vorstellungen vom Sozialismus, wie sie im Marxismus zum Beispiel daher kommen, können deshalb die Zukunft gehören.

"Die revolutionäre anarchistische Philosophie und Aktion haben die
Befreiung des Individuums und die Gleichberechtigung der Menschheit als Ganzes zum Ziel", heißt es im Aufruf - und Einladungstext für die Gründung einer "Libertären Gruppe Düsseldorf im FdA".

Das ist eine der grundlegenden Aussagen freiheitlicher Zielvorstellung.
Diese Wegmarkierung ist eine der zentralen Aussagen auch im Selbstverständnis der Internationale der Anarchistischen Föderationen (IFA), dem das FdA als deutschsprachige Gruppierung mit Mitgliedsstatus in der IFA angehört. Das FdA hat neben der Aufrechterhaltung der internationalen Kontakte, das Ziel, den Aufbau einer deutschsprachigen Föderation zu unterstützen und selbige auch zu werden. Neben der Anarchistischen Föderation Rhein-Neckar-Pfalz (AF RNP), die im Südwesten der BRD als Regionalföderation besteht und agiert, und in deren Aktionsgebiet noch autonome Untergruppen tätig sind, gibt es in Norddeutschland und neuerdings in Thüringen aktive FdA-Leute. Kontakte gibt es nach Freiburg und nach Berlin. In der Pfalz haben sich zudem Gruppen für anarchistische Wohnprojekte zusammengefunden.

Gute Verbindung gibt es, wo vorhanden, zur anarchosyndikalistischen FAU.
Da und dort gibt es auch FAU-Leute, die auch zum FdA gehören, was auch noch aus der Zeit der FdA-Vorläufergruppe I-AFD herrührt. In diesem Zusammenhang gilt es herauszustreichen, dass keinerlei Vorschriften gemacht werden können und dürfen, welchen Weg innerhalb der verschie-
denen Strömungen einzelne Mitglieder oder Gruppen gehen wollen. Seien es
nun kollektivistische, individualistische, öko-anarchistische, anarchosyndikalistische, mutualistische, anarcho-kommunistische oder religiös-pazifistische, also tolstojanische Vorstellungen. So lange
der Weg mit unseren generellen Grundsätzen vereinbar ist, ist jeder
willkommen. Wir streben nicht die Übernahme politischer Herrschaft an.

In diesem Sinne steht das Angebot in einer anarchistischen Föderation, die
sich aufbaut, zusammen zu arbeiten, auf dass wir auch gemeinsam diesem Ziel einer freiheitlichen, nichthierarchichen, herrschaftslosen Gesellschaft, ohne Staat und kapitalistische Ausbeuter näher kommen mögen.

e-Mail::  libgrudus@web.de ¦ Homepage:: www.libgrudus.de.be ¦ Anschrift::
Libertäre Gruppe Düsseldorf in der FdA/IFA, Postfach 10 48 32, 40210
Düsseldorf ¦ Telefon: : 01212-5-845-69-879



# nächstes Treffen Wegbeschreibung (eingeladen sind alle interessierten AnarchistInnen!)

Unser nächstes Treffen findet statt, am Sonntag, den 20. März, um 17 Uhr im „Gambrinus“. Das ist auf der Oberbilker Allee in Düsseldorf. Wie kommt mensch dorthin? Mit der U 074 ab Hauptbahnhof drei Stationen bis zur Station „Philipshalle“ fahren, dann den Aufgang „Siegburger Straße/Philipshalle“ benutzen. Da ist das dann. Oder aber: Ab Hauptbahnhof, mit der S-Bahn (Richtung Köln oder Solingen) fahren. Das ist
dann die 2. Station (Haltestelle Bahnhof Oberbilk). Aber nicht den Ausgang zur Philipshalle benutzen, sondern den anderen. Und dann stehst Du direkt davor.



# Bericht vom Gründungstreffen

Bericht zur Gründungsveranstaltung
von Kristian Egeners
Am Sonntag, den 13.03.2005 Trafen sich in Düsseldorf AnarchistInnen zur
Gründung einer libertären Gruppe. Es kamen aber nicht nur DüsseldorferInnen.
Das Interesse an vernetzten anarchistischen Organisationen und vor allem
praktischen Aktionen scheint wieder etwas zu steigen. Die in NRW jahrelang
inaktive "Föderation der deutschsprachigen AnarchistInnen" scheint sich
reorganisieren zu wollen. Hier nun ein kleiner Bericht vom Gründungstreffen:

Es trafen sich 15 Leute, die absolut dazu entschlossen sind, so der
Eindruck, die anvisierte Sache umzusetzten.

