Anmerkung der Moderationsgruppe:
Trotz der Bitte, de.indymedia.org zum Veröffentlichen von eigenen Berichten und selbst recherchierten Reportagen zu nutzen, wurde hier ein Text aus einer anderen Quelle, ein Flugblatt, eine Presseerklärung oder eine Stellungnahme einer Gruppe reinkopiert.
Es ist nicht das Ziel von Indymedia ein umfassendes Infoportal mit Kopien möglichst vieler vermeintlich wichtiger und lesenswerter Texte anzubieten. Indymedia will eine Plattform für engagierte MedienmacherInnen und ihre eigenen Inhalte bieten. Die strategische Zweitveröffentlichung von Texten gehört nicht zu den Zielen dieses Projektes.
Bitte lest zu diesem Thema auch die Crossposting FAQ.
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Israel - Nazis von heute ??????
Mehr als die Hälfte aller Deutschen (52,1%) sind der Auffassung, dass sich das Verhalten Israels gegenüber den Palästinensern grundsätzlich nicht von dem der Nazis im Dritten Reich gegenüber den Juden unterscheidet.
68% der Deutschen sagen, dass Israel einen „Vernichtungskrieg“ gegen die Palästinenser führt.
68% der Deutschen sagen, dass Israel einen „Vernichtungskrieg“ gegen die Palästinenser führt.
Diese ernstzunehmenden Ergebnisse wurden in einer Studie (die erste dieser Art) über das Image Israels und über den Einfluss des Antisemitismus auf die deutschen Beziehungen zu Israel veröffentlicht. Die Studie wurde in Deutschland durchgeführt und wird heute im Rahmen einer Diskussion über den Kampf gegen den Antisemitismus in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt.
Die Studie über „Kritik an Israel bzw. Antisemitismus“ wurde im Rahmen einer langjährigen Studie über die Situation des Antisemitismus und Rassismus in Deutschland mit dem Namen „deutsche Bedingungen“ unter der Leitung von Dr. Wilhelm Heitmeyer von der Universität Bielefeld (Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung) durchgeführt.
Erstmals entschieden die Leiter der Studie, den Einfluss des Antisemitismus auf das Ansehen Israels zu untersuchen. Dies in Anbetracht der andauernden Diskussion in der deutschen Öffentlichkeit über die Grenzen zwischen Antisemitismus und legitimer Kritik am Staate Israel.
Seit Beginn der Intifada haben sich deutlich antisemitische Untertöne in die Kritik an Israel gemischt, die in politischen Kreisen, in der Presse und auch in der breiten Öffentlichkeit in Deutschland Ausdruck finden.
Die Ergebnisse der Studie zeigen erstaunliche Details über das Ausmaß des Zusammenhangs, der zwischen dem Antisemitismus und dem negativen Verhalten in Deutschland gegenüber Israel besteht, einem Staat, der bis vor Kurzem noch als der in der Europäischen Union am engsten mit Israel befreundete Staat galt.
Die Mehrheit der Deutschen rechtfertigt Gefühle der Antipathie gegenüber Juden wegen der Politik Israels:
31,7% der Personen, die an der Umfrage teilgenommen hatten, sagten, dass die Juden ihrer Meinung nach wegen der Politik Israels nicht mehr beliebt sind.
55,6% denken, dass sich die Juden, die in Deutschland leben Israel mehr verbunden fühlen als Deutschland.
44,4% sagten, dass es ihnen aufgrund der Politik Israels verständlich sei, warum Juden gehasst werden.
81,9% gaben zu, dass sie Zorn empfinden, wenn sie daran denken, wie Israel mit den Palästinensern umgeht.
86% sagten, dass es ungerecht sei, dass Israel den Palästinensern Boden wegnimmt.
Der Großteil der Deutschen vergleicht das Verhalten Israels mit den Verbrechen der Nationalsozialisten:
68,3% der Befragten gaben an, dass sie sich darüber ärgern, dass man die Deutschen auch heute noch wegen der Verbrechen an den Juden beschuldigt.
62,2% sagten, dass sie es satt hätten, von den Verbrechen der Deutschen an den Juden zu hören.
Die Verfasser der Studie kamen zu dem Schluss, dass die Ergebnisse der Studie daraufhin weisen, dass antisemitische Einstellungen gegen Juden und gegen Israel in das Zentrum der deutschen Gesellschaft eingedrungen sind.
