Bad Weather over Hamburg -
Time to take out an umbrella!
Hier der Text des Flugis welches gegen den Sexisten Wertmüller am 25.2 in Hamburg verteilt wurde!
Hier der Text des Flugis welches gegen den Sexisten Wertmüller am 25.2 in Hamburg verteilt wurde!
Lustige Anekdote am Rande: Weder der Aufforderung des notorischen Sexisten Wertmüllers die Distanz zum Veranstaltungsort zu erhöhen noch der lächerlichen Bitte einer anderen Dame das Verteilen des Flugis zu unterlassen wurde folge geleistet, im Gegenteil es wurde mit höhnischem Gelächter quittiert. Als sich dann Wertmüller noch beim Pförtner erkundigte ob es möglich sei die StörerInnen "zu entfernen" und dieser dies verneinte, war wohl sogar Wertmüller klar was der Tag bedeutete: 200 Euro für einen unbeheitzen Raum und dann noch die "Vorhut der Prügelgarde" (Oton Wertmüller) vor der Tür. Tja so kanns gehen. Die ca. 60 Menschen die zum größten Teil aus Bad Weather, Antideutscher Gruppe HH, Initiative Waffen für Israel und deren Umfeld bestand hatten wohl eher keine große Außenwirkung, im Gegenteil.
Zu inhaltlichen Diskussionen kam es, welch Wunder, nicht.
Als ein Führungskader von Bad Weather dies jedoch versuchte, wurde schnell deutlich wie seine Einstellung zu der Thematik Sexismus ist Er gab in groben Zügen die Positionen der Bahamas wieder, welche er mit Dummdreistigkeit garnierte.
Hier nun der Text des Flugis:
Bad weather over Hamburg –
Time to take out an umbrella!
Kein Podium, keine Diskussion, keine Veranstaltung mit Sexisten!
Für den 25.2.05 laden die „Antideutsche Gruppe Hamburg“ und die Gruppe „Bad
Weather“ den Bahamasredakteur J. Wertmüller zu einer
Diskussionsveranstaltung „Jihad und multikulturelle Gesellschaft“ nach Hamburg
ein.
Wie mittlerweile allgemein bekannt sein dürfte handelt es sich bei Wertmüller
(wie auch bei anderen Personen der Redaktion Bahamas) um ebenso notorische wie
polemische Sexisten und Rassisten.
Which part of no is it you don’t understand?
In verschiedenen Texten der Publikation Bahamas (z.B. „Infantile Inquisition“
von Wertmüller/Krug Bahamas Nr. 32 und die Sondernummer „Sexualität“ Nr. 34)
werden in einem unerträglichen Stil sexualisierte Gewalt gegen Frauen
bagatellisiert, Täter zu Opfern verkehrt und die Definitionsmacht von Frauen
in Fällen sexualisierter Gewalt massiv angegriffen und kategorisch abgelehnt.
Bahamas und insbesondere Wertmüller übernahmen unter anderem mit diesem
unsäglichen Text eine antifeministische Rammbockfunktion für (vermeintlich
linke) Sexisten jeglicher Couleur.
Vor dem Hintergrund eines gesamtgesellschaftlichen Backlash in Bezug auf von
der Frauenbewegung erkämpfte Errungenschaften ist auch die Marginalisierung
antisexistischer Positionen in der radikalen Linken zu verstehen.
So ist es denn auch zu erklären, dass nach einer klaren Positionierung pro
Definitionsmacht, einer antisexistischen Praxis und der generellen Verankerung
anti –patriarchalen Bewusstseins hier in der Regel vergeblich gesucht werden
muss.
Während Frauenhäuser und –beratungsstellen massivsten Kürzungen ausgesetzt
sind und sexualisierte Gewalt gegen Frauen ein nach wie vor tabuisiertes
Massenphänomen ist, gibt es in der radikalen Linken keine nennenswerte
Diskussion hierzu, von einer politischen Praxis gar nicht erst zu reden. Und
in den Fällen, in denen wegen eines konkreten Falles sexualisierter Gewalt
dann doch eine Diskussion stattfindet, ist das, was dabei an Argumenten zu
Tage kommt in der Regel mehr als schauerlich.
Talking is over, asshole!
