Folgen des Seebebens im Indischen Ozean

Jens Steiner + Update HanZ 29.12.2004 23:30 Themen: Weltweit Ökologie
Update 07.01.05 (11.00 Uhr):165.000 Todesopfer forderte ein Seebeben im Indischen Ozean, welches am 26. Dezember 2004 ausbrach. Laut UNICEF sind 1/3 der Opfer Kinder. Viele zehntausend Menschen werden noch vermisst. Die Zahl der Opfer muss ständig nach oben korrigiert werden. Meldungen der Nachrichtenagenturen, geben verzerrte oder falsche Bilder wieder. So war die Katastrophe wahrscheinlich nicht wirklich überraschend. Das US-Militär besetzt in Thailand alte Militärstützpunkte aus dem Vietnam-Krieg. Besonders in Indien geraten die Arbeit der Hilfsorganisationen und der Katastrophentourismus in die Kritik der einheimischen Medien.
An der Küste von Sri Lanka wurden Minenfelder aus dem Tamilen-Konflikt freigelegt.
Einer oder mehrere Anlagenteile des Indischen Atomzentrums Kalpakkam wurden überflutet. 30 Angestellte kamen ums Leben. 1200 Menschen in der Umgebung der Anlage wurden evakuiert.
Die indische Regierung lehnt noch immer ausländische Hilfe ab. Trinkwasser- und Salzmangel und Seuchenausbrüche gehören zu grössten Problemen der betroffenen Regionen.

Weitere Berichte auf indy.de:
Karikatur zur Rolle der Presse
BKA in Katastrophengebiet
THW-Erkundungsteam in Sri Lanka eingetroffen
Riesige Flutwelle nach Seebeben vor der Küste der umkämpften Provinz Acheh (Indonesien)
Aktuelle News gibt es bei WikiNews, Indymedia-Neuseeland (Aoteora), Manila.Indymedia.org und dem South-East Asia Earthquake Tsunami Blog Spot.
freie Fotos, Luftaufnahmen, Videos, Audios

Um 01.58 Uhr mitteleuropäischer Zeit erreichte es eine Stärke von 9,0 auf der Richterskala. Die über 30 Nachbeben erfolgten mit einer Stärke von 7,3.
Das Epizentrum lag vor der Küste Sumatras. Die 6-10 Meter hohen und mehrere hundert km langen Flutwellen des Bebens, auch Tsunamis (jap. Hafenwellen) verursachten katastrophale Schäden in den Küstenregionen in Asien und Ostafrika. Auch am 29.12.04 kam es wieder zu Nachbeben, die bisher aber keine zusätzliche Gefährdung darstellen.


Foto: Indymedia Jakarta

Die Wellen erreichten Geschwindigkeiten von bis zu 800 km/h. Das Beben gehört zu den fünf stärksten, die jemals gemessen wurden. Besonders betroffen sind die Anrainerstaaten des Golf von Bengalen in Südasien und Südostasien. Stark betroffen sind Bangladesch, Indien, Indonesien, Kenia, Malaysia, die Malediven, Myanmar (Birma), Seychellen, Singapur, Somalia und Réunion, Sri Lanka und Thailand. In Südindien und an der Küste Sri Lankas wurden ganze Ortschaften von den Flutwellen erfasst und zerstört. Die Inselgruppen Andamanen und Nikobaren sind vollständig von der Außenwelt abgeschnitten. In den betroffenen Regionen sind sämtliche elektonischen Kommunikationswege noch immer abgeschnitten oder nicht betriebsfähig.
Hilsorganisationen befürchten die schnelle Ausbreitung von Seuchen wie Typhus, Malaria und Magen-Darm-Erkrankungen. Um dem vorzubeugen, wurden Impfaktionen gestartet und Leichen in Massengräbern beerdigt. Da derartige Flutwellen in Südostasien seit 120 Jahren nicht mehr aufgetreten sind, verfügen die betroffenen Länder über kein geeignetes Vorwarnsystem. Im Gegensatz dazu existieren Frühwarnsysteme für Stürme. Die Zahl der ausländischen Toten in Thailand wurde mit 860 beziffert. Bereits am 23. Dezember 2004 gab es ein von der Öffentlichkeit kaum beachtetes Erdbeben der Stärke 8.1 bei der Macquarieinsel, südlich Neuseelands. Dieses verursachte keine größeren Schäden.