Bei diesen Einstellungen gibt es keinen Unterschied zwischen verschiedenen Altersgruppen oder zwischen West- und Ostdeutschen.
Die Verfasser der Studie definierten vier Kriterien für antisemitische Kritik an Israel:
Aberkennen des Existenzrechts Israels oder des Rechts auf Selbstverteidigung
Vergleich der Politik Israels gegenüber den Palästinensern mit der Judenverfolgung durch die Nationalsozialisten
Doppelmoral gegenüber Israel im Vergleich mit anderen Ländern
Vorurteile über Juden, über den Staat Israel und das Verantwortlichmachen der Juden für die Politik der israelischen Regierung
GEGEN JEDEN ANTISEMITISMUS - SOLIDARITÄT MIT ISRAEL
Die Studie über „Kritik an Israel bzw. Antisemitismus“ wurde im Rahmen einer langjährigen Studie über die Situation des Antisemitismus und Rassismus in Deutschland mit dem Namen „deutsche Bedingungen“ unter der Leitung von Dr. Wilhelm Heitmeyer von der Universität Bielefeld (Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung) durchgeführt.
Erstmals entschieden die Leiter der Studie, den Einfluss des Antisemitismus auf das Ansehen Israels zu untersuchen. Dies in Anbetracht der andauernden Diskussion in der deutschen Öffentlichkeit über die Grenzen zwischen Antisemitismus und legitimer Kritik am Staate Israel.
Seit Beginn der Intifada haben sich deutlich antisemitische Untertöne in die Kritik an Israel gemischt, die in politischen Kreisen, in der Presse und auch in der breiten Öffentlichkeit in Deutschland Ausdruck finden.
Die Ergebnisse der Studie zeigen erstaunliche Details über das Ausmaß des Zusammenhangs, der zwischen dem Antisemitismus und dem negativen Verhalten in Deutschland gegenüber Israel besteht, einem Staat, der bis vor Kurzem noch als der in der Europäischen Union am engsten mit Israel befreundete Staat galt.
Die Mehrheit der Deutschen rechtfertigt Gefühle der Antipathie gegenüber Juden wegen der Politik Israels:
31,7% der Personen, die an der Umfrage teilgenommen hatten, sagten, dass die Juden ihrer Meinung nach wegen der Politik Israels nicht mehr beliebt sind.
55,6% denken, dass sich die Juden, die in Deutschland leben Israel mehr verbunden fühlen als Deutschland.
44,4% sagten, dass es ihnen aufgrund der Politik Israels verständlich sei, warum Juden gehasst werden.
81,9% gaben zu, dass sie Zorn empfinden, wenn sie daran denken, wie Israel mit den Palästinensern umgeht.
86% sagten, dass es ungerecht sei, dass Israel den Palästinensern Boden wegnimmt.
Der Großteil der Deutschen vergleicht das Verhalten Israels mit den Verbrechen der Nationalsozialisten:
68,3% der Befragten gaben an, dass sie sich darüber ärgern, dass man die Deutschen auch heute noch wegen der Verbrechen an den Juden beschuldigt.
62,2% sagten, dass sie es satt hätten, von den Verbrechen der Deutschen an den Juden zu hören.
Die Verfasser der Studie kamen zu dem Schluss, dass die Ergebnisse der Studie daraufhin weisen, dass antisemitische Einstellungen gegen Juden und gegen Israel in das Zentrum der deutschen Gesellschaft eingedrungen sind.
Bei diesen Einstellungen gibt es keinen Unterschied zwischen verschiedenen Altersgruppen oder zwischen West- und Ostdeutschen.
Die Verfasser der Studie definierten vier Kriterien für antisemitische Kritik an Israel:
Aberkennen des Existenzrechts Israels oder des Rechts auf Selbstverteidigung
Vergleich der Politik Israels gegenüber den Palästinensern mit der Judenverfolgung durch die Nationalsozialisten
Doppelmoral gegenüber Israel im Vergleich mit anderen Ländern
Vorurteile über Juden, über den Staat Israel und das Verantwortlichmachen der Juden für die Politik der israelischen Regierung
GEGEN JEDEN ANTISEMITISMUS - SOLIDARITÄT MIT ISRAEL
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Deutsche Zustände, Teil 3...