Wer diese Zustände ignoriert oder sich gar, wie Justus Wertmüller, zu ihrem
Apologeten macht, in dem er Vergewaltiger zu Opfern stilisiert und
Vergewaltigungen zu „Lust machen“ (Zitat Bahamas Nr.32) umdeutet, der hat auf
Veranstaltungen der radikalen Linken aber auch nicht das Geringste zu suchen!
Wir sind an dieser Stelle weder bereit noch halten wir es für notwendig, sich
en detail mit den Argumentationsmustern oder einzelnen Texten von Wertmüller
oder Bahamas auseinander zusetzen. Dies ist unseres Erachtens bereits zu
Genüge passiert .
Is it really all about Israel?
Eine Kritik an der geplanten Veranstaltung von „Bad Weather“ und
der „Antideutschen Gruppe“ kann durchaus abstrahiert von ihrem Thema
stattfinden. Denn es geht in dieser Kritik eben nicht um eine Positionierung
zum Thema „Jihad“, sondern um die allem Anschein nach provokative Einladung
eines Referenten, der getrost als sexistischer und rassistischer Reaktionär
bezeichnet werden kann. Eine andere Referentin einzuladen wäre wohl jederzeit
möglich gewesen, war aber anscheinend gerade politisch weder von „Bad Weather“
noch von der „Antideutschen Gruppe“ gewollt.
Unabhängig davon, was wir von dem Inhalt der Einladung zu der Veranstaltung
halten:
Es geht uns keineswegs darum, Diskussionen um Antisemitismus & Antizionismus
zu verhindern, ganz im Gegenteil. Mit der Wahl des Referenten diskreditieren
die einladenden Gruppen jedoch von vornherein gerade diese Diskussion!
Wir fordern von der „Antideutschen Gruppe Hamburg“, sowie von „Bad Weather“
eine Stellungnahme warum der Sexist Wertmüller als Referent eingeladen wurde.
Ebenfalls fordern wir von allen Gruppen und Einzelpersonen, die sich bisher
solidarisch mit „Bad Weather“ und der „Antideutsche Gruppe Hamburg“ fühlten,
eine Positionierung hierzu!
Zu inhaltlichen Diskussionen kam es, welch Wunder, nicht.
Als ein Führungskader von Bad Weather dies jedoch versuchte, wurde schnell deutlich wie seine Einstellung zu der Thematik Sexismus ist Er gab in groben Zügen die Positionen der Bahamas wieder, welche er mit Dummdreistigkeit garnierte.
Hier nun der Text des Flugis:
Bad weather over Hamburg –
Time to take out an umbrella!
Kein Podium, keine Diskussion, keine Veranstaltung mit Sexisten!
Für den 25.2.05 laden die „Antideutsche Gruppe Hamburg“ und die Gruppe „Bad
Weather“ den Bahamasredakteur J. Wertmüller zu einer
Diskussionsveranstaltung „Jihad und multikulturelle Gesellschaft“ nach Hamburg
ein.
Wie mittlerweile allgemein bekannt sein dürfte handelt es sich bei Wertmüller
(wie auch bei anderen Personen der Redaktion Bahamas) um ebenso notorische wie
polemische Sexisten und Rassisten.
Which part of no is it you don’t understand?
In verschiedenen Texten der Publikation Bahamas (z.B. „Infantile Inquisition“
von Wertmüller/Krug Bahamas Nr. 32 und die Sondernummer „Sexualität“ Nr. 34)
werden in einem unerträglichen Stil sexualisierte Gewalt gegen Frauen
bagatellisiert, Täter zu Opfern verkehrt und die Definitionsmacht von Frauen
in Fällen sexualisierter Gewalt massiv angegriffen und kategorisch abgelehnt.
Bahamas und insbesondere Wertmüller übernahmen unter anderem mit diesem
unsäglichen Text eine antifeministische Rammbockfunktion für (vermeintlich
linke) Sexisten jeglicher Couleur.
Vor dem Hintergrund eines gesamtgesellschaftlichen Backlash in Bezug auf von
der Frauenbewegung erkämpfte Errungenschaften ist auch die Marginalisierung
antisexistischer Positionen in der radikalen Linken zu verstehen.