Foto: Twin H, Agus Muldya, Indymedia Jakarta)

Wirtschaftliche Auswirkungen der KatastropheDie Katastrophe hatte nur geringe wirtschaftliche Auswirkungen. An der Börse mussten Rückversicherungsgesellschaften und Reiseveranstalter wie TUI Verluste bis zu einem Prozent hinnehmen. Reiseunternehmen wie Neckermann, Thomas Cook und die französiche Accor-Gruppe gerieten in die Kritik betroffener Urlauber. Chartergesellschaften und Reiseunternehmen stossen mitunter auf große Probleme, ihre Kunden und Kundinnen wieder in ihre Heimat zu befördern. Die Münchener Rück Versicherung verlor 150 bis 200 Millionen Euro. Deutsche Wirtschaftsverbände und Unternehmen starteten Spendenaktionen.Hinsichtlich der kreditwürdigkeit der Länder sei es bsher zu keiner Herabstufung gekommen. In den betroffenen Ländern ist der Tourismus eine der wichtigsten Einkommensquellen. In den einzelnen Nationen wird ein Abfall des Wirtschaftswachstums um etwa einen Prozent erwartet.


Foto: Agus Muldya, Twin H.,Indymedia Jakarta

Reaktionen der MedienGleich am ersten Tag der Katastrophe machten sich mehrere tausend Journalistinnen und Journalisten auf in die von der Flut betroffenen Gebiete. Fersehbilder und Fotos können jedoch nur aus zugänglichen Regionen geliefert werden. Viel Bild- und Videomaterial stammt auch von Touristen. In der deutschen Presse wurde besonderes Augenmerk auf den Verbleib deutscher und europäischer Touristen gelegt. Auch die nichtvorhandenen Frühwarnsysteme und Nachrichtennetzwerke zum Katastrophenschutz werden in den Mittelpunkt gerückt. Weltweit werden Forderungen nach Bürokratieabbau bei Katastrophenwarnungen,
Schaffung von Krisenstäben und vernetzten Warnsystemen laut. Die Gründe für das mangelhafte Warnsystem und die Situation der Armen und Auswirkungen auf politische Konflikte wie der mit den Tamile Tigers in Sri Lanka werden nur unzureichend beleuchtet. In allen Medien wird zur Hilfe zur Selbsthilfe appeliert und zu Spenden aufgerufen.


Foto: Indymedia Kakarta

LinksArtikel auf indy.de:
THW-Erkundungsteam in Sri Lanka eingetroffen
Tsunami Help Blogspot
Live Journal
environmentalsustainability.info
earthmeanders.blogspot
Madison Indymedia
Manila Indymedia


Foto: Indymedia Jakarta

Suche nach Vermissten
Hotline für Angehörige beim Auswärtigen Amt:
(030) 5000 1000

Hotline für Österreich: hier"


Patientenliste des internationalen Krankenhauses Phuket
www.thaipage.ch
www.khaolakguide.de
www.reise-preise.de
www.phukethospital.com
www.phuket-inter-hospital.co
www.srilanka-botschaft.de



Foto: Indymedia Jakarta

Spenden für HilfsorganisationenAktion Deutschland Hilft   
Bündnis der Hilfsorganisationen
action medeor, Adra, ASB, AWO, Care, Help, Johanniter, Malteser, Paritätischer Wohlfahrtsverband und World Vision
Bank für Sozial Wirtschaft
Bankleitzahl: 370 20 500
Kontonummer: 10 20 30
Stichwort "Seebeben Südasien"

Ärzte für die Dritte Welt   
EKK Bank
Bankleitzahl:  500 605 00
Kontonummer: 104 88888 0
Stichwort: "Seebebenopfer"

Caritas International   
Postbank Karlsruhe
Bankleitzahl: 660 100 75
Kontonummer: 202 753
Stichwort: "Erdbeben-Südasien"

Christoffel-Blindenmission    
Sparkasse Bensheim
Bankleitzahl: 509 500 68
Kontonummerr: 505 05 05
Kennwort:  "Südasien"

