SiKo München die xte (11.02.05)

münchna 11.02.2005 23:16 Themen: Militarismus SiKo München
Eigentlich hängt´s mir ja wirklich zum Hals raus: dieses ewig gleiche Ritual mit bewegten Friedenswinslern, bürgerlichen Moralisten, besoffenen Punks, martialischen Autonomen, aktionistischen Kids, versteinerten Altlinken, gewaltgeilen Knüppelgarden, schlecht verkleideten Spizeln, Gesinnungspolizei, staatlichen Folterknechten, eingebildeten Feldherren, verlogener Presse, faschistoiden Zaungästen und mir mitten drin.
Als Überzeugungstäter und die letztjährige Jubeldemo in guter Erinnerung bin ich dann aber doch zum Auftakt um 17.30 Uhr auf den Lehnbachplatz gefahren. Dort angekommen bot sich schon eine imposantes Bild, da standen eingezäunt vielleicht 400 Leute ohne Uniform inmitten eines Heerlagers von Bullen aller Colour. Da dachte ich mir, dass in diesem Fall weniger auch mehr sein kann. Ein Häuflein Jubelnder, die „Mehr Paramilitär“, „Erstschlag jetzt“, „Arbeitslose in die Bundeswehr“ „Grün macht Sexy“ skandieren, bewacht von 4000 hochgerüsteten Gewalttätern, zeigt doch sehr schön welchen Charakter der bürgerliche Staat hat. „Natürlich“ kam die ganze Veranstaltung wie immer ins stocken, da die AgiPropGruppe, die die Show „Deutschland sucht den Superknecht“, wie viele andere auch, von der Staatsmacht festgehalten wurde. Grund waren unter anderem die Kostümierung, z. B. der Plastikhelm einer Person. So richtig spassig konnte ich das Ganze, nachdem es endlich begonnen hat, dann allerdings auch nicht finden, aber vielleicht lag es ja am strömenden Regen oder daran, dass ich kaum etwas gehört habe. Mit weiterer Verzögerung ging´s dann endlich los und siehe da zur Demo wurden es dann auch mehr Leute, bei der Abschlusskundgebung dürfte die Zahl der Systempresse von tausend TeilnehmerInnen durchaus realistisch sein, selbst dann wenn die hunderte Spitzel in und um die Demo abgezogen werden. Sie waren es dann auch, die keinen Spass verstanden, angepüschelt und angesungen mussten sie natürlich gleich austicken. Auffällig war in diesem Zusammenhang auch, dass sie sich oft zu zweit bewegten, wobei immer einer eine Norwegermütze mit Ohrenklappen oder eine Kapuze auf hatte und der andere ein Cap oder Mütze, erstere war der Funkferngesteuerte der dann seinen Mittäter anwies. Den Vorteil, den ich für sie darin sehen konnte, war, dass sie so, also ohne weithin sichtbare Verkabelung und Vermummung, wesentlich schlechter als Büttel zu erkennen waren.

Insgesamt blieb jedoch alles recht friedlich in Bezug auf direkte, handgreifliche Gewaltakte. Die Abschlusskundgebung war dann auch nicht der Rede wert und ich zog es vor mir die Festung Sofitel mal genauer anzusehen. In der Bayerstrasse war ja wieder ein Käfig für „uns“ eingerichtet worden und das U-Bahn-Untergeschoss zum Teil gesperrt worden so dass ich mir erst dachte, dass das wohl problematisch sein könnte. Letztlich war es aber einfacher wie ich mir das gedacht hatte. Als unauffällig gekleidete, ältere Einzelperson ging ich unbehelligt über die Hauptbahnhofhalle zur Rückseite des Hotels in dem sich das Kapital Afrika aufteilte. Ohne Probleme konnte das Gebäude umrundet werden, selbst vor dem Seiteneingang stand keine Bewachung nur die Hauptauffahrt war vergittert und zwei Bullen stellten Einlassbegehrenden dumme Fragen. Sicher war die Strasse komplett von besetzten Wannen zugeparkt aber mit ein wenig Phantasie ...
Naja, dachte ich mir besser die 4000 Arschlöcher hängen hier herum, als dass sie Flüchtlinge in den Tod hetzen und ein kleines Verkehrschaos haben sie auch produziert. Ich packte also meine sieben Sachen um mir etwas zum Essen zu besorgen und um diesen Kurzbericht zu schreiben.
Mitten in der Arbeit hörte ich dann laute Parolen und Bullengedöhns von der Strasse her. Schnell bin ich mit zwei KollegInnen los, aber leider konnten wir nicht mehr herausfinden was sich am Siegestor gegen 20 Uhr zugetragen hatte, da waren die Häscher der Machthabenden wohl schneller. Kurz danach rauschten 5-10 Wannen mit Blaulicht in die andere Richtung, offensichtlich gab es doch noch einige Aktionen und offensichtlich waren die Pigs doch gut präsent, was den ganzen Tag eigentlich nicht so auffiel.
Mal schaun was der morgige Tag so bereit hält, jetzt gibt es erstmal ein wohl verdientes Bier.

Weitere Bilder und Berichte gibt´s bei www.indynews.net (wenn nicht jetzt dann bald)
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Ergänzungen

remote controlled

Bärlauch 13.02.2005 - 18:05
"Auffällig war in diesem Zusammenhang auch, dass sie sich oft
zu zweit bewegten, wobei immer einer eine Norwegermütze mit Ohrenklappen oder eine Kapuze auf hatte und der
andere ein Cap oder Mütze, erstere war der Funkferngesteuerte der dann seinen Mittäter anwies."

Finde ich gut beobachtet.
Allerdings kommen die Farben der Mütze, durch den Blitz verfläscht.
Am Samstag trug so ein Arschloch eine Alpacamütze.

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 6 Kommentare

zivis

: 12.02.2005 - 00:02
mit der behauptung der oder die seien zivilbullen können erhebliche unannehmlichkeiten für diejenigen entstehen, die ihr beschuldigt ohne das ihr es genau wisst.
indy verkommt mehr und mehr zu einem portal für verleumdungen und hetze gegen politisch unliebsame.

ROTFRONT!

zivis

münchna 12.02.2005 - 00:09
erstens muss der link  http://www.indynews.net heißen
und zweitens, schau ich da schon genau hin.

andererseits sind hier weder portraitfotos noch namen und adressen veröffentlicht. so what?

auch rotfront

schon richtig

: 12.02.2005 - 00:21
allerdings werden diejenigen die auf der demo waren die hier abgebildeten erkennen.
es gab vorfälle wo leute fotografiert wurden und keine zivis waren und darum stress hatten.

niveaulos

egal 12.02.2005 - 03:03
Du schreibst von 4000 Arschlöchern, die Flüchtlinge in den Tod treiben....! Was hat das mit der Siko zu tun? Mehr Sachlichkeit und nen ordentlicher Bericht für die, die nicht dabei sein können, wäre angebracht!

niveaulos

açucena 12.02.2005 - 17:47
ich geb dir recht "egal". außerdem hört sich vorallem das fettgedruckte am anfang z.t. irgenwie eingebildet an...
ich hätt auch gern bessere informationen

Klasse Intro

saul 13.02.2005 - 19:26
Bewegte Friedenswinsler, versteinerte Linke, besoffe Punks. Markante Beschreibung, fast Realsatire. Mußt echt grinsen, weiter so.