Gesellschaft
Die gespaltene Gesellschaft
Eine Studie der Universität Bielefeld zeigt: Die Kluft zwischen Arm und Reich, zwischen Deutschen und Ausländern wächst. Feindselige Einstellungen nehmen zu
Von Wilhelm Heitmeyer
I. Wohin treibt die Bundesrepublik? Von unten gab es monatelange Proteste gegen Einsparungen am Sozialhaushalt und Arbeitslosengeld, bei weiter dramatisch hoher Arbeitslosigkeit; von oben wird eine Debatte über Werte sowie eine deutsche oder christliche »Leitkultur« wiederbelebt.
Vor diesem Hintergrund gewinnt eine Tendenz, die sich seit einigen Jahren abzeichnet, zusätzliche Dramatik: Waren 2002 schon 55 Prozent, so sind in 2004 inzwischen 60 Prozent der Auffassung, dass hier zu viele Ausländer leben. 36 Prozent meinen im Jahr 2004, dass Ausländer in ihre Heimat zurückgeschickt werden sollen, wenn die Arbeitsplätze knapp werden, 2002 dachten 28 Prozent so. Das ist kein politisches Randphänomen: Dieser Anstieg geht besonders auf Personen zurück, die sich selbst der politischen Mitte zuordnen. In der Mitte der Gesellschaft verschieben sich die Normalitäten.
So stieg auch die Zahl derjenigen spürbar, die dem Urteil widersprechen, der Islam habe eine bewundernswerte Kultur hervorgebracht, nämlich von fast 37 im Jahr 2003 auf 44 Prozent in diesem Jahr. Die Ansicht, dass die muslimische Kultur in die westliche Welt passe, lehnten 2003 bereits fast 66 Prozent ab, auch diese ohnehin hohe Zahl ist auf inzwischen knapp 70 Prozent gestiegen.
Parallel dazu verändert sich die Desintegrationsqualität. Von 2002 bis 2004 ist die Erwartung, die eigene wirtschaftliche Situation werde sich verschlechtern, von fast 24 auf über 40 Prozent gestiegen. Damit korrespondieren ähnliche Entwicklungen wie die Angst vor Arbeitslosigkeit.
Dies sind Ergebnisse einer auf zehn Jahre angelegten Dauerbeobachtung dieser Gesellschaft im Hinblick auf den Umgang mit schwachen Gruppen. Drei Spaltungslinien lassen sich aus unseren empirischen Befunden ablesen. Eine drückt sich sozial aus: Die Kluft zwischen oben und unten wird größer. Ein zweiter Spalt zeigt sich politisch-geografisch, also in den mentalen Entwicklungen zwischen Ostdeutschen einerseits und Westdeutschen andererseits. Schließlich die zunehmende, mittlerweile unübersehbare ethnisch-kulturelle Spaltung zwischen Mehrheit und muslimischer Minderheit.
Solche wachsenden Spaltungen führen unter anderem zu dem galoppierenden Vertrauensverlust gegenüber Politikern und demokratischen Institutionen. Die sozialen Desintegrationsprozesse haben ebenfalls Folgen: Es wachsen feindselige Mentalitäten, die sich gegen schwache Gruppen richten, die – soweit sie artikulations- und mobilisierungsfähig sind – ihrerseits mit Abwehr, Distanz, Rückzug oder aufgrund ihrer schwachen Position meist mit verdeckten Aggressionen reagieren.
II. Unsere Zwischenbilanz nach dreijähriger Beobachtung der »deutschen Zustände« zeigt, dass die humane Qualität dieser Gesellschaft vor schwerwiegenden Belastungen steht. Diese »menschliche« Seite erkennt man nicht an Ethikdebatten in Feuilletons meinungsbildender Printmedien oder in Talkshows, sondern am Umgang mit schwachen Gruppen. Der kann sich in vielen Facetten ausdrücken: ökonomische Umverteilungen von unten nach oben, Entfernungen von »Entbehrlichen« aus dem öffentlichen »Verkaufsraum«, Generalverdächtigungen gegenüber den Lebensstilen oder religiösen Überzeugungen ganzer Gruppen. Zum Teil werden Gruppen gegen andere instrumentalisiert oder als Bedrohungspotenzial auf die öffentliche Tagesordnung gehoben, zurzeit sind das »die« Muslime. Eine andere Variante besteht darin, die Situation schwacher Gruppen gar nicht erst zu thematisieren, sie also aus der öffentlichen Wahrnehmung und Diskussion auszuschließen, zu vergessen.
