Kritik am Film "Die fetten Jahre sind vorbei"

ilse Schwipper 03.01.2005 20:57 Themen: Kultur
Eine andere Sicht auf den Film die fetten Jahre sind vorbei.
„ Die fetten Jahre sind vorbei und andere Ärgerlichkeiten !“





In allen mir bekannten Kommentaren zu dem Film „ die fetten Jahre sind vorbei „ wabert durch die Zeilen eine unglaubliche Euphorie und Abenteuerlust. Es gab nur einen kritischen
Beitrag in der Zeitschrift :“Freitag“, ansonsten gipfeln die Beiträge in dem absoluten MUSS
zu diesem Film. Dem kann ich nun gar nicht zustimmen.
Dieser Film hat eine nur ärgerliche Frauenrolle und einen pubertierenden Jüngling, der vor lauter Verliebtheit vergisst, weshalb er eigentlich in diese Villen einbricht. Es genügte die Wut einer Frau auf einen sie reingelegten Mann, der sie nun völlig vor den Lebensruin stellt.
total überschuldet muss sie sogar ihre bisherige Wohnung räumen. Bei der Gelegenheit des
Renovierens lernt er sie kennen und verliebt sich. Als sie darauf besteht bei einem Einbruch
mal dabei zu sein, und dabei entdeckt, dass sie zufällig die Villa ihres Peinigers vor sich hab en, gibt es für sie kein Halten mehr.nichts wie rein.
Hat der Jüngling am Anfang noch grosse bedenken,
rennt er ihr doch hinterher in seiner Verliebtheit. Nun werden nicht wie immer die
Möbel der Villa aufgetürmt und der Spruch hinterlassen, dass die fetten Jahre nun vorbei seien. Nein, es muss noch ganz blöde und unsinnig ein Sofa in das Schwimmbecken gewor-
fen werden. Es kommt wie es kommen muss : die dumme Frau verliert auch noch ihr Handy
bei dieser Aktion. Dann kommt es richtig dicke, sie gehen noch einmal zurück in diese Villa.
Ist bis dahin die Frau unglaublich nervig, wird es jetzt richtig hysterisch.
Es kommt der Hausherr aus dem Kurzurlaub zurück und trifft auf die beiden Protagonisten. Die den – wie sich später herausstellt alt68.er – kurzerhand entführen in eine Berghütte, die – wie günstig – dem Onkel der Frau gehört.
Dort kommt dann auch der ehemalige Freund der Frau dazu, und es gibt subtile Spannungen zwischen den Personen. In dieser Situation läuft der alt68.er zu dem grossen Lehrmeister in Geschichtsunterricht auf. Schwadroniert begeistert in Erinnerungen der alten schönen Revolutionszeit und vermittelt dabei ganz nebenbei ein Bild der freien Liebe, wie es sich Otto Normalverbraucher in seiner sexuellen Frustration schon immer Vorgestellt hat. : Bäumchen –Bäumschen wechsel dich – je oller je doller – Jede mit Jedem einmal hin und zurück.
Endlich weiss das Filmpublikum worum es damals letztendlich doch ging : „ um den Orgasmus „.
Somit lösen sich dann die Eifersüchteleien auch in Wohlgefallen auf, und am Ende des Film´s gehen die Drei einträchtig neuen Aktionen entgegen. Aber nicht ohne das Publikum noch wissen zu lassen, dass der wieder Freigelassene sich ihnen insofern anschließt, dass er seinen Ausweis zur Verfügung stellt und seine Segelyacht. Damit segeln die Drei revolutionsbe –
soffen einer Insel entgegen, auf der Masten stehen zur Verbreitung europaweitem TV - Bild
um eben diese zu Fall zu bringen. Verbunden ist damit der Wunsch, dass das blöd gemachte TV – gebildete Massensofavolk nun endlich ein Bewusstsein für die Notwendigkeit einer Revolution entwickelt.
Der ganze Film ist mehr ärgerlich als lustig und hungrigmachend auf Revolution. Genau aus dem Grund sehe ich den grossen Zuspruch auch unter „Linken“ und freundlicher Aufnahme bei einigen Alt68.ern. Ein Muß , wie so oft geschrieben und gesagt ist dieser Film auf keinen Fall.
Creative Commons-Lizenzvertrag Dieser Inhalt ist unter einer
Creative Commons-Lizenz lizenziert.
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen

keine kritik am film

u32 03.01.2005 - 23:23
Der obige Beitrag ist weniger eine Kritik am Film, als eine Inhaltsangabe.
Eine kurze Darstellung der möglicherweise enthaltenen Falschaussagen über die alt68er und mehr Kritik an der dargestellten Frauenrolle hätte mir hier besser gefallen.

