ZANON Argentinien : Petition

selva 05.12.2004 14:35 Themen: Globalisierung Weltweit
Naomi Klein bittet DRINGEND um die Unterzeichnung einer
Petition in Solidarität mit der argentinischen Keramik-Fabrik
ZANON die nach dem Bankrott von den ArbeiterInnen besetzt
wurde und die inzwischen ein Beispiel für das Funktionieren von
Selbstverwaltung und sozialer Gerechtigkeit ist URGENTE
Dringende Bitte von Naoimi Klein um Unterstützung für die ArbeiterInnen von Zanon in Patagonien

( Pedido urgente de Naomi Klein para apoyar a los obreros de Zanon en Patagonia , 04.12.04 )

Liebe FreundInnen

Wir schreiben Euch um Eure Unterstützung zu erbitten mit dem wertvollen und inspirierenden Kampf in Argentinien.
Die Keramikfabrik ZANON, eine demokratische Fabrik unter der Kontrolle der ArbeiterInnen, in Patagonien, sieht sich mit einer Serie von Räumungsdrohungen konfrontiert, deshalb baten uns ihre ArbeiterInnen eine breite internationale Unterstützung mit ihrem Kampf herzustellen.

Um die entsprechende Petition zu unterzeichnen bitte hier klicken :
 http://www.PetitionOnline.com/zanon/petition.html

Für diejenigen unter Ihnen/Euch denen unsere Dokumentation " Die Einnahme der Fabrik Zanon " und die Bewegung der Fabrikbesetzungen und ArbeiterInnenkontrolle in Argentinien im allgemeinen bekannt, ist dies alles sehr vertraut.

Für diejenigen die die Geschichte nicht kennen : Diese Bewegung von ca. 15.000 ArbeiterInnen betreibt an fast 200 ( Produktions)-Stellen basisdemokratische Erwerbsarbeit und verbreitet dadurch Hoffnung und eine alternative Ökonomie inmitten der Scherben des desaströsen Experimentes eines orthodoxen Neoliberalismus in Argentinien während der 90ziger Jahre.

Die zurückerkämpften Fabriken werden per asamblea ( Vollversammlung ) verwaltet : ein Arbeiter/eine Arbeiterin, eine Stimme. In der Mehrheit beschlossen die Belegschaften, dass jeder/jede denselben Lohn erhalten soll. Diese Fabriken haben den Beweis erbracht für die Lebensfähigkeit einer Ökonomie die nach völlig anderen Wertschätzungen funktioniert - und diese Ökonomie wächst ....
Im vergangenen Jahr erweiterte ZANON seine Kapazität von 300 auf 450 ArbeiterInnen: dies enstspricht 50% . Welches multinationale Unternehmen kann eine gleiche Rate an Arbeitsplatzsteigerung mitten in einer wirtschaftlichn Krise vorweisen und noch dazu eine angemessene und faire Bezahlung?

Ausserdem entwicklte sich durch ZANON eine grundlegende und gegenseitige Beziehung mit der umgebenden Gemeinde. Seit 20 Jahren bat der bescheidene Stadtteil Nueva España , auf der anderen Seite der Strecke auf der sich die Fabrik befindet, die Provinzregierung um den Bau eines Krankenhauses. Anfang diesen Jahres hielten die ArbeiterInnen ZANONS eine Versammlung ab und errichten binnen dreier Monate ein centro de salud (Gesundheitszentrum ) das , vollkommen neu, gleich eröffnet wurde.

Doch mittlerweile droht die Regierung mit dem Einschreiten polizeilicher Kräfte um ZANON die wertvollen Produktionsmaschinen zu entziehen. Eine solche Anordnung ist illegal, auch wenn das Argument der föderalen Kräfte ist, die ( Handels ) - Grenzen Argentiniens schützen zu wollen. Der föderale Richter der zwar den Bankrott des ehemaligen Besitzers einsah, verweigert der Kooperative der ArbeiterInnen ZANON`s (FaSinPat – abreviatura de ‘Fábricas Sin Patrones’ / Fabriken ohne Chefs ) die Anerkennung.