Deutsches Rotes Kreuz  
Bank für Sozialwirtschaft
Bankleitzahl: 370 205 00
Kontonummer: 41 41 41
Stichwort: "Südasien"

Deutsche Welthungerhilfe  
Sparkasse Bonn
Bankleitzahl: 380 500 00
Kontonummer: 1115
Stichwort:  "Erdbeben Asien"

Diakonie Katastrophenhilfe   
Postbank Stuttgart
Bankleitzahl: 600 100 70
Kontonummer: 502 707
Stichwort:  "Erdbeben-Südasien"

helpdirect.org  
Der Münchener Verein bietet die Möglichkeit, verschiedene Projekte zu begutachten und
online für mehrere Organisationen zu spenden.

Kindernothilfe    
KD-Bank
Bankleitzahl
: 350 601 90
Kontonummer: 45 45 40

Unicef   
Bank für Sozialwirtschaft
Bankleitzahl
: 370 205 00
Kontonummer: 300 000,
Stichwort: "Erdbeben Asien"


Foto: Indymedia Jakarta


Fotos: Indymedia Jakarta
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Ergänzungen

mainstream zahlen

elliot.pank 28.12.2004 - 15:08
"Unter den Opfern sollen sich auch mindestens 11 Personen aus Deutschland befinden."

laut mainstream medien(spiegel.de) weitaus mehr:
 http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,334667,00.html
"Zwei Tage nach der Erdbebenflut wird die Tragödie in Südostasien auch zu einer deutschen Tragödie. Mehrere hundert Feriengäste werden an den Sonnenstränden von Thailand vermisst. Das Auswärtige Amt rechnet mit einer dreistelligen Zahl, Bundeskanzler Schröder brach seinen Urlaub ab."

Krokodilstränen von Politik und Wirtschaft

bjk 28.12.2004 - 17:01
in Sachen menschliches Leid hier ein anti-mainstream-Kommentar:
 http://www.nd-online.de/artikel.asp?AID=65093&IDC=7


Im übrigen wären wohl weit weniger Menschenopfer zu beklagen gewesen, würden in den letzten Jahren nicht jahrtausendealte schützende Mangrovenwälder vor Südostasiens Küsten abgeholzt worden sein. Mangroven sind bekanntlich die einzigen Bäume, die sowohl in Süß- wie auch in Salzwasser gedeihen können und in ihrem Wurzelgeflecht ein schützendes Biotop für vielerlei Meeresgetier bilden. Dieses Ökosystem war der lukrativen industriellen Garnelenzüchtung im Wege. Also wurden diese natürlichen Schutzwälle zwischen Land und Meer auf Deuwelkommraus abgeholzt. In den letzten 20 Jahren sind über die Hälfte der Mangrovenwälder - also weit über 80.000 Quadratkilometer abgeholzt worden und mußten riesigen Garnelenzuchtbecken Platz machen. Ganze Küstenstriche sind seither schutzlos den Tsunamis ausgeliefert und damit Millionen von Menschen, die an den Küsten leben.

Der Moloch Profit scheißt auf Menschenleben und jammert jetzt Krokodilstränen.

Guten Rutsch und laßt Euch die Garnelen schmecken.

bjk
Forum:  http://freies-politikforum.carookee.com

Fundsache

saul 28.12.2004 - 17:13
Grad beim Spiegel gefunden. Etliche Radiosender haben sich entschlossen den Song "Das ist die perfekte Welle, das ist der perfekte Tag" vorest nicht mehr zu spielen. Wäre geschmacklos. Mailen, *fg* ich will sofort die perfekte Welle hören. :-))

Fotos von Jakarta Indymedia

JS 28.12.2004 - 17:21
Fotos hier

re bjk

weist 28.12.2004 - 17:41
Normalerweise ist es die Garnelenspezies, die als 'tiger prawn' in den Handel kommt. Bei Produkten aus süd/südostasiatischen und lateinamerikanischen Ländern handelt es sich faktisch ausnahmslos um Erzeugnisse aus den zu recht beklagten Aquakulturen. Zudem sind sie meist hoch mit (teilweise in vielen Ländern verbotenen) Antibiotika, resistenten Bakterien etc belastet.
Das Problem ist, daß Mangrovenwälder als ökonomisch weitgehend nutzls angesehen werden. Scheiße, weil sie das Überleben der lokalen Bevölkerung sichern, als Küstenschutz und als 'Kindergarten' für Fische, die, ausgewachsen, die Haupteiweißquelle der AnwohnerInnen darstellen.
Produkte aus nachhaltig genutzten Mangrovenwäldern wie bestimmte Muschelarten (die karibischen Waschbäraustern z.B.) werden im Allgemeinen nicht gehandelt.

