Weiter aufklären
In einer am Montag verbreiteten Erklärung fordert das französische Netzwerk für den Atomausstieg die Verantwortlichen auf, die Umstände weiter aufzuklären, die zum Tod des 21jährigen Atomkraftgegners am 7. November bei der lothringischen Stadt Avricourt geführt haben. Eine Gruppe aus acht Personen hatte versucht, den Atomtransport auf dem Weg von der französischen Wiederaufarbeitungsanlage in La Hague ins niedersächsische Gorleben zu stoppen. Dabei kam der 21jährige unter die Räder des fast 100 Stundenkilometer schnell fahrenden Atomtransports.
Die einseitige Zuweisung der Schuld an die Gruppe der Blockierer weisen die französischen Atomkraftgegner zurück. Die Staatsanwaltschaft hatte erklärt, Unvorsichtigkeiten und Fehleinschätzungen der jungen Leute seien für den Unfall verantwortlich gewesen. „Was aber wirklich passiert ist“ sei keineswegs geklärt, beklagen die Atomkraftgegner vor allem die Sicherheitsmängel des Zugs mit der hochgefährlichen Fracht. Schließlich, fuhr der in einer „Risikozone, in der schon in der Vergangenheit häufig Aktionen von Atomkraftgegnern stattfanden“.
Die Atomkraftgegner erklären: „Der Transport hätte die Geschwindigkeit, zumindest während der Abwesenheit des Hubschraubers, verlangsamen müssen“. Der war gerade zum Tanken unterwegs, so dass es keine vorausschauende Luftüberwachung gab. Das sei eine „Mindestvoraussetzung an Sicherheitsmassnahmen“, für welche die französische Bahngesellschaft SNCF und die COGEMA, als Auftraggeber des Transports, verantwortlich seien. Der Zug wäre gegen jedes mit ungeahnten Folgen gegen jedes Hindernis auf den Schienen geprallt. Die SNCF müsse sich an die eigenen „Vorschriften“ halten. „Die Züge müssen zur langsamen Fahrt verpflichtet werden, um vor jedem möglichen auftauchenden Hindernis anhalten zu können.“
Die bisherigen Ermittlungen hätten nur zum Ziel gehabt, die „SNCF und die Atomindustrie von ihrer materiellen und moralischen Verantwortung“ zu entlasten, resümieren die Atomkraftgegner. Statt dessen fordern sie eine lückenlose Aufklärung aller Verantwortlichkeiten und Konsequenzen. Denn auf „gravierende Risiken“ der Bevölkerung, durch „Lücken in der Überwachung des Transportwegs“, habe letztlich der Tod eines jungen Menschen auf „dramatische Weise“ hingewiesen.
Wie das Neue Deutschland in Erfahrung bringen konnte, prüfen die Atomkraftgegner derzeit alle juristischen Möglichkeiten, um Licht ins Dunkel aller Umstände zu bringen, die zum Tod des Jugendlichen geführt haben. Allerdings sei das ein langwieriges Verfahren, das zudem mit hohen Kosten belastet sei. Im Januar werde eine Versammlung der 700 im Netzwerk zusammengeschlossenen Gruppen die weitere Vorgehensweise beschließen. Klar sei, dass es zahlreiche Aktivitäten geben werde, um den politischen Druck zu erhöhen.
Von Beginn an waren die Ermittlungen mit Zweifeln belastet. Die Staatsanwaltschaft und die zuständigen Behörden hatten tagelang, gegen besseres Wissen, behauptet, der Atomkraftgegner sei auf den Schienen angekettet gewesen. Das er neben dem Gleis stand und vom Luftwirbel des Zugs erfasst wurde, wurde erst eingeräumt, nachdem die Freunde des Getöteten sich an die Öffentlichkeit gewandt hatten.
Dass es auch in Deutschland nicht gut um die Sicherheit der Atomtransporte steht, zeigte sich erst am vergangenen Mittwoch. Ein Castorzug aus Stade prallte ungebremst auf eine Barrikade aus Holzstämmen bei Tostedt, obwohl der Zug frühzeitig und mehrfach vor einer Blockade gewarnt wurde. Zunächst wurde sollte der Vorfall offenbar verschleiert werden und es wurde von einem gewöhnlichen Güterzug gesprochen. Erst nachdem die Atomkraftgegner den Vorfall öffentlich machten, wurde offiziell eingeräumt, dass es sich um einen Atomtransport gehandelt hat.