Grundsätzlich gesagt: Aktuell droht die Gefahr, dass sich die Ungleichwertigkeit von Gruppen verschärft und damit auch von einzelnen Menschen, die ihnen angehören. Die Sicherheit ihrer physischen und psychischen Integrität ist gefährdet, die ihnen ein Leben in Anerkennung und möglichst frei von Angst ermöglicht.
III. Was bedeutet dies in einer Zeit, in der die Gesellschaft ebenso rasant wie rigoros umgebaut wird, mitsamt den vielen noch nicht abzuschätzenden Folgewirkungen? Verändern sich dadurch nicht nur die Lebensumstände, sondern auch die Mentalitäten? Unsere Befunde zum Syndrom von Menschenfeindlichkeit, durch die Personen allein aufgrund ihrer Gruppenzugehörigkeit zu Zielen von Abwertungen und Diskriminierungen werden, zeigen: Klassische Formen des Rassismus nehmen auf niedrigem Niveau zwar ab, aber zugleich beruft sich eine steigende Zahl von Menschen auf Etabliertenvorrechte, also Vorrechte derjenigen, die schon immer hier lebten. Trotz rechtlicher Verbesserungen wird homosexuellen Lebensweisen mit zunehmenden Aversionen begegnet. Immer häufiger wird gefordert, die Obdachlosen aus dem Stadtbild zu entfernen. Nicht zuletzt spiegeln sich diese veränderten Mentalitäten im Antisemitismus wider: In seinen klassischen Varianten hat er sich auf dem Niveau von rund 20 Prozent, ohnehin erschreckend, kaum verändert; aber die »Umwegkommunikationen«, welche über die Kritik an der israelischen Politik in antisemitische Ressentiments einmünden, deuten auf ein enormes Ausmaß hin, und zwar in allen Bevölkerungsschichten. So stimmen mehr als 50 Prozent einem Vergleich der Politik des Nazi-Regimes gegenüber den Juden mit der Politik Israels gegenüber den Palästinensern zu.
Vor allem aber ändert sich das Verhältnis zur muslimischen Minderheit: Die Islamophobie nimmt zu. Es wachsen die Überfremdungsängste. Man geht auf Distanz. Inzwischen können sich fast 58 Prozent nicht vorstellen, in einem Stadtviertel zu wohnen, in dem viele Muslime leben. Soziale Desintegration, insbesondere Ausgrenzung und Selbstethnisierung, also Rückzug von Migranten in abgeschlossene eigene Welten, wirken riskant zusammen. Schon vor mehreren Jahren hatten wir auf diese Problemmischung hingewiesen, damals begleitet von massiven Abwehrreaktionen in Politik und Gesellschaft. Die feindseligen Mentalitäten in der Mehrheitsgesellschaft sowie verlockender Fundamentalismus: beides zusammen verweist auf eine ethnisch-kulturell gespaltene Gesellschaft. Wir nehmen an, dass sich dieser Gegensatz weiter unkalkulierbar aufschaukeln kann, weil selbstkritische Debatten in der Mehrheitsgesellschaft nicht ausreichen und in der muslimischen Minderheit fehlen.
Diese Entwicklungen müssen schon deshalb aufmerksam verfolgt werden, weil sich eine neue Normalität herausbildet, die sich dann, wenn diese Einstellungen gewissermaßen »kulturalisiert« sind, nur noch schwer verändern lässt.
IV. Die Veränderungen des Arbeitsmarktes, des Gesundheits- und Steuersystems werden in der Regel isoliert verhandelt. In weiten Teilen von Politik und Gesellschaft lässt sich eine Art Ausblendungsakrobatik beobachten, die Folgen für die Integrationsqualität und das Zusammenleben hat.
