Palästinensische Linke bei Wahlen gespalten
Dass die bürgerlichen Medien der palästinensischen Linken im Vorfeld der Wahl eines neuen Präsidenten der Autonomiebehörde am 9.Januar 2005 keine große Aufmerksamkeit schenken, kann nicht wirklich verwundern. Dass auch die soft antideutsche „Jungle World“ in ihrer neuesten Ausgabe sich lieber mit dem neuen PLO-Chef und Lieblingskandidaten Israels und der USA, Mahmud Abbas, beschäftigt und ansonsten den Gesandten der israelischen Botschaft in Berlin, Ilan Mor, interviewt, ebenso wenig. Deshalb lohnt sich ein Blick in die unabhängige linke italienische Tageszeitung „il manifesto“ vom 4.1.2005, in der Michele Giorgio einen aktuellen Überblick über die Politik und den Zustand der wichtigsten Organisationen der palästinensischen Linken gibt:
Palästina: Linke bei den Präsidentschaftswahlen gespalten
Eingeklemmt zwischen Hamas und Fatah zieht sie sich auf Kandidaten zurück, die Flagge zeigen sollen. Die PFLP für Mustafa Barghuti.
Mustafa Barghuti erhält in Rafah (Gaza) die Unterstützung der Volksfront . Die Volkspartei (die ehemalige KP und die demokratische Front haben jede einen eigenen Kandidaten präsentiert.
MICHELE GIORGIO – JERUSALEM
„Diese Wahlen sind nicht das Terrain für den politischen Kampf der Linken. Dies ist nicht der Test, bei dem sich die fortschrittlichen Kräfte messen müssen“, behautet mit entschiedenem Tonfall Imad Abdel Aziz. Direktor einer Schule in Nablus und von Kindesbeinen an Aktivist der Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP), hat Imad sein ganzes Leben damit verbracht die (im Laufe der Zeit immer weiter verdünnten) Prinzipien des Marxismus zu verbreiten, die das Fundament seiner politischen Organisation, der zweitwichtigsten in der PLO (auch wenn sie Al Fatah gegenüber deutlich in der Minderheit ist) bilden. Jahre, die damit vergangen sind, sich der Verhaftung durch die israelischen Besatzungskräfte zu entziehen und – in jüngster Zeit – mit Ärger mit den Sicherheitsdiensten der ANP des verstorbenen Yasser Arafat. „Ernsten Problemen, allerdings nicht so gravierenden wie dem vertikalen Zusammenbruch der fortschrittlichen Formationen“, räumt Abdel Aziz ein und verzichtet auf die übermäßige Verteidigung seines politischen Lagers. „Dazu kommt die Tatsache, dass die Linke wieder einmal kein gemeinsames politisches Terrain gefunden hat und es nicht gelungen ist, einen einheitlichen Kandidaten für die Präsidentschaftswahlen am 9.Januar aufzustellen.“
Die Meinungsumfragen lassen der palästinensischen Linken keinen Spielraum für Optimismus. Einer Linken, die zwischen Al Fatah und der wachsenden Popularität der islamischen Bewegungen Hamas und Dschihad zerdrückt wird, die seit einigen Jahren Protagonisten der politischen Szene in Gaza und Cisjordanien sind. Gründe für den Einbruch gibt es verschiedene: Sie führen vom mittlerweile weit zurückliegenden Zerfall der UdSSR über den schlechten politischen Umgang mit der Phase der Osloer Verträge (1993-2000) bis zum Fehlen eines politischen Projektes, das eine Alternative zu denjenigen von Al Fatah und Hamas darstellt und in der Lage ist, Nationalismus, Kampf gegen die israelische Besatzung und soziale Gerechtigkeit auf organische Weise miteinander zu verbinden. In jedem Fall haben alle zusammen zu einer Krise geführt, aus der die palästinensische Linke – von den radikaleren Kräften PFLP und DFLP (Demokratische Front) bis hin zu den gemäßigteren, wie der (ehemals kommunistischen) Volkspartei und der FIDA – noch nicht imstande war, sich zu befreien. Nur Mubadara (Initiative) von Mustafa Barghuti war dank ihres Engagements in der Zivilgesellschaft in der Lage aufzutauchen, bleibt allerdings zu sehr an die persönlichen Geschicke ihres Führers gebunden.