© Ralf Streck, den 22.12.2004
Atomkraftgegner fordern weiter Aufklärung
Französisches Netzwerk „Ausstieg aus der Atomenergie“
Zusammenschluss von 698 Gruppen und Organisationen
Erklärung vom Montag, 20. Dezember 2004
Atomkraftgegner getötet: Das Netzwerk „Ausstieg aus der Atomenergie“ fordert, eine vollständige Aufklärung der Ereignisse
Das Netzwerk „Ausstieg aus der Atomenergie“ ist sehr verwundert über die Ergebnisse der Untersuchung zum Tod des Atomkraftgegners Sébastien Briat im Laufe einer Protestaktion am 7. November 2004 bei Avricourt gegen die Atommülltransporte auf den Schienen. Aus dieser Untersuchung geht eindeutig hervor, dass die Behörden, die SNCF und die Atomindustrie von ihrer materiellen und moralischen Verantwortung entlastet werden sollen.
Auch wenn die Untersuchung eine Reihe von Unvorsichtigkeiten und Fehler im Vorgehen deutlich machen, werden diese in erster Linie den jugendlichen Demonstranten angelastet.
Aber, angeblich ist der Transporteur zum großen Teil verantwortlich:
- Der Zug fuhr durch eine bekannte „Risikozone“, in der schon in der Vergangenheit häufig Aktionen von Atomkraftgegnern stattfanden. Wie stand es mit den Sicherheitsvorkehrungen, die man deshalb von den zuständigen Behörden hätte erwarten können?
- Warum fuhr der Zug weiterhin mit etwa 100 km/h, obwohl der zur Überwachung der Schienen eingesetzte Hubschrauber zum Tanken geflogen war? Der Transport hätte die Geschwindigkeit, zumindest während der Abwesenheit des Hubschraubers, verlangsamen müssen. Dies wäre eine der Mindestvoraussetzungen an Sicherheitsmassnahmen gewesen, für welche die SNCF und die COGEMA als Betreiber der Transporte verantwortlich sind.
Das fehlende Einkalkulieren von möglichen Hindernissen auf den Schienen macht große Lücken in der Überwachung des Transportwegs und damit gravierende grundsätzliche Sicherheitsmängel bei allen Atomtransporten auf der Schiene deutlich.
Solche Transporte gefährden deutlich seit Jahren die Sicherheit der in der Umgebung der Bahnstrecke lebende Bevölkerung. Dieser durch nichts zu rechtfertigende Unfall hat den Tod eines jungen Menschen verursacht und auf dramatische Weise die gravierenden Risiken deutlich gemacht, die bei jedem Transport von radioaktivem Material eingegangen werden.
Die im französischen Netzwerk „Ausstieg aus der Atomenergie“ zusammengeschlossenen Gruppen und Organisationen fordern den französischen Staat auf, schnellstmöglich
- die Produktion von hochgefährlichen Materialien wie radioaktiven Brennelementen und Atommüll erneut zu überdenken
- die Zahl der mit höchstem Risiko verbundenen Atomtransporte zu begrenzen, und zwar besonders durch das Beenden der Wiederaufbereitung von Atommüll aus anderen Ländern
- die Sicherheitsnormen für diese Art Transporte grundsätzlich neu festzulegen, was offensichtlich nicht getan wurde.
Das französische Netzwerk „Ausstieg aus der Atomenergie“ fordert die SNCF und die zuständigen Behörden auf, als Mindestmassnahme ihre eigenen Vorschriften einzuhalten. Die Züge müssen zu einer langsamen Fahrt verpflichtet werden, d.h. sie müssen vor jedem möglichen Hindernis anhalten können, vor allem wenn es den kleinsten Hinweis auf Protestaktionen an den Schienen gibt.
Fehlende Transparenz beim Zugang zu Informationen ist gefährlich. Wir fordern deshalb die Abschaffung der militärischen Geheimhaltung bei Atomtransporten. Das Personal der SNCF, die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden und die Bewohner der Umgebung der Bahnstrecke müssen von jedem Atomtransport informiert werden.
Wir verurteilen das weitere Herunterspielen von Atommülltransporten durch dieses Untersuchungsergebnis, das nicht die wirklichen Ursachen des Todes von Sébastien Briat darstellt, sondern allein die Betreiber der Atommülltransporte von ihrer Verantwortung entlastet.
Das französische Netzwerk «Ausstieg aus der Atomenergie» fordert erneut, die vollständige Aufklärung der Ereignisse.
Pressekontakt Réseau « Sortir du nucléaire »
(Jean-Marie Brom, 00 33 6 08 98 79 40, Stéphane Lhomme 00 33 6 64 10 03 33)
Erklärung Gewerkschaft Sud Rail
Apprenant les conclusions de l'enquête ménée par le procurreur de la
république à propos du décès du jeune militant anti-nucléaire, Sébastien
Briat, la fédération SUD Rail fait part de son étonnement et de sa
désapprobation.