Connection with nuclear testing?

Diet Simon 28.12.2004 - 17:49
In connection with these Indian Ocean tsunamis I keep thinking about the 1995 nuclear explosions by the French at the Mururoa Atoll in the Pacific in 1995. Some experts then were saying the explosions could impact the tectonic plates and cause earthquakes years later. In general, we seem to be getting more earthquakes since nuclear testing began. Does anyone know more?

kontinentalplatten contra nuclear

nikelaos 28.12.2004 - 23:51
die indisch australische platte schiebt sich jedes jahr ca 7 cm unter die eurasische - dies geschieht u.a. an der westküste sumatras - der dortige tiefseegraben ist nicht unbekannt für erdbeben oder vulkanausbrüche - innerhalb des letzten jahres (wann kann ich leider nicht sagen) gab es ein ziemlich starkes erdbeben auf antarktika, welches eventuell für das beben vor sumatra mitverantwortlich ist - denn wenn an der einen seite geschoben wird passiert natürlich auch an der anderen seite etwas - dies nur als kleine anmerkung zu den französischen tests

mfg nikelaos

Keine inhaltliche ergänzung ?

mein name 29.12.2004 - 02:29
ich bezweifle das der artikel von "muss immer noch nicht sein" zu recht nach "beiträge die leider keine inhaltliche ergänzung darstellen" verschoben worden ist.
seine persönlichen und beleidigenden angriffe auf den autor des hauptartikels disqualfizieren ihn zwar durchaus als polemisch und persönlich gefärbt.
auch kann er nicht mit neuen fakten aufwarten.
sein kommentar stellt aber insofern durchaus eine inhaltliche ergänzung dar, als dass er ,im gegensatz zum hauptartikel, anstösse für eine linksradikale betrachtung der ereignisse liefert.
der hauptartikel ist tatsächlich vor allem eine zusammenfassung der berichte bürgerlicher medien.
aber: diese art von nachrichten kriege ich bei spiegel.de früher, schneller, umfangreicher und aktueller als von jens steiner.
indy braucht nicht zu versuchen mainstream-medien mit millionenetats auf ihrem feld konkurrenz zu machen.
hier ist platz für selbstgemachte, unabhängige nachrichten von unten.
nun ist aber der artikel von jens steiner nur sehr bedingt selbstgemacht, unabhängig und von der basis.
da stellt es meiner meinung nach durchaus eine inhaltliche ergänzung dar die richtigen fragen zu stellen.
gerade bei solch aktuellen ereignissen ist es schwer die eigene gesellschaftskritik gleich um zu setzen und weiter zu denken.
die gefahr sich von der darstellung der etablierten medien fressen zu lassen ist besonders gross - gerade weil sie bei solchen sachen unschlagbar up to date und dadurch so verlockend sind.
also liebe mods: überlegt doch bitte mal ob ihr nicht über die schimpfworte hinwegsehen könnt. der kommentar ist meines erachtens nach wirklich wichtig und wäre ausserhalb des schattens trotz fäkalsprache besser aufgehoben.
eine inhaltliche ergänzung stellt er allemal dar.

sonderseite vom green left weekly

der nestscheißer 29.12.2004 - 09:59
(gute linksradikale wochenzeitung aus australien) zu der katastrophe unter  http://www.greenleft.org.au/tsunami.htm

für politisch interessierte

was soll#s 29.12.2004 - 12:03
Für diejenigen, die sich nicht nur für NGO-, Bunderegierungs- oder Mainstreammeldungen interessieren, sei die heutige Ausgabe der taz empfohlen. Hier wird die politische Seite der Katastrophe zumindest andiskutiert (Berichte zu Sri Lanka, Aceh und den Flüchtlingen und Indigenen auf den Andamanen.
Das was Steiner alles verschweigt, wird hier zumindest angerissen.