Die durch die israelische Armee zugefügten Schläge haben sich außerdem bemerkbar gemacht. Die dadurch am stärksten geschädigte Organisation ist zweifellos die PFLP, die unter den linken Kräften die einzige ist, die, dank ihrer Beteiligung an der Intifada Zustimmung zurückgewonnen hat. Vor drei Jahren tötete eine von einem Apache-Hubschrauber aus abgefeuerte Rakete in Ramallah den Generalsekretär Abu Ali Mustafa, der diesen Posten von dem betagten Führer George Habbash übernommen hatte. Sein Nachfolger, Ahmed Saadat, sitzt seit 2002 auf der Grundlage einer von der ANP und Israel getroffenen Übereinkunft in Jericho im Gefängnis . (Auch sein Stellvertreter Abdel Rahim Malluh befindet sich hinter Gittern .) Verhaftungen hat auch die DFLP erlitten. FIDA und Volkspartei wurden geringere Schäden zugefügt. Sie sahen ihre Rolle allerdings in der palästinensischen Exekutive, wo sie immer marginaler wurden.
Die gemeinsame Schwäche hätte die verschiedenen fortschrittlichen Kräfte dazu veranlassen sollen, eine gemeinsame Front zu bilden. Die Resultate sahen hingegen ganz anders aus. Die PFLP hat zu den Präsidentschaftswahlen keinen eigenen Kandidaten aufgestellt, sondern es vorgezogen, Mustafa Barghuti (einen ehemaligen Kommunisten) zu unterstützen, d.h. den glaubwürdigsten Gegner des PLO-Führers und favorisierten Kandidaten Abu Mazen. Die Volkspartei hat beschlossen, auf ihren Sekretär Bassam Salhi zu vertrauen, dem die Umfragen nicht mehr als 2 bis 3% geben. Denselben Weg wählte die DFLP mit der Kandidatur einer ihrer historischen und weithin geschätzten Führungspersönlichkeiten, Taisir Khaled.
„Ich glaube nicht, dass die mangelnde Kür eines gemeinsamen Kandidaten streng beurteilt werden sollte“, erklärt Ghassan Khatib, einer der Führer der Volkspartei und gegenwärtiger Arbeitsminister. „Die linken Formationen haben in bezug auf die sozialen Themen und die allgemeine Politik differenzierte und unterschiedliche Positionen. Gewiss eint uns der Kampf gegen die Besatzung und für die Unabhängigkeit. Das genügt aber nicht, um die Spanne der Positionen zu reduzieren.“ Barsch und genau gegenteilig fällt das Urteil von Saleh Rafat (von der FIDA) aus: „Die Programme sind in Wirklichkeit dieselben und die ideologischen Differenzen minimal“, behauptet er. „Leider haben wieder einmal persönliche Interessen und der Kampf um die Macht in der Linken verhindert, dass man sich als ein Bezugspunkt für diejenigen präsentiert, die das bipolare System Al Fatah – Hamas nicht akzeptieren.“
Zwei Anmerkungen zu diesem Artikel:
1. Die letzte Bemerkung klingt aus dem Munde des Vertreters einer Partei, die um jeden Preis und bei erdrückender Dominanz korrupter Fatah-Funktionäre (Stichwort: „Tunis-Clique“) mitregieren will, irgendwie merkwürdig.
