BKA in Katastrophengebiet

Jens Steiner 28.12.2004 17:12
Der deutsche Bundesinnenminister Otto Schily hat heute entschieden, morgen 27 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Identifizierungskommission des Bundeskriminalamtes (IDKO) nach Thailand zu entsenden.
Bereits gestern wurde ein vierköpfiges Team der IDKO nach Thailand entsandt. Dazu zählten ein Gerichtsmediziner und drei Kriminalisten.

Die Identifizierungskommission besteht bereits seit 1972. Zu ihr zählen etwa 100 freiwillige Spezialistinnen und Spezialisten des Bundeskriminalamts und ca. dreißig Rechts- und Zahnmedizinern aus ganz Deutschland.Die "IDKO" wird im In- und Ausland zur Identifizierung von Katastrophenopfern eingesetzt. Laut Bundesinnenministerium wurde sie seit ihrer Gründung zu 22 größeren Einsätzen einberufen und hat mehr als 1200 Opfer identifiziert.
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Ergänzungen

Vielleicht dass schon jetzt ...

Klaus 28.12.2004 - 19:34
... eine Datensammlung über alle Bürger existiert, anhand derer man Körper identifizieren kann? Wenn es sich nur um einen kleinen Personenkreis handeln würde, wäre es ja noch möglich die behandelnden Zahnärzte um die Übersendung div. Röntgenaufnahmen zu bitten, aber um bei diesen Größenordnungen Erfolg zu haben, müssen - meiner Meinung nach - andere Datenbestände vorliegen, die nicht erst mühsam zusammengekramt werden können.

Ihr solltet euch schämen

abc 28.12.2004 - 22:29
Heute ist mal wieder ein Tag an dem ich mich wirklich frage, ob "links" die richtige Standortbezeichnung für meine politische Einstellung ist. Mit diesen ewigen Nörglern auf indy, die alles und jeden schlecht reden, macht es keinen Spaß mehr Nachrichten zu lesen. Im Grunde steht hier unter jedem Beitrag egal zu welchem Thema irgendein Gemotze und besserwisserischer Scheiss.

Mittlerweile sind wir sogar soweit, dass noch nicht mal mehr eine Naturkatastrophe mit mehr als 50.000 Toten in einem angemessen Ton kommentiert werden kann. Die Aktion "Deutschland hilft" und die ihr angehörigen Organisationen werden sogar als nationalistische paramilitärische Einheiten bezeichnet (kein Witz!  http://de.indymedia.org/2004/12/102517.shtml).

Ich frage mich, wo sind eigentlich die ganzen Linksradikalen? Die sitzen an ihren PCs und scannen indy auf Tabuwörter. Ganz in Bürokratenmanier würden sie die Millionen Obdachlosen lieber ihrem Schicksal überlassen als auch nur ein Hilfsgut mit der Aufschrift "Deutschland" zu verschicken.

@ Klaus

id 29.12.2004 - 11:42
Es ist doch immer wieder interessant zu sehen wie anfällig die Linke für Verschwörungstheorien ist. Wie bitte, Klaus, soll den die Regierung in den Besitz von biometrischen bzw. genetischen Daten "alle(r) Bürger" kommen?? Denn diese wären für die Identifikation schon nötig. Es gab wohl Überlegungen "vorbeugend" fortan bei Geburten sofort den genetischen Fingerabdruck zu nehmen. Das konnte meines Wissens, zum Glück, nicht umgesetzt werden. Aber der biometrische Pass wird kommen und damit zumindest Daten über die Iris, die nutzen hier allerdings kaum. Für die jetzt anstehenden Arbeiten ist es durchaus möglich die nötigen Daten z.B. von Zahnärzten zu bekommen: Die Reiseveranstalter haben Unterlagen über ihre Kunden, sie wissen wer sich zurückgemeldet hat und wer nicht. Die, die sich noch nicht gemeldet haben gelten als vermisst. Es müssen also deren Verwandte kontaktiert werden, darüber kommt man dann entweder an die Ärzte oder, wenn diese dazu bereit sind, an den genetischen Fingerabdruck der Verwandten. Wenn diese Verwandtschaft auch eine biologische/genetische ist, also die Personen voneinander abstammen, reicht das. Denn bei genetischer Verwandtschaft lassen sich so viele übereinstimmende genetische Merkmale finden, dass mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Identität festzustellen ist. In den Fällen, in denen solche Daten nicht vorliegen, können über körperliche Merkmale Rückschlüsse auf die Lebensgewohnheiten, die Krankengeschichte (z.B. verheilte Brüche) usw. zumindest der Kreis der in Frage kommenenden Vermissten eingegrenzt werden. Wenn du eine ungefähre Vorstellung von den Möglichkeiten der forensichen Identifikation bekommen möchtest, empfehle ich dir, einfach Mal in ein Buch über Gerichtsmedizin oder forensische Anthropologie zu blicken. Problematischer dürfte die Organisation des Ganzen sein, vor allem vor Ort. Alleine die riesiege Zahl von Opfern macht es fast unmöglich von jeder Leiche genetisches Material oder Fotos zu sichern. Wegen der drohenden Seuchengefahr werden die Helfer vermutlich bald dazu übergehen Leichen zu verbrennen. Dabei werden verdammt viele Unidentifizierte sein. Es dürfte unmöglich sein alle Toten zu identifizieren.
Ich stehe diesem Staat und seinen Überwachungsbehörden ebenso kritisch gegenüber wie du vermutlich auch, das das BKA jetzt aber seine Experten einsetzt finde ich OK. Hier tuen diese Leute mal was wirklich gutes. Für die Bewältigung des Horrors ist es meiner Meinung nach wichtig zu wissen, was mit Angehörigen und Freunden passiert ist. Wenn du ein Grab hast oder zumindest den Nachweiss, das die vermisste Person tot ist, kann auch Trauerarbeit anfangen, solange die Ungewissheit da ist und damit die Hoffnung auf ein Wunder (wer gibt schon die Hoffnung auf das Überleben der eigenen Kinder, der freundin /frau usw. auf, ohne den Beweis für deren Tod zu haben?) leben die Hinterbliebenen in einer sozusagen "psychologischen Schleife" die zwischen Hoffnung und Verzweiflung angesiedelt ist. Hinzu kommen so , vermeintlich, profane Dinge wie Hinterbliebenenrente, Lebensversicherungen usw. für deren Bezug der Tod zweifelsfrei festgestellt sein muss. Damit die Überlebenden weiterleben können müssen sie Gewissheit haben ob ihre Leute tot sind oder nicht. Und um das festzustellen sind die BKA-Leute ausgebildet, hier setzen sie ihr Können in meinen Augen gut ein. Diese Leute sind übrigends in der Regel keine altgedienten Bullen oder so, sondern Mediziner oder Biologen, die sich, in meinen Augen, für den falschen Arbeitgeber entschieden haben, hinzu kommen externe, also an Kliniken oder gerichtsmedizinischen Instituten beschäftigte, Experten. Der Job an sich verdient Respekt, unabhängig ob es sich um BKAler handelt oder nicht. Es ist verdammt hart zwischen tausenden von Leichen umherzulaufen und damit zu arbeiten ohne selbst einen psychischen Schlag weg zu bekommen.
Mit Überwachungsstaat hat diese Arbeit in Asien nun wirklich nix zu tun!