So ist es denn auch zu erklären, dass nach einer klaren Positionierung pro
Definitionsmacht, einer antisexistischen Praxis und der generellen Verankerung
anti –patriarchalen Bewusstseins hier in der Regel vergeblich gesucht werden
muss.
Während Frauenhäuser und –beratungsstellen massivsten Kürzungen ausgesetzt
sind und sexualisierte Gewalt gegen Frauen ein nach wie vor tabuisiertes
Massenphänomen ist, gibt es in der radikalen Linken keine nennenswerte
Diskussion hierzu, von einer politischen Praxis gar nicht erst zu reden. Und
in den Fällen, in denen wegen eines konkreten Falles sexualisierter Gewalt
dann doch eine Diskussion stattfindet, ist das, was dabei an Argumenten zu
Tage kommt in der Regel mehr als schauerlich.
Talking is over, asshole!
Wer diese Zustände ignoriert oder sich gar, wie Justus Wertmüller, zu ihrem
Apologeten macht, in dem er Vergewaltiger zu Opfern stilisiert und
Vergewaltigungen zu „Lust machen“ (Zitat Bahamas Nr.32) umdeutet, der hat auf
Veranstaltungen der radikalen Linken aber auch nicht das Geringste zu suchen!
Wir sind an dieser Stelle weder bereit noch halten wir es für notwendig, sich
en detail mit den Argumentationsmustern oder einzelnen Texten von Wertmüller
oder Bahamas auseinander zusetzen. Dies ist unseres Erachtens bereits zu
Genüge passiert .
Is it really all about Israel?
Eine Kritik an der geplanten Veranstaltung von „Bad Weather“ und
der „Antideutschen Gruppe“ kann durchaus abstrahiert von ihrem Thema
stattfinden. Denn es geht in dieser Kritik eben nicht um eine Positionierung
zum Thema „Jihad“, sondern um die allem Anschein nach provokative Einladung
eines Referenten, der getrost als sexistischer und rassistischer Reaktionär
bezeichnet werden kann. Eine andere Referentin einzuladen wäre wohl jederzeit
möglich gewesen, war aber anscheinend gerade politisch weder von „Bad Weather“
noch von der „Antideutschen Gruppe“ gewollt.
Unabhängig davon, was wir von dem Inhalt der Einladung zu der Veranstaltung
halten:
Es geht uns keineswegs darum, Diskussionen um Antisemitismus & Antizionismus
zu verhindern, ganz im Gegenteil. Mit der Wahl des Referenten diskreditieren
die einladenden Gruppen jedoch von vornherein gerade diese Diskussion!
Wir fordern von der „Antideutschen Gruppe Hamburg“, sowie von „Bad Weather“
eine Stellungnahme warum der Sexist Wertmüller als Referent eingeladen wurde.
Ebenfalls fordern wir von allen Gruppen und Einzelpersonen, die sich bisher
solidarisch mit „Bad Weather“ und der „Antideutsche Gruppe Hamburg“ fühlten,
eine Positionierung hierzu!
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Untersützung
flagranti, infoladen schwarzmarkt, infoarchiv norderstedt, frauenlesben tag im schwarzmarkt und tag / temporäre autonome gruppe
@henna
sonst check einfach mal:
oder mal:
Ulkig...
"Vor dem Hintergrund eines gesamtgesellschaftlichen Backlash in Bezug auf von der Frauenbewegung erkämpfte Errungenschaften ist auch die Marginalisierung antisexistischer Positionen in der radikalen Linken zu verstehen. So ist es denn auch zu erklären, dass nach einer klaren Positionierung pro Definitionsmacht, einer antisexistischen Praxis und der generellen Verankerung anti –patriarchalen Bewusstseins hier in der Regel vergeblich gesucht werden muss.
Während Frauenhäuser und –beratungsstellen massivsten Kürzungen ausgesetzt sind und sexualisierte Gewalt gegen Frauen ein nach wie vor tabuisiertes Massenphänomen ist, gibt es in der radikalen Linken keine nennenswerte Diskussion hierzu, von einer politischen Praxis gar nicht erst zu reden."