Wer hat sich getroffen? Zwei Leute aus Neuss, drei Leute aus Wuppertal, zwei
Leute aus Köln (möglicherweise kommen von dort noch welche dazu), einer aus
Kaarst, zwei Leute aus dem Sauerland. Ein Mensch ist aus Bonn, der Rest ist
aus Düsseldorf. Davon sind drei Leute von "Food not bombs", ein
FAU-Sympathisant, eine ehemaliges FAU-Mitglied, dann meine Wenigkeit. Es
wurde auch ein Interview gemacht, das auf der Internet-Seite der "Schwarzen
Katze" erscheinen soll.

Es wurde ein kurzer Vortrag gehalten. Vom Inhalt her, war es eine
Bestandsaufnahme der gegenwärtigen Verhältnisse und Positionen zu Staat und
Kapital, aus der Sicht eines Michael Bakunin. Dies natürlich nur angerissen.
Dann gab es eine kurze Darstellung, was FdA und IFA ist. Auch wie das
Verhältnis zur FAU ist. Das alles waren nur bruchstückhafte Darstellungen.

Nun ist es so, dass der Inhalt der Positionen von FdA und IFA-IAF bei der
nächsten Zusammenkunft diskutiert werden soll. Die Vorstellung ist nun so,
dass an zwei Sonntagen im Monat ein regelmäßiges Treffen der Libertären
Gruppe Düsseldorf stattfinden soll (wird auf der Startseite der Libertären
Gruppe veröffentlicht) Also, ich muss Dir sagen, dass es eine ausgezeichnete
Stimmung gewesen ist, in der das Treffen stattfand. Am Anfang waren alle
etwas zurückhaltend. Dann aber, nach der ersten halben Stunde wandelte sich
das plötzlich und sie tauten auf.

Und dann begannen sie zu erzählen. Und dann wurde es eine Bombenstimmung.
Fast so, als hätten sich da alte Freunde getroffen, die sich schon lange
nicht mehr gesehen haben, und deshalb sich viel zu erzählen hatten. Das ist
ja auch sehr wichtig. Denn wir wissen ja nicht, was noch alles auf uns
zukommen wird und wie wir dann alle aufeinander angewiesen sein können. Das
verdammte System, dass uns zerstören will, wird sich noch einiges einfallen
lassen. Lass' mal diese Gruppe sich zusammenwachsen. Ich habe auch den
Eindruck, dass sie mehr werden wollen. Auf jeden Fall haben sie fast alle
gesagt, dass sie nicht nur Theorie, sondern auch aktiv vor Ort arbeiten
wollen. Das ist es ja auch, was ich mir von Anfang an vorgestellt hatte.

e-Mail::  libgrudus@web.de ¦ Homepage:: www.libgrudus.de.be ¦ Anschrift::
Libertäre Gruppe Düsseldorf in der FdA/IFA, Postfach 10 48 32, 40210
Düsseldorf ¦ Telefon: : 01212-5-845-69-879
Creative Commons-Lizenzvertrag Dieser Inhalt ist unter einer
Creative Commons-Lizenz lizenziert.
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen

anarchistisch?

Ruhland Mühdorf 17.03.2005 - 18:57
Es ist immer wieder erstaunlich mit welchen Mitteln die Düsseldorfer "anarchistischen" FunktionärInnen ihre Parteilinie durchsetzen:

Die Libertäre Gruppe Düsseldorf war (auf der entsprechend vorbereiteten Homepage  http://www.lgd-fda.speedpage.org/) schon selbsternanntes Mitglied der Föderation deutschsprachiger AnarchistInnen (FdA), noch bevor es überhaupt eine Gründungsversammlung gab... so einfach geht das!

Abgesehen davon halluzinierte sich die Libertäre Gruppe Düsseldorf auf ihrer Homepage bereits als Mitglied des Kommitees für Internationale Beziehungen der Internationalen Anarchistischen Föderation (CRIFA):

---------Zitat-------------
"Libertäre Gruppe Düsseldorf in der FdA/CRIFA
Postfach 10 48 32
40210 Düsseldorf"
-----------------------------

Mittlerweile haben sie sich allerdings die Mühe gemacht diesen Fauxpas klammheimlich zu löschen, ebenso wie den obenstehenden Forumseintrag...



@ Ruhland Mühdorf

Kritik an Düsseldorfer Gruppe

Libertaria 19.03.2005 - 08:27
Es ist problematisch, wenn Einzelpersonen oder eine sehr kleine Gruppe einen (anarchistischen) Zusammenschluss gründen wollen und die Organisationsform, Grundsatzpapiere, Eröffnungsreden, Webseiten usw. bereits vorbereitet bzw. installiert werden. Hier sind von Beginn an Machtstrukturen geschaffen worden, die einer dogmatisch-kommunistischen Gruppe gut zu Gesicht stehen würden.

