300 gegen Günzel in Göttingen
Am 24.11.04 veranstaltete die Antifa | Aktion & Kritik eine Kundgebung gegen den Vortrag "Ethos des Offiziers" des Geschichtsrevisionisten und Antisemiten Günzel. Über 300 Menschen waren dem Aufruf gefolgt und versammelten sich in der Nähe des Hauses der Burschenschaft Holzminda in welchem der Vortrag stattfand. Im Anschluss gab es eine unangemeldete Spontandemo in die Göttinger Innenstadt.
Am 24.11.04 veranstalteten die beiden rechtsextremen göttinger Burschenschaften "Hannovera" und "Holzminda" einen Vortrag mit dem prominentesten Verteidiger der antisemitischen Hohmannrede und ex-KSK General, Günzel. Die Antifa | Aktion & Kritik, welche u.a. aus der Autonomen Antifa [M] hervorgegangen ist, mobilisierte mit anderen linken Gruppen unter dem Motto "Deutsche Täter sind keine Opfer! Keinen Raum für Antisemitismus!" gegen den Vortrag. Die ursprüngliche Kundgebung sollte direkt vor dem Verbindungshaus der "Holzminda",in welcher der Vortrag gehalten wurde, stattfinden. Die Bullen und das Ordnungsamt sprachen jedoch am 22.11.04 ein Verbot gegen die Kundgebung aus, so dass die Versammlung ca. 50m entfernd auf einer Kreuzung durchgeführt werden musste.
Die Polizei hatte das Verbindungshaus mit starken Polizeikräften abgeschirmt und die Burschafter verschanzten sich ab dem Morgen mit ihrem Redner, der extra früher angereisst war. Dies bedeutete zwar dass kein Herankommen möglich war, der Vortrag aber auch nicht öffentlich gehalten werden konnte.
Die Gegenkundgebung wurde gegen 20.30Uhr für die Bullen überraschend vom Veranstalter für beendet erklärt. Gleich darauf setzten eine offensive Demo mit rund 250Leuten richtung Innenstadt in Bewegung. Die Polizei unternahm nicht einmal den Versuch die unangemeldete Demonstration zu stoppen welche als erstes das Haus der Burschenschaft Hannover ansteuerte. Dort angekommen fand die erste Auseinandersetzung mit der Polizei statt, welche die Situation nicht unter ihrer Kontrolle hatte und die Demonstration weiterziehen lassen musste.
Nach kleineren Auseinadersetzungen in der Innenstadt löste sich die Demonstration auf der Kreuzung am Geismar Tor auf.
Das Mobilisierungsflugblatt in welchen mehr zur Thematik um Günzel steht gibt es auf der Hompage der Antifa | Aktion & Kritik
www.puk.de/AundK
Die Polizei hatte das Verbindungshaus mit starken Polizeikräften abgeschirmt und die Burschafter verschanzten sich ab dem Morgen mit ihrem Redner, der extra früher angereisst war. Dies bedeutete zwar dass kein Herankommen möglich war, der Vortrag aber auch nicht öffentlich gehalten werden konnte.
Die Gegenkundgebung wurde gegen 20.30Uhr für die Bullen überraschend vom Veranstalter für beendet erklärt. Gleich darauf setzten eine offensive Demo mit rund 250Leuten richtung Innenstadt in Bewegung. Die Polizei unternahm nicht einmal den Versuch die unangemeldete Demonstration zu stoppen welche als erstes das Haus der Burschenschaft Hannover ansteuerte. Dort angekommen fand die erste Auseinandersetzung mit der Polizei statt, welche die Situation nicht unter ihrer Kontrolle hatte und die Demonstration weiterziehen lassen musste.
Nach kleineren Auseinadersetzungen in der Innenstadt löste sich die Demonstration auf der Kreuzung am Geismar Tor auf.