Werthmüller und die ganzen marginalen, szene-internen "Diskussionen" hin oder her, es ist einfach lächerlich, wenn der linke Antisexismus wegen einem relativ kleinem Furz wie Werthmüller aufschreit, aber andererseits zumeist gegenüber der weltweiten, massivsten, brutalsten, grausamsten und rechtsradikalsten Bewegung des Sexismus und der Geschlechterapartheid, nämlich dem politischen Islam, schweigt. Aber hier wurde ja auch schon durchblicken gelassen, dass man an einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit der Thematik dieses Events auch gar nicht so interessiert wäre.
Ich zumindest habe keinen Aufschrei des hiesigen linken Antisexismus vernommen, wenn Mädchen aus islamischen Milieus hier eingesperrt, mißhandelt, verschleppt, zwangsverheiratet oder zur Wahrung der islamischen "Ehre" ermordet werden. Kein lauter Aufschrei des deutschen Antisexismus, wenn die Bewegung der Mädchensteiniger und Säure-ins-Frauengesichtspritzer hier als Hamas und Hizbollah auf "linken" Demos auftaucht. Kein lauter Aufschrei des deutschen, linken Antisexismus angesichts der massiven Unterstützung der BRD für die IRI, eines der bestorganisierten Systeme des Sexismus, der Frauenunterdrückung und brutalsten Geschlechterapartheid.
Frauenrechtsaktivistinnen und Linke aus Türkei, Iran, Irak, usw..., haben schon längst erfahren müssen, dass der Mainstream des deutsch-linken Antisexismus sie in ihrem Kampf völlig alleine läßt, und dass eine längere Auseinandersetzung mit dieser Szenen-Ignoranz und diesem linken kulturellem Relativismus eine pure Zeitverschwendung ist.
@ antifa
Veranstaltung?
@trulli
aber warum kommen solche Texte nicht auf das Flugi?
das liest sich um einiges besser,als "..der is blöd,weil denk mal selber nach.."!
Ist wirklich gut geschrieben und endlich schafft es mal jemand Anhand von Textzitaten Kritik zu üben,und nicht nur stumpf "alle antideutschen sind blöd" und "israel ist scheiße" daher zu plappern.
bitte mehr davon...
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
@xyz
Es ist einfach blöd zu schreiben,das ihr euch schon zu genüge mit den Positionen Wertmüllers auseinandergesetzt habt und deswegen keine Lust mehr habt auf eurem Flugblatt darauf einzugehen...
Was ist dann bitte die Aussage des Flugis??
"der is blöd,weil deswegen..."??
bitte versucht das nächste mal etwas mehr Inhalt und gezielte Kritik mit reinzubringen,denn ich kann sowas sonst nicht ernstnehmen und sicher auch andere nicht..
das soll jetzt kein angepisse sein,nur mal ein Hinweis,das ein Flugblatt mit
nicht belegten Hinweisen einfach unglaubwürdig ist,und nur ein weiteres niveauloses Schmierblatt im neuesten "Linken" Grabenkampf..
machs mit,machs nach,machs besser..
kann ich zustimmen
warum posten die überhaupt auf "indyfada"? schöne antideutsche!
Reife Leistung!
Entgegen eurer perennierenden Einbildung wißt ihr nichts vom Sexismus und vom Patriarchat, weshalb ihr dringend die Klappe halten und zuhören solltet, wenn jemand euch etwas kluges sagen möchte.
Der "Frauenbewegung", die für die Befreiung der Frauen weniger getan hat als für ihre Verblödung, ist nicht nachzutrauern. Ebensowenig ist ihre staatliche Wiederbelebung zu befürworten.
`Bad Weather geht es nicht um eine Kritik des Islamismus sondern um die sukzessive Reetablierung des Patriarchats in der Hamburger Autonomenszene mittels Sexisteneinschleusung´, hab ich euch da richtig verstanden? Ihr seid komplett irre, und das ist noch die freundlichste Vermutung.
Was für ein lächerlicher und peinlicher Triumph.
@ schlechtes Wetter
Rassisten und Sexisten angreifen!
Weg mit den Rechtsdeutschen "Antideutschen"!
Querfront verrecke!
P.S. Hamburg bleibt rot!
Zensur auf indy, mal wieder
erbärmlich, euer text
hamburg bleibt doof.