Es ist schon eigenartig, wenn dieser "Gestaltende", um nicht gleich zu sagen bevormundende Teil dieser Gruppe dann mehrere selbstbeweihräuchernde Texte auf Indymedia veröffentlicht. Dem ist nur noch hinzuzufügen, dass die Texte auch immer von einer Person gepostet werden. Das Synonyom Kristian, wer auch immer, ist zumindest nicht gekennzeichnet als ofizieller Gruppensprecher. Diese persönlich gehaltenen Berichte, die sicherlich nicht von allen der Gruppe inhaltlich getragen werden können, sind alles andere als unproblematisch. Wobei ich die Idee einers Gruppensprechers alleine schon als kritikwürdig erachte. Auch Stellungsnahmen einer Gruppe sollten gemeinsam im Konsens entstehen.

Libertär würde bedeuten, dass eine neue entstandende Gruppe in einem Diskussionsprozess alles Relevante erarbeitet.

Es sei denn, gewisse Persönlichkeiten haben Probleme mit diesem Selbstfindungsprozess.....

Einerseits schön, dass es Interessierte Libertäre in Düsseldorf und aus der weiteren Umgebung gibt. ..

Überlegt euch dennoch gut, ob ihr hier von Beginn an die Einfluss- und Gestaltungsmöglichkeiten besitzt, die zum Wesen libertärer Gruppen gehören sollten.

Auf Strukturprobleme der neuen Düsseldorfer Gruppe hinzuweisen kann nicht einfach als "pedantische" Kritik abgetan werden.

------------------------------------------------

Über Plattitüden über Anarchismus, wie sie von "Jungen Linken" zum Besten gegeben werden, verliere ich keine Worte, das ist es auch nicht wert. Überzeuge könnt ihr mich ohnehin nicht.

Kritik der Kritik

muss ausgefüllt werden 19.03.2005 - 13:03
1) zu: Ruhland Mühdorf (17.03.2005 18:57): anarchistisch?

Die Kritik ist gut fundiert & sauber argumentativ herausgearbeitet!
Sehr plausibel ist besonders der Abschnitt über:

"die Düsseldorfer "anarchistischen" FunktionärInnen"
die "ihre Parteilinie durchsetzen"

Ich weiß nicht welche Erfahrungen Du in Düsseldorf gemacht hast, aber als einer der beim Gründungstreffen dabei war, frage ich mich:

a) unter welcher Paranoia du leidest
b) warum ich so dumm bin mich manipulieren zu lassen ohne es zu merken

Ich gebe allerdings zu das der Hinweis auf die CRIFA auf der Seite falsch war (wurde kurz nach dem Treffen geändert).
Die Mitgliedschaft in der FdA war von Anfang an beantragt und auch auf dem Fleyer & in der Einführungsrede wurde klar gemacht das die sich Gründende Gruppe unter "diesem Stern" stehen würde.

Im übrigen ist dies nicht anders als bei Gründungstreffen von Anarchosyndikalistischen Gruppen der FAU. Diese sind auch automatisch in der IAA!


2)Libertaria (19.03.2005 08:27): Kritik an Düsseldorfer Gruppe
Du arbeitest mit ähnlichen Methoden wie Ruhland Mühdorf, d.h. du behauptest irgendetwas (Machtstruckzuren geschaffen) ohne es zu Belegen.
Die Homepage der LGD-FdA ist doch keine Machtstrucktur!
Alles was es auf dieser Seite bis zum Gründungstreffen gab war der Text des Fleyers der zum Gründungstreffen einlud & ein paar Links!
Mehr als natürlich waren da noch ein paar Kontaktmöglichkeiten angegeben. Das finde ich sehr gut, denn wie sollen Menschen in den Kontakt zu anarchistischen Gruppen, Oeganisationen, Initiativen usw kommen wenn es keine Möglichkeit gibt sie zu kontaktieren? Auch AnarchistInnen müssen sich vernetzen & dafür braucht es die Möglichkeit zum Kontakt!!
Im übrigen waren alle anwesenden schon mehr oder weniger als AnarchistInnen aktiv & fanden die Idee einer explizit anarchistischen Gruppe durchweg sympathisch!!