Spenden an NGO in Sri Lanka

Grete 29.12.2004 - 15:39

Eine langjährig arbeitende NGO ruft zu Spenden auf:

 http://sturmflut04.xardas.lima-city.de/Spendenaufruf.htm

Ist ein sinnvolles Projekt und hat den Vorteil, dass erfahrene Menschen und Strukturen vertrauenswürdig und vor Ort arbeitend sind.

berechtigte Kritik

from below 29.12.2004 - 16:23
ich finde den Beitrag von "muss immer noch nicht sein" eine wichtige inhaltliche Ergänzung, insbesondere mit neuen Informationen wie der Hinweis auf das Buch von Mike Davis "Die Geburt der Dritten Welt" (siehe auch  http://www.perlentaucher.de/buch/18594.html). Jens sollte vielleicht bei wikinews anfangen, aber bei indymedia wünsche ich mir Berichte die mehr dem Blickwinkel "von unten" entsprechen, also links auf indymedia Jakarta und anderen Webseiten die vor Ort sind. Was Joschka Fischer labert sollte hier nicht auch noch wiedergegeben werden, wozu eigentlich? Und es wäre wirklich spannend zu erfahren, was das indonesische Militär in Aceh sucht und warum das Gebiet für ausländische JournalistInnen gesperrt war?


aufruf der cpi(ml) zur hilfe für flutopfer

der nestscheißer 30.12.2004 - 01:05




AN APPEAL
The CPI(ML) shares the concern and agony with the nation on the Tidal tragedy and expresses heartfelt condolences to the families of thousands of people in India and neighbouring south-east Asian countries who lost their lives on Dec 26 in a sudden eruption of the violent tsunami waves triggered by an earthquake and asks the government of India to declare this devastation as national calamity. The party called upon the government to take appropriate measures for rescue, rehabilitation and relief on a war footing to the millions of people fallen victim to the tragedy. The Party also advised the govt. to extend every possible help to the affected people in neighbouring countries in this hour of need.

This immense devastation has not only claimed lives of thousands and caused innumerable casualties but also rendered millions of people homeless with every belonging of them swept away by the flooding waters. CPI(ML) calls upon to all its units, members, supporters, sympathisers and readers of ML Update to share the griefs of those who have to bear the direct impact of this calamity with every possible help. CPI(ML) units in the affected states, including Andamans, Kerala, AP, Tamil Nadu and Orissa, have rushed to the most affected areas for conducting relief operations, shoulder-to-shoulder with various benevolent organisations, groups and individuals.

We appeal to you all to come forward with every possible help and support to our brethren facing this calamity. We also appeal to you to send monetary help, in cash or in kind, to conduct the relief operations. You can send your local cheques/ Bank Drafts/ Money Orders in favour of 'CPI(ML)'. Please mention in your covering letter "Contribution for Relief Fund" and send your valuable contribution to our Central Office at U-90, Shakarpur, Delhi - 110092.

quelle:  http://www.cpiml.org/PGS/ML_UPD/vol7/7_52.htm#1




taz lügt nicht immer

greenhouse 30.12.2004 - 01:12
Als kritischer taz-Leser habe ich oft Grund mich zu ärgern - aber nach der regelmäßigen Lektüre der taz-Sonderseiten zu den Tsunami-Folgen kam mir indymedia plötzlich wie Staatsrundfunk vor.

Damit alle noch mal nachlesen können, hier die Links:

In Sri Lanka sind die Behausungen von Migranten ins Meer gespült worden
 http://www.taz.de/pt/2004/12/28/a0125.nf/text

Das globale Dorf mit Meeresblick ist ins Blickfeld geraten
 http://www.taz.de/pt/2004/12/28/a0145.nf/text

Die Hilfsgüter drohen entlang den Fronten verteilt zu werden
 http://www.taz.de/pt/2004/12/29/a0149.nf/text

Die Welle traf Flüchtlinge
 http://www.taz.de/pt/2004/12/29/a0154.nf/text

Bereitschaft, Nothilfe in Krisengebieten zu leisten, rückläufig
 http://www.taz.de/pt/2004/12/29/a0151.nf/text

Birma schottet sich ab
 http://www.taz.de/pt/2004/12/30/a0126.nf/text

Und auch wenn ihr spendet (was ihr tun solltet!), ist eben nicht "egal wer" angesagt. Schon beklemmend, dass in der indymedia-Liste ausgerechnet eine der politisch ambitioniertesten Organisation fehlt:

Ärzte ohne Grenzen (Médecins sans Frontières)
Konto Nr. 97097
Sparkasse Bonn
BLZ 380 500 00
Kennwort "Seebeben"

Auch das stand in der taz...