@ sigmund
@frager
'bad weather'
sie haben einige gute Aktionen initiiert, manche waren eher zweifelhaft.
wer bahamas-artikel ernstimmt, hat in seinem Leben was verpasst..
bahamas 34
Die angestammte Heimat der Putztruppe
Die Autonomen folgen, seit es sie gibt – also von Fischer Jockels Putztruppe bis zu den Berliner Interim-Lesern – , dem immer gleichen Projekt, Politik der ersten Person machen zu wollen. Der einst erfreulichen Einsicht, gegen die Verhältnisse auch dann anzustinken, wenn der historische Istzustand weder einen fortschrittlichen Trend noch das dazugehörige Subjekt bereithält, ist eine im Wort autonom aufschimmernde Maßlosigkeit gefolgt, deren Folgen man von Anfang an hätte kennen müssen. Dem eigenen revolutionären Impetus stets das Wissen um die eigene Marginalität entgegenzuhalten, dem Willen zur Himmelstürmerei also mit der jedenfalls aktuell objektiven Unmöglichkeit zu kommen, ist zweifellos eine Veranstaltung, die der ganzheitliche Mensch nicht aushält. Autonom meint zunächst in durchaus antikommunistischer Absicht, nicht nur das Mißtrauen gegen eingetretene Pfade, sondern darüber hinaus die Ahnung, daß der Kommunist, obgleich in der Regel mit der Psychoanalyse auf Kriegsfuß, dem Menschen wie er ihn vorfindet mißtraut und eigentlich einen ganz anderen will und als radikaler Kritiker jeder Reform also gerade der Lebensreform nichts abgewinnen kann.
Je hilfloser sich die Politik aus dem Stand erwies, desto verkrampfter hielten die autonomen Politiker am Fetisch der ersten Person fest. Die Welt draußen geriet zum Schemen, die Innenwelt dafür umso scheinbar plastischer zur Wirklichkeit. In der dauernden Bemühung um Häuser, auf die man als Straßenkämpfer oder Hausbesetzer Zugriff nahm, manifestierte sich das autonome Kollektiv als Abschottungsbewegung von einer Welt, der es nicht imponieren kann. Je unwirklicher die „Angriffe“ gegen Bonzen, Nazis oder die Polizei gerieten, desto übermächtiger entwickelte sich der Einzelne zum Größenwahnsinnigen. Aus einer marginalen Subkultur, die sich radikale Gegner der toten Verhältnisse vielleicht um des Überlebens willen zulegen müssen, entwickelte sich eine sehr reale Subkultur gesellschaftlicher Parias, die als Avantgarde nur noch in soweit gelten können, als sie scheinbar freiwillig auf sich nehmen, was immer mehr Menschen durch den Zwang der Verhältnisse zugemutet wird: Leben von minimalen Sozialleistungen oder prekären Gelegenheitsjobs, leben auf beengtem Wohnraum mit schlechten sanitären Einrichtungen und vielfach tatsächlich von so wenig Geld, daß sich dem allgemeinen Äquivalent fast schon notwendig Elemente des Naturaltauschs an die Seite stellen. Dem solcherart Marginalisierten eignet der abgewetzte Stolz des verarmten deutschen Intellektuellen, des erfolglosen Künstlers und nicht nachgefragten Akademikers. Seine Armut trägt er mit Stolz, seine reale Überflüssigkeit ist ihm Signum für die Überflüssigkeit der Welt und sein Ich ist ihm alles.
m
»›Antideutsche‹ kennen keine Argumente«
Scheinlinke im Mainstream. Keine Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Ursachen des Faschismus. Ein Gespräch mit Wolfgang Dreßen*
Interview: Peter Wolter
* Wolfgang Dreßen ist Professor an der Fachhochschule Düsseldorf und leitet dort den Forschungsschwerpunkt Neonazismus
F: Sie werden von den sogenannten Antideutschen als Antizionist beschimpft. Was ist das eigentlich?
