Hamburg: PR-Show der Parkzerstörer abgebroche
Die am gestrigen Abend, 21.10.2004, in der Aula der Schule Altonaer Strasse veranstaltete öffentliche PR-Show zum geplanten Umbau des Wasserturms im Schanzenpark musste nach ca. 35 Minuten aufgrund massiver Proteste abgebrochen werden.
Am gestrigen Abend, 21.10.2004, fand vor ca. 200 bis 250 meist begeisterten ZuhörerInnen die öffentliche PR-Show von Mövenpick, Patrizia Projektentwicklung GmbH und Bezirksamt Hamburg-Eimsbüttel zum geplanten Umbau des Wasserturms im Schanzenpark statt.
Mit so einem Andrang war wohl nicht gerechnet worden, das massive Polizeiaufgebot und der zusätzlich eingesetzte private Wachschutz erklärten schon kurz nach 19.30 Uhr den Versammlungsraum für voll, so dass ca. 50 bis 100 weitere interessierte Menschen nicht mehr daran teilnehmen konnten.
Im Saal selbst war die Stimmung nahezu euphorisch, es wurde geklatscht, gejubelt, es wurden Sprechchöre angestimmt und Transparente gezeigt.
Doch auch hier gab es wieder einmal technische Probleme, Mikrofon und Projektor fielen zeitweilig aus und die Luft wurde zunehmend schlechter.
Nach ca. 35 Minuten wurde zum Leidwesen fast aller Anwesenden diese Veranstaltung abgebrochen.
Das „FREIE NETZWERK ZUM ERHALT DES STERNSCHANZENPARKS“ bedauert diese Entwicklung, hofft aber, dass dieser Abend die Möchtegernhotelbauer und politische Entscheidungsträger nicht nur verunsichert, sondern auch zum Nachdenken gebracht hat. Allen Beschwörungsformeln zum Trotz hat sich der Widerstand gegen die Zerstörung des Schanzenparks keinesfalls erledigt, sondern erreicht mit dem gestrigen Abend eine neue Phase.
Das Freie Netzwerk für den Erhalt des Schanzenparks bedankt sich bei allen Menschen, die so zahlreich erschienen sind - bis bald!
Am Tag X – Baubeginn – wird es um 18.00 Uhr eine Demonstration ab S-Bahnhof Sternschanze geben.
Mit so einem Andrang war wohl nicht gerechnet worden, das massive Polizeiaufgebot und der zusätzlich eingesetzte private Wachschutz erklärten schon kurz nach 19.30 Uhr den Versammlungsraum für voll, so dass ca. 50 bis 100 weitere interessierte Menschen nicht mehr daran teilnehmen konnten.
Im Saal selbst war die Stimmung nahezu euphorisch, es wurde geklatscht, gejubelt, es wurden Sprechchöre angestimmt und Transparente gezeigt.
Doch auch hier gab es wieder einmal technische Probleme, Mikrofon und Projektor fielen zeitweilig aus und die Luft wurde zunehmend schlechter.
Nach ca. 35 Minuten wurde zum Leidwesen fast aller Anwesenden diese Veranstaltung abgebrochen.
Das „FREIE NETZWERK ZUM ERHALT DES STERNSCHANZENPARKS“ bedauert diese Entwicklung, hofft aber, dass dieser Abend die Möchtegernhotelbauer und politische Entscheidungsträger nicht nur verunsichert, sondern auch zum Nachdenken gebracht hat. Allen Beschwörungsformeln zum Trotz hat sich der Widerstand gegen die Zerstörung des Schanzenparks keinesfalls erledigt, sondern erreicht mit dem gestrigen Abend eine neue Phase.
Das Freie Netzwerk für den Erhalt des Schanzenparks bedankt sich bei allen Menschen, die so zahlreich erschienen sind - bis bald!
Am Tag X – Baubeginn – wird es um 18.00 Uhr eine Demonstration ab S-Bahnhof Sternschanze geben.
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
von schanzenturm.de
Wasserturm-Umbau beginnt
Bezirksamt gibt Widerspruch gegen Baugenehmigung keine Chance. Stahlbecken werden im Turm zerschnitten. Denkmalschutzamt sieht das Projekt positiv
Eine Taube fliegt durch den weiten Raum zwischen dem oberen Becken im Sternschanzen-Wasserturm und der Zinkkuppel, an der das Wasser kondensieren konnte. Ihr Flügelschlag hallt von den beiden Halbschalen wieder. Mit 25 Metern sind sie im Durchmesser so breit wie ein Hallenschwimmbecken lang. "Ich wundere mich, dass es hier nicht mehr Tauben gibt", sagt ein Kollege. Viele Fenster sind zerbrochen oder stehen einfach offen. Der ummauerte Raum mit seinen vielen Nischen und Winkeln sollte ein gutes Quartier abgeben, denkt der Laie. Doch die Tauben haben ihre Chance gehabt. In den nächsten Wochen wird die Augsburger Firma Patrizia Projektentwicklung mit dem Umbau des Turms in ein Hotel beginnen.