Si le procureur renonce à poursuivre les militants qui agissaient pour
dénoncer le transport de déchets nucléaires à destination de l'Allemagne, il
impute "le concours d'imprudences et de sysfonctionnements" aux seuls
militants. Renonçant, ainsi, à chercher l'ensemble des causes ayant
provoquées le heurt de Sébastien par un train roulant à 100 km/h.
SUD Rail s'interroge sur le fait qu'une "enquête" passe sous silence la
règlementation SNCF qui impose la Marche prudente lorsqu'il y a présomption
de personnes sur les voies. Or cette présomption existait et elle est
prouvée par la seule présence de force de police tout au long du parcours
(Il faut savoir qu'en trafic intérieur une moyenne d'un "castor" par jour
circule sur le réseau français sans aucune protection policière).
Par ailleurs c'est pour se prémunir d'actions de blocage des voies que le
convois est, en temps normal, précédé d'un hélicoptère. La disparition de
cet hélicoptère pour des raisons techniques (ravitaillement) aurait du, en
tout état de cause, être compensée par un autre moyen de visualisation...ou
par la réduction de la vitesse du train de manière à lui permettre de
s'arrêter devant un obstacle.
C'est pourquoi la fédération SUD Rail:
- demande la réouverture d'une enquête établissant "l'arbre des causes" de
ce tragique accident.
- dénonce le trafic commercial de déchets nucléaires qui met en cause la
sécurité des populations et des cheminots
- réclame la transparence totale sur tous les trafics et en particulier sur
ceux' quotidiens" de combustibles usagés en provenance des centrales
françaises et à destination de la Hague.
Dominique.Malvaud
SUD Rail
147 rue Cardinet
75017 Paris
Tel 06 72 07 76 42
Die Atomkraftgegner erklären: „Der Transport hätte die Geschwindigkeit, zumindest während der Abwesenheit des Hubschraubers, verlangsamen müssen“. Der war gerade zum Tanken unterwegs, so dass es keine vorausschauende Luftüberwachung gab. Das sei eine „Mindestvoraussetzung an Sicherheitsmassnahmen“, für welche die französische Bahngesellschaft SNCF und die COGEMA, als Auftraggeber des Transports, verantwortlich seien. Der Zug wäre gegen jedes mit ungeahnten Folgen gegen jedes Hindernis auf den Schienen geprallt. Die SNCF müsse sich an die eigenen „Vorschriften“ halten. „Die Züge müssen zur langsamen Fahrt verpflichtet werden, um vor jedem möglichen auftauchenden Hindernis anhalten zu können.“
Die bisherigen Ermittlungen hätten nur zum Ziel gehabt, die „SNCF und die Atomindustrie von ihrer materiellen und moralischen Verantwortung“ zu entlasten, resümieren die Atomkraftgegner. Statt dessen fordern sie eine lückenlose Aufklärung aller Verantwortlichkeiten und Konsequenzen. Denn auf „gravierende Risiken“ der Bevölkerung, durch „Lücken in der Überwachung des Transportwegs“, habe letztlich der Tod eines jungen Menschen auf „dramatische Weise“ hingewiesen.
Wie das Neue Deutschland in Erfahrung bringen konnte, prüfen die Atomkraftgegner derzeit alle juristischen Möglichkeiten, um Licht ins Dunkel aller Umstände zu bringen, die zum Tod des Jugendlichen geführt haben. Allerdings sei das ein langwieriges Verfahren, das zudem mit hohen Kosten belastet sei. Im Januar werde eine Versammlung der 700 im Netzwerk zusammengeschlossenen Gruppen die weitere Vorgehensweise beschließen. Klar sei, dass es zahlreiche Aktivitäten geben werde, um den politischen Druck zu erhöhen.
Von Beginn an waren die Ermittlungen mit Zweifeln belastet. Die Staatsanwaltschaft und die zuständigen Behörden hatten tagelang, gegen besseres Wissen, behauptet, der Atomkraftgegner sei auf den Schienen angekettet gewesen. Das er neben dem Gleis stand und vom Luftwirbel des Zugs erfasst wurde, wurde erst eingeräumt, nachdem die Freunde des Getöteten sich an die Öffentlichkeit gewandt hatten.