P.S. Das Lesen alter Artikel auf www.taz.de ist übrigens trotz Passwortschutz ganz einfach, wenn du eine Rubrik ("Inland", "Ausland"...) anklickst und dann in der Adresszeile per Hand das Datum änderst. Und auch das taz-Archiv kannst du ohne Passwort gut benutzen: Du bekommt ja die Artikelüberschrift - und gibst sie dann einfach bei deiner Suchmaschine (Google?) ein.

Regenwald-Aktivisten auch stark betroffen

... 30.12.2004 - 11:18
Aus einer Rundmail von:  http://www.regenwald.org/

"Die Provinz Aceh auf der indonesischen Insel Sumatra ist von der Flutkatastrophe besonders schlimm betroffen. Weil dort ein Bürgerkrieg tobt, gibt es keine Touristen in der Region. Deswegen schaut die Welt weg. Wir wollen direkt die Umweltorganisation Walhi in Aceh unterstützen, die sich seit Jahren für die Menschen und die Natur einsetzt. Ihre Büros wurden komplett zerstört, ihr Direktor ist tot, viele Mitarbeiter werden noch vermisst."
Spenden und weitere Infos unter:  http://www.regenwald.org/new/aktuelles/spenden-aktuell.php



Vorort-Berichte aus Aceh von NGOs

Sumatra 03.01.2005 - 15:36
Berichte aus dem Südwesten, dem Süden, dem Westen, dem Singkil Distrikt und von den Inseln vor der Westküste, wie Simeulu gibt es!!!!

>>  http://www.mentawai.com/aceh.html

und ausführlicher (bisschen nach unten scrollen):

>>  http://www.orangutans-sos.org/Tsunami.htm



---------------------------------------------------------------------------------------------------------
FIELD ACTIVITIES REPORT - IN BRIEF
We're doing the best we can to relay accurate information, however the situation on the ground is changing by the hour. Our contacts on the ground are reporting back to us as quickly as possible, with the best available information.

Seebeben Kontonummer

J&R 03.01.2005 - 16:52
Wir "empfehlen" eine Kooperation von medico international und People´s Health Movement, weil die direkt vor Ort Basisstrukturen fördern und stützen.

Spendenkonto:
medico international
Kto. Nr. 1800
Frankfurter Sparkasse
BLZ 500 502 01
Stichwort "Seebeben"

 http://www.phmovement.org/
 http://www.medico-international.de/

Für politisch interessierte

muss nie sein 06.01.2005 - 12:11
Wem die Indymedia- und Mainstreamberichterstattung nicht ausreichen und wer sich mehr auch für die politische Seite interessiert, der/die kann politische Informationen zu den Ereignissen in Südasien unter folgender Adresse bekommen:  http://www.umwaelzung.de/aaktuell.html

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 8 Kommentare

ärgerlich, die 2.