2. Bevor von Einigen bei der positiven Erwähnung des Begriffes „Nationalismus“ allzu schnell der oberlehrerhafte Zeigefinger erhoben wird, sei daran erinnert, dass Palästina die historische Phase der bürgerlich-demokratischen Revolution und der nationalen Befreiung, die in Frankreich vor allem 1789 und anderswo in Europa 1848, in Südafrika / Azania aber erst 1994 (mit Mandelas Präsidentschaft) stattfand, erst noch vor sich hat. Und dass – nicht ganz ohne Grund – im Namen von Subcommandante Marcos’ EZLN oder in Che Guevaras bolivianischer ELN die „nationale Befreiung“ vorkommt, ohne dass wohl jemand ernsthaft behaupten würde, bei diesen Organisationen handele es sich um Rechte…
Vorbemerkung, Übersetzung, Anmerkungen und Einfügungen in eckigen Klammern:
Antifa-AG der Uni Hannover
Eingeklemmt zwischen Hamas und Fatah zieht sie sich auf Kandidaten zurück, die Flagge zeigen sollen. Die PFLP für Mustafa Barghuti.
Mustafa Barghuti erhält in Rafah (Gaza) die Unterstützung der Volksfront . Die Volkspartei (die ehemalige KP und die demokratische Front haben jede einen eigenen Kandidaten präsentiert.
MICHELE GIORGIO – JERUSALEM
„Diese Wahlen sind nicht das Terrain für den politischen Kampf der Linken. Dies ist nicht der Test, bei dem sich die fortschrittlichen Kräfte messen müssen“, behautet mit entschiedenem Tonfall Imad Abdel Aziz. Direktor einer Schule in Nablus und von Kindesbeinen an Aktivist der Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP), hat Imad sein ganzes Leben damit verbracht die (im Laufe der Zeit immer weiter verdünnten) Prinzipien des Marxismus zu verbreiten, die das Fundament seiner politischen Organisation, der zweitwichtigsten in der PLO (auch wenn sie Al Fatah gegenüber deutlich in der Minderheit ist) bilden. Jahre, die damit vergangen sind, sich der Verhaftung durch die israelischen Besatzungskräfte zu entziehen und – in jüngster Zeit – mit Ärger mit den Sicherheitsdiensten der ANP des verstorbenen Yasser Arafat. „Ernsten Problemen, allerdings nicht so gravierenden wie dem vertikalen Zusammenbruch der fortschrittlichen Formationen“, räumt Abdel Aziz ein und verzichtet auf die übermäßige Verteidigung seines politischen Lagers. „Dazu kommt die Tatsache, dass die Linke wieder einmal kein gemeinsames politisches Terrain gefunden hat und es nicht gelungen ist, einen einheitlichen Kandidaten für die Präsidentschaftswahlen am 9.Januar aufzustellen.“
Die Meinungsumfragen lassen der palästinensischen Linken keinen Spielraum für Optimismus. Einer Linken, die zwischen Al Fatah und der wachsenden Popularität der islamischen Bewegungen Hamas und Dschihad zerdrückt wird, die seit einigen Jahren Protagonisten der politischen Szene in Gaza und Cisjordanien sind. Gründe für den Einbruch gibt es verschiedene: Sie führen vom mittlerweile weit zurückliegenden Zerfall der UdSSR über den schlechten politischen Umgang mit der Phase der Osloer Verträge (1993-2000) bis zum Fehlen eines politischen Projektes, das eine Alternative zu denjenigen von Al Fatah und Hamas darstellt und in der Lage ist, Nationalismus, Kampf gegen die israelische Besatzung und soziale Gerechtigkeit auf organische Weise miteinander zu verbinden. In jedem Fall haben alle zusammen zu einer Krise geführt, aus der die palästinensische Linke – von den radikaleren Kräften PFLP und DFLP (Demokratische Front) bis hin zu den gemäßigteren, wie der (ehemals kommunistischen) Volkspartei und der FIDA – noch nicht imstande war, sich zu befreien. Nur Mubadara (Initiative) von Mustafa Barghuti war dank ihres Engagements in der Zivilgesellschaft in der Lage aufzutauchen, bleibt allerdings zu sehr an die persönlichen Geschicke ihres Führers gebunden.
