HH: AuschwitzLiberationDay - Besetzungsaktion

friends of better weather 27.01.2005 12:49 Themen: Antifa
Wir sind am Jahrestag der Befreiung von Auschwitz in ein Verwaltungsgebäude der Deutschen Bahn(Museumsstrasse) in Hamburg gekommen, um unseren Protest gegen die Weigerung der Deutschen Bahn AG auszudrücken, eine Ausstellung über 11.000 deportierte und ermordete französische Kinder in ihren Bahnhöfen zu präsentieren. Diese 11.000 Kinder wurden, zwischen 1942 und 1944, auf dem Schiennetz der Reichsbahn nach Auschwitz deportiert.
Ca. 25 AntifaschistInnen besetzen heute kurzfristig ein Gebäude der Deutschen Bahn AG. Die Aktion hatte symbolhaften Charakter und diente zur Unterstützung des "Offenen Briefs an die deutsche Bahn AG" um Beate Klarsfeld und die französische Aktion "11.000 Kinder".

 http://www.german-foreign-policy.com/elftausendkinder/index.html

Anwesende hochranige Bahnmanager entpuppten sich als schwer genervt während einfache Angestellte dem anliegen teils offen ihre Sympathien entgegenbrachten


Mit dem eintreffen der Polizei wurde die Aktion beendet. Es sind keine Festnahmen bekannt.

Neben dieser Aktion wurden mehrere hundert Flugblätter und der Text des "Offenen Briefs an die deutsche Bahn AG" an Reisende und Angestellte der Deutschen Banh AG im und um den Bahnhof Hamburg-Altona verteilt.

-------------------------------------------------------------
Presseerklärung: wie gefunden auf http:www.antifa-hamburg.com
-------------------------------------------------------------


Presseerklärung /// Kurzfristige Besetzung eines Gebäudes der Deutschen Bahn AG
in Hamburg-Altona /// Bahn weigert sich Ausstellung über deportierte und
ermordete Kinder zu präsentieren.


An Redaktionen: Inland //// Hamburg - 27.01. 2005

Deine Mutter wäre
Wie all die andern Mütter
Mit den Kindern gegangen
Hätte sie an der Hand gefaßt
Die Weinenden besänftigt
Ihnen das Haar glattgestrichen
Einen Pullover zurechtgezupft
In dem Gewühl
Hielten sie ihre Kinder hoch
Sie sollten noch einmal Luft schnappen
Das Gas brach aus der Decke
Traf sie zuerst.

Dünne Kinder waren da und dicke
Braunäugige Kinder blauäugige grünäugige großäugige Kinder
Man würde meinen
Die Kinder zu töten
War schwer
Es war leicht
Man warf sie in die Luft zu Schießübungen
Schlug ihre Köpfe an die nächst beste Mauer
Oder legte sie sich übers Knie
Brach das Rückgrat knacks wie Zweige
Die Glückspilze gingen mit ihren Müttern ins Gas.

Lily Brett ///Auschwitz Poems,


„(...) die Bahn ist ein Verkehrsmittel, das gerade Kindern viele Möglichkeiten
bietet. Darum ist das Engagement für die jüngsten Verkehrsteilnehmer bereits
seit langem selbstverständlicher Bestandteil des Unternehmens.“

Bahn-Onlinewelt für Kinder /// www.bahn.de



Am Nachmittag des 27. Januar 1945 betraten die ersten Soldaten der Roten Armee
Auschwitz. Damit war dem Morden im größten Vernichtungslager, dass die Deutschen
errichtet hatten, endgültig ein Ende gesetzt. Doch auch die Befreiung „kann
nicht aufheben was geschehen ist“(Detlev Claussen). 60 Jahre nach der Befreiung
des KZ Auschwitz sind wir weder zum Mahnen noch zum Erinnern gekommen. Was
sollten wir auch mahnen in einem Land, welches den Opfern und Angehörigen der
deutschen Vernichtungswut, etwa den NS-Zwangsarbeitern, auch jetzt noch frech
ins Gesicht lacht? Woran sollten wir erinnern in einem Land, in dem selbst die
Erinnerung an die Vernichtung der europäischen Juden dazu missbraucht wird,
wieder vom deutschen WIR zu fabulieren und aus einer halluzinierten
„vorbildlichen Aufarbeitung“ deutscher Geschichte die Legitimation für die
Bombardierung Jugoslawiens gebastelt wird. Wo aus einem Mehrwert an Moralität
den Opfern von einst ein Strick gedreht werden soll und den Befreiern wie den
USA der „Bombenholocaust“ (Jörg Friedrich und die NPD Fraktion im sächsischen
Landtag) am deutschen Opferkollektiv vorgeworfen wird.