muss immer noch nicht sein 28.12.2004 - 18:28
So langsam finde ich den Sensationsjournalismus dieses Jens Steiner unerträglich. So grausam die Ereignisse auch sind und so sehr dies auch in linken Kreisen Betroffenheit hervorruft. Und obwohl viele von uns FreundInnen und Bekannte in und aus den betroffenen Regionen haben. Irgendwie sollte sich doch die Berichterstattung eines linken Projekts von den bürgerlichen Medien abheben. Indymedia schaue ich mir jedenfalls nicht an um die gleichen Meldungen wie im Fernsehen zu sehen.
Mir ist es unter anderem scheißegal ob die versammelte Politmafia von Fischer bis Putin zwischen den von ihnen inszenierten Kriegen ob der Naturgewalten betroffen sind. Mir wird auch ganz komisch, wenn ich erfahre das Militärärzte unterwegs sind und Australien ein internationales Frühwarnsystem finanziell unterstützen möchte. Und wenn die wirtschaftlichen Auswirkungen dahingehend betrachtet werden, wer wie hohe Börsenverluste oder -gewinne zu verzeichnen hat, und ob die Rückversicherer hohe Zahlungen leisten müssen, dann krieg ich ob der eurozentristischen Betrachtungsweise einen dicken Hals. Wenn nun schließlich, wie in seinen Artikeln, links zu den Seiten der Bundesregierung und zum THW (einer Organisation - in den USA würde es heute heißen: des Heimatschutzes) gelegt werden und der Autor sich einer Sprache bedient, die ich eher aus Werbebroschüren der Bundewehr kenne ("Die Schnell-Einsatz-Einheit-Wasserversorgung-Ausland (SEEWA) des THW ist eine Spezialeinheit der Bundesanstalt. Sie kann innerhalb kürzester Zeit zu einem humanitären Soforthilfeeinsatz aufbrechen."), dann krieg ich eiunfach nur das Kotzen.
Mike Davis hat uns in seinem letzten Buch (Die Geburt der Dritten Welt; Assoziation A) gezeigt, wie wir uns aus linksradikaler Perspektive mit sogenannten Naturkatastrophen auseinandersetzen können. Warum sterben v.a. die armen Menschen? Was passiert mit den Flüchtlingsströmen? Wer eignet sich das verlassene LAnd an? Was macht das indonesische Militär in Aceh? Was passiert mit den Tamilen? (gerade von letzteren politischen Kreisen in der BRD wird schon bezweifelt das die humanitäre Hilfe in den tamilischen Regionen ankommen wird)
Wir wissen ja doch, dass der Kampf um Land in Indien bspw. immer noch aktuell ist: Werden die Regime die Katastrophe dazu benutzen die Vertreibung und Enteignung zu beschleunigen? Und schließlich: Wen wir die Bilder von Militärs sehen, die angebliche Plünderungen bei der Wasser- und Nahrungsmittelvergabe verhindern sollen, so sollten wir dem gegenüber sehr vorsichtig sein. In den ersten Stunden der Katastrophe waren die Betroffenen in aller Regel ohne staatliche Unterstützung und haben sich, wie fast immer in ihrem Leben, selbst geholfen. Warum glauben wir den immer so gerne, dass diese Menschen sofort übereinander herfallen, wenn sie nicht von Bewaffneten in Schach gehalten werden. Und diese Bewaffneten sind in der Regel ja zudem die alltäglichen Peiniger der Menschen. Und jetzt sind sie wohl Friedensengel?
Last but not least heißt es also zu schauen, wie die Menschen den Kampf um ihr Überleben führen. Und eins habe ich - und sicherlich nicht nur ich - in den ganzen Jahren meines politischen Lebens nur zu gut erfahren: Solidarität der Metropolen mit den trikontinentalen Kämpfen um Leben und Überleben ist kein paternalistischer Akt im Konzert mit der Bundesregierung und ihren Agentien. Solidarität mit den Kämpfen im Trikont heißt zuallererst zu schauen was die Menschen dort selbst machen und zu überlegen, wie wir sie darin unterstützen können.
HIerzu hätte ich gerne Infos von Menschen aus der Region, oder von Menschen, die sich in der Region besser auskennen.
Das Geseiere von Jens Steiner geht mir jedenfalls auf die Nerven. Und mehr noch: Wieder kommt jemand mit humanitären Einsätzen und überschreitet alte Grenzen: Und wieder scheint ein Teil der alten Linken nicht in der Lage dies zu reflektieren.

@ über mir

ich 28.12.2004 - 19:59
kann es sein, daß du dich in der seite geirrt hast? indy ist kein superduper-linksradikalen-forum. wenn desktoprevoluzzer und antifakiddies ne verbalradikalen-seite (nur mit superduper-revoluzzer-inhalten) wollen, dann solltet ihr vielleicht mal so ein projkt starten. würde indy bestimmt entlasten :-)

gg

f 28.12.2004 - 22:10
Also sorry, so tragisch das alles ist, aber dieses "es gibt auch deutsche opfer" is total irrelevant und eklig, das ganze wär genauso traurig wenn da 11 menschen anderer nationalität gestorben wären.

ob es dt. Opfer gab...