Ein Widerspruch gegen die Baugenehmigung, den Gegner des Projekts eingelegt haben, könne das Projekt nicht mehr stoppen, sagt der Eimsbütteler Bezirksamtsleiter Jürgen Mantell (SPD). Er beziehe sich auf Formalien und sei überdies nicht von Anwohnern vorgebracht worden, also unzulässig.
Bei dem Umbau soll die Fassade weitgehend erhalten bleiben. Die aus Schiffsblech genieteten Wasserbecken werden im Turm zerlegt, ebenso die mannsdicken Rohre und Schieber. Von der Straße Sternschanze aus wird ein Tunnel in den Hügel führen, durch den die Gäste auf Fahrtreppen in das Hotel gelangen.
Der Turm soll einen gläsernen Restaurantanbau über zwei Stockwerke erhalten, der die heutige Umzäunung des Wasserturms aber nicht überschreitet. Dessen Front wird in Richtung S-Bahnhof Sternschanze zeigen. Nördlich davon soll sich eine Restaurant-Terrasse mit Zugang vom Park anschließen.
Ein Blick in den Turm zeigt, dass Bedenken, dieser könnte einstürzen, wenn die Becken entfernt werden, nicht nahe liegen. Das Obere stützt sich auf das untere und dieses auf massive unechte Säulen, die aus der Wand des Wasserturms hervortreten. Ein Bohrung habe ergeben, dass der Grundwasserspiegel unter der untersten Ebene des Hotelbaus liege, teilt Patrizia mit. Bäume seien also nicht gefährdet.
Eckart Hannmann, Leiter des Denkmalschutzamtes, erinnerte daran, dass in den vergangenen 40 Jahren Dutzende von Vorschlägen gemacht worden seien, wie der ausgediente Wasserturm neu genutzt werden könnte. Alle bis auf die Idee, daraus ein Museum zu machen, hätten eine Zerstörung der Wasserschalen nach sich gezogen. Das sei schade. "Der Gewinn, den wir haben", so Hannmann, "ist, dass die städtebauliche Dominante erhalten bleibt." "Gernot Knödler
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gast
Gast
Verfasst am: 22.10.2004, 08:45
Titel:
und hier aus der mopo:
Schöne neue Turm-Welt
THOMAS HIRSCHBIEGEL
Von der Katakombe zur Cave-Bar
Als 1961 die Mauer in Berlin gebaut wurde, legten in Hamburg die Wasserwerke ihren markanten Turm im Schanzenpark still. 43 Jahre stand er leer, seit mehr als 20 Jahren wird im Viertel heftig über die Nutzung gestritten. Jetzt geht es endlich los: Gestern lud Investor "Patrizia" zum Rundgang, der Umbau des Wasserturms zum Mövenpick-Hotel beginnt.
Zwei riesige stählerne Wasserbehälter, verrostete Eisentreppen, überall Rohre, Ketten, große Schalträder und unter allem eine Gruft - der Wasserturm wäre ein prima Drehort für eine Neuauflage vom "Dritten Mann" oder eines Edgar Wallace -Thrillers.
Doch schon 2006 sollen hier Hamburg-Besucher in einer von zwei "Turm-Suiten" schlafen, im Restaurant mit Blick ins Grüne speisen und in der "Cave-Bar" im Gewölbe einen Absacker trinken. "Patrizia" will 40 Millionen Euro investieren.
Firmenchef Jürgen Kolper sagte gestern: "Die Finanzierung ist gesichert!" Jetzt werden zunächst die Wasserbehälter entfernt. 2005 wird die Klinker-Fassade saniert und die Geschosse werden in den Turm gezogen. 2006 folgen die Installations- und Einrichtungsarbeiten. Projektleiter Jürgen Klein: "Ich freue mich auf die Umnutzung von der ruppigen Industriearchitektur zu einem eher kuscheligen Hotel."
Der 46-jährige Architekt hat Erfahrung im Umgang mit Denkmal-Objekten. Hamburgs oberster Denkmalschützer Eckart Hannmann lobte das Projekt gestern ausdrücklich. Auch Bezirksamtsleiter Jürgen Mantell (SPD) ist froh: "Der Park wird durch den Hotelbau gewinnen." Eine Klage gegen den Bau hätte keine Aussicht auf Erfolg.
Das sehen Hotel-Gegner anders. Ein "Freies Netzwerk zum Erhalt des Sternschanzenparks" verteilte Flugblätter und kündigte für den "Tag X" des Baubeginns eine Demo an. Die Pressekonferenz war durch Polizisten und Bodyguards abgesichert.
Info:
DER WASSERTURM
In den Jahren 1907 bis 1910 wird der Wasserturm auf einem 1863 errichteten Erd-Depot für Wasser gebaut. Architekt Wilhelm Schwarz verpasste dem Bauwerk ein Kupferdach. Das brannte 1943 nach einem Bombentreffer ab. Schon 1945 lief der Betrieb im Turm wieder. 1956 aber wurden die beiden Wasserbehälter mit einem Fassungsvermögen von je 2,5 Millionen Litern für die Wasserversorgung überflüssig. Der Turm wurde "Armaturenprüfstelle" der Wasserwerke. 1961 folgte die Stilllegung des Turms.