Dass es auch in Deutschland nicht gut um die Sicherheit der Atomtransporte steht, zeigte sich erst am vergangenen Mittwoch. Ein Castorzug aus Stade prallte ungebremst auf eine Barrikade aus Holzstämmen bei Tostedt, obwohl der Zug frühzeitig und mehrfach vor einer Blockade gewarnt wurde. Zunächst wurde sollte der Vorfall offenbar verschleiert werden und es wurde von einem gewöhnlichen Güterzug gesprochen. Erst nachdem die Atomkraftgegner den Vorfall öffentlich machten, wurde offiziell eingeräumt, dass es sich um einen Atomtransport gehandelt hat.
© Ralf Streck, den 22.12.2004
Atomkraftgegner fordern weiter Aufklärung
Französisches Netzwerk „Ausstieg aus der Atomenergie“
Zusammenschluss von 698 Gruppen und Organisationen
Erklärung vom Montag, 20. Dezember 2004
Atomkraftgegner getötet: Das Netzwerk „Ausstieg aus der Atomenergie“ fordert, eine vollständige Aufklärung der Ereignisse
Das Netzwerk „Ausstieg aus der Atomenergie“ ist sehr verwundert über die Ergebnisse der Untersuchung zum Tod des Atomkraftgegners Sébastien Briat im Laufe einer Protestaktion am 7. November 2004 bei Avricourt gegen die Atommülltransporte auf den Schienen. Aus dieser Untersuchung geht eindeutig hervor, dass die Behörden, die SNCF und die Atomindustrie von ihrer materiellen und moralischen Verantwortung entlastet werden sollen.
Auch wenn die Untersuchung eine Reihe von Unvorsichtigkeiten und Fehler im Vorgehen deutlich machen, werden diese in erster Linie den jugendlichen Demonstranten angelastet.
Aber, angeblich ist der Transporteur zum großen Teil verantwortlich:
- Der Zug fuhr durch eine bekannte „Risikozone“, in der schon in der Vergangenheit häufig Aktionen von Atomkraftgegnern stattfanden. Wie stand es mit den Sicherheitsvorkehrungen, die man deshalb von den zuständigen Behörden hätte erwarten können?
- Warum fuhr der Zug weiterhin mit etwa 100 km/h, obwohl der zur Überwachung der Schienen eingesetzte Hubschrauber zum Tanken geflogen war? Der Transport hätte die Geschwindigkeit, zumindest während der Abwesenheit des Hubschraubers, verlangsamen müssen. Dies wäre eine der Mindestvoraussetzungen an Sicherheitsmassnahmen gewesen, für welche die SNCF und die COGEMA als Betreiber der Transporte verantwortlich sind.
Das fehlende Einkalkulieren von möglichen Hindernissen auf den Schienen macht große Lücken in der Überwachung des Transportwegs und damit gravierende grundsätzliche Sicherheitsmängel bei allen Atomtransporten auf der Schiene deutlich.
Solche Transporte gefährden deutlich seit Jahren die Sicherheit der in der Umgebung der Bahnstrecke lebende Bevölkerung. Dieser durch nichts zu rechtfertigende Unfall hat den Tod eines jungen Menschen verursacht und auf dramatische Weise die gravierenden Risiken deutlich gemacht, die bei jedem Transport von radioaktivem Material eingegangen werden.
Die im französischen Netzwerk „Ausstieg aus der Atomenergie“ zusammengeschlossenen Gruppen und Organisationen fordern den französischen Staat auf, schnellstmöglich
- die Produktion von hochgefährlichen Materialien wie radioaktiven Brennelementen und Atommüll erneut zu überdenken
- die Zahl der mit höchstem Risiko verbundenen Atomtransporte zu begrenzen, und zwar besonders durch das Beenden der Wiederaufbereitung von Atommüll aus anderen Ländern
- die Sicherheitsnormen für diese Art Transporte grundsätzlich neu festzulegen, was offensichtlich nicht getan wurde.
Das französische Netzwerk „Ausstieg aus der Atomenergie“ fordert die SNCF und die zuständigen Behörden auf, als Mindestmassnahme ihre eigenen Vorschriften einzuhalten. Die Züge müssen zu einer langsamen Fahrt verpflichtet werden, d.h. sie müssen vor jedem möglichen Hindernis anhalten können, vor allem wenn es den kleinsten Hinweis auf Protestaktionen an den Schienen gibt.
Fehlende Transparenz beim Zugang zu Informationen ist gefährlich. Wir fordern deshalb die Abschaffung der militärischen Geheimhaltung bei Atomtransporten. Das Personal der SNCF, die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden und die Bewohner der Umgebung der Bahnstrecke müssen von jedem Atomtransport informiert werden.