Nach langen Jahren einer bundesdeutschen Erfolgsgeschichte: Wie immer man die relevanten Kriterien zur sozialen Ungleichheit und infolgedessen zur Charakterisierung einer sozialen Spaltung auch anlegt, es drängen sich immer mehr Belege für eine Spaltung und Polarisierung in den Vordergrund. Man muss nur die Nettoeinkommen der privaten Haushalte heranziehen, von denen es abhängt, wer wie an den materiellen und kulturellen Gütern einer Gesellschaft teilnehmen kann. Daran lässt sich der Integrationsgrad einer Gesellschaft gut bemessen. In Westdeutschland hat das Nettovermögen im reichsten Viertel seit 1993 um 27,5 Prozent zugenommen, im ärmsten Viertel nahm es um fast 50 Prozent ab; in Ostdeutschland nimmt es im reichsten Viertel um fast 86 Prozent zu und im ärmsten Viertel um 21 Prozent ab.
Die politische Klasse irrt, wenn sie glaubt, solche Fakten würden sich nicht oder nur kurzfristig auswirken und wären dann vergessen. Wenn die soziale Spaltung sichtbar zunimmt, wird das genau registriert; und es bleibt stabil im Bewusstsein. Inzwischen sind fast 91 Prozent in unserer repräsentativen Umfrage davon überzeugt, dass die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden. Dass bei uns immer mehr Menschen an den Rand gedrängt werden, registrieren – ebenfalls zunehmend – inzwischen fast 85 Prozent. Die Angst, selbst arbeitslos zu werden, verbindet sich zunehmend mit dem Verlust von Anerkennung am Arbeitsplatz wie im privaten Alltag. Damit kommt der soziale Kitt abhanden. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass mit wahrgenommenen Spaltungsprozessen auch Abwertungen und feindselige Einstellungen gegenüber Zugewanderten und Menschen mit fremder Religion sowie das Einklagen von Etabliertenvorrechten einhergehen. In desintegrationsgefährdeten Gruppen wirkt die wahrgenommene soziale Spaltung geradezu als Verstärker für menschenfeindliche Abwertungen. Es geht dann um alles, die Aufwertung der Eigengruppe dient dazu, sich nicht selbst am unteren Rand der Gesellschaft verorten zu müssen.
V. Eliten in Wirtschaft, Politik, Medien und Kultur bemühen dagegen die Moral, die Werte, das »Christliche« oder die »Leitkultur«, um das politische Publikum mit Rhetorik »einzufangen«. Dieser Versuch muss fehlschlagen. Dazu ist der Vertrauensverlust in die Eliten viel zu groß. Was wir »Demokratieentleerung« nennen, hat bereits dramatisch stattgefunden, und zwar sowohl bei denjenigen, die ausgegrenzt sind oder sich so sehen, als auch bei jenen, die sich vor dem Absturz ängstigen. Potenziell anfällig für rechtspopulistische Verlockungen sind immerhin 25 Prozent. Eine Gefährdung für die Demokratie? Ja, aber auch das wird gern ausgeblendet. Noch ein Schritt weiter: Jene, die sich dann nicht dem Rechtspopulismus anschließen, reagieren eher mit Apathie. Apathie wird in manchen Kreisen, übrigens nicht nur in konservativen, klammheimlich begrüßt, denn diese Schweigenden stören nicht mehr beim Umbau der Gesellschaft. Aber wer hält dann noch dagegen, wenn zugleich jene gewählt werden, die die demokratischen Parteien als »Systemparteien« diffamieren und die inzwischen einige, bisher vorrangig ostdeutsche Landstriche mit ihren Überzeugungen und auch Drohpotenzialen besetzt haben.
Weite Teile in Politik und Gesellschaft operieren mit selektiver Unaufmerksamkeit, vermutlich um ein Grundgefühl von Angst zu bewältigen. Man ahnt, wie die Verhältnisse sind – beispielsweise zwischen Mehrheitsgesellschaft und Minderheiten oder welche sozialen Kosten politische Kursänderungen nach sich ziehen –, aber man will es nicht so genau wissen oder reagiert mit hysterischen Attacken. Entweder wurde die ethnisch kulturell vielfältige Gesellschaft als immerwährendes Straßenfest interpretiert oder aber als »Chaos«. Dieses unterkomplexe Muster wird jetzt mehr und mehr sichtbar, je drängender die Probleme sind, je weniger eine sozialverträgliche Politik gilt oder je größer die Skepsis ist, dass man die Politik überhaupt beeinflussen könne.
In diesen Zeiten haben schwache Gruppen und Fremde keine guten Aussichten, dass die gegen sie vorgebrachten Aversionen und Diskriminierungen auf die politische und gesellschaftliche Tagesordnung geraten. Eine insofern blinde Gesellschaft wird gleichwohl hohe Folgekosten zu tragen haben; die Frage ist nur noch, in welchen zerstörenden Formen.