Wir sind am Jahrestag der Befreiung von Auschwitz in ein Verwaltungsgebäude der
Deutschen Bahn(Museumsstrasse) in Hamburg gekommen, um unseren Protest
gegen die Weigerung der Deutschen Bahn AG auszudrücken, eine Ausstellung über
11.000 deportierte und ermordete französische Kinder in ihren Bahnhöfen zu
präsentieren. Diese 11.000 Kinder wurden, zwischen 1942 und 1944, auf dem
Schiennetz der Reichsbahn nach Auschwitz deportiert.

Wir nehmen mit dieser kleinen Aktion ausdrücklich Bezug auf den „Offenen Brief
an die Deutsche Bahn AG“ von den französischen Ausstellungsmachern um die Gruppe
,,Fils et Filles des Juifs Déportés de France"/F.F.D.J.F. und deren
Repräsentantin Beate Klarsfeld. Wie es in einem Schreiben der Deutschen Bahn AG
heißt, „fehlen“ der Deutschen Bahn ,,sowohl die personellen als auch die
finanziellen Ressourcen", um die angebotene Ausstellung zu übernehmen. Hierzu
erklärte Frau Beate Klarsfeld in einem Interview: ,,Das Unternehmen sponsort mit
viel Geld die Fußballweltmeisterschaft 2006" und ergeht sich in unglaubwürdigen
Ausflüchten. Die heutige Aktion hätte auch an einem anderen Datum, bei einem
anderen deutschen Unternehmen stattfinden können. Dass erst der Jahrestag der
Befreiung des KZ Auschwitz und eine französische Initiative zusammenkommen
müssen, um für solch ein selbstverständliches Anliegen überhaupt so etwas wie
Öffentlichkeit zu erlangen, wirft ein bezeichnendes Licht auf die deutschen
Verhältnisse.


Sprecherin für die Gruppe:

Carla MacManoman
Für Rückfragen: xxxx


bad-weather [antifaschistische gruppe hamburg]

Homepage:  http://www.antifa-hamburg.com
Mail:  bad-weather@nadir.org





Weiterführende Links:

Der Offene Brief an die Deutsche Bahn AG
[  http://www.german-foreign-policy.com/de/news/article/1105743601.php ]

Interview mit Beate Klarsfeld, Repräsentantin der F.F.D.J.F.
[  http://www.german-foreign-policy.com/de/news/article/1105570801.php ]

Der Zuglauf der Reichsbahn nach Auschwitz
[  http://www.german-foreign-policy.com/de/news/article/1105743601.php ]




V.i.S.d.P.: Esther Landsberg, 45 rue de la Liberation, Paris, 78356 FRANCE
Public Domain Dedication Dieses Werk ist gemeinfrei im Sinne der Public Domain
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen

weathers wiedermal ganz weit vorn

sixarp berlin 27.01.2005 - 13:08
weitere aktionen gab und gibt es in
# Wuppertal
# Frankfurt/Main
# Hanau
# Leipzig
# Dresden-Neustadt

ich hoffe wir sehen noch mehr. resepkt für die aktion!

ein tag mit der bahn

herr medorn 27.01.2005 - 18:19
wir waren als gruppe mit dem schöne -wochennede-ticket der bahn unterwegs.

damals hat das ticket 15 dm gekostet. die züge waren voll.

wir standen in hannover hauptbahnhof, schauten aus dem fenster. der schaffner war genervt es ging nicht los. er stand auf dem bahnsteig und sagte dann laut vor sich her: "alle deutschen raus, der rest nach dachau."


wir haben uns adressen von zeugen aufgeschrieben und das an die bahn weiter gegeben. aber nichts mehr gehört. heute würde ich sicher lich anders reagieren.

Weitere Aktionen...

