U-Bahn-Aktion gegen 1-Euro-Jobs (Nürnberg)

aja 05.11.2004 09:04 Themen: Soziale Kämpfe
Ist mensch am Donnerstag, den 4.11 in Nürnberg zwischen 16.00 und 18.00 Uhr U-Bahn gefahren, so konnte es einem/einer schon mal passieren, auf eine Gruppe junger Menschen zu treffen, die putzender Weise durch die Wagons zogen.
Unter dem Logo einer fiktiven Leiharbeitsfirma ".rent.a.human." stürmten 13, als Putzkräfte verkleidete Menschen in die Wägen, während einer den Fahrgästen lautstark erklärte, dass diese für einen Euro mieten zu seien. Mit "der moderne SklavInnenhandel - jetzt auch für Sie"sollte den UnternehmerInnen unter den Fahgästen die Möglichkeit auf "billige Arbeitskräfte für jede Tätigkeit" gezeigt werden, während Langzeitarbeitslose darauf aufmerksam gemacht wurden, " ihrem Leben durch rent.a.human. wieder einen Sinn geben zu können". In den Flugblättern, die zur Verdeutlichung verteilt wurden, war auf der einen Seite zu lesen "... Große Teile ihrer Belegschaft können sie durch billige Arbeitskräfte ersetzen und somit unrentable Kosten vermeiden...". Die andere Seite war an Langzeitarbeitslose gerichtet und betitelt mit "... Bewerben Sie sich jetzt, und zeigen Sie damit, dass Sie auch für wenig Geld gerne arbeiten. Greifen Sie zu, damit ihnen das Arbeitslosengeld zwei nicht gekürzt wird...".
Die Aktion richtete sich gegen die 1- Euro Job Regelung, die mit dem Hartz4 Gesetz ab dem 01.01.05 jedeN LangzeitarbeitsloseN zu Zwangsarbeit verpflichten kann.
Um das Spektakel nicht unaufgeklärt zu lassen, wurden zusätzlich noch Flugblätter verteilt, die zu der bundesweiten Großdemo in Nürnberg zur Bundesagentur für Arbeit, am 6.11 aufriefen, in deren Rahmen die Aktion auch stand. Bei den Fahrgästen war das Interesse groß, wobei von Zustimmung, bis hin zu Ernstnehmen alles an Reaktionen dabei war. Nach zwei Stunden wurden die TeilnehmerInnen der Aktion von zwei VAG-Beamten aufgehalten, die sogleich die Polizei einschalten wollten. Das ganze wurde beendet, als die 13 Putzkräfte den U-Bahnhof dezent verließen.
Die Großdemonstration zur Bundesagentur für Arbeit, unter dem Motto "Gemeinsam gegen Sozialraub, Agenda 2010 und Hartz4 - Widerstand ist möglich und nötig!", beginnt am Sammstag, den 06.11 um 12h vor der Lorenzkirche in Nürnberg. Der antikapitalistische Block in der Demo ruft mit "das Ende der Bescheidenheit - wir wollen alles, alles für alle!" zum Widerstand auf...

Weg mit den ein-Euro Jobs, weg mit Hartz4!
Alles für alle!
für die soziale Revolution!
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Ergänzungen

Demo in Nürnberg

Stefan 05.11.2004 - 10:12
Demo in Nürnberg zur Bundesagentur:
12 Uhr Lorenzkirche

von wegen 1 euro jobs ab 01.01.2005

freiwillig 05.11.2004 - 10:36
Die Bundesagentur hat ihre zahlen für diesen Monat schon verbessert mit über 100000 angeblich Freiwilligen für den 1 euro job hat man in Ostdeutschland die Leute geködert wenn sie jetzt schon arbeiten bekommen sie dann ab januar mehr geld.

Es gibt sie also schon die 1 euro jobs !!!

die AA z B. Hamburg machen Aktionen in denen sich firmen vorstellen wo man (frau)sogar jetzt schon für 1,50 arbeiten dürfen ...mehr geld also
die leute werden eingeladen und natürlich wer nicht kommt verletzt seine Mitwirkungspflicht


Lasst uns Hass den vierten verhindern!!!!!

Weitere Infos zur Großdemo...

...erhaltet ihr... 05.11.2004 - 11:12
...unter www.redside.tk !

Das Traurige an 1-Euro-Jobs

Peter Lustig 05.11.2004 - 12:39
ist, daß viele Betroffene tatsächlich jetzt schon freiwillig sich melden. (Erfahrung in Berlin) Mann könnte sogar sagen, dem Arbeitsamt rennt man schon die Türen ein deswegen. Diese Jobs werden von der Mehrzahl der Betroffenen nicht als Repression empfunden. Es scheint irgendwie keinen Sinn zu machen, diesen Leuten einreden zu wollen, daß sie jetzt unglaublich leiden. Sinnvoller ist es, die 1-Euro-Jobs im Zusammenhang mit der generellen Absenkung aller Löhne zu betrachten.

Am Sonntag Naziaufmarsch bei Nürnberg

Antifaschistisches Aktionsbündnis Nürnberg 05.11.2004 - 17:16
Kein „Heldengedenken“ in Gräfenberg
Anfang November wollen Nazis, wie in den letzten Jahren, zum „Heldengedenken“ in Gräfenberg (bei Nürnberg)aufmarschieren. So hat die NPD für den 7.11 einen Naziaufmarsch unter dem Motto „Ehre unseren tapferen Soldaten“ angemeldet. Die Wahlerfolge der NPD und DVU zeigen wie wichtig ein konsequenter antifaschistischer Kampf gegen Nazis und deren Strukturen ist.
Treffpunkt: 7.11 Nordostbahnhof 10 Uhr (abfahrt 10:30)
Ns-Verherrlichung stoppen!
Naziaufmärsche verhindern!
Antifaschistisches Aktionsbündnis Nürnberg www.aab-nbg.tk

von wegen freiwillig

libwertghfas 05.11.2004 - 17:54
Die erste Tranche von 10.000 Zwangsarbeitern mußte schon zum 1.10 einrücken. Sozialhilfeempfänger werden übrigens schon lange für kommunale Zwangsarbeit benutzt. In Nürnberg sind Teile von ihnen uniformiert und drehen als NOA-Parkwächter die Runden.