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nochn Gast
Gast
Verfasst am: 22.10.2004, 10:43
Titel:
auch heute gefunden (Abendblatt):
Das Karoviertel kommt in Mode - die Trendsetter von der Marktstraße
St. Pauli: Als die Abrißpläne vom Tisch waren, begann die Stadtentwicklungsgesellschaft zu sanieren. Heute ist das Viertel eine kleine Perle geworden.
Von Anika Riegert und Jana Gerlach
Sonnabend morgen im Karoviertel. Die Marktstraße - eine Flaniermeile. Schon lange kein Geheimtip mehr. Aus ganz Norddeutschland kommen hier meist jüngere Leute hin. Zum Einkaufen: Kleider, Sakkos, Mäntel, Hosenanzüge und sogar Ausgefallenes für den festlichen Abend. Die dazu passenden Accessoires gibt es auch: Schmuck, Schals, Ansteckblumen und Taschen.
Wo früher in zumeist feuchten Kellerläden Secondhand-Ware angeboten wurde und die Abrißbirne drohte, findet man heute moderne Geschäfte, die nicht Luxusmarken wie Prada oder Gucci verkaufen, sondern Selbstgeschneidertes. Ebenso hochwertig wie kreativ - und das zu erschwinglichen Preisen. Jahrelang wurde wegen der zunächst hier geplanten Messe-Erweiterung nicht investiert, heute sind rund 50 Prozent der Häuser saniert. Die ehemalige Hochburg der Autonomen hat sich zur Modemeile gemausert.
"Als klar war, daß Lebensmittel-Einzelhändler hier nicht mehr überleben können, wollten wir einen Standort für Kultur und Design schaffen", sagt Stefan Kreutz (37) von der Stadtentwicklungsgesellschaft (Steg). Die Verwandlung des Viertels ist gelungen - im Einklang mit den Bewohnern. Die Ladenbesitzer sind zufrieden: "Hohe Decken, ein riesiges Schaufenster, alles saniert - der Umsatz gut", sagt Sabine Henkel von "Nymphenfieber." Die Miete sei bezahlbar. Das Karoviertel, eine Modeperle mit Zukunft. Designer wie Anna Fuchs sind bereits international bekannt, das zieht auch Bars und Cafes in das blühende Quartier. Für Läden gibt es schon Wartelisten.
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Springer°
Gast
Verfasst am: 22.10.2004, 11:14
Titel: Es wird Ernst
Es ist schon auffällig wie in den vorangestellten Berichten mit der Widerspruchsklage umgegangen wird. z.B. =Die Behauptung: "die Klage würde nicht von Anwohnern geführt und ´sei deshalb unzulässig"!, ist eine
infame Lüge vor den Ohren der Öffentlichkeit!!!
Mantel ist definitiv ein Lügner? -stellt er somit selbst unter Beweis? Es kann ja nicht sein das er den konkreten Inhalt der Klage nicht kennt bzw. die Unterzeichner (sämtlich Anwohner!) der Prozeßvollmacht nicht mitgelesen hat...
Oder Mantell wurde von die TAZ falsch zitiert - was nicht anzunehmen ist...
Aber die Berichterstattung Knödlers erweckt auch den Eindruck er sei Haus u. Hofschreiber der Behörde geworden? Er hätte doch, da er die Klage kennt, an dieser Stelle erneut recherchieren müssen u. ggf. diese Behauptung widerlegen ?
Knödler verbreitet Mantells Behauptungen: ist das das Fazit?!
Es wurde auch die Frage laut ob möglicherweise Harald Boberg (Ausichtsratsvorstand in der Patrizia u. gleichzeitig Schatzmeister der CDU an der Bauschraube zu Gunsten der Patrizia AG gedreht hätte: darauf hat Kolper lediglich von der Warburgbank gesprochen. Hat aber bestätigt das Boberg keinen onomatischen Doppelgänger hätte der einen der beiden Posten besetzen würde. Die Hammer AG war 2003 sehr erstaunt das, obwohl die Verträge schon abgeschlossen waren, Storr doch noch eine Ausstiegsklausel fand mit der er urplötzlich das gesamt Bauvorhaben der Patrizia Ag zuschanzte???? Also hat da jemand an der Bau-(Vergabe)-Schraube gedreht? Oder nicht?
Es besteht ein Interessenkonlikt nicht nur politisch auch juristisch- bei einer solchen Konstellation.
Ein Anfangsverdacht besteht dadurch: Eine Ermittlungsache für die DIE (Direktion für interne ERmittlungen: der Staatsanwaltschaft unterstellt)
Hier im Anschluß die "Springer Presse" ...
Freitag, 22. Oktober 2004
Hamburg
Dauerdemo gegen Luxushotel
Schanzenpark: Gegner des Bauprojekts im Wasserturm kündigen Proteste an.
Von Heike Müller
Der Streit um den Wasserturm im Sternschanzenpark tritt in die heiße Phase. "Der Baubeginn steht unmittelbar bevor", kündigte Jürgen Klein, Projektleiter der Patrizia Projektentwicklung GmbH, gestern an. Aus dem knapp 100 Jahre alten Turm mit denkmalgeschützter Innenkonstruktion soll ein Luxushotel werden, das der Betreiber Mövenpick Hotels & Resorts im Sommer 2006 eröffnen will. Die Gegner des Vorhabens rufen zu Dauerprotesten auf. Sie wollen vom Baubeginn an jeden Abend gegen das Hotel demonstrieren. Gestern abend mußte die Infoveranstaltung nach 40 Minuten beendet werden, weil die Hotelplaner gegen Pfiffe und Rufe der Gegner sich nicht durchsetzen konnten.