Das Forschungsprojekt wird von einem Stiftungskonsortium unter Federführung der VolkswagenStiftung mit Beteiligung der Möllgaard- und Freudenberg-Stiftung finanziert und vom Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld durchgeführt. Ausführlich wird die 3. Folge der Veröffentlichung »Deutsche Zustände« in der edition suhrkamp vorgestellt
(c) DIE ZEIT 02.12.2004 Nr.50
die richtigen Fragen?
Eine traurige Wahrheit. Wer hier zustimmt, beweist sein Wissen um den grassierenden Antisemitismus und dessen Mechanismen der Gleichsetzung von JüdInnen mit Israel.
"44,4% sagten, dass es ihnen aufgrund der Politik Israels verständlich sei, warum Juden gehasst werden."
Kommt immer darauf an, von wem. Wenn im Land, das als "bester europäischer Verbündter" gilt, jemand JüdInnen allgemein haßt, hat das andere Gründe, als wenn eine mißhandelte, beraubte und vertriebene PalästinenserIn die israelische Armee nicht mag.
"81,9% gaben zu, dass sie Zorn empfinden, wenn sie daran denken, wie Israel mit den Palästinensern umgeht."
Wer das nicht tut, muß wohl als zumindest als total abgestumpft, wenn nicht als faschistoider Charakter gelten.
"86% sagten, dass es ungerecht sei, dass Israel den Palästinensern Boden wegnimmt."
Echt voll antisemitisch, ey!
Von rechter Propagandaseite kopiert
2. Mehr zu der Person, die das herkopiert hat, um sinnlose Debatten auszulösen (was kaum passieren wird, da die Szene der sog. "Antideutschen" zerfallen ist) bekommt man, wenn man sich das reinzeiht: Eine Ikone der Antideutschen heisst Fallaci. Hier ein Artikel:
PS: es gibt einen Unterschied zwischen Islam (der Religion, die nicht besser/schlechter ist als andere) und dem Islamismus (der politischen Bewegung der Fundamentalisten). Durch die Gleichsetzung von Islam und Islamismus versuchen die einen den Islamismus zu verharmlosen und die anderen den Islam (ganz im Sinne des Rassisten Huntington) als Terrorideologie zu diffamieren und weiterhin alle Araber pauschal als Träger dieser Ideologie (sozusagen im Blut habend) zu verfolgen.
mehr infos zu der echten propagandaseite
genauere Auswertung
Sind also zum Beispiel die 60 Prozent, die der Auffassung, dass hier zu viele Ausländer leben, weitgehend identisch mit den 55,6% die denken, dass sich die Juden, die in Deutschland leben Israel mehr verbunden fühlen als Deutschland? Und die wiederum mit den 58 Prozent die sich nicht vorstellen können, in einem Stadtviertel zu wohnen, in dem viele Muslime leben?
Und sind dann die 44 Prozent, die dem Urteil widersprechen, der Islam habe eine bewundernswerte Kultur hervorgebracht die Restlichen der Befragten oder eine Untermenge der 60 Prozent? Oder nach welchen Kriterien ergeben sich die Schnittmengen?
Mit anderen Worten, liefert die Studie Anhaltspunkte dafür, dass bestimmte Ressentiments bestimmte andere ausschließen oder ist die autoritäre Charakterstruktur inzwischen so postmodern, sie nocheinmal sozusagen in zweiter Instanz von ihrem Inhalt abstrahieren kann?
Oder wurde das gar nicht untersucht?
gleichmacherei
das ist dasselbe als wenn ich als einwohner deutschlands pauschal als christ bezeichnet wuerde. also ich faende das echt beleidigend und vorurteilsbehaftet.
es gibt in israel auch buerger die christen, moslems, buddisten usw. sind. da israel ein hochentwickelter staat ist, wo der analphabetismus und die kindersterblichkeit sehr gering sind, duerfte laut der anteil an atheisten/agnostiker sehr hoch sein.
und das duerfte ja in der deutschen berichterststattung allgemein das absolute tabu sein: atheisten in israel!
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
@ Mein Name — fragender
@ fragender — ich
so — weist
prozent prozent prozent — zz