Ich weiß nicht, was die meinen. Wahrscheinlich ist es ein Ausweichmanöver, weil sie keinen Ansatzpunkt finden, mir Antisemitismus vorzuwerfen. Ich wurde zum ersten Mal vor zwei Jahren zur Zielscheibe, als ich eine kulturgeschichtliche Ausstellung in Aachen als Mitkurator zu verantworten hatte. Auf der Homepage zu dieser Ausstellung hatten wir Links zu christlichen, atheistischen, jüdischen und muslimischen Seiten aufgeführt. Darunter war auch der Link zum »muslim market« – der gab den Anlaß zu einer Kampagne gegen die Ausstellung. Die NRW-Landesregierung knickte sofort ein und drohte mit Entzug der Fördermittel, falls wir diesen Link nicht entfernen. Daraufhin haben wir die gesamte Linkseite aus dem Netz genommen.
F: Sind Antizionismus und Antisemitismus nicht zwei verschiedene Paar Schuhe? Der größte Teil des jüdischen Bürgertums in Deutschland war vor dem Ersten Weltkrieg immerhin gegen den Zionismus.
Auch die jüdische Arbeiterbewegung war dagegen – z.B. der jiddisch-sprachige »Bund«, der in Osteuropa sehr stark war. Und was sollte eine Jüdin wie Rosa Luxemburg mit dem Zionismus zu schaffen haben?
Es gibt drei Möglichkeiten, sich mit dem Antisemitismus auseinanderzusetzen. Die erste ist der Versuch der Assimilation der Juden – der ist in Europa gescheitert. Die zweite ist die Erforschung der gesellschaftlichen Ursachen des Antisemitismus und der politische Kampf dagegen – den haben u.a. die jüdische Arbeiterbewegung und Rosa Luxemburg geführt. Die dritte Möglichkeit: Eine Assimilation, aber außerhalb der antisemitischen Gesellschaften, zu erreichen. Das ist mit Gründung Israels geschehen.
Den wirklichen Antisemiten hilft es, daß die Antideutschen Israel vielfach nur als Block wahrnehmen. Es gibt ja in Israel eine breite linke Bewegung und eine starke Friedensbewegung. Darüber hört man von den Antideutschen überhaupt nichts. Man braucht nur die gegenwärtige Politik der israelischen Regierung zu kritisieren und setzt sich gleich dem Vorwurf aus, man sei antizionistisch. Und daraus wird dann schnell Antisemitismus gemacht.
F: Antideutsche hatten angekündigt, eine Nahost-Veranstaltung in Düsseldorf zu stören, an der Sie am Sonntag teilnahmen. Per Internet hatten sie auch zum Telefonterror gegen die Organisatorin aufgerufen. Wie verlief die Veranstaltung?
Es war eine spannende Diskussion mit vielen Facetten. Antideutsche waren auch da, es war aber eher wie im Kindergarten – sie schrien ständig dazwischen.
F: Wer sind diese Antideutschen? Bürgersöhnchen, die zwei Semester lang radikal sein wollen, oder verkappte Rassisten, die das Feindbild »Jude« gegen das Feindbild »Moslem« ausgetauscht haben?
Man findet im Antiislamismus viele antisemitische Sterotype wieder – das geht bis in Karikaturen hinein. Das Phänomen der antideutschen Bewegung tauchte im Grunde erst mit Beginn der rot-grünen Bundesregierung auf. Auschwitz wurde zum unfaßbaren Bösen erklärt – ohne politische und gesellschaftliche Erklärung. Dieses Denkmodell wurde inzwischen weltweit übernommen. Auch die Bombardierung Bagdads wird als antifaschistische Tat verkauft.
F: Bezieht sich das auch auf Äußerungen von Außenminister Joseph Fischer, der den Jugoslawien-Krieg damit rechtfertigte, es müsse ein neues Auschwitz verhindert werden? Im Grunde bewegt er sich auf derselben Argumentationslinie wie die Neonazis, die die Bombardierung Dresdens vor 60 Jahren mit Auschwitz in Verbindung bringen.
Fischers Äußerungen sind eine Verharmlosung der Naziverbrechen, im Grunde könnte man strafrechtlich dagegen vorgehen. Mit diesem Menschrechtsimperialismus der Bundesregierung stimmen die Antideutschen voll überein. Sie waren für den Krieg gegen Jugoslawien, sie waren auch für den Krieg gegen den Irak. Sie schwimmen mit im Mainstream und gebärden sich als Linke.