EKH bleibt Demo Wien, 18 Dez 2004, erste Eindrücke
Mehrere Hundert Leute versammelt - Polizei massiv präsent - Kessel vorbereitet - Situation jedoch entspannt
Die Polizei ist massiv präsent, rund um den Westbahnhof sind Beamte gesammelt. Alle Stra'en rund um den Westbahnhof können binnen kürzester Zeit abgeriegelt werden... Die Kauflustigen müssen vom Westbahnof um auf die innere Mariahilfer Strasse zu gelangen, durch einen kleinenDurchgang zwischen Tretgittern durch.
Das Einkaufen auf der Mariahilferstrasse geht munter weiter. Dies Kauflustigen sind aber zum Teil ob der massiven Polizeipräsenz sehr verwirrt. An der Ecke Neubaugasse/Mariahilferstrasse haben die OeVP und die Linkswende-Studis jeweils einen Infotisch aufgebaut.
Die Kundgebung am Westbahnhof, bei der sich mehrere Hundert Leute versammelt haben, ist ruhig. Um ca. 15:30 werden Redebeiträge verlesen. Derzeit scheint unklar, ob es bei der Kundgebung am Westbahnhof bleibt, oder ob wie geplant eine Demonstrtation stattfinden wird.
Das Einkaufen auf der Mariahilferstrasse geht munter weiter. Dies Kauflustigen sind aber zum Teil ob der massiven Polizeipräsenz sehr verwirrt. An der Ecke Neubaugasse/Mariahilferstrasse haben die OeVP und die Linkswende-Studis jeweils einen Infotisch aufgebaut.
Die Kundgebung am Westbahnhof, bei der sich mehrere Hundert Leute versammelt haben, ist ruhig. Um ca. 15:30 werden Redebeiträge verlesen. Derzeit scheint unklar, ob es bei der Kundgebung am Westbahnhof bleibt, oder ob wie geplant eine Demonstrtation stattfinden wird.
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Ergänzungen
@medienaktivistInnen
berichte/eindrücke zur demo bitte derweil auf de.indymedia posten.
ergänzung
kleinere gruppen befinden sich in der mariahilferstrasse und machen diverse (spass)aktionen.
FPÖ hetzt gegen EKH-Demo
Der deutschnationale Burschenschafter und Wiener FPÖ-Obmann H.C. Strache ist ein vielseitiger Mann und wie wir seit heute wissen dürfte ihm auch das Internet nicht fremd sein. Dort hat er gelesen, dass es Leute geben soll, die auf eine "sehr amüsante, fetzige und nette Demo" hoffen. Und daraus schließt Strache nun folgendes:
Wasserwerfereinsatz: "Im Interesse des Rechtstaates"
Es sei zu befürchten, "dass rund 1.000 Linksextremisten mit viel Krawall ihre Demonstration durch die Mariahilfer Straße in die Innenstadt durchziehen dürfen. Dies ist im Interesse des Rechtsstaates, der Anrainer, der Geschäftsleute sowie zehntausender Weihnachtseinkäufer mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu verhindern, notfalls auch durch den Einsatz von Wasserwerfern."
Es könne schließlich nicht sein, "dass am letzten Einkaufssamstag in Österreichs
größter Einkaufsstraße den Menschen ihre Weihnachtseinkäufe durch linke Krawallhorden vermiest werden. Dadurch wird es auch zu eklatanten Umsatzeinbrüchen kommen", so Strache. Er sehe das auch als Nagelprobe für den Innenminister, "ob die ÖVP ihren moralischen Anspruch auf Führung dieses Ressorts überhaupt weiter stellen kann", so Möchtegern-Innenminister Strache.
Wenn H.C. Strache nicht gerade "1.000 gewaltbereiten Linksextremisten" auf Wiener Einkaufsstraßen zurollen sieht, tritt er u.a. als Redner bei rechtsextremen Veranstaltungen auf. Am 8. Mai 2004 zum Beispiel beim so genannten "Heldengedenken" am Wiener Heldenplatz - einer Gedenkveranstaltung zur Ehre der Soldaten die von 1939-1945 für das nationalsozialistische Deutschland kämpften. Dort unterstellte er AntifaschistInnen in seiner Rede "faschistischen Ungeist" während er sich selbst und rund 100 rechtsextreme KundgebungsteilnehmerInnen als "Demokratiebewahrer" stilisierte.
mehr Hintergrundinfos:
massive polizeipräsenz
heute Abend =>
kein tag ohne autonomes zentrum
Hunderte Menschen bei keiner Demo für das EKH
Insgesamt waren zwischen 500 und 1000 DemonstrantInnen gekommen. Eine genauere Zahl ließ sich bei der dicht gedrängten Menge nicht ermitteln.
Hunderte Menschen bei keiner Demo für das EKH
Insgesamt waren zwischen 500 und 1000 DemonstrantInnen gekommen. Eine genauere Zahl ließ sich bei der dicht gedrängten Menge nicht ermitteln.
Kritik an der Demo
1.Akt:
Man nehme eine Menschenmenge und lasse sie unter möglichst niedrigen Temperaturen 1-2 Stunden bei Soundbeschallung herumstehen. Sowas macht immer gute Stimmung und ist ein super Ausdauertraining.
2.Akt:
Statt altmodische Transparente und ausreichend Flugzettel zu verwenden setze man den "Demo"teilnehmerInnen lustige rote Zipfelmützen aus. Das ergibt genau die richtige Außenwirkung, denn Transparente haben eh sowas hierarchisch Kummerlmäßiges, und mit dem KonsumentInnenpöbel will eh niemand kommunizieren.