Die Projektentwickler rechnen künftig nicht mit Konflikten: "Wir gehen davon aus, daß wir nicht zur Zielscheibe von Gewalt werden", so Jürgen Klein. "Wir haben auch keine speziellen Vorkehrungen getroffen." Bei den Gegnern des Hotels, die sich im "Netzwerk für den Erhalt des Sternschanzenparks" organisiert haben, herrscht dagegen die Ansicht: "Die sind sich nicht im klaren darüber, auf was sie sich eingelassen haben." Der Hintergrund: Die Patrizia Projektentwicklung GmbH sitzt in Augsburg, Mövenpick Hotels & Resorts in der Schweiz - fernab von Hamburgs Schanzenviertel. Der Unmut der Anwohner hat eine Vorgeschichte: Als der Münchener Investor Ernest Joachim Storr 1990 den verfallenden Wasserturm mit Grundstück für 39 000 Mark kauft, erhält er die Auflage, die Hälfte des Turms öffentlich nutzbar zu machen. Der Plan scheitert. Storr fordert vom Bezirk, daß er den Turm komplett gewerblich nutzen kann. Als Ausgleich zahlt er eine Million Euro für Stadtteil-Projekte. In einem Vertrag wird 1996 festgehalten, daß die kulturelle Vielfalt im Park nicht eingeschränkt werden darf. Doch eine Bestandsgarantie, zum Beispiel für das erst seit 2000 veranstaltete Sommerkino, gibt es nicht. "Das Viertel wird teuer, verliert seine Vielfalt, und alles, was nicht im Sinne des Investors ist, wird weggeputzt", befürchtet Peter Haß von der Buchhandlung im Schanzenviertel. "Wie es aussieht, wird es das Sommerkino 2006 nicht mehr geben", sagt Dirk Evers vom Veranstalter Outdoor Cine. Vieles erinnert an den Protest gegen ein Musical-Theater in der Roten Flora im Jahr 1988: Am Ende wich der Investor auf einen anderen Standort aus.
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bauzaunabreisser
Gast
Verfasst am: 22.10.2004, 13:48
Titel: ES wird ERNST
Nach aktueller Rechtslage (vergleichbare Urteile: Gebietsveränderung) die zu Gunsten des Klägers an Verwaltungsgerichten entschieden wurden sind,
müßte die Sache juristisch für die Anwohnerklage gut ausgehen.
Ein Baustopp wäre auch noch erreichbar durch einen entsprechenden EIL-ANTRAG der gestellt werden könnte, nachdem zB. DER BAUZAUN oder ANDERE Maßnahmen sichtbar seitens des Investors ergriffen werden.
Der Baustufenplan läßt eindeutig auch keine "Städtebaulichen Verträge" wie hier geschlossen wurde, zu (!)-auch dieser Vertrag ist nach Rechtslage eindeutig rechtswidrig!
Das Problem liegt dann bei dem zuständigen Richter- ob er sich zu Gunsten der Patrizia AG über die bestehende Baugesetzgebung hinwegsetzt oder nicht... Der Eilantrag kostet wieder extra...
Recht zu haben ist das wirklich auch Recht zu bekommen usw.
Die Klage zu führen sollte nicht zerredet werden -aber auch nicht den WIDERSTAND auszubauen... BEIDES ist Notwendig!!!
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guest
Gast
Verfasst am: 22.10.2004, 14:51
Titel:
bei Springer steht:
Vorzeigemodell: Die Stadt blüht auf, wo Hamburger sich einst vor Straßenschlachten fürchteten.
Von Matthias Rebaschus
Hamburg - Das Karoviertel entwickelt sich zu dem trendigen Wohn- und Szenequartier Hamburgs. Kein anderes hat unter jungen Menschen so stark an Beliebtheit gewonnen. Aus der einstigen Krawall- und Schmuddelecke zwischen Schanze, Heiligengeistfeld und Messehallen ist ein Juwel der Stadtplanung geworden - und eine Hochburg für junge freche Mode. Die Handelskammer spricht sogar von "Hamburgs neuem Soho".
"Wir sehen das außerordentlich positiv. Hamburg braucht Viertel mit einem derart hohen Kreativ-Potential", sagt Reinhard Wolf von der Stadtentwicklungsabteilung der Kammer mit Blick auf die Entwicklung in Karo- und Schanzenviertel. Denn die 63 Millionen Euro, die Hamburg in das seit 1988 bestehende Sanierungsgebiet investiert hat, haben eine gewaltige Veränderung bewirkt: Die Marktstraße gilt unter Existenzgründern als "die Straße der Möglichkeiten". Mehr als zwei Dutzend Mode-, Trend- und Szeneläden haben sich etabliert. Und die Wohnungen sind heiß begehrt.