Bobby Jean 27.01.2005 - 19:22
Auch in Eckernförde (Schleswig-Holstein, Kreis RendsburgEckernförde) gab es eine kleine Kundgebung mit ca. 30 Personen. Die Kundgebung wurde gut "bewacht" von 3 (!) Polizeiautos, ein Sixpack & 2 Kleene. Es gab einen Redebeitrag zum Thema Auschwitzbefreiung & einen Aufruf zur Demo am 29.1. in Kiel. Es wurden sowohl Flyer für ebend diese Demo als auch Flyer der "Antifa Offensve 2005" ("Keine Stimme den FaschistInnen!" gegen die NPD) verteilt. Die Reaktionen waren von sehr zusatimmend bis sehr ablehnend -wie immer eigentlich.

Es ist sehr schade, das die meisten Menschen keine Zeit hatten, kurz stehen zu bleiben um sich den Redebeitrag anzuhören. Die Beteiligung war trotz der seeeehr kurzfristigen Mobilisierung doch recht zufriedenstellend.

Ein paar Bilder usw. folgen noch!

Grüße von der Küste!

Artikel TAZ-Nord 28.01.05 zur Aktion

00010101001000 27.01.2005 - 23:09
Eine Frage des Umfelds
Die Bahn will eine Ausstellung über Deportationen von Juden nicht zeigen und bekam deshalb offene Briefe

"Guten Tag, darf ich Ihnen etwas überreichen", fragt eine junge Frau nachdem sie an eine Bürotür geklopft hatte. Überrascht antwortet der Angestellte der Deutschen Bahn AG (DB): "Ja, bitte". An die 30 jugendliche Antifaschisten verteilen am Vormittag des Jahrestages der Befreiung von Auschwitz einen "Offenen Brief" in den Stockwerken des Verwaltungsgebäudes der DB in Hamburg-Altona. Zeitgleich finden in anderen Städten ähnliche Aktionen statt. Der Grund: Die DB weigert sich die Wanderausstellung "Jüdische Kinder aus Frankreich deportiert" auf Bahnhöfen zuzulassen.

Zwischen 1942 und 1944 deportierten die deutschen Besatzer etwa 11.000 jüdische Kinder auf dem deutschen Schienennetz von Frankreich nach Auschwitz. Bei ihrer letzten Fahrt in Viehwaggons der Reichsbahn warfen sie Abschiedsbriefe auf die Gleise, einige wenige sind erhalten. Kaum ein Kind überlebte die Deportation. Bilder und Briefe der Opfer werden in der französischen Ausstellung der "Söhne und Töchter der jüdischen Deportierten Frankreichs" gezeigt. "Auf französischen Bahnhöfen stand die Ausstellung bereits", erklärt die Repräsentantin des Vereins Beate Klarsfeld.

Umso unverständlicher für die Antifa-Gruppe, dass die DB die Ausstellung wegen "fehlender personeller und finanzieller Ressourcen" nicht zeigen will. "Nicht nur deshalb" hebt ein Pressesprecher der Hamburger DB hervor: "Wir befürchten das Umfeld eines Bahnhofs wird nicht der Würde der Opfer gerecht". Auch der "Zentralrat der Juden" sehe dies so, sagt er und betont, die Bahn nehme ihre Verantwortung mit der NS-Geschichte ernst: Ein Mahnmal stehe am Berliner Konzernsitz und in Nürnberg würde im DB-Museum an die Opfer erinnert. "Frau Klarsfeld wurde auch angeboten die Ausstellung dort zu zeigen", so der Sprecher. Ein Aktionssprecher erläutert: "Beate Klarsfeld lehnte ab, weil dieser Präsentationsraum nur eine beschränkte Öffentlichkeit erreicht". Der DB-Regionalbeauftragte von Schleswig-Holstein versichert indes noch mal "genau darüber nachzudenken". "Andreas Speit

taz Nord Nr. 7576 vom 28.1.2005, Seite 24, 86 Zeilen (TAZ-Bericht), Andreas Speit

taz muss sein: Was ist Ihnen die Internetausgabe der taz wert?

Druckversion

Deutsche Bahn ist nicht die Reichsbahn

Yusuf 28.01.2005 - 06:50
Ihr könnt die Deutsche Bahn AG nicht zwingen an euren politischen Aktionen teilzunehmen, und wenn sie sich weigern sind sie noch lange keine Bösewichte sondern nehmen lediglich ihr Recht auf Freiheit in Anspruch das besagt daß man in Deutschland niemand zu sowas zwingen kann.
Wir leben halt nicht mehr in der DDR wo antifaschistische Aktionen aufdiktiert werden können.
Die Deutsche Bahn AG hat mit der Deutschen Reichsbahn nichts mehr zu tun, und ist für die Verbrechen der Nazi-Zeit nicht mehr verantwortlich.
Genauso könnet ihr verlangen daß ich bei mir in der Wohnung eine Ausstellung
über die Verbrechen der Wehrmacht machen soll, weil mein Opa bei der Wehrmacht war.