Der Ex-Inhaber erhielt hingegen Milllionen Unterstützungsgelder der öffentlichen Hand und es gilt noch immer eine gigantische Verschuldung aus dem Bankrott: selbst der damalige Direktor spricht von nicht abstreitbaren " Unregelmäßigkeiten" . Die ArbeiterInnen - Kooperative ist im Gegensatz dazu ein voller Erfolg: Gegenwärtig produziert ZANON 380.000 Quadratmeter Keramik pro Monat ( Kacheln; Anmrkg: z.T. in solidarischer Absicht mit Motiven der verfolgten Mapuche-Indianer ) - ein Prodiktionsniveau höher als zur Zeit der Schliessung unter dem EX-Unternehmer. Und dies erwirtschaften die ArbeiterInnen ohne die immensen öffentlichen Zuwendungen die sich auf 300.000 Pesos monatlich beliefen.

Die ArbeiterInnen von ZANON erklärten uns, eine massive internationale Unterstützung könnte ein wichtiger Schlüssel der Differenziertheit zwischen den verschiedenen Ebenen der Justiz und der Regierung sein.

Die erfolgreiche Verbindung von direkter Aktion und direkter (Basis) - Demokratie von ZANON ist ein besonderes Beispiel dafür, dass eine andere Welt möglich ist und vor unseren Augen wächst ....

Wir bitten Sie/Euch die Petition zu unterzeichnen :
 http://www.PetitionOnline.com/zanon/petition.html

und zu versuchen Andere zu ermutigen dies ebenfalls zu tun

Dank für Ihre/Eure Zeit und Unterstützung

Avi Lewis und Naomi Klein

( Quelle:  http://www.rebelion.org/noticia.php?id=8361 )
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Ergänzungen

Text der Petition

selva 05.12.2004 - 14:58
( 6571 Total Signatures - Stand SO 05.12 / 15 UHR )

To: the President of Argentina, Néstor Kirchner, the Governor of the province of Neuquén, Jorge Sobisch, Federal Judge Rafael Barreiro, and other members of the government and nation of Argentina
(Para versión en español ver abajo)
(La traduzione in italiana si trova giù)

Around the world, Argentina’s movement of recovered companies and factories is seen as an inspiration in the fight against neoliberalism, and an important symbol of another world that is possible, necessary, and emerging.

One of the jewels of this movement is the worker-controlled ceramic tile factory of Zanon in Neuquen: a concrete and successful local alternative to the global economic model. Under worker control, the factory has increased employment 50% in one year from 300 to 450 workers: what multinational corporation can boast that kind of record? The Zanon workers have managed this democratically, with decisions made in open assemblies, and every worker having equal power. How many of us have ever experienced true democracy in our workplaces?

The Zanon workers have also built deep popular support in the province of Neuquen, and have shown their commitment to their community in many ways, most recently by building a community health centre in the impoverished community next to the factory.

And yet the reward for the extraordinary successes of the last three years seems to be the constant threat of eviction, and a state of precariousness that could be easily removed by simple legal and legislative measures.

We the undersigned therefore call upon the governments of Argentina and Neuquen, and the courts dealing with various aspects of the bankruptcy case to enact the following immediately:

1. Remove any threat of eviction from the factory, both now and in the future.

2. Grant legal recognition to the Zanon workers’ co-operative, FaSinPat, and acknowledge the important social and economic contribution they have made to their community over the past three years.

Without the court’s recognition of their co-operative, the Zanon workers cannot carry out their plan for the exportation of their tiles: we are eager to buy their products in the rest of the world!

3. Pass a permanent and definitive law of expropriation on behalf of the workers of Zanon, so they can stop wasting energy in political and legal battles, and devote all their efforts to creating many more jobs, helping to build hospitals, schools, and housing in the public interest, and spreading the model of economic democracy, so desperately needed in Neuquen and around the world.

Social movements around the world are watching the struggle of the Zanon workers with great interest and passionate support. This highly successful alternative to the neoliberal status quo should not be repressed or threatened: it should be celebrated, supported, and exported!