"Wenn eine angeboten wird, stehen 30 bis 40 meist junge Bewerber vor der Tür", sagt Miethaus-Eigner Jens-Thomas Kleinikauf vom St.-Pauli-Bürgerverein und lobt die Stadtentwicklungsgesellschaft Steg: "Die sanierten Wohnungen sind in sehr gutem Zustand." 45 Prozent der 1500 Wohneinheiten gehören der Stadt. Der soziale Wohnungsbau bietet Mieten von 3,90 Euro pro Quadratmeter. "Eine Miete, die jährlich um maximal 19 Cent steigen darf", sagt Kurt Reiniken, Projektentwickler der Steg. Geschäfte zahlten Quadratmetermieten von acht bis zwölf Euro. Mit der Befriedung des Quartiers und dem Ende des Bauwagenplatzes 2002 wurde das Viertel endgültig "schick". Die "Lagegunst" ist ein weiterer Grund. Reinhard Wolf: "Es ist ruhig, und man erreicht City und Uni zu Fuß."
In fünf Jahren ist die Entwicklung abgeschlossen, erwartet Peter Thomsen, Sanierungsbeauftragter im Bezirk Mitte für das Karoviertel. Bezirksamtsleiter Markus Schreiber lobt: "Hier ist eine ganz spannende Mischung entstanden. Das ist trendy, darf aber nicht zu schickimicki werden."
erschienen am 22. Oktober 2004 in Hamburg
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Augen- und Nasenzeuge
Es war eine überaus gelungene Veranstaltung und ein kleiner Vorgeschmack auf das, was noch kommen kann.
falsch beraten
Die Frohe Botschaft.
Wenn schlechte Stimmung und aufmüpfige Anwohner den Erfolf eines Investitionsvorhabens gefährden, ist die Stunde der Akzeptanz-PR gekommen.
Beim Wasserturm-Umbau macht die Agentur Superurban einen Riesenjob.
von Christoph Twickel
Ich lernte Norbert kennen, als ich für ein Hamburger Stadtmagazin arbeitete. Naja, was heißt hier kennenlernen, es war ein Mittagstischgespräch. Frühjahr 2000, Schanzenviertel, New-Media-Hausse, alle verdienten Schotter wie Heu im World Wide Web. Norbert war ein Kumpel von Toralf, seinerzeit schweinisch erfolgreicher Startup-Unternehmer, erst kurz zuvor mit seiner Internetklitsche in eine Premium-Backsteinetage im Schanzenviertel gezogen, inklusive einer Cappuccinomaschine so groß wie ein Zugabteil.
"Norbert und ich, wir haben da gerade ein richtig geiles Projekt in der Pipeline",
raunte Toralf mir zu, während wir beim Stehitaliener unsere Pasta gabelten.
"Das ist bestimmt was für Dich. Du kennst doch den Pirelli-Kalender. Sowas wollen wir jetzt für's Schanzenviertel machen!"
"Oha!", sagte ich.
"Jaha!"
sagte Toralf.
"Mit Mädels aus dem Viertel. Wahrscheinlich nennen wir's 'Schanzenperlen'! Da sind schon Top-Fotografen im Boot! Könnt' ihr als Vorabdruck haben."
Norbert, der gerade als Pressesprecher der STEG, der Stadt Entwicklungsgesellschaft aufgehört hatte und jetzt für eine Firma namens "Möller Ideenscout" arbeitete, stand daneben und lächelte linkisch. Schanzenperlen oben ohne. War es ihm peinlich?
Der Pirellikalender für's Schanzenviertel ist nie erschienen. Die New Economy lutscht heute Schwänze in der Hölle, Toralfs Agentur ging in die Insolvenz, Norbert der Stadtplaner aber ist immer noch obenauf. Er hat eine Marktlücke entdeckt und sich mit seinem Kumpel Thomas selbstständig gemacht. "Superurban" heißt ihre Firma, sie selbst nennen sie lieber "Netzwerk":
"Das Netzwerk Superurban entwickelt PR für Wohn- und Gewerbestandorte."
heißt es auf ihrer Website. Wenn man ein Beispiel haben möchte, kann man auf das das fiktive Stadtquartier "heileWelt" klicken – ein Wohnprojekt für "post-materialistisch orientierte Stadtbewohner":
"Das Themenpaar "Gesundheit" und "Gemeinschaft" bildet das Alleinstellungsmerkmal des Stadtteils - ein Beitrag zur Debatte, wie wir in Zukunft urban leben wollen. (...) Ein professionelles Community-Management initiiert und stützt selbst-organisierte Nachbarschaftshilfen. Das Quartier bietet Räume und Angebote für Wellness, wie z.B. Thai-Chi, Meditation, Yoga, Sauna oder Massage und hat zwei japanische Gärten als Ruhezonen. Die Marke "heileWelt" professionalisiert so das Nischenprodukt gemeinschafts-orientiertes Wohnen, um es für eine breite Gruppe von Nachfragern zugänglich zu machen."