Ausstellung immer machen

Jannis 28.01.2005 - 10:50
Selbst wenn die Bahn AG rechtlich nicht offiziell Nachfolgerin der Reichbahn wäre - was sie nach meinem Wissen aber ist, hat sie reguläre Flächen für Ausstellungen. So ist es einmal in Münster einer "Umweltschutz-Gruppe" gelungen eine Ausstellung zu Castor-Transporten der Bahn in ihren eigenen Glaskästen durchzuführen (gegen erheblichen Widerstand der Bahn).
An kommerzielle AusstellerInnen wird ohne bedenken vermietet. Wenn die Bahn dann bei diesem Thema eine Ausstellung verhindert, dann ist das politisch zu sehen.
Nebenbei angemerkt: Was ist dagegen zu sagen, eine Ausstellung bei sich zu Hause zu machen, die sich mit der Rolle der eigenen Vorfahren während des Mordens beschäftigt? Das ist durchaus interessant und würde der breite des Themas gerecht werden.

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 4 Kommentare

!

harris mc 27.01.2005 - 16:35
ja, sehr gute sache.
grüße aus ffm.

Hausbesetzung ist illegal

Yusuf 28.01.2005 - 07:12
Ihr dürft nicht einfach ein Gebäude besetzen. Die TAZ hat das in ihrer geschickten manipulativen Art (die leider fast allen Medien zu eigen ist)
leider verschwiegen.
Da heisst es nur: "30 Antifaschisten verteilen offenen Brief in Verwaltungsgebäude der Deutschen Bahn"
statt die Wahrheit, die lauten würde: "30 Antifas besetzen Bahngebäude, um die Deutsche Bahn AG zur Durchführung einer Antifa-Ausstellung zu nötigen."
Wie dem auch sei..
Ihr kennt sicher Kants kategorischen Imperativ, oder ?
Ganz einfach ausgedrückt:
Was du nicht willst das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu.

Würde es euch gefallen wenn 30 Faschos einen Antifa Infoladen stürmen um dort rechtsradikale Propaganda zu verteilen ?
Das würde euch ziemlich anpissen, nicht wahr ?

Dann wendet solche Methoden halt auch nicht bei anderen an !
Immer schön an Kant denken.

...

s.l. 28.01.2005 - 07:35
es ist immer wieder spannend, wie menschen kant missbrauchen um eine in sich gesehen billige anmache die "nötige ""intlektuelle"" note" zu verleihen.
erstmal hast du das lieber jusuf nicht so ganz verstanden, was der kant da meinte, sicher ein präzedenzfall der sclechter werdenden bildungslandschaft, zweitens ist schon der versuch alleine, kants modell auf einen satz ohne kommentierung zu kürzen recht lächerlich.
setzen sechs.
wenn du ein gedenken an die getöteten jüdischen menschen nicht billigen willst, setzt sich die singularität deines pseudonyms in eins mit dem lächerlichen versuch "rumzuphilosophieren, conclusion... nix ausser rumgeprolle!

Klarstellung

Yusuf 28.01.2005 - 08:20
@s.l:

Das ist mal wieder typisch Antifa-Rhetorik.
Nur weil ich Hausbesetzung nicht billige, und der Meinung bin daß man niemand zu etwas nötigen darf heisst es gleich: "Er billigt das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus nicht."
Die Kritiker als dumm darzustellen ist noch so ein typisches Antifa-Stilmittel. Ich habe 5 Semester Philosophie studiert, und nur weil du
den kategorischen Imperativ nicht verstehst, und ich auf eine ausführliche Erläuterung verzichtet habe, heisst das noch lange nicht daß ich dumm bin und nur rumprollen will.
Mein Tip: Denke nochmal über Kant nach. Denke gründlich nach. Dann wirst du entweder merken daß ich recht habe, oder man sieht nur wie arm es um deine eigene Intelligenz bestellt ist.