Die durch die israelische Armee zugefügten Schläge haben sich außerdem bemerkbar gemacht. Die dadurch am stärksten geschädigte Organisation ist zweifellos die PFLP, die unter den linken Kräften die einzige ist, die, dank ihrer Beteiligung an der Intifada Zustimmung zurückgewonnen hat. Vor drei Jahren tötete eine von einem Apache-Hubschrauber aus abgefeuerte Rakete in Ramallah den Generalsekretär Abu Ali Mustafa, der diesen Posten von dem betagten Führer George Habbash übernommen hatte. Sein Nachfolger, Ahmed Saadat, sitzt seit 2002 auf der Grundlage einer von der ANP und Israel getroffenen Übereinkunft in Jericho im Gefängnis . (Auch sein Stellvertreter Abdel Rahim Malluh befindet sich hinter Gittern .) Verhaftungen hat auch die DFLP erlitten. FIDA und Volkspartei wurden geringere Schäden zugefügt. Sie sahen ihre Rolle allerdings in der palästinensischen Exekutive, wo sie immer marginaler wurden.
Die gemeinsame Schwäche hätte die verschiedenen fortschrittlichen Kräfte dazu veranlassen sollen, eine gemeinsame Front zu bilden. Die Resultate sahen hingegen ganz anders aus. Die PFLP hat zu den Präsidentschaftswahlen keinen eigenen Kandidaten aufgestellt, sondern es vorgezogen, Mustafa Barghuti (einen ehemaligen Kommunisten) zu unterstützen, d.h. den glaubwürdigsten Gegner des PLO-Führers und favorisierten Kandidaten Abu Mazen. Die Volkspartei hat beschlossen, auf ihren Sekretär Bassam Salhi zu vertrauen, dem die Umfragen nicht mehr als 2 bis 3% geben. Denselben Weg wählte die DFLP mit der Kandidatur einer ihrer historischen und weithin geschätzten Führungspersönlichkeiten, Taisir Khaled.
„Ich glaube nicht, dass die mangelnde Kür eines gemeinsamen Kandidaten streng beurteilt werden sollte“, erklärt Ghassan Khatib, einer der Führer der Volkspartei und gegenwärtiger Arbeitsminister. „Die linken Formationen haben in bezug auf die sozialen Themen und die allgemeine Politik differenzierte und unterschiedliche Positionen. Gewiss eint uns der Kampf gegen die Besatzung und für die Unabhängigkeit. Das genügt aber nicht, um die Spanne der Positionen zu reduzieren.“ Barsch und genau gegenteilig fällt das Urteil von Saleh Rafat (von der FIDA) aus: „Die Programme sind in Wirklichkeit dieselben und die ideologischen Differenzen minimal“, behauptet er. „Leider haben wieder einmal persönliche Interessen und der Kampf um die Macht in der Linken verhindert, dass man sich als ein Bezugspunkt für diejenigen präsentiert, die das bipolare System Al Fatah – Hamas nicht akzeptieren.“
Zwei Anmerkungen zu diesem Artikel:
1. Die letzte Bemerkung klingt aus dem Munde des Vertreters einer Partei, die um jeden Preis und bei erdrückender Dominanz korrupter Fatah-Funktionäre (Stichwort: „Tunis-Clique“) mitregieren will, irgendwie merkwürdig.
2. Bevor von Einigen bei der positiven Erwähnung des Begriffes „Nationalismus“ allzu schnell der oberlehrerhafte Zeigefinger erhoben wird, sei daran erinnert, dass Palästina die historische Phase der bürgerlich-demokratischen Revolution und der nationalen Befreiung, die in Frankreich vor allem 1789 und anderswo in Europa 1848, in Südafrika / Azania aber erst 1994 (mit Mandelas Präsidentschaft) stattfand, erst noch vor sich hat. Und dass – nicht ganz ohne Grund – im Namen von Subcommandante Marcos’ EZLN oder in Che Guevaras bolivianischer ELN die „nationale Befreiung“ vorkommt, ohne dass wohl jemand ernsthaft behaupten würde, bei diesen Organisationen handele es sich um Rechte…
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Antifa-AG der Uni Hannover
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Ergänzungen
Ach du scheiße
In jüngerer Geschichte sind unter anderem zu nennen: 16. Februar 2002 das Selbstmordattentat in Karni-Schumron mit drei Toten, das Selbstmordattentat an der Geha-Kreuzung mit vier Toten am 25. Dezember 2003 und ein Selbstmordanschlag am 1. November 2004 auf einen Markt in der Innenstadt von Tel Aviv mit drei Opfern.