Sauna und Selbstorganisation, Nackenmassage und Nachbarschaftshilfe, Norbert und Thomas machen uns den Mund wässrig. Wollen wir das nicht alle? Zumal wir postmaterialistischen Schanzenbewohner, die wir schon alles haben, außer einem guten Gewissen? Die wir schon immer gegen "Ausgrenzung" waren, aber insgeheim doch ganz froh, dass nicht mehr so viele Junkies auf unserem Galao- und Boutiquen-Parcours herumwanken? Die wir deshalb gerne mal unsere Nachbarin, die Rollstuhlfahrerin von gegenüber, community-mäßig durch die heile Welt schöben, zwischen Yoga-Kurs und Saunagang, vorbei am Kinderhort und an der Bio-Food Coop... wäre das konkrete Utopie?
Ja, Norbert und Thomas haben gut aufgepasst und gecheckt: in der Szene positiv besetzte Begriffe gesammelt, an der Uni linke Stadtforschung studiert. Sogar bei einer linken Urbanismus-Zeitschrift namens "Superumbau" haben sie mitgemacht, die, laut ihrer Initiatorin Anja Corcilius, "ein anderes begriffliches Instrumentarium zu Stadtplanung und sozialem Raum entwickeln wollte".
Um von Superumbau zu Superurban, vom emanzipatorischen Urbanismus zur Standort-PR zu gelangen, mussten Norbert und Thomas nur noch das begriffliche Instrumentarium mit Werber- und Wirtschaftsdeutsch verrühren:
"Ideen werden Wirklichkeit, wenn Menschen sich für sie einsetzen. Mit einer engagierten Community ist es leichter, Ziele zu erreichen, Interessen zu vertreten, Ressourcen zu mobilisieren oder Marktanteile zu gewinnen. SUPERURBAN arbeitet für Projekte, die sich auf lebendige Gemeinschaften stützen und als starke Marke profilieren möchten."
Das ist "Akzeptanz-PR". Ein ganz neues Produkt auf dem Dienstleistungsmarkt. Nachfrage gibt es: Standorte wollen akzeptiert sein. Denn nicht selten sind Orte, die Standorte werden sollen, den Leuten, die dort leben, lieb und teuer.
Zum Beispiel der Schanzenpark: Grüne Lunge des Schanzenviertels, Trommel- und Kifferwiese, Grillplatz, Austragungsort von Open Air-Kino, Hanffest und anderen lärmintensiven Sommervergnügungen. Bisher hat der Trubel im Park niemanden gestört, die nächsten Wohnhäuser lagen weit genug entfernt. Seit Mitte Januar aber baut die Patrizia Projektentwicklung GmbH den über dem Park tronenden Wasserturm zu einem ein 4-Sterne-Hotel um. Ein klassischer Fall von Privatisierung öffentlichen Raumes. Ein klassischer Fall für "Akzeptanz-PR": Die Agentur "Superurban" soll dafür sorgen, dass niemand irritiert ist:
"Der Charakter des Schanzenparks als Volkspark soll erhalten und der Park ein lebendiger Ort für alle bleiben. Der Betrieb des Hotels wird die öffentliche Nutzung des Parks nicht einschränken."
So lautet, verbreitet in Broschüren, Statements und im Internet die frohe Botschaft der Patrizia. Sie ist offensichtlich wahrheitswidrig. Natürlich wird der Hotelbetrieb die öffentliche Nutzung des Parks einschränken. Spätestens wenn der erste Gast wegen Lärmbelästigung mit gepackten Koffern an der Rezeption steht, wird der Hotelbetreiber Mövenpick abendlichen Kino- oder Konzertveranstaltungen den Garaus machen. Aber dafür gibt es ja PR-Profis wie Norbert und Thomas. Die wissen, wie man ein "komplexes Anliegen in profilierten Botschaften" –na wie sagt man noch?– "verdichtet":
"Die Betreiber des Hotels möchten ein Nebeneinander von Open-Air-Kino im Park und Hotel ermöglichen. Der 1996 zwischen Stadt und Investor abgeschlossene Vertrag sicherte die damalige Dauer des Kinos von maximal sechs Tagen im Jahr ab."
Sechs Tage im Jahr? Damit sich die Sache rechnet –zumal im regenanfälligen Hamburger Sommer– müssen die Betreiber des Open Air-Kinos mindestens 5 Wochen ansetzen. So ist es in den letzten Jahren auch gewesen. Der Verweis auf die vertragliche Regelung verklausuliert also, dass es nicht so bleiben soll. Offen sagen, darf man's nicht, das wäre schädlich für die Akzeptanz. Im Gegenteil, für gelungene Umfeld-PR muss es so aussehen, als networke man fleißig mit der Community:
"In diesem Sommer wurden - wie mit dem Betreiber (Outdoor-Cine) vereinbart - während der Kinovorführung unter anderem Schallmessungen durchgeführt. Zurzeit werden Möglichkeiten erarbeitet, wie ein Zusammenleben von Hotel und Kino im Park gestaltet werden kann."
