Angriff auf Antifas nach Demo in Moers

ich 23.01.2005 22:44 Themen: Antifa
... oder: wollten die Bullen nicht helfen?
Auf der Rückfahrt von der Demo in Moers wure eine Gruppe von 8 Antifas von einer ca. 30-Mensch starken Horde angegriffen. Nur durch das verbarrikadieren der Zugtüren wurde eine Prügelei verhindert. Die dazugerufene Polizei wollte scheinbar nicht helfen.
Kurz vor Ende des Naziaufmarsches in Moers wollte wir (einer Gruppe von 8 Personen) nach Hause fahren. Dazu mußten wir in Duisburg umsteigen. Wir stiegen in die S-Bahn ein, es saßen schon etwa 20 bürgerliche im Abteil, und entdeckten dann ca. 4 Gleise weiter eine Schar von Bullen. Kurz danach traf ein Zug an diesem Gleis ein, aus dem mehrere Nazis stiegen. Als sie (ca. 30 Faschos) auf das selbe Gleis kamen, auf dem unsere Bahn stand, blieb uns nichts anderes übrig, als die Türen der Bahn bzw. des 1. Abteils mit einem 4-Kant-Schlüssel abzuschließen, da wir keinen Bock auf Stress hatten. Die Faschos haben daraufhin mit Flaschen und anderem gegen die Fenster geworfen und „Judensau“, „Zecke verrecke“ etc. gebrüllt. Sie stürmten dann in das Nachbarabteil und versuchten so zu uns zu gelangen, da aber auch die Zwischentür abgeschlossen worden war, gelang ihnen das auch nicht. Daraufhin haben sie mehrfach gegen die Tür und das Plexiglas getreten und geschlagen. Einer von ihnen hatte einen Totschläger dabei und hat mit diesem auch zwei mal auf die Tür eingeschlagen. Diese hielt glücklicherweise. Währenddessen stemmte sich ein Teil unserer Gruppe gegen die Tür, damit diese hielt, ein weiterer Teil versuchte mit dem Schaffner zu verhandeln, der immer wieder die Tür aufschloß und nicht verstehen wollte, dass wir kein Bock darauf hatten, uns ordentlich vermöbeln zu lassen. Uns blieb aus unserer Position heraus keine andere Möglichkeit, als einen Notruf an 110 abzusetzen, damit uns Beamte an unserem Zielbahnhof helfen, ohne Prügel nach hause zu kommen. Zudem wurde gebeten, dass Bullen zu unserem Gleis kommen sollte, da die Faschos uns mit einer Eisenkette, dem Totschläger und Pfefferspray drohten. Nach ca. 10 – 15 Minuten trafen dann auch endlich 4 Beamte ein, die erst mal unsere Türen aufschlossen und sagten, wir sollen die nun endlich auflassen. Wir erklärten ihnen die Situation . Eine Person aus der Gruppe wollte Anzeige gegen die Faschos erstatten und sagte dies den Bullen, der deshalb die Nazis durchsuchen sollte und die Personalien aufnehmen sollte. Der Bulle sagte zu ihm, er solle dann alleine aus dem Zug steigen, was er aber verneinte, weil er nicht glaubte, daß 3 Bullen (einer war zwischenzeitlich wieder gegangen) ihn verteidigen könnte. Außerdem sagte der Bulle, er wisse ja nicht, wer angefangen habe. Wir baten daraufhin die Bullen mitzufahren oder uns zum Taxistand zu bringen. Dies verweigerten sie. Auch verweigerten sie uns, weitere Kollegen hinzuzuziehen, es seien keine da, obwohl noch ca. 30 unter unserem Gleis gestanden haben sollen. Das nennen ihrer Namen verweigerten sie ebenfalls. Irgendwann brüllte ein Fascho zu uns rüber
„Kommt her ihr scheiß Juden, dann werdet ihr vergast!“. Obwohl wir einen Bullen ausdrücklich darauf hinwiesen, daß das strafbar war und er nun einschreiten solle, antwortete er mit „Nein“, drehte sich um und ging. Die Polizisten „belehrten“ noch die Person, die die Tür abgeschlossen haben soll, sie solle das nicht mehr machen. Diese Person fragte dann, ob sie die Faschos durchsucht hätten. Es wurde mit ja geantwortet, aber sie hätten keine Waffen gefunden. Die Frage, ob sie denn auch das Abteil durchsucht hätten, wurde verneint. Es dauerte insgesamt ca. 40 – 50 Minuten, bis ein Mensch der Bahn aufkreuzte, sich die Situation schildern ließ und die Faschos aus dem Zug warf. Er sagte, er könne nicht verstehen, daß die Bullen keine Verstärkung geholt hätten, da im Bahnhof diverse Einsatzkräfte waren. Die Bullen haben uns bis zum Schluß nicht geglaubt, daß wir nicht angefangen haben, obwohl einige unabhängige Zeugen ihnen das versicherten.
Wir konnten also nach 40 – 50 Minuten „Zugverschanzung“ endlich fahren. Zwei Personen von uns haben anschließend Strafantrag gegen die Nazis und gegen die Bullen wegen aller möglichen Straftaten gestellt.


(ich habe hier nur kurz und knapp und recht emotionslos die Situation geschildert. Unsere Gefühle und Ängste kann ich nicht wiedergeben.)
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Ergänzungen

rheinhausen

* 24.01.2005 - 15:49
es ist warscheinlich , das genau diselbe gruppe faschos später in rheinhausen am gleis richtung mg gestanden hat.da ham se auch antifas vom gleis aus angeprollt.

Tipp

Thymoklast 24.01.2005 - 18:50
ne Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Cops kostet nichts, läuft zwar meist auch nicht auf dienstrechtliche Sanktionen gegen die Drecksäcke hinaus, macht aber ne Menge Scherereien (Schreibkram, Berichte an Vorgesetzte usw., verschafft außerdem die Aufmerksamkeit übergeordneter Behörden...). Die Gegenseite (Nazis) arbeitet seit Jahren recht erfolgreich damit. A.C.A.B.

im Notfall

X..Y. 26.01.2005 - 15:18
Unglaublich, was euch da passiert ist. Wenn man in solchen Fällen die
Bullen anrufen will, kann man auch irgendeinen Fahrgast bitten, ob er das für einen tut. Oder man meldet sich z. B. mit "hier ist Professor Müller,
ich fühle mich von Neonazis belästigt" etc. Dann ist die Chance schon
größer, daß die Bullen was tun.

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