Antisemiten aufs Maul!
Notwendige Korrektur zur PFLP
An den antideutschen Spinner über mir: Vielleicht solltest gerade Du die Klappe halten. Die Anhänger antideutscher Sekten fordern nicht weniger Mord an Zivilisten und ethnische Säuberungen. Was die Menschenverachtung angeht, gehen Leute wie Du sogar noch ein Stück weiter.
PFLP eingeklemmt?
Die Bündnisspolitik von PFLP und DFLP mit den islamistischen Gruppen sollte wirklich jede Sympathie mit ihnen zum erlöschen gebracht haben. Was sollen das denn für Lnke sein, die mit "Gotteskriegern" gemeinsame Sache machen, solange es gibt kienen Frieden mit Israel gibt.
Abbas ist es nun mal
pflp und und teilweise die dflp
zur palaestinensischen linken und "linken" ansonsten hier der link zu einem artikel aus der linksradikalen israelischen zeitschrift challenge:
Einige
Ich glaube, die PFLP ist garnicht in der PLO. Abgesehen davon ist Barghouti auch nicht in der PFLP und leitet eine zivilgesellschaftliche (einige lieben dieses WOrt) Organisation, die eher der Sozialdemokratie nahesteht (ihr politischer Arm, die Mubadara). Diese Organisation wird (leider) auch von Hillary Clinton unterstützt. Auch eine Antisemitin, ich weiss...
Palästinensische Wahlen
Wahllokale sind gerüstet
Die Vorbereitungen für die Wahl waren nach palästinensischen Angaben am Samstag abgeschlossen. Die Urnen seien an fast alle der über 1.000 Wahllokale im Westjordanland und im Gazastreifen ausgeliefert worden. Lediglich in der Nähe von Nablus gebe es Probleme, acht Dörfer zu erreichen. Schuld seien Sperren und Ausgehverbote. Doch man wolle Kontakt mit den israelischen Stellen aufnehmen, um die Übergabe der Wahlurnen zu koordinieren.
Vor allem in Ost-Jerusalem, das seit 1967 von Israel besetzt ist, kämpfen die Wähler gegen die willkürlichen Behinderungen der Wahl durch die israelische Besatzungsmacht. Weil Israel den annektierten arabischen Teil als eigenes Hoheitsgebiet betrachtet, dürfen die Wähler nur in fünf Postämtern und zwölf Wahlstationen in Vororten ihre Stimme abgeben. Von den geschätzten 120.000 wahlberechtigten Palästinensern in Ost-Jerusalem ließen sich 5400 registrieren.
Als aussichtsreichster Kandidat gilt der Chef der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), Mahmud Abbas, der letzten Umfragen zufolge mehr als 30 Prozentpunkte vor dem unabhängigen Bewerber Mustafa Barghuti liegt. Insgesamt sieben Kandidaten stellen sich in der zweiten freien Präsidentschaftswahl in den Palästinensergebieten nach 1996 den Wählern. Als haushoher Favorit gilt der Arafat-Weggefährte und Mitbegründer der einflussreichsten Palästinenserorganisation Fatah, PLO-Chef Abbas. Der 69-Jährige gilt als Mann des Ausgleichs und wird von Israel und der internationalen Gemeinschaft als Verhandlungspartner akzeptiert. Abbas stärkster Mitbewerber Barghuti kann nach letzten Umfragen mit bis zu 28 Prozent der Stimmen rechnen.