Die Schallmessungen sind durchgeführt worden, und die Ergebnisse sind eindeutig: Für den Hotelbetrieb ist das Open Air-Kino zu laut. Wie sollte es auch anders sein? 2000 Freiluftkinogänger beschallen, ohne sämtliche Schallschutzauflagen zu brechen – das ist nicht machbar. Schon jetzt ist daher klar, dass es nur noch während der Bauphase, also 2005 und 2006 Open Air Kino im Schanzenpark geben wird. Bekanntgeben möchte dieses triste Ergebnis weder das Bezirksamt und noch weniger die Patrizia. Ganz im Gegenteil: Falls die Betreiber mit diesen Informationen an die Öffentlichkeit gingen, drohte die Behörde während der Verhandlungen, dann gäbe es auch für die verbleibenden zwei Jahre kein Entgegenkommen. Nach außen hin muss es so aussehen, als stünde man weiterhin in Verhandlungen.
Nach außen soll es auch so aussehen, als wäre der Umbau des Wasserturm zum Hotel der einzige gangbare Weg gewesen, als hätte es keine Alternativen gegeben:
"Als der Investor Storr den Turm 1990 von der Stadt erwirbt, verpflichtete er sich, das Gebäude zu sanieren und 50 Prozent der Fläche öffentlich nutzbar zu machen. Es konnte jedoch kein Träger aus dem Quartier ein wirtschaftlich tragfähiges Konzept für eine Stadtteilnutzung vorlegen."
Wirtschaftlich nicht tragfähig? Sollte man nicht davon ausgehen, dass die politische Entscheidung, ein Gebäude "öffentlich nutzbar" zu machen, einschließt, es gewisser wirtschaftlicher Zwänge zu entheben? So ernst war's mit der öffentlichen Nutzung dann aber doch nicht gemeint.
"1996 wird in einem städtebaulichen Vertrag vereinbart, dass der Investor als Ausgleich für die öffentliche Nutzung eine Million Euro zahlt. Mit dem Geld, das 2004 an den Bezirk Hamburg Eimsbüttel überwiesen wurde, werden soziale und kulturelle Projekte aus den benachbarten Stadtteilen unterstützt."
Diese eine Million bildet jetzt den Fond, mit dem sich das Bezirksamt das Stillhalten der umliegenden Vereinsmeier und Stadtteilkulturprojekte zu erkaufen sucht. Dem SC Sternschanze, traditionell multikulturell und linksalternativ, winkt ein neues Kleinspielfeld und ein gläsernes Vereinshaus. 350 000 Euro liegen schon auf dem Treuhandkonto des Bezirks, und siehe da, SC-Sternschanze-Vorstandsvorsitzender Uwe Wetzner kann zum Wasserturm-Umbau keine Stellungnahme abgeben. Es gebe kein einheitliches Stimmungsbild. "Was die Leute tun und sagen ist ihre Privatsache." Der Verein Kunststücke hatte zwar bereits Stellung bezogen, mit einer Ausstellung der Künstlerin Solita Matthiesen gegen den Umbau. Dann aber nahm man doch an der Ausschreibung des Bezirksamtes teil. Die Kehrtwende wurde belohnt: Kunststücke e.V. hatte für den Umbau des Rundbunkers am S-Bahnhof nur 100 000 Euro beantragt – das Bezirksamt bewilligte 350 000 Euro. Auch Nepomuk Derksen von Bunte Kuh e.V. war eigentlich "immer dafür, dass der Wasserturm anders genutzt wird." Es sei aber nun mal nicht gelungen, "das mit dem entsprechenden Realitätssinn zu wuppen. Und es wird ja auch nicht von der Politik unterstützt." Naja, sei's drum. Dann stellt er eben seinen Verein unter die Gelddusche des Bezirksamtes: 70 000 Euro gehen an Bunte Kuh e.V. dafür, dass in den nächsten 4 Jahren Baukunstaktionen im Schanzenpark stattfinden, bei denen Kids aus Lehm ihre eigenen Gebäude entwerfen können. "Unser Projekt stellt einen Angriff auf den normalen Umgang mit Architektur dar", erklärt Derksen. "Also das Bauen selbst in die Hand zu nehmen." Backe, backe, Häusle baue, so gefällt's auch dem Bezirksamt.
Überhaupt die Kids: mit denen kann man allerlei machen:
"Habt ihr schon gehört? Im Schanzenpark ist was los!!! Der Wasserturm wird zum Hotel umgebaut... aber was denkst du dazu????"
So wanzt sich das "School's Out Radio" an "Jugendliche im Alter von 12-15 Jahre" heran, um sie dafür zu gewinnen, in den Frühjahrsferien eine Radiosendung für Tide 96.0 zu produzieren, den Haussender der Eliteschule "Hamburg Media School". 19000 Euro gibt's vom Bezirksamt Eimsbüttel dafür. Eigentlich wandert das Geld nur von der einen in die andere Tasche, das "Schools Out Radio" sitzt ja ohnehin im Bezirksamt. - Anmerkung: siehe
Immer öfter finden ambitionierte Projekte und Planungen kaum Gehör oder sie geraten in die öffentliche Kritik. Die Vorhaben sind meist in Ordnung - sie werden nur unprofessionell kommuniziert. SUPERURBAN zeigt, wie Projekte auch in schwierigem Umfeld Sympathie und Unterstützer gewinnen.