Keine Biologen oder Mediziner

Gurney 15.01.2005 - 16:21
Es handelt sich bei den nach Thailand und Sri Lanka entsandten Kräften um Kriminalbeamte, die mit Rechts- und Zahnmedizinern zusammenarbeiten. Keine, wie in der Ergänzung falsch angegeben "Biologen oder Mediziner". Sie haben zusätzliche Lehrgänge zur Identifizierung von Katastrophenopfern absolviert, so dass sie u.a. als Sektionsgehilfen fungieren können.
Im Wesentliche geht es darum die vor Ort erhoben Befunde, d.h. die Post-Mortem-Daten, mit den an den jeweiligen Heimatorten von offiziell vermißt gemeldeten (Ante-Mortem-Daten) abzugleichen.

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 7 Kommentare

aha

ein leser 28.12.2004 - 19:09
und was will uns der autor mit diesem beitrag sagen?!?

@ blödkopp

ich 28.12.2004 - 19:27
wie wäre es damit: nachrichten machen?

hehehe

Ratz 28.12.2004 - 19:37
Tja, manche denken hier wäre das Anfia Forum und es dürften nur Nachrichten von und über Aktivisten hier rein. Nich böse sein....

BKA, THW, TRALALA

GTZ 28.12.2004 - 20:01
Heute scheint der Tag der staatstragenden Institutionen im Indymedia-Newswire zu sein. Erst erscheint ein Beitrag über die drei Helden des Technischen Hilfswerks THW, die nach Sri Lanka entsandt wurden - jetzt etwas über die Bundeskripo.

Die Tsunami scheint einige Köpfe ausgespült haben; mit der Tränen der Rührung wird sich jegliche Kritik an der Berichterstattung auf Indymedia über staatliche Organe verboten, weil sich es ja um Menschen handeln würde,
siehe Ergänzungen zum Beitrag: THW-Erkundungsteam in Sri Lanka eingetroffen
 http://de.indymedia.org/2004/12/102517.shtml

Mit welchem Timbre in der Stimmung wird es erst hier abgehen, wenn die Bundeswehr in Bangladesh einmarschiert, und da ein bisschen "Oderflut"-Stimmung verbreitet wird? Kommt das dann in die Mittelspalte auf der Indymedia-Startseite.

Besser wäre, trotz Katastrophenstimmung und Betroffeneheit, erst zu denken und dann zu moderieren.

@ GTZ

ich 28.12.2004 - 20:05
was soll dein gepöbel? schon mal auf die idee gekommen, daß indy ne news-site und kein super-duper-kinder-antifa-desktoprevoluzzer-forum? und wo der artikel staatstragend ist, bleibt wohl dein geheimnis. geh doch zu altermedia oder bahamas - je nach lieblingsfahne. da biste beste bei deinem menschenbild besser aufgehoben.

bischen überrascht...

Maria R. 28.12.2004 - 21:47
na, ein bischen überrascht war ich - als relativ neu hier - auch von der "tonlage" dieser artikel.
bisher nahm ich an, hier wird eher über fakten berichtet, die eben NICHT in der B.L.D zu finden sind. "verlautbarungen aus dem bundeskanzleramt" - oder so - hätte ich hier nicht vermutet.

vielleicht kann nicht jeder seine bauchschmerzen so exakt definieren...
MIR ist es jedenfalls auch .. sehr merkwürdig aufgestoßen.

laß sie gehen

helmut 29.12.2004 - 05:25
von mir aus können sie die ganze bundeswehr da rüberschicken, ist doch besser als sie machen im irak mit.