Die islamischen Gruppierungen Hamas und Islamischer Dschihad riefen zum Boykott des Votums auf. Nach Angaben der Wahlkommission schrieben sich dennoch insgesamt 1,3 der 1,8 Millionen Wahlberechtigten, etwa 70 Prozent, in die Wahllisten ein.
Im Falle seines Sieges bei der palästinensischen Präsidentenwahl, so Abbas vor der Presse in Ramallah, werde er den bisherigen palästinensischen Regierungschef Ahmed Kurei erneut an die Spitze der Regierung berufen. Zuvor müsse das Kabinett dem Gesetz zufolge zwar zurücktreten. Anschließend wolle er Kurei aber erneut zum Regierungschef ernennen.
Israelischer Gerichtshof: Palästinensische Häftlinge dürfen nicht wählen
Die rund 7.000 palästinensischen Häftlinge in israelischen Gefängnissen können am Sonntag nicht an der Wahl teilnehmen. Das entschied der Oberste Gerichtshof in Israel am Donnerstag. Damit lehnte das Gericht einen Antrag der palästinensischen Autonomiebehörde ab. die palästinensische Seite hatte geltend gemacht, dass weder die israelischen noch die palästinensischen Gsetze Gefangenen die Teilnahme an Wahlen verweigern.
Als Begründung sagte Richter Aharon Barak der Tageszeitung "Jediot Aharonot", der Antrag sei zu spät gestellt worden. "Israel kann in so kurzer Zeit nicht die Abstimmung der Häftlinge vorbereiten", so Barak. Der palästinensische Minister für die Angelegenheiten der Gefangenen, Hischam Abdelrassek bezeichnete das Urteil als "unrechtmäßig" und "politisch motiviert". Wörtlich sagte er: "Es ist ein fundamentales Recht aller Palästinenser an dieser Wahl teilzunehmen. Diese Entscheidung verletzt die Menschenrechte der Palästinenser, aber wir werden alles dafür tun, um die Teilnahme aller palästinensischen Gefangenen an den Parlamentswahlen zu erreichen". Die Wahlen zum palästinensischen Parlament werden voraussichtlich im Juni stattfinden.
Palästinenser in Ost-Jerusalem befürchten Wahlbehinderungen
Die Palästinenser im Ostteil Jerusalems fürchten, die israelische Polizei könnte ihre Ausweise einziehen, wenn sie sich an der Präsidentschaftswahl am Sonntag beteiligen. Israel hat die Vorwürfe zurückgewiesen.
Auch die Zentrale Wahlkommission der Palästinenser (CEC) kritisierte in einer Pressemitteilung, dass die "Vorkehrungen für die Wahlen der Palästinenser in Ost-Jerusalem nicht mit den Standards freier, fairer und transparenter Wahlen" in Einklang stünden. So gebe es für ca. 120.000 wahlberechtigte Palästinenser mit einem Jerusalemer Ausweis nur fünf Wahllokale in Postämtern in der Jerusalemer Altstadt. In diesen Postämtern werde aber nur ein Bruchteil der Palästinenser wählen können. Die anderen werden in die Umgebung von Jerusalem reisen müssen, um in einem der Wahllokale ihre Stimme abzugeben, die es dort für die Stimmabgabe von Palästinensern mit Jerusalemer Ausweis gibt. Man fürchtet, dass viele dies nicht auf sich nehmen werden, da sie Schikanen der israelischen Behörden befürchten.
Zudem haben israelische Siedler angekündigt, die Palästinenser in Ost-Jerusalem an der Stimmabgabe hindern zu wollen. Mehrere hundert Aktivisten würden zu den Postämtern gehen, in denen die Wahllokale untergebracht sind, und Briefmarken und andere Dinge kaufen, sagte ein Anführer der Siedler, David Adari, im Militärradio. Dadurch würden sich lange Warteschlangen bilden.