3.Akt:
Um die Stimmung noch weiter auf die Spitze zu treiben streue man ein paar Gerüchte unter die Leute á la "Die Bullen sind heute voll auf Eskalation!!!" oder "Wir gehen nicht weg, weil sonst die Bullen das EKH stürmen!!!" und natürlich "Das alles weiß jemand der voll an der Quelle sitzt!!".
Böse Zungen mögen behaupten, dass es vorauseilender Gehorsam wäre, noch nicht mal den Versuch einer Demo zu unternehmen weil die Bullen "Buh!" machen. In Wirklichkeit ist das aber ist das im Rahmen einer vollkommen intelligenten Logik begründbar, und wers nicht versteht ist selber Schuld.
4.Akt:
Nachdem es einenhalb Stunden einfachst möglich gewesen wäre Richtung Gürtel loszugehen (einzige Richtung ohne Tretgitter und Bullenreihen, klare Einladung der Einsatzleitung), geht man dann los. Natürlich genau auf die stärkste Absperrung in der Mariahilferstrasse zu und nicht in die entgegengesetzte Richtung wo keine Kibara stehen. Nach knapp fünfzig Metern ist dann Stopp, und man steht wieder ein Stündchen herum.
5.Akt (Schlussakt):
Man wartet nun solange bis die Polizei einen großräumigen Kessel aufgezogen hat, und auch die letzten verhinderten Demoteilnehmerinnen kapiert haben, dass sie sich hier selbst verarschen und nach hause gehen.
Fazit:
Durch 100prozentige Unfähigkeit einer "Demo"organisation, die zum richtigen Zeitpunkt konsequent das Falsche macht, schafft man es jederzeit mühelos eine große Menge an Leuten zu demotivieren und der Lächerlichkeit preiszugeben. Yeah! EKH rocks!
noch ein demobericht
Einige hundert solidarische Leute fanden sich ab 14.00 Uhr am langen Einkaufssamstag am Beginn der Mariahilfer Straße ein. Wie erwartet war der Zugang zur Mariahilfer Straße hermetisch abgeriegelt. Trettgitter und eine dichte Reihe an PolizistInnen bildeten eine Barriere. An den beiden Rändern konnten am Gehsteig WeihnachtseinkäuferInnen die Sperre jedoch passieren. Vom Westbahnhof und den U-Bahn-Stationen kommend kam ein steter Schwall an Einkaufswütigen an der Kundgebung vorbei. Das Aussehen der Kundgebung war geprägt von den verteilten 300 roten Weihnachtszipfelmützen und kostümierten Weihnachtsmenschen und Engerln. Während der ganzen Zeit verteilten AktivistInnen Flugblätter an die verwirrten EinkäuferInnen. Nach einer kurzen Auftaktkundgebung und längerem Herumstehen setzten sich etwa 150 Leute in Richtung Polizeisperre in Bewegung. Das reichte, um die Polizei zu bewegen, den
Zugang zur Mariahilfer Straße komplett abzuriegeln. Die nun behelmten PolizistInnen hatten alle Mühe den Leuten zu erklären, warum sie nicht mehr in das Einkaufsparadies gehen durften. Vielen PassantInnen blieb es ein Rätsel, wie es zu solch einem martialischen Polizeiaufgebot kommen konnte. Die Weihnachskostümierung erfüllte ihren Zweck, den massiven Polizeieinsatz lächerlich zu machen.
Ursprünglich war geplant, eine Demonstration zuerst über den Gürtel und danach parallel zur Mariahilfer Straße in Richtung Innenstadt zu führen. An beiden Seiten des Gürtels waren jedoch große Polizeikräfte in Bereitschaft und so wurde dieser Plan fallen gelassen. Einen Alternativplan dazu gab es, er konnte jedoch mangels Beteiligung an der Vorbereitung nicht umgesetzt werden. Eigene Ideen von DemonstrantInnen gab es auch keine, so blieb es bei einer Standkundgebung an diesem Tag. Das war insofern schade, da auch an diesem Tag noch etwas anderes möglich gewesen wäre. Lange Zeit war der Zugang zur Mariahilfer Straße nicht komplett abgesperrt. Selbst Leute, die offensichtlich der Kundgebung angehörten, konnten die Sperre passieren. Ein langsames Einsickern in die Einkaufsmeile mit anschließenden Spontanaktionen wäre möglich gewesen. Diese Idee scheiterte sowohl an der mangelnden Planung als auch an der Ideenlosigkeit der KundgebungsteilnehmerInnen.
Auch wenn viele TeilnehmerInnen jetzt frustriert über die Demovorbereitung schimpfen, der 18.12. war durchaus ein Erfolg. Die Idee bei dieser Aktion war, den geregelten Ablauf an diesem letzten Weihnachtssamstag soweit wie möglich zu stören. Und das haben die eingesetzten 900 BeamtInnen zur vollsten Zufriedenheit erledigt. Tausende Einkaufswütige wurden zumindest für kurze Zeit aus ihrem Weihnachtsrausch gerissen und viele von ihnen wurden mit den Flugblättern zum ersten Mal mit dem EKH konfrontiert. Mit dieser Kundgebung ist das EKH auch wieder in die kommerziellen Medien gekommen, was mit der Demo am 12. November nicht gelungen ist. Ein mehr an "action" (was viele KundgebungsteilnehmerInnen vermissten) kann wohl mit diesem Organisierungsgrad in den autonomen Strukturen nicht erreicht werden.
@tatblatt
EKH-bleibt.
video: EKH bleibt! demo #2
sprache: deutsch | laenge: 4,17 min | datum: 21-12-2004 | groesse: 7138 kb
realvideo:
quicktime:
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Peinlich
Die komplette Kundgebung ("Demo") wurde im Keim erstickt
aber nichts desto trotz
EKH bleibt!!!
KPÖ ist tot!