DEMO:Nazis vertreiben! - Flüchtlinge bleiben!

Antifaschistische Alternative Einbeck-Dassel 20.11.2004 17:09 Themen: Antifa Antirassismus
Demonstration der neugegründeten Antifaschistischen Alternative Einbeck-Dassel für die Flüchtlinge aus dem Gebiet Einbeck und Northeim und gegen die Nazis der Region, im speziellen die Kameradschaft Northeim und ihre Anhänge (Thorsten Heise).
Moin,
die Antifaschistische ALternative Einbeck-Dassel (An-AL) hatte für heute zu einer Demonstration durch Einbeck aufgerufen, die unter dem Motto > stand. Dem Demonstrationsaufruf folgten rund 100 Leute und die Demo dauerte ungefähr eineinhalb stunden.Es gab insgesamt drei Redebeiträge,einer von dem AK Asyl, einer von der Initiative Bleiberecht und einer von der An-AL. Während der Demo verlief eigentlich alles ruhig und ohne Ausschreitungen, außerdem wurde die Stadt ganz gut zusammengeschrien.Der angebliche Naziaufruf, die Demo zu stören, waren wohl nur leere worte. Die einzigen Hackfressen, die gesichtet wurden, waren 6-7 Einbecker Nazis, die es jedoch vorzogen sich 500m von uns weg, direkt hinter der Polizeidirektion zu verstecken. Naja ansonsten gibts eigentlich nix mehr zu sagen, bis auf...

SOLIDARITÄT MUSS PRAKTISCH WERDEN, FEUER UND FLAMME DEN ABSCHIEBEBEHÖRDEN!
Creative Commons-Lizenzvertrag Dieser Inhalt ist unter einer
Creative Commons-Lizenz lizenziert.
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen

War in Ordnung

Demonstrant 20.11.2004 - 18:11
Moin!
Gerade aus Einbeck zurückgekommen. Die Demo war okay, es machte den Anschein als wie einige Einbecker durch die Demo erreicht werden konnten - und das sollte das Ziel gewesen sein.
Manch einer hat sich dann auch in die Demo eingereiht, vorallem junge Ausländer.

Wir müssen Präsents zeigen in dieser Region und das war ein ordentlicher Anfang!
Lob an unsere An.Al und alle anderen. Nächste mal wirds voller und sicherlich fetter. Weiter geht der Kampf!

Super!

Dasselaner 21.11.2004 - 03:02
Moin!
Da schaue ich mal aus Langeweile mal bei Indymedia vorbei und muss feststellen, dass sich in meinem Heimatort mal was bewegt. Super, freut mich! Schön das es in Dassel mal wieder Engagement ausserhalb des Stadtjugendrings und dem DSC gibt. Ich hoffe, ihr haltet länger durch als wir vor 12 Jahren.
Solidarische Grüße aus der Hansestadt Lübeck!
Man sieht sich ggf. am Heiligen Abend in der einzigen Kneipe vor Ort!

zu den abschiebungen in einbeck

dein name 21.11.2004 - 13:47
In Northeim, Einbeck und Göttingen sind 150 libanesische Bürgerkriegsflüchtlinge von Abschiebung in die Türkei bedroht. Sie gehören einer arabischstämmigen Minderheit an, deren Vorfahren in der Türkei gelebt haben und seit den 20er Jahren in den Libanon ausgewandert sind. Von dort flohen sie in den 80er Jahren aus dem libanesischen Bürgerkrieg nach Deutschland.

Mittlerweile leben die Familien seit bis zu zwanzig Jahren hier. Der Großteil der Menschen, die abgeschoben werden sollen, sind Kinder und Jugendliche - die meisten von ihnen sind hier geboren und aufgewachsen. Viele Familien sind mittlerweile in Schule, Arbeit und Freundeskreis integriert.

Die den Behörden bekannten komplexen Fluchtverläufe über mehrere Generationen und Länder finden keine Berücksichtigung. Höchst zweifelhafte, seit den 20er Jahren in der Türkei fortgeschriebene Personenstandsregister bilden die Grundlage der Abschiebungen.
Eingeläutet wurden die geplanten Massenabschiebungen mit einer diffamierenden Öffentlichkeitsarbeit der Behörden. Der in vielen Städten öffentlich erhobene Vorwurf des ?Sozialhilfebetrugs? und ?Asylmissbrauchs? machte die Alltagssituation der Betroffenen vielfach unerträglich und sollte eine Solidarisierung verhindern.