Präsidentschaftskandidat Barghuti erneut verhört
Abbas sagt Auftritt in Jerusalem ab
Israelische Polizisten haben den palästinensischen Präsidentschaftskandidaten Mustafa Barghuti festgenommen. Der Politiker sei am Freitag aus der Jerusalemer Altstadt in eine Polizeiwache abgeführt worden, teilte sein Büro in Ramallah mit. Barghuti habe eine Genehmigung für seine Reise vorgezeigt. Dagegen sagte der israelische Polizeisprecher Gil Kleimann, Barguti habe gegen die Absprache verstoßen, die Al-Aksa-Moschee nicht zu besuchen. Man habe ihn deshalb verhört.
Der aussichtsreichste Kandidat für das palästinensische Präsidentenamt, Mahmoud Abbas, hat seinen Besuch in Jerusalem entgegen seiner Absichten abgesagt. Er wird stattdessen in einer palästinensischen Gemeinde unweit von Jerusalem auftreten.
Marhaba Europe!
Köpenicker Str.137
10179 Berlin -Mitte
InfoTour von Graswurzelbewegungen aus dem Nahen Osten gegen den vielbeschworenen ‚Clash of Civilizations'
Die Sprechertour „Marhaba Europe!" ist ein Aufruf gegen aufkeimenden Rassismus und die Gewalt, gefördert von der Propaganda des ‚ Clash of Civilizations', dem angeblichen Kampf der Kulturen. Sie ist ein Ruf, um den Kontakt über das Mittelmeer zu verbessern, durch besserere Kenntnisse und aktiven Austausch zwischen Menschen und Graswurzelbewegungen in Europa und dem Mittleren Osten.
RednerInnen:
Saif Abukeshek, aufgewachsen in einem Flüchtlingslager an der Westbank, ist einer der palästinensischen Koordinatoren des International Solidarity Movement (ISM). Der 23jährige politische Aktivist wurde mehrfach von israelischen Behörden verhaftet und verhört. Bei einer Demonstration in Ramallah wurde er niedergeschossen und schwer verletzt.
Itay Greenstein, geboren 1982 in Haifa (Israel) ist seit vier jahren bei den Frauen in Schwarz aktiv. Um dem Militärdienst zu entgehen, ließ sie sich für geisteskrank erklären. Mit anderen gründete sie einen Infoladen in Haifa und beteiligte sich an Aktionen gegen Mauerbau und Besatzung
Sara Abu Gazal, feministische Aktivistin aus dem Libanon, engagiert sich beim Middle East Feminist Network und Helem (einer Gruppe, die sich für die Rechte von Homo- und Bisexuellen, sowie Transgender im Libanon einsetzt). Sie ist freie Journalistin und Filmemacherin bei Indymedia und dem Newsletter Al-Yasari, außerdem aktiv in einem autonomen Infoladen
Gemeinsam gegen Unterdrückung, Nationalismus, Patriarchat, Antisemitismus und rassistischen Anti-Islamismus!
Die Veranstaltung ist zunächst für den Gallerieraum im Seitenflügel links geplant. Bei zu grossem Andrang ziehen wir evtl. in den Saal um...
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Gehts noch?
Kein kuscheln mit Antisemiten!
Bitte löschen!
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man man, so ein kindergarten hier!
@ ...
@ Peter G.
Überflüssiges Spalterposting
"bis zum Fehlen eines politischen Projektes, das (...) in der Lage ist, Nationalismus, Kampf gegen die israelische Besatzung und soziale Gerechtigkeit auf organische Weise miteinander zu verbinden."
Hierzulande heißen Gruppen, die "Nationalismus" und "soziale Gerechtigkeit" verbinden wollen in aller Regel "Querfront" oder einfach nur Nazis.
Aber unterstützt nur weiter Nationalisten, Antisemiten und Mörder, die sich als Opfer imaginieren und feiert sie als Linke ab. Da habt ihr eine Menge Freunde aus dem rechten Spektrum.