*börk* 29.12.2004 - 16:06
...ist überhaupt nicht irrelevant! was is denn mit den familien und freunden derer, die da im urlaub sind! die haben ja wohl ein recht zu erfahren, ob es in der region xyz einen deutschen touristen erwischt hat oder nicht! unmöglich dieses reflexgehabe

frage

frager 29.12.2004 - 16:41
gibt es jemand, der kontaktdaten weiterer einheimische, unabhängige ngos in der region kennt?

kommentar-disko

Lotti 31.12.2004 - 19:49
Ich bin auch der Meinung, dass die Ergänzung von 'muss immer noch nicht sein' neben aller Diskussion Einiges an inhaltlicher Ergänzung zu bieten hat, was ich mir auch im Artikel gewünscht hätte.

Natürlich lässt sich darüber streiten, was der Sinn von Indymedia ist. Aber dass Indymedia im Wettrennen um den Aktualitätshype mit den kommerziellen Medien bei so einem Thema auf jeden Fall verliert, daran besteht wahrscheinlich kein Zweifel. Ich lese Indymedia ja nicht, weil ich hoffe, hier am besten zu erfahren, wieviele Tote es denn nun gegeben hat, sondern, siehe oben, um die 'andere Sicht' zu erfahren. Und zwar nicht die 'Superlinksradikale', sondern schlicht die von unten, die sich Indymedia auf die Fahnen geschrieben hat.

Ich war auch ziemlich verblüfft, diesen Artikel nun in der Mittelspalte zu finden. Es steht wenig drin, was ich bei Spiegel-Online nicht schon gelesen hätte. Er ist inaktuell, logisch, weil es einfach ständig Neues gibt. Teilweise wirkt er wie eine 'Work in Progress', die stecken geblieben ist - der Sinn davon wird mir auch wirklich nicht klar. Sowas schnell am Tag danach zusammenzupuzzlen kann sinnvoll sein, aber fünf Tage später in die Mittelspalte, eben ohne die Fragen danach, welches Interesse die gönnerhaften reichen Staaten noch haben, neben der Sorge um ihr Image und die jeweils eigenen Touris, und danach, wie sich lokale politische Auseinandersetzungen jetzt konkret auswirken - das verstehe ich auch nicht.

@ Lotti

Icke 31.12.2004 - 21:45
Wo steht denn das mit dem AKW im Spiegel? Oder der Sache mit der Tourismusindustrie? Ihr Linksdogmaten seid manchmal komisch mit Eurem Nachrichtenunterdrückenwollen.

keep cool, baby :)

Lotti 31.12.2004 - 22:15
Also,  http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,335155,00.html z.B. ist doch ein ganz hübscher Artikel über die Bevorzugung von TouristInnen. Klar, nicht ganz genau die Frage, ob die Warnung wegen der TouristInnen zurückgehalten wurden, aber anonsten bringt das selbst die Tagesschau.

Ach ja, und siehe - hier ist es ja:  http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,334892,00.html.

Und die reine Meldung, dass das AKW überflutet wurde und dass es dabei Tote gab - das hatten die 'Anderen' eben auch, und zwar schneller als Indymedia - kein Wunder, im entsprechenden Artikel steht ja sogar, dass das Material aus dem Netz kommt. Ja, klar, in dem verlinkten Artikel steht noch mehr. Da sind noch ein paar offene Fragen zur WAA und dazu, warum es da keine weiteren Nachrichten gibt. Bloss: davon findet sich in diesem Artikel hier erstmal gar nichts. Auf genau den interessanten Teil wird nicht hingewiesen.

Und 'Linksdogmaten'... Mal abgesehen davon, dass es auch und gerade Indymedia kein Stück hilft, wenn diese Sorte Beschimpfungen ausgetauscht wird (weil nämlich vor allem die von uns allen ach so begehrten 'normalen' LeserInnen dann gaaaaanz schnell weiterklicken), hatte ich ja doch gerade versucht zu beschreiben, dass es mir genau darum nicht geht? Da stellt sich dann eben die Frage, warum eine kritische Nachfrage gleich als Dogmatismus verstanden wird.