Seit nunmehr vier Jahren leben die Flüchtlinge in einem unerträglichen Ausnahmezustand. Aufenthaltstitel und Arbeitserlaubnisse wurden entzogen, vielen werden Duldungen jeweils nur um zwei Wochen verlängert. Die Erwachsenen können nicht arbeiten, die Jugendlichen keine Ausbildungen beginnen. Die Angst vor Abschiebungen gerät den Familien zum Trauma.
Dennoch ist es bisher gelungen, alle Abschiebeversuche zu verhindern. Gemeinsam mit UnterstützerInnen streiten die Familien in Einbeck, Northeim und Göttingen für ein Bleib recht. In den vergangenen Monaten haben die Behörden mehrfach versucht, Menschen abzuschieben. Jedesmal sollten Familien auseinander gerissen und kranke Familienmitglieder in die Türkei abgeschoben werden. Wir machen diese Politik nicht mit und rufen dazu auf, gegen die Abschiebungen vorzugehen und die Forderung nach einem Bleib recht zu unterstützen.

Wir fordern die politischen Entscheidungsträger und die zuständigen Behörden dazu auf, die Vielzahl an Informationen über Fluchtgeschichten und Hintergründe und die schwer wiegenden humanitären Aspekte bei ihren Entscheidungen in Zukunft zu berücksichtigen. Es ist an der Zeit, die arabischen Namen der Flüchtlinge und ihre libanesische Herkunft anzuerkennen. Menschen, die seit Jahrzehnten in Deutschland leben, hier aufgewachsen und verwurzelt sind, dürfen nicht in ein Land abgeschoben werden, mit dem sie nichts zu tun haben und in dem ihnen keine Perspektiven gegeben sind. Es ist daher unerlässlich, für die ganze Gruppe eine Bleiberechtsregelung zu beschließen.
Wir fordern daher
-Rücknahme der Ausreiseaufforderungen und sofortigen Abschiebestopp
sofortige Einstellung der Diffamierungen
-Rücknahme der erzwungenen Namensänderungen und Anerkennung der arabischen Namen
-uneingeschränkten Zugang zu Bildung, Arbeit und Einkommen

Keine Abschiebungen der libanesischen Bürgerkriegsflüchtlinge
Bleiberecht für Alle!

Antifa in Einbeck? Korrekt!

auch von da 21.11.2004 - 17:44
Hallo,

möchte mich dem Genossen aus Lübeck anschließen und den AktivistInnen aus Einbeck und Dassel alles Gute für ihr Antifa-Projekt aussprechen. Gute Demo und auch Danke für die geposteten Hintergrundinfos zu den von Abschiebung bedrohten Flüchlingen. Bin glaube ich selber mit einigen in den achtzigern zur Schule gegangen.
Die Region um Göttingen war immer schon nicht nur von Nazis verseucht, sondern auch der lokale Kontext für verschiedene Antifa Gruppen, wie der Antifa Arbeitskreis Einbeck - Dassel und die sehr aktive Antifaschistische Jugend Einbeck, später gab es auch eine Gruppe unter gleichem Namen in Northeim.
Die Nazis waren immer schon präsent und auch organisatorisch gefestigt, aber hatten nie die Ruhe, die sie für ihre Aktivitäten brauchen. Wahrscheinlich mit ein Grund, warum Heise aus Northeim dann in den Osten gezogen ist.

Ich glaube die Chancen stehen gar nicht schlecht, die Abschiebungen zu verhindern. In solchen Kleinstädten kennt doch jeder jeden und damit sind Flüchtlinge auch nicht so isoliert wie es manchmal in Großstädten der Fall ist. Also Kirchen und sog. Zivilgesellschaft zu mobilisieren, müßte doch machbar sein, oder?

Noch viel Spass aus Berlin
und ich melde mich mal bei euch



Redebeiträge....

Hans.A 21.11.2004 - 21:11
Wollte nur noch mal kurz erwähnen, dass einer Redebeiträge von der A.L.I. aus Göttingen gehalten worden ist und nicht vom AK Asyl.....Die anderen beiden wie gesagt von der AN.AL und der Initiative Bleiberecht.

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Zeige die folgenden 3 Kommentare an

ANAL? — klausbaerbel

An-Al — muss ausgefüllt werden)

@dasselaner — an-al