Wir verurteilen das weitere Herunterspielen von Atommülltransporten durch dieses Untersuchungsergebnis, das nicht die wirklichen Ursachen des Todes von Sébastien Briat darstellt, sondern allein die Betreiber der Atommülltransporte von ihrer Verantwortung entlastet.
Das französische Netzwerk «Ausstieg aus der Atomenergie» fordert erneut, die vollständige Aufklärung der Ereignisse.
Pressekontakt Réseau « Sortir du nucléaire »
(Jean-Marie Brom, 00 33 6 08 98 79 40, Stéphane Lhomme 00 33 6 64 10 03 33)
Erklärung Gewerkschaft Sud Rail
Apprenant les conclusions de l'enquête ménée par le procurreur de la
république à propos du décès du jeune militant anti-nucléaire, Sébastien
Briat, la fédération SUD Rail fait part de son étonnement et de sa
désapprobation.
Si le procureur renonce à poursuivre les militants qui agissaient pour
dénoncer le transport de déchets nucléaires à destination de l'Allemagne, il
impute "le concours d'imprudences et de sysfonctionnements" aux seuls
militants. Renonçant, ainsi, à chercher l'ensemble des causes ayant
provoquées le heurt de Sébastien par un train roulant à 100 km/h.
SUD Rail s'interroge sur le fait qu'une "enquête" passe sous silence la
règlementation SNCF qui impose la Marche prudente lorsqu'il y a présomption
de personnes sur les voies. Or cette présomption existait et elle est
prouvée par la seule présence de force de police tout au long du parcours
(Il faut savoir qu'en trafic intérieur une moyenne d'un "castor" par jour
circule sur le réseau français sans aucune protection policière).
Par ailleurs c'est pour se prémunir d'actions de blocage des voies que le
convois est, en temps normal, précédé d'un hélicoptère. La disparition de
cet hélicoptère pour des raisons techniques (ravitaillement) aurait du, en
tout état de cause, être compensée par un autre moyen de visualisation...ou
par la réduction de la vitesse du train de manière à lui permettre de
s'arrêter devant un obstacle.
C'est pourquoi la fédération SUD Rail:
- demande la réouverture d'une enquête établissant "l'arbre des causes" de
ce tragique accident.
- dénonce le trafic commercial de déchets nucléaires qui met en cause la
sécurité des populations et des cheminots
- réclame la transparence totale sur tous les trafics et en particulier sur
ceux' quotidiens" de combustibles usagés en provenance des centrales
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Dominique.Malvaud
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Ergänzungen
Fahrtenschreiber des Zuges
Die in Deutschland richtige Bezeichnug ist "Elektronische Fahrten-Registrierung" (EFR)
Sie registriert für jeden gefahrenen Kilometer mehrere Daten des jeweiligen Zuges, wie Geschwindigkeit mit der sekundengenauen Zeit dieser Geschwindigkeit; Einflüsse der "Punktförmigen Zugbeeinflussung"
(früher "indusi" ) der Linienzugbeeinflussung, alle Bremsvorgänge, jede Betätigung der sog. "Wachsamkeitstaste", versch. Daten des Zug-Bremssystems und anderes.
Diese Daten, die in jedem Triebfahzeug (LOK) aufgezeichnet werden, werden digital und zentral gespeichert.
In Deutschland werden sie bei allen Unregelmäißigkeiten von der "Zentralen Auswertestelle der Fahrtenregistrierungen" (ZAS) der DB AG in Nürnberg ausgelesen und Ausgewertet.
Beim Castorzug werden sie Auskunft darüber geben, zu welcher Zeit und an welchem Strckenkilometer der Zug wie schnell gefahren ist.
Wann der die Geschwindigkeit erhöht oder verringert hat.
Wann der Lokführer die Schnellbremsung vor dem Unglück ausgelöst hat.
Auch wenn der Zug in dem angegebenen Sichtbereich nicht rechtzeitig vor den Gleisaktivisten halten konnte, so hätte doch die Geschwindigkeit bei unverzüglicher Notbremsung so weit verringert sein müssen, daß es keineen gefährlichen Sog hätte geben können.
(Grob geschätzt bei einer bei Güterzügen üblichen Verzögerung von 0,5 m/s² etwa auf 80-70km/h. Eine genaue Berechnung ist aber nur mit den Bremsdaten des Zuges möglich)
Dann wäre die letzte Version der Staatsanwaltschaft wiederlegt.
Genau über diesen Punkt kann die EFR sekundengenau und metergenau Aukunft geben.
Die schnelle Einstellung des Verfahrens legt den Verdacht nahe, daß genau das verhindert werden soll.