Das Mobilisierungsflugblatt in welchen mehr zur Thematik um Günzel steht gibt es auf der Hompage der Antifa | Aktion & Kritik
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Ergänzungen
crossposting sammel seite zu günzel in gö
Und am 3.12. gegen Walser in Dortmund
Das 'Ethos anderer deutscher Bundesoffiziere'
Neues Deutschland zu Günzel in GÖ
Ex-General referierte – unter Polizeischutz – vor Göttinger Studentenvereinigung
Von Reimar Paul, Göttingen
Über das »Ethos eines Offiziers« referierte der ehemalige Bundeswehr-General Reinhard Günzel am Mittwochabend vor Studenten rechter Burschenschaften. Was er sagte, ist nicht bekannt – die Öffentlichkeit musste draußen bleiben.
Die Polizei hatte in einem Umkreis von 100 Metern um das Verbindungshaus ein Demonstrationsverbot verhängt und setzte es mit einem Großaufgebot an Beamten auch durch. Flutlichtmasten leuchteten schon Stunden vor Veranstaltungsbeginn eine Straßenkreuzung aus. Anwohner kamen nur nach Ausweiskontrollen und in Polizeibegleitung in ihre Wohnungen. Journalisten wurden von den Burschenschaftlern der »Holzminda« und »Hannoverana« nicht zum Vortragsort vorgelassen. Man habe nichts zu verbergen, doch die Veranstaltung sei »privat«, hieß es. Die beiden studentischen Verbindungen sind Mitglied im weit rechts angesiedelten Dachverband »Deutsche Burschenschaft«, dort verkehren auch bekennende Rechtsextreme.
Vor den Polizei-Absperrungen protestierten rund 300 Linke lautstark gegen den Günzel-Auftritt. Sie formierten sich später zu einem Demonstrationszug durch die Göttinger Innenstadt, am Weihnachtsmarkt kam es zu Rangeleien zwischen Demonstranten und Polizisten. Zu den Protesten gegen den Auftritt des umstrittenen Ex-Generals hatten unter anderem PDS, Autonome und Hochschul-Gruppen aufgerufen. »Göttingen ist und bleibt kein ruhiges Pflaster für Antisemitinnen und Antisemiten«, erklärte eine Sprecherin der Demonstranten.
Günzel war zuletzt Brigadegeneral und Chef des Kommandos Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr. Am 4. November 2003 wurde er wegen seiner offen bekundeten Sympathie für die antisemitischen Äußerungen des CDU-Bundestagsabgeordneten Martin Homann fristlos aus dem Militärdienst entlassen.
Homann hatte am Tag der deutschen Einheit 2003 öffentlich über die »Juden als Tätervolk« nachgedacht und die Verbrechen der NS-Zeit relativiert, in dem er die Deutschen als »Opfer« darzustellen versuchte. In einem Brief Günzels an Hohmann hieß es unter anderem: »Ich hoffe, dass Sie sich durch Anwürfe aus dem vorwiegend linken Lager nicht beirren lassen und mutig weiterhin Kurs halten.«
Seit seiner Entlassung agiert Günzel mittlerweile im offen rechtsextremen Milieu. So tritt er als Referent für das neurechte »Institut für Staatspolitik« in Erscheinung. Seinen Vortrag über das »Ethos des Offiziers« hielt er zuvor bereits bei der rechtsextremen Burschenschaft »Danubia« in München – die »Danubia« hatte 2001 einen Neonazi aus dem Umfeld des Rechtsterroristen Martin Wiese versteckt. Vor ein paar Wochen trat Günzel als »Überraschungsgast« beim Jahrestreffen der Ritterkreuz-Träger in Hameln auf. Dabei scheute sich Günzel nicht, das KSK in die Tradition der faschistischen Elite-Soldaten zu stellen. »Mich verbindet in erster Linie das besondere soldatische Element, die Opferbereitschaft, die Tapferkeit, das was auch das Kommando Spezialkräfte, deren Kommandeur ich war, in besonderer Weise ausgezeichnet hat.«