Zum Posting auf Indymedia: Es handelt sich da (soweit ich das recherchieren konnte) um ZWEI (!) Texte. Beide sind natürlich (!) subjektiv, da sie eben keine (!) Stellungnahme der neugegründeten Gruppe sind !!! Wären diese Texte im Namen der Gruppe gepostet worden, dann (!) hätte es sich hier um einen fehltritt gehandelt!
Soweit ich mich erinnere wurde auf dem Treffen auch kein "Gruppensprecher" bestimmt (um Sinn oder Unsinn eines solchen kann an anderer Stelle diskutiert werden).

Anarchis heißt nicht Selbsfindung!
ICH habe keine Probleme damit wenn Menschen mit relativ genauen Vorstellungen an die praktischen Dinge des Lebens gehen. Im Gegenteil! Ich finde das sehr positiv. Ich habe selbst ein paar recht klare Vorstellungen & möchte meine Zeit nicht unbedingt mit Menschen vergeuden denen ich erst das 1x1 der Anarchie beibringen muss.

Stellung zur FAU (haste nicht bei Indy gepostet sondern auf dem Gästebuch der LGD):
Ist doch klar das sich AnarchistInnen, zumal wenn sie sich in der FdA organisren auch eine Position zur EINZIGEN größeren libertären Organisation die es in Deutschland gibt finden wollen. Denn einerseits gibt es ne Menge gemeinsamkeiten mit der FAU, andererseits ist diese aber doch sehr beschränkt, nämlich auf die Mittel & Methoden des Syndikalismus. Einer, der so wie ich, nicht unbedingt an die klassischen Formen des "Klassenkampfes" glauben mag, und der durchaus der Meinung ist das der Syndikalismus von Anfang an gefähr läuft einerseits reformistisch zu sein (siehe auch die Texte von E. Malatesta) und andererseits ins fahrwasser der Marxisten zu geraten (siehe die Historische Entwicklung des franz. Syndikalismus) ist von daher sicher in einer Anarchistischen Föderation besser aufgehoben.

Zur Gruppenstrucktur:
Du scheinst uns alle ja für echte Deppen zu halten, die nicht merken wie sie Manipuliert werden! Ich kann mich nicht helfen, aber ich glaube du scheinst eine ähnliche Paranoia zu fahren wie Ruhland Mühdorf!
ICH finde es ansonnsten echt schwer beleidigend das du mich (und all die anderen) für so blöd hälst.


Abschluss an beide:
Euren Äußerungen nach scheint ihr euch als die besseren AnarchistInnen darstelen zu wollen. Dabei kommt allerdings ein sehr dogmatischer Geist des "Wir wissen es besser & wer es nicht so macht wie wir sagen ist keinE AnarchistIn" durch.
Auch wenn ihr versichert das es toll ist das es in Düsseldorf & Umgebung AnarchistInnen gibt die etwas machen wollen, so haltet ihr das was sie wie tun
a) von Anfang an für falsch
b) von Anfang an für von "außen" gesteuert (sind diese >Düsseldorfer "anarchistischen" FunktionärInnen"< eigentlich JUDEN?)

Mich erinnert das alles sehr an krankhfte Verfolgungswahn- & sehr gefährliche Verschwörungstheoriegeschichten.
Außerdem kommt hinzu das es mich auch sehr an die kommunistischen "Abrechnungsklassiker" erinnert. Nach Lenin, Trotzki, Stalin um jetzt nur mal drei zu nennen, wollen die AnarchistInnen im besten Falle (!) zwar das richte, sind aber objektiv immer Konterrevolutionär - ganz so wie bei euch beiden:
Die AnarchistInnen wollen zwar das richtige (z.B. sich organisieren) sind aber so blöd das sie dabei nicht nur irgendwelche Fehler machen sondern sich gleich eben überhauptnicht libertär verhalten. Setzten wir ein paar anarchistische KlassikerInnen (wie Osugi Sakae, M. Bakunin, R. Rocker, M. Stirner usw.) mal vorraus, dann verhalten sich die Libertären der LGD objektiv falsch also Konterrevolutionär & gehören in letzter Konsequentz an die Wand!

Ich weiß nicht ob ihr zwei euch kenn, ob ihr aus Düsseldorf oder wenigtsens der region kommt. Ich weiß auch nicht ob und wie ihr euch organisiert habt, aber: bitte MACHT ES BESSER !!!!

Ich war bei dem Treffen

Carlo Starkblom 20.03.2005 - 00:29
1:
Klar ist konstruktive Kritik immer erwünscht, aber die in den vorangegangenen Postings artikulierten Hauptkritikpunkte sind für mich nur bedingt nachvollziehbar. Als Teilnehmer des Gründungstreffens kann ich mich an keine wie auch immer geartete ideologische Vorfestlegung erinnern. Im Gegenteil bestand dahingehend Konsens, dass Anhänger jeglicher libertären Richtung zur Mitarbeit herzlich eingeladen sind. Zwar wurde FdA-Textmaterial verteilt, doch lediglich als Diskussionsgrundlage, ohne dass sich mir der Eindruck aufgedrängt hätte, indoktriniert werden zu sollen.