Trozdem ist es gut, dass mal wieder 'Kultur' auf Indy betrieben wird :)

Interpretationsfrage

u33 03.01.2005 - 23:26
Ich glaube nicht, dass der Freigelassene die Schlüssel für die Jacht zur Verfügung gestellt hat.
Vielmehr erscheint es doch logisch, dass der gekündigte Koch seine Beziehungen speilen lassen hat ;)

klasse kritik

muss ausgefüllt werden 03.01.2005 - 23:28
wenn du mit dieser, nichts als schlechten, Filmkritik irgendwo landen willst, dann solltest du vielleicht eine riesige Überschrift drüber ballern. und in die linke ein BILD trumpfen lassen.
Genau, wie die, die von diesem Film "schwärmen, begibst du dich in eine ebenso subjektive Einstellung. Bloß das deine Kritik und deine entstandene Emotion auf einer ganz anderen basis gründet.
Vielleicht einfach mal im leben den moment eines gut gemachten filmes akzeptieren. nicht die jungs im film sind pubertär, sondern deine unkonstruktive kritik.
im übrigen verstehe ich nicht, weshalb du die frau, weil sie ihr handy verloren hat, als dumm titulierst. Sowas kommt vor, nicht nur im Film.
Vielleicht solltest du nicht versuchen den Film als einen Film sehen und nicht als ein Meisterwerk deiner ansicht.
Und wenn der film das erreicht hast, was du in den ersten zeilen schreibst, dann ist es doch durch aus gut? "Euphorie und Abenteuerlust" Abenteuerlust habe ich bei den Leuten noch niht so ganz verspürt. aber bestimmt zeigt er extremen und regt durch seine nette machart zum nachdenken nach?!
erbärmliche frauenrolle? die interpretierst du einzig und allein durch den handyverlust dort rein, wobei du den einen jungen nicht als dümmlich bezeichnest? die frau tut wenigstens das was sie will. der kerl versucht seinen besitzstatut an ihr zu verwirklichen, was sich ja zum ende auch auflöst.

und zum ende. könnte es nicht auch sein, dass der perso "geklaut" war? das die zwei (daniel brühl und das mädel) nicht schon vorher die yacht erwähnt haben, obwohl sie noch nicht wirklich etwas mit dem kerl zu tun hatten? das passt besser mit dem zusammen, dass der bonze'68 zum schluss in seinem benz vor deren butze steht, während sie gesmasht werden sollen?! Manche Menschen ändern sich nicht muss nicht umbedingt auf die '68 zurückgeführt werden.
das ganze lässt sich vielleicht an dem stockholm sydrom erklären? oder nicht? der entführte versucht eine beziehung zu den entführern aufzubauen, was er auch schafft. er passt sich ihnen an, übernimmt gedanken, bzw. versucht jene zu repräsentieren und zum schluss war er eigentlich doch nicht das, was er repräsentiert hat. :)
aber das ganze sehe jeder wie er möchte.
dieser film ist nicht nur aufgrund des inhaltes zu beurteilen. Die Machart ist auch sehr interessant.

Aber es gibt doch sicherlich wichtigere probleme als einen film?
Und wenn durch den Film ein Menschn mehr über den inhalt nachdenkt ist das bestimmt schon ein beachtlicher erfolg, denn welcher film erzeugt einen solche effekt heute noch

Kritik

freebse 04.01.2005 - 11:58
Wenn du Quellen angibst, solltest du diese auch als Link bereitstellen:

 http://www.freitag.de/2004/49/04491301.php

Die Kritik von Juli Zeh geht auch in eine ganz andere Richtung, ich glaube nicht, dass du verstanden hast was die Autorin uns damit sagen will.

