MD Graffiti die 2.

catch us if u can 08.03.2005 17:26 Themen: Freiräume Repression
Jetzt ist sie endlich raus, die Katze aus dem Sack. Wie schon vor einigen Wochen berichtet erwägte die Stadt Magdeburg sich in Sachen Graffiti etwas einfallen zu lassen um die bösen Schmierfinken aus der Stadt zu vertreiben. Was dabei raus kam, kann nur als blöder Scherz verstanden werden, oder? Lest einfach selbst....
Nun ist es raus, die Stadt Magdeburg und ihre Oberhäupter haben sich zum 12hundertsten Geburtstag der Stadt etwas ganz tolles einfallen lassen, nämlich den Kampf gegen eine eher im Untergang befindliche Graffitiszene.

Doch Rückblick:

Vor einigen Wochen mahnte ein gewisser Herr Frommhagen aus Magdeburg (mehrfacher Lokalbesitzer und Vorsitzender der IG Innenstadt) die Stadt, endlich etwas gegen die Verstaltung der Stadt durch Graffiti zu tun. Es ließ nicht lange auf sich warten und wie das dann halt so ist, machten alle mit. So hatte jede Fraktion, jeder nichtsbedeutende Möchtegern-Highsocieties in Magdeburg und noch einige mehr etwas zu sagen und was dabei rauskam war eine von der Magdeburger Volksstimme einseitig forcierte Diskussion, deren Ende abzusehen war.

Erinnern wir uns, fast mit einem Lächeln beschrieben wir die Maßnahmen welche ergriffen werden sollten:

so zum Beispiel das Anti-Graff-Mobil der FDP oder das schonmal erwähnte Verbot vom Verkauf von Spraydosen.

Doch wer denkt, dass kann schon der Höhepunkt der Dreistigkeit sein, der muss sich geirrt sehen und wird gleich feststellen, wozu Politiker noch so in der Lage sind.

Nachdem nun auch schon in Magdeburg erste Sprayer mit einer DNA-Abgabe konfrontiert sind/waren, setzt der beschlossene Maßnahmenkatalog der Stadt allem den Deckel auf.

Da sind:

- das FDP-Anti-Graff-Mobil wurde durchgesetzt damit innerhalb von wenigen Stunden städtische Gebäude gereinigt werden können
- Hausbesitzer sollen verpflichtet werden innerhalb von 48 Std. Graffitischäden zu beseitigen (um die lust am sprühen zu nehmen)
- dafür wurde eine Hotline geschaltet unter der Opfer sich dafür geeignete Firmen zuschicken lassen können
- eine Anwendung der Ordnungsstrafen soll nun effektiv stattfinden

und jetzt kommts:

- bekannten Sprayern soll das Mitführen von Spraydosen in der Zeit von 20 - 6.00 Uhr gesetzlich verboten werden!!!

Ihr denkt jetzt wie? Wir auch und so stellen wir uns die Frage, gibt es solche Hirngespinste auch in anderen Städten??? Fakt ist, laut Angaben der Stadt sind schon 8 polizeibekannte "Schwerverbrecher" betroffen und wie sich das in den kommenden Tagen ausweitet scheint klar.

Wir werden uns jedoch nicht davon abschrecken lassen ob mit dem oder ohne dem "Du-darfst-SCHEIN".

Klar ist, wir feiern den 12hundersten Geburtstag auf unsere ART und lassen uns dabei von keinem Stören...

Ach übrigens, da auf die Stadt kein Verlass ist, wenn am 1. Mai die Nazis in unserer Stadt marschieren, fordern wir euch auf, achtet auf Ankündigungen betreff diesem!!!

Kein Fuszbreit den Idioten ob nun BRAUN oder KONSERVATIV!!!
Magdeburg wird bunt nicht braun!!!

Einige Magdeburger Sprayer
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Ergänzungen

oder

so 08.03.2005 - 22:45
...ist auch ne weitverbreitete möglichkeit...

Grüsse aus Stuttgart

Writer 08.03.2005 - 23:45
Solche Vorschläge inklusive Graffitimobil gibts auch von unseren Politikern zu hören. Die scheinen sich gerade gegenseitig zu toppen, was die Verfolgung von Graffiti angeht. In Stuttgarter Vororten gibt es ebenfalls das Graffitimobil schon, Bewährungsstrafen selbst bei Tags sind mittlerweile schon üblich.