2:
Die Installierung einer Website noch vor dem konstituierenden Treffen macht aus meiner Sicht durchaus Sinn, um für eben dieses zu werben. Mit dem erwähnten Beitrag von Kristian E. habe ich ebenfalls keinerlei Probleme. Wieso auch, da er eher die Stimmung des Treffens be-, denn irgendeine ideologische Richtung vorschrieb. Was mich anbelangt, freue ich mich auf das morgige zweite Treffen, da Stimmung und Diskussionsinhalte des ersten mir sehr zusagten.

Klar ist konstruktive Kritik immer erwünscht

Carlo Starkblom 20.03.2005 - 01:45
Klar ist konstruktive Kritik immer erwünscht, aber die in den vorangegangenen Postings artikulierten Hauptkritikpunkte sind für mich nur bedingt nachvollziehbar. Als Teilnehmer des Gründungstreffens kann ich mich an keine wie auch immer geartete ideologische Vorfestlegung erinnern. Im Gegenteil bestand dahingehend Konsens, dass Anhänger jeglicher libertären Richtung zur Mitarbeit herzlich eingeladen sind. Zwar wurde FdA-Textmaterial verteilt, doch lediglich als Diskussionsgrundlage, ohne dass sich mir der Eindruck aufgedrängt hätte, indoktriniert werden zu sollen.

Die Installierung einer Website noch vor dem konstituierenden Treffen macht aus meiner Sicht durchaus Sinn, um für eben dieses zu werben. Mit dem erwähnten Beitrag von Kristian E. habe ich ebenfalls keinerlei Probleme. Wieso auch, da er eher die Stimmung des Treffens be-, denn irgendeine ideologische Richtung vorschrieb. Was mich anbelangt, freue ich mich auf das morgige zweite Treffen, da Stimmung und Diskussionsinhalte des ersten mir sehr zusagten.

Kritik der Kritik der Kritik

Libertaria 20.03.2005 - 09:53
Antisemitismusvorwurf, Verschwörungstheoretiker, Menschen mit paranoidem Verfolgungswahn, die mit dem Anarchismus abrechnen, sie an die Wand stellen, bei denen es sich entweder um Leninisten, Trotzkisten oder Stalinisten handeln muss, die alle Libertäre pe se als Konterrevolutionäre verstehen. Jawoll, das saß!


...... Hier schießt jemand sehr weit über das Ziel heraus.

Sei noch mal kurz erwähnt, dass ich nicht gemeint habe, dass sich auf den Treffen nicht auch über die FAU unterhalten werden sollte und dass nicht auch die Mitgliedschaft in der Förderation diskutiert werden sollte. Darum geht es aber auch nicht! Ich stelle fest, dass Miteinander und wesentliche Entscheidungen den Interessierten an der Libertären Gruppe sehr wohl abgenommen worden sind. Die Libertäre Gruppe versteht sich doch selbst als Zusammmenschluss unterschiedlicher anarchistischer Strömungen. Es muss die Frage doch erlaubt sein, ob alle beteiligten am Entstehungsprozess dieser anarchistischen Plattform partizipieren konnten!

Eröffnungsrede, verteiltes Flugblatt, Einordnung in die Förderation, Webseite, die nicht gemeinsam gestaltet worden, fest installierte Kontaktadresse deutet z. B. nicht darauf hin, dass für alle die gleichen Möglichkeiten zur Mitgestaltung bestanden haben.

Auf einem anderen ganz anderen Blatt steht, dass ich es im Grunde sogar begrüßen würde, wenn auf dem Gründungstreffen oder später entschieden worden wäre bzw. wird, dass sich die Libertäre Gruppe innerhalb der Förderation deutschsprachiger AnarchistInnen einordnete und es eine vernünftige Zusammenarbeit mit anderen libertären Gruppen in Düsseldorf (auch der FAU) und außerhalb geben würde.

Ich hätte mir hier nur einen Entscheidungsprozess gewünscht!

Ich lehne es nur ab, wenn diese Entscheidungen bereits vorher von Einzelpersonen oder einer auch einem einzelnen Individum festgelegt worden sind. Schade, wenn sich einige Menschen, die sich als Libertäre verstehen hier als kritikresistent erweisen sollten.

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Zeige die folgenden 9 Kommentare an

pedantisch — till

@ libertaria — FAU'lerin

Was geht denn hier ab? — Libertaria