Ihre Kritik bezieht sich auf das selbstdarstellerische, was selbst die Linke heutzutage erfasst hat. Loesungsvorschlaege hat dieses loses Gebilde nicht. Und Probleme angehen tun sie auch nicht. So ganz unrecht hat Juli Zeh nicht. Eigentlich sogar viel Recht, aber das sind persoenliche Meinungen. Man muss das nicht so vertreten. Das ganze bezieht sich weniger auf den Film, sondern eben auf die Zustaende in der politischen Linken.

Bezogen auf den Film...

Aber lest das doch echt selber...

Vielleicht noch eine Anmerkung. Es bleibt offen in welcher Form der 2 Mio Verdiener und Ex-68er denn wirklich einer ist/war. Kein Mensch sagt dir, dass der Ex-Weltverbesserer auch wirklich einer war. Ein Bonze wird vielleicht auf so was geschult. Auch tritt der Opfer/Taeter-Effekt ein, denn man sogar im wahren Leben wiederfindet. Der Film laesst dies total offen, aber in jeder Kritik wird daran nicht gezweifelt. Auch der Spruch: "manche menschen aendern sich nie" schafft hier keine Klarheit, sondern nur mehr Verwirrung. Kurz es ist unklar, es kann sich um einen Ex-68er handelt, oder aber um einen Typ der einen haufen Scheisse labert udn sich leicht auskennt.

Weitere Kritik

Peter Pan 04.01.2005 - 12:20
Ilse hat recht. Es war so durchsichtig: Das Mädel kommt ins Spiel und es geht bergab: das Ende der "Erziehungsberechtigten".

Was mir auch sehr aufgestoßen ist: Der Film ist so gemacht, dass das Bonzen-Schwein während seiner Entführung die Fäden in der Hand hält, die Aktivisten regelrecht steuert und diese dumm dastehen.

Dass der Filmemacher keine Ahnung von heutigem Politikmachen hat bzw. dies nicht realistisch darstellen wollte, zeigt sich auch daran, dass die AktivistInnen Grundlagen von politischer Arbeit (Handys zu Hause lassen u.a.m.) nicht beachten.

Die ersten Szenen des Films im Sportschuh-Geschäft sind übrigens geklaut. Es gab auf der globale03 einen Film, der genau so aufgemacht war. Dieser Film der globale03 wurde von der IG-Metall-nahen Otto-Brenner-Stiftung ausgezeichnet.

who is who

andreas 04.01.2005 - 14:33
für alle, die etwas über direkte aktion und 68 lernen wollen: googelt einfach "ilse schwipper" oder lest zumindestens:

 http://www.graswurzel.net/271/schwipper.shtml

da könnt ihr mehr lernen als in diesem popper-film

Sehr subjektiv

Nils 24.01.2005 - 14:38
Diese sogenannte "Kritik" ist doch extrem subjektiv gefärbt und bemüht sich überhaupt nicht um das kleinste Bisschen Objektivität. Es erscheint, als wenn der Verfasser ein radikaler Linker ist und den Film daher gewissermaßen als Affront gegen seine radikale Einstellung sieht. Auch Revolutinäre oder solche die sich dafür halten tun dumme Dinge aus Liebe und sind eben gewähnliche, fehlbare Menschen.
Und in diesem Film geht es ganz eindeutig auch nicht darum, Lust auf eine wie auch immer geartete Revolution zu schüren. Er zeigte vielmehr die politische Orientierungslosigkeit, der jungen Menschen von heute. Viele wissen heute nicht so recht, wie sie ihre politischen Einstellungen zum Ausdruck bringen sollen, sofern sie denn überhaupt welche haben. Es ist nicht mehr so einfach zu rebellieren, wie früher denn man kann "die da oben" kaum noch mit bloßen Sprüchen, Demonstrationen oder seinem Äußeren provozieren.

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 3 Kommentare

???

xWizzaredx 03.01.2005 - 23:04
check nich was du von mir willst...

kleiner tipp am rande

wikipedro 03.01.2005 - 23:32
"Ist bis dahin die Frau unglaublich nervig, wird es jetzt richtig hysterisch"
Schau mal bitte bei Wikipedia nach dem Wort "Hysterie".

schwachsinn

blabla 04.01.2005 - 00:44
dein bericht ist weder eine positive noch eine negative kritik: er ist gar keine kritik.
unterstes niveau.
schwachsinn
fake?