Zwangsarbeit an Unis in Thüringen
An Thüringens Universitäten Zwangsarbeiter ('Ein-Euro-Jobber') Laborversuche und organisieren Lehrveranstaltungen
Insgesamt etwa 40 Menschen sind mittlerweile in Zwangsarbeit an Thüringens Universitäten eingeteilt.
An der FH Jena helfen die billigen Arbeitskräfte beim Ausarbeiten von Lehrveranstaltungen und betreuen chemische Versuche, in der Universitäts- und Landesbibliothek Jena müssen sie Restaurierungsarbeiten durchführen.
Die Uni Erfurt nutzt die Zwangsarbeiter zur Organisiation von Konferenzen.
Eine Rechtfertigung soll die knappe Haushaltslage der Unis und FHs abgeben: Seit 2001 sind die Mittel auf dem Niveau eingefroren worden.
Die 'taz' schreibt: "Die betroffenen Hochschulen wollen von einem falschen Einsatz der Billig-Jobber freilich nichts wissen. Jens Panse, Sprecher der Uni Erfurt, behauptet: "Das sind Tätigkeiten, die sonst nicht gemacht würden." Michael Möhwald, Vorsitzender des Personalrats der FH Jena, kann "für unsere Einrichtung Missbrauch nicht bestätigen". Auch die Friedrich-Schiller-Universität Jena will regelkonform gehandelt haben."
Auch das Kultusministerium sieht die moralische Sauerei hier nicht: Die "vom Gesetzgeber geforderten Arbeitsmerkmale", Zusätzlichkeit und Gemeinnützigkeit, seien erfüllt.
An der FH Jena helfen die billigen Arbeitskräfte beim Ausarbeiten von Lehrveranstaltungen und betreuen chemische Versuche, in der Universitäts- und Landesbibliothek Jena müssen sie Restaurierungsarbeiten durchführen.
Die Uni Erfurt nutzt die Zwangsarbeiter zur Organisiation von Konferenzen.
Eine Rechtfertigung soll die knappe Haushaltslage der Unis und FHs abgeben: Seit 2001 sind die Mittel auf dem Niveau eingefroren worden.
Die 'taz' schreibt: "Die betroffenen Hochschulen wollen von einem falschen Einsatz der Billig-Jobber freilich nichts wissen. Jens Panse, Sprecher der Uni Erfurt, behauptet: "Das sind Tätigkeiten, die sonst nicht gemacht würden." Michael Möhwald, Vorsitzender des Personalrats der FH Jena, kann "für unsere Einrichtung Missbrauch nicht bestätigen". Auch die Friedrich-Schiller-Universität Jena will regelkonform gehandelt haben."
Auch das Kultusministerium sieht die moralische Sauerei hier nicht: Die "vom Gesetzgeber geforderten Arbeitsmerkmale", Zusätzlichkeit und Gemeinnützigkeit, seien erfüllt.
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Gibts doch schon an vielen Unis
fzs: "Ein-Euro-Jobs in jeder Variante haben an den Hochschulen nichts zu suchen"
"Die so genannten Ein-Euro-Jobs ersetzen auch an den Hochschulen reguläre Arbeitsverhältnisse", kritisiert fzs-Vorstandsmitglied Nele Hirsch. Laut einer Befragung des bundesweiten studentischen Dachverbands sind an vielen Hochschulen bereits mehrere der prekären Arbeitsgelegenheiten mit Zwangscharakter eingerichtet, die mit Inkrafttreten des Hartz-IV-Gesetzpakets zum Jahreswechsel offiziell eingeführt werden. Dazu gehört an führender Stelle auch die Philipps-Universität Marburg. Bereits jetzt sind viele Arbeitsgelegenheiten eingerichtet, die Arbeitsplätze in Archiven, Bibliotheken oder der Zentralverwaltung reduzieren..
Im Rahmen der Adventsaktionen von fzs, Aktionsbündnis gegen Studiengebühren und Bündnis für Politik- und Meinungsfreiheit wünscht sich der Sozialreferent im dortigen AStA, Marco Tullney, deshalb Hochschulen, die sich von einer solchen anti-aufklärerischen und menschenunwürdigen Politik nicht verleiten lassen. Marco Tullney: "Wer von Arbeitszwang profitieren möchte, wer aus Sparwünschen oder anderen Gründen elementare Menschenrechte verletzen hilft durch die Beschäftigung von Ein-Euro-Jobbern, macht sich mitschuldig."
Von der Einrichtung der Ein-Euro-Jobs sind auch studentische Beschäftigte an den Hochschulen betroffen. Ihre Aufgabenbereiche wie Recherchearbeiten, Bibliotheksdienst, Veranstaltungsvorbereitungen oder Korrekturdienste werden nun mehr und mehr von unfreiwilligen Ein-Euro-Jobbern übernommen werden. Nele Hirsch: "Unsere Kritik an den miserablen Arbeitsverhältnissen der studentischen Beschäftigten, die bisher als "Sachmittel" deklariert und damit meist ohne tarifliche Absicherung und zu Niedrigstlöhnen angestellt waren, zeigt wie fatal die Entwicklung hin zu den Ein-Euro-Jobs ist. Zukünftig sollen Menschen zu den gleichen Arbeiten für einen noch weitaus niedrigerem Lohn gezwungen werden und ihnen sollen keinerlei rechtliche Absicherungen mehr zur Verfügung stehen." Marco Tullney ergänzt: "Eine Hochschule, die ihre Angestellten angemessen entlohnt - selbstverständlich auch die studentischen Angestellten - könnte auch die in ihr tätigen ForscherInnen, Studierenden und Beschäftigten ermuntern, sich einer kritischen Reflexion über die Welt zu verschreiben - und so dazu beizutragen, dass erdachte "Sachzwänge" nicht die Politik bestimmen."
Die Kritik an den Arbeitsgelegenheiten hat der fzs in einem ausführlichen Positionspapier dargestellt. Darin werden Studierendenvertretungen auch aufgefordert, die Einrichtung von Arbeitsgelegenheiten an ihrer Hochschule - genau so wie in allen anderen gesellschaftlichen Bereichen - zu verhindern.