Traurig sowas, aber mit populistischen Themen lassen sich halt Stimmen fangen.

Faust hoch, passt auf euch auf und lasst euch nicht unterkriegen.

Graffiti ist ne Lebenseinstellung und lässt sich nicht einfach ausradieren!

Schlimmer

Magdeburger 08.03.2005 - 23:55
dass Mitsichführen wird schon in der Zeit von 18 - 6 Uhr Morgens unter Strafe gesetzt!!!

Da müssen jetzt einige Läden, welche ihren Ladenschluss bis 20 Uhr erweiterten ganz schön um die Kunden bangen!!!

Sponsoring

Peter Lustig 09.03.2005 - 10:56
Hat schon mal jemand bei den Reinigungsfirmen inoffiziell nachgefragt, ob man von den Spraydosen gesponsort bekommt? Graffiti ist eine gute Arbeitsbeschaffungsmaßnahme.

Anti-Graffiti-Kongreß in Berlin:

Aerosol 09.03.2005 - 12:15
In Berlin wird am 7. April 2005 ein internationaler „Anti-Graffiti-Kongreß“ stattfinden. Die dort anwesenden Damen und Herren aus Politik, Wirtschaft und sonstigen bürgerlichen Vereinsmeierein haben sich ebenfalls auf die Fahnen geschrieben den „Kampf gegen die Schmierer“ gewinnen zu wollen. Es ist zu vermuten das bei diesem Treffen der Ordnung – Sauberkeitsfanatiker ähnlich schwachsinnige Ideen und Forderungen formuliert werden.

Anbei einige Presseartikel zum geplanten Kongreß:



Allianz gegen illegale Sprayer

1. Anti-Graffiti-Kongreß: 200 Experten aus Europa und den USA diskutieren
Graffiti an Gebäuden, Denkmälern, Bussen und Bahnen sind nicht nur ein
ästhetisches Problem, sondern auch ein wirtschaftliches, das Hauseigentümer,
Verkehrsunternehmen und die öffentliche Hand enorm belastet. Auf 50
Millionen Euro schätzt der Verein Nofitti den jährlich in Berlin durch
Sprayer entstehenden Schaden. Die BVG mußte im vergangenen Jahr knapp neun
Millionen Euro für die Beseitigung von Vandalismusschäden ausgeben, bei der
S-Bahn waren es vier Millionen nur für Graffitibeseitigung.
"Berlin ist zur Metropole der Sprayer geworden", so die Erkenntnis von Karl
Hennig, dem Vorsitzenden vom Verein Nofitti, der seit mehr als zehn Jahren
mit Reinigungsaktionen gegen Schmierereien kämpft. Auf etwa 8000 bis 9000
Sprayer schätzt Hennig die Berliner Szene, die immer dreister werde. So
würden neuerdings zu Hause Paketaufkleber besprüht und dann auf Scheiben und
andere gut sichtbare Stellen geklebt. Auch das Besprühen von Baumstämmen sei ein zunehmendes Ärgernis.

 http://morgenpost.berlin1.de/content/2005/02/17/berlin/735454.html

Weg mit Graffiti – je schneller, desto dauerhafter

Eigentümer haben eine erfolgreiche Taktik gegen beschmierte Hauswände
entwickelt: Aufgesprühtes gleich übertünchen

Graffiti-Bekämpfer Karl Hennig nimmt gerne dieses Beispiel: Sechs Jahre lang
war die Hansa-Bibliothek in Tiergarten von oben bis unten beschmiert. Dann
wurde das Gebäude gereinigt. Eine Woche später waren 23 Quadratmeter erneut
verschandelt. Sofort kam wieder der Maler und tünchte über. Eine Woche
danach wiederum wurde die Fassade noch einmal mit Sprühdosen traktiert,
wieder rückte der Maler an, wieder also wurde das Geschmiere schnell
überstrichen – mit dauerhaftem Erfolg. „Seit November ist da keiner mehr
rangegangen“, sagte Karl Hennig vom Verein „Nofitti“ gestern. Nofitti kämpft
seit zehn Jahren gegen diesen Vandalismus, im April veranstaltet Noffiti in
Berlin einen internationalen Kongress gegen Graffiti. Dort werden vor allem
skandinavische Städte ihr Erfolgskonzept präsentieren: Keine Toleranz,
Schmierereien sofort beseitigen.

 http://www.tagesspiegel.de/berlin/index.asp?gotos=http://archiv.tagesspiegel.de/toolbox-neu.php?ran=on&url=http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/17.02.2005/1652318.asp#art

...

frankfurter 09.03.2005 - 19:45
In frankfurt leider gang und gebe miit dem Dosenmitführverbot...