Mission erfüllt. Eine Community engagiert sich. Stadtteilkünstler bauen im Park eine Galerie, die Kids kneten Fantasiehäuser, der Fussballverein wird saniert... Naja, und dann baut da noch eine Immobiliengesellschaft ein Hotel, um "Leute aus aller Herren Länder in den Stadtteil" zu bringen, wie der Patrizia-Sprecher erklärt. Und wenn dann der Mopo-Reporter durch die Schanze zieht, um mal nachzuhorchen, was denn die Menschen im Viertel so denken, dann führt ihn die Vorsehung ausgerechnet in die Wohnung von Sam:
"Internetspezialist Sam Jankowski (33) guckt aus seinem Wohnzimmerfenster auf den Turm. Lange war er gegen das Hotel, nun ist er dafür. "Die Broschüre der Betreiber hat mich überzeugt. 50 Jahre lang ist ein geplantes alternatives Zentrum nicht verwirklicht worden. Bald würde der Turm zerfallen."
Mensch, Sam! Ist das nicht der Geschäftspartner von Thomas? Der, der früher die PR für die Agentur von Toralf gemacht hat? Der wiederum der beste Freund von Norbert von Superurban war, die wiederum die PR für den Wasserturm machen? So ein Zufall. Die Welt ist echt klein! Wir kennen uns hier alle! Und woher soll Sam auch wissen, dass der Turm deshalb zerfällt, weil der ursprüngliche Käufer Storr ihn entgegen aller Auflage vom Bezirk dreizehn Jahre lang vor sich hin gammeln ließ? Der Stadt war's recht, Hauptsache es zeckt sich nicht irgendein Zwischennutzer fest und macht ein autonomes Zentrum im Stil der Roten Flora daraus.
So ganz mochten die Stadtväter dann aber doch nicht auf die Akzeptanz-PR vertrauen. Zu Baubeginn im Januar sperrten mehrere Hundertschaften vollverschalter Kampfpolizisten mit Räumpanzern und Wasserwerfern den Park weiträumig ab. Die Welt, als Springer-Blatt der Sympathie mit den Protestierern unverdächtig, berichtete:
"Die Baustelle am Turm selbst ist mittlerweile festungsartig ausgebaut. Zwei Reihen hoher, fest verbundener Gitterzäune schützen die Arbeiten. Nachts taucht Flutlicht aus mobilen Masten der Polizei die Umgebung in gleißendes Licht. Auch am Wasserturm sind in größerer Höhe Strahler angebracht, die die Umgebung erhellen. Die Polizei selbst ist rund um die Uhr präsent."
Sehen so Projekte aus, die sich "auf lebendige Gemeinschaften stützen und als starke Marke profilieren möchten?" Ich hätte es Norbert und Thomas von Superurban gerne gefragt. Die fanden das Thema auch
"aus unserer Sicht spannend und wir könnten sicher inhaltlich etwas zur Debatte beitragen."
Sie wollten dann aber doch nichts beitragen. Weil sie "noch im Auftrag des Projektentwicklers tätig" seien. Schade! Aber wenn das Hotel dann mal steht, wenn die letzten Dosenbier-Punks vertrieben sind, wenn der Sternschanzenbahnhof endlich zum Portal des neuen Messegeländes geworden ist, von dem aus die Gäste durch einen Tunnel in die Messehallen und durch einen weiteren Tunnel in das Hotelfoyer gelangen können. Wenn sich keiner mehr an das Open-Air-Kino erinnert, wenn auch die nervigen Hippies keine Lust mehr haben, zum Trommeln in den Park zu kommen, weil sie ja eh gleich von der Polizei verscheucht werden: Dann können wir bestimmt mal darüber reden, ob so ein Hotel überhaupt in unser Viertel passt.
Der Artikel ist erschienen im aktuellen
FalschVerbunden / Stadtmagazin / umsonst / Frühjahr 2005 / S.3-5
Tip: Besorgt Euch das Magazin im Original, dort weitere interessante Artikel. Ebenfalls ein fettes Lob an die Bildredaktion!
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Zeugnis
Gast
BeitragVerfasst am: 09.04.2005, 07:38
Titel: an die Seelenverkäufer Antworten mit Zitat
...und als Belohnung gibt's dann noch ein Zeugnis für die Seelenverkäufer..., die möglicherweise ebenfalls als Mövenpicklöffel wiedergeboren werden. - siehe hierzu:
Hier Auszüge der SuperUrbanisten:
Die Kommunikation zielt darauf ab, die Informationsdefizite zu beheben und die wenig diskutierten Qualitäten des Projektes stärker in die Debatte zu tragen. Der PR-Auftritt erfolgt in verbindlichem Ton und mit Respekt vor den Argumenten der Kritiker. Mit Fakten, Argumenten und anschaulichen Grafiken wirbt die PATRIZIA für das Projekt und eine sachliche Debatte. Der Internetauftritt liefert aktuelle Informationen, u. a. über den Baufortschritt sowie vertiefende Informationen über die Historie des Gebäudes.
Astrid Schüler, Leiterin Unternehmenskommunikation der PATRIZIA Immobilien AG, über die Leistungen von SUPER-URBAN: "Die PR-Beratung und Umsetzung der Maßnahmen haben unseren Anforderungen voll entsprochen – wir empfehlen SUPERURBAN gern weiter."
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
So soll es aussehen — Park Ranger
Yeah, fuck them !!! — Exilo