(ND 26.11.04)
Meldung im StadtRadio
Demonstration gegen ehemaligen KSK-General
Rund 300 Personen haben gestern Abend in Göttingen gegen den Auftritt des ehemaligen KSK-Generals Reinhard Günzel bei der Burschenschaft Holzminda demonstriert. Nach Angaben der Polizei verliefen die Kundgebung auf der Kreuzung Wilhelm-Weber-Straße/Hansenstraße und ein anschließender Protestzug durch die Innenstadt weitgehend friedlich. Die Gruppe „Antifa, Aktion & Kritik“ bewertete das Verhalten der Polizei allerdings als Provokation. So hätten die Einsatzkräfte das verhängte Demonstrationsverbot rund um das Haus der Burschenschaft mit Sperrgittern durchgesetzt. Insgesamt sei es aber gelungen, wirkungsvoll und nachdrücklich ein Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen. Nach Angaben der Polizei kam es in der Herzberger Landstraße zu kleineren Rangeleien, weil Demonstrationsteilnehmer dort das Gebäude einer Burschenschaft betreten wollten. Auch an der Ecke Jüdenstraße/Rote Straße habe es Rangeleien gegeben, als die Polizei das Abbiegen des Demonstrationszuges auf den Weihnachtsmarkt verhinderte.
indymedia Artikel mit Günzel Erwähnung/Bezug
Gö: Neues zum Günzel-Auftritt
Günzel Besuch in Göttingen II
Günzel in Göttingen
Hamburg: Protest gegen SWG
Rechtsextreme Tagung in München
Bielefeld: Burschen unter sich
Jörg Schönbohm /Ulrich Schacht /Jochen Staadt
Protest gegen Gebirgsjägertreffen Mittenwald
zur aktuellen Lage in BERLIN, D-land + Nahost
Nazi Prof Konrad Löw+das"Deutschland-Archiv"
Nachwehen der Hohmann-Affäre
Hohmann und kein Ende
Bundesparteitag der Republikaner in Münster
Antikommunismus und Antisemitismus
Münster, Bundesparteitag der REPs, 15.11.03
Hohmann,der General und der Fall Merkel
KSK plant Putsch wie die Freikorps?
Interview: Das Kommando Spezialkräfte (KSK)
noch mehr Presse
Drei Tage später in Verden wurde Günzel offenbar nicht gestört:
wenige Tage später bei der Kasseler Germania
Intern?!
Ein Bekannter von mir war allerdings da und hat berichtet, dass sehr viele Leute dort waren unter anderem auch Frauen, was mich persönlich sehr gewundert hat, da ich dachte zu diesen Verbindungen dürfen nur Männer.
Es müssen wohl viele mit diesen farbigen Scherpen da gewesen sein, aber auch einige ohne. Man hat von der Demo anscheinend nix mitgekriegt, da mein Bekannter relativ überrascht war als er so viel Polizei beim Rausgehen gesehen hat. Anscheinend war diese Veranstaltung gar nicht so intern wie alle dachten.
Gruß ihr Eknil Ehcsrä
@Eknil Ehcsrä
wenn du mal wieder von ihnen eingeladen wirst, sag doch vorher mal bescheid. wer kommt den als nächstes, nazianwalt rieger wie in kassel?
der besagte FR-Artikel über Rieger in KS
Germania lässt Jürgen Rieger, Organisator des "Gedenkmarschs" für Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß, im Verbindungshaus reden
In einem Vortrag bei der Kasseler Burschenschaft Germania soll der Hamburger Neonazi Jürgen Rieger NS-Verbrechen geleugnet und zur Gewalt gegen Ausländer aufgerufen haben. Experten warnen vor einem Rechtstrend bei Burschenschaften.