Drogerien als Ermittlungsgehilfen

Hercooles Graffiti 10.03.2005 - 14:26
Nachdem in Kassel in den vergangenen Jahren die staatliche Repression gegen Sprayer kriminelle Züge angenommen hatte ist es momentan auffallend ruhig in der Dokumenta-Stadt. Der Forderung der Kasseler CDU, des Kasseler Oberbürgermeisters Lewandowski (vor kurzem abgewählt) und seinem skandalbelasteten Ziehsöhnchen Christoph Rene Holler (Richter a.D), nach Rückbau bzw. Abschaffung der legalen städtischen Graffitiflächen wurde nicht entsprochen: Der Protest war einfach zu groß.

Erst letztes Jahr wurden in Kassel weitere "Freiflächen" feierlich eingeweiht und an die Sprayer übergeben. Auch dadurch zeigt die Stadt, dass sie eine würdige Bewerberin für den Titel "Kulturhauptstadt" ist.

Die Kasseler Polizei ("SOKO City AG Graffiti") schnüffelt (Observationen d. Freilächen und damit verbundenen Identitätsfeststellungen der Sprayer) indes weiter und macht in dieser Angelegenheit sogar Drogerien zu Ermittlungsgehilfen der Staatsanwaltschaft: Sie sollen sich melden wenn auf von ihnen entwickelten Fotos Graffiti und Tag's auftauchen. Schöne Grüße an dieser Stelle an Polizeioberkommissar Thorsten Klug.



Mehr informationen zu Graffiti in Kassel:

 http://www.safercity.de/1999/graffiti1.html

 http://www.safercity.de/2000/observierung.html

 http://www.safercity.de/2000/fritz.html

 http://www.safercity.de/1999/aufloesung%20_bgs.html

Graffitikosten für Kommunen

Axel Thiel 19.03.2005 - 08:55
Aktueller Übersichtsartikel:"Kosteneinsparungen beim Thema "Graffiti-Vandalismus" und "Wanbschmierereien" für Kommunen:
 http://people.freenet.de/graffitiforschung.de/spar1.htm
alles sonstige aus 300 Jahren Entwicklung der Graffitiforschung:
 http://www.graffitiforschung.tk

Kasseler Besonderheiten

Axel Thiel 19.03.2005 - 14:19
Kassel hat nun sowohl eine Pro-Graffiti-Verein,als auch einen "Anti-
Graffiti"-Verein (vor wenigen Wochen gegründet);sowie 6 legale Sprayflächen,eine AG-Graffiti der Polizei,das "Kasseler Graffiti-Archiv"
und alle leben fröhlich vor sich hin...............

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möglichkeiten

hihi 08.03.2005 - 22:40
Das gibt ja ganz neue Möglichkeiten, Hausbesitzer zu nerven/ruinieren, was sagt denn der Haus- und Grunbesitzer-Verband dazu, kann ja teuer werden...
..und demnächst Ausgangssperre für bekannte Sprayer, dann für alle, die welche sein könnten...usw usf
um es mit ner alten Berliner PunkCombo zu sagen
"schreib doch einfach (drüber), was du davon hälst,
sprüh es an, schreib was an die Mauer,
für Dich für mich für alle!"

Kasseler Graffiti-Jäger T. K.

ROM 21.03.2005 - 13:37
Laut Aussage eines "Kollegen", soll Graffiti-Jäger Thorsten Klug bei der Kasseler Polizei nur deshalb Karriere gemacht haben, weil sein Vater und sein Onkel (beide pensionierte Hauptkommissare) ihm dies ermöglicht hätten. Seine dienstliche Qualifikation soll demnach zu wünschen übrig lassen.
Dies könnte widerum der Grund dafür sein, dass er so konsequent, zuweilen unverhältnismäßig hart gegen Sprayer vorgeht - der Mann will's allen zeigen und sich zudem profilieren.
Falls ihr, seine "Kollegen", dies hier lest und Euch dazu (anonym) äußern möchtet: Nur Mut! (Beurteilungen und Zeugnisse von Polizeioberkommissar Thorsten Klug bitte als pdf hier veröffentlichen)