VON JOACHIM F. TORNAU UND CARSTEN MEYER
Neonazi-Anwalt Jürgen Rieger (ddp)
Kassel · 28. November · Erst vor wenigen Monaten machte die Kasseler Burschenschaft Germania ihre Gegner per Gerichtsbeschluss mundtot. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof verbot dem Kasseler Asta, einen kritischen Artikel über Studentenverbindungen weiter zu verbreiten. Eine Nähe von Burschenschaften zum Rechtsextremismus zu unterstellen, sei "diffamierend", befanden die Richter und gaben damit einem der Kasseler Korporierten auch in zweiter Instanz Recht.
Dabei macht gerade die Germania aus ihrer Rechtslastigkeit keinen Hehl. Wie der Hessische Rundfunk (hr) in seinem Magazin "defacto" am Sonntagabend aufdeckte, gestaltete am 19. November der Hamburger Neonazi-Anwalt Jürgen Rieger einen "burschenschaftlichen Abend" im Verbindungshaus. Der Organisator des alljährlichen "Gedenkmarschs" für Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß in Wunsiedel sprach über "Germanischen Glauben in unserer Zeit".
Nach dem hr-Bericht machte Rieger dabei auch vor dem Leugnen von Nazi-Verbrechen nicht Halt: "Angeblich" hätten die Deutschen "500 000 Zigeuner vergast", wird Rieger zitiert. "Das ist natürlich Schwachsinn. Das haben wir nicht gemacht." Unverhohlen habe der Neonazi, so das hr-Magazin, zur Gewalt gegen Ausländer aufgerufen: "Normalerweise müssten die Türken einfach so zusammengeschlagen werden, dass ihnen alle Zähne fehlen. Und dann ist auch Ruhe - das ist die einzige Methode, wie man damit umgehen kann."
Ihre Sympathien für das rechtsextreme Spektrum hat die Kasseler Burschenschaft Germania in der Vergangenheit mehrfach unter Beweis gestellt. Für Wirbel sorgte Anfang der neunziger Jahre ein Auftritt des neonazistischen Liedermachers Frank Rennicke im Haus der Korporierten - die lokale Presse berichtete damals von "Juda verrecke"-Rufen aus dem Publikum.
In 2002 wurde auf der Internetseite der Germania ein Vortrag des militanten südafrikanischen Apartheid-Befürworters Claus Nordbruch angekündigt. Und regelmäßig erscheinen in den rechtsextremen Publikationen Junge Freiheit und Nation und Europa Anzeigen, in denen die Burschenschaft um Mitglieder wirbt.
Die - vom Finanzamt übrigens nach wie vor als gemeinnützig anerkannte - Kasseler Germania gehört wie gut 120 weitere Verbindungen zum Dachverband der Deutschen Burschenschaft (DB). "Die DB", sagt die Marburger Politologin und Korporations-Expertin Alexandra Kurth, "ist in den letzten Jahren immer weiter nach rechts gerückt". Gleichwohl sei der Besuch Riegers in Kassel für sie überraschend: "Es verwundert mich insofern, als ich gedacht hätte, dass es für die Mitgliedsbünde der Deutschen Burschenschaft in irgendeiner Weise doch noch eine Grenze hin zur militanten Rechten gibt. Das scheint sich immer weiter aufzulösen."
Indizien für diesen Rechtstrend finden sich nicht nur in Kassel. In Göttingen hielt in der vergangenen Woche der ehemalige Bundeswehr-Brigadegeneral Reinhard Günzel einen Vortrag bei den Burschenschaften Holzminda und Hannovera. Der wegen seiner Begeisterung über die als antisemitisch kritisierte Rede von Martin Hohmann entlassene KSK-Kommandeur sprach unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor geladenen Gästen - wozu offenbar auch die örtliche NPD zählte. Deren Chef berichtete, Günzel habe "kompromiss- und schonungslos mit dem noch bestehenden BRD-System" abgerechnet.
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