Opel-Streik - am Dienstag europaweiter Aktionstag
Der Streik bei GeneralMotors/Opel in Bochum sorgt auch anderswo in Europa für Aufsehen - so auch beim ESF in London. GM Europe Works Council (heisst sowohl Kollegen als auch Betriebsräte) erklären nun den 19.Oktober zum Aktionstag gegen den Stellenabbau bei GM in Bochum.
Im Folgenden eine Übersetzung des Artikel GM strike - Tues 19 October - European day of solidarity action, der heute nachmittag auf Indymedia.UK erschien (hab auch die Fotos per "img src" übernommen)
Im Folgenden eine Übersetzung des Artikel GM strike - Tues 19 October - European day of solidarity action, der heute nachmittag auf Indymedia.UK erschien (hab auch die Fotos per "img src" übernommen)
Familien der Arbeiter und Bürger aus Bochum demonstrieren vor den Fabriktoren
warten auf Eure Solidarität
Während einige Teilnehmer des ESF in London sich auf Machtkämpfe oder dem Küssen von Labour-Hintern konzentrieren, entschieden sich Arbeiter der Autoindustrie in Deutschland für einen inoffiziellen ("wilden") Streik und warten nun auf Eure Solidarität.
Der Ankündigung des GM-Vorsitzenden Fritz Henderson, 12.000 Arbeitsplätze in ganz Europa -darunter auch in Großbritannien- abzubauen, brachte Bochumer Opel-Arbeiter dazu, ihre Arbeitspälzue zu besetzen, die Arbeit niederzulegen oder außerhalb zu versammeln, bzw. die Tore zu besetzen/blockieren.
Die Streikenden werden kein Geld erhalten, aber nicht wegen der Bosse. Seit die Gewerkschaften sich weigern die "Wildcat"-Streiks als offizielle Steriks anzuerkennen, wird niemand Streikgeld von den Gewerkschaften erhalten.Das Sekrätariat der General Motor-Arbeiter erklärte den nächsten Dienstag zum europäischen Aktionstag, an dem Arbeiter in Deutschland, Großbritannien und Schweden dazu aufgerufen werden, sich zu beteiligen.
Während dies geschrieben wird, entschieden sich die WildCat-Streikenden, ihre Aktionen am Montag fortzusetzen. Dann wird eine neue Entscheidung abgestimmt. Der Streik bekommt Unterstützung von Bürgern und Arbeitern anderer Sektoren. Der traditionelle Sontagsspziergang brachte viele zu den fabriktoren. Lokale Läden spendeten Essen, geld wird gesammelt.
Die Gewerkschaftsführer -hinter den Vorhängen(?)- wollen den Streik beenden, auch weil der Produktionsstillstand nicht nur die Bosse Millionen am Tag kostet; der Streik unterminiert auch die regierenden Sozialdemokraten, welche aufgrund der Kürzungen im Gesundheits- und Sozilabereich an Zustimmung verloren haben.
Alle Tore der Bochumer Fabriken sind blockiert. Kein Material kann zu anderen GM-Fabriken geliefert werden. Mit dem Beginn der Montagsschicht wird dies zu Engpässen in europäischen Fabriken der GM-Group führen, deren Produktion wird herabgesetzt oder vollkommen gestoppt.
Auch Opel-Zulieferer, wie Johnson Controlls, haben ihre Produktion gestoppt, als aus Bochum keine neuen Teile angefordert wurden.
Büroarbeiter/Verwaltungsarbeiter ("White collar managent men") haben bisher den Transport von Teilen aus der Fabrik heraus verhindert. Die Polizei wurde in der Nähe der Fabrik gesehen, aber hat erklärt, sich aus dem Konflikt herauszuhalten.
Die Gewerkschaft der deutschen Industriearbeiter, IG Metall, sieht sich mit Aktionen konfrontiert, wie sie bei GM zuletzt 1998 auftraten, als ein wochenlanger Streik in Michigan (der ernsthafteste Streik in den USA seit 30 Jahren), 26 von 29 GM-Produktionsstätten anhielt.
Anhang: Artikel bei Indymedia., Bo-Alternativ, Telepolis und anderswo zu den Streiks bei Opel:
- Opel Bo.: "Entweder streiken wir- oder Hartz 4"
- "Endlich! Proteste bei Opel"
- Opel Arbeiter legen Arbeit nieder - Hartz IV
- Opel-Produktion steht in 2 Werken
- Fotos vom Streik beim Bochumer Sozialforum
- Sonderseite bei LabourNet
- Berichte bei bo-alternativ.de
- Rüsselsheim ist überall - General Motors: 18 Jahre "soziale Verantwortung"
Aus einem Aufruf: "In Bochum findet eine Kundgebung am Schauspielhaus ab 11.00 statt - wir bitten um breite Teilnahme!" ... was findet in anderen deutschen Städten (Berlin, Hamburg, Leipzig, Köln,....) statt?
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
Ergänzungen
montag oder dienstag?
wohin kann man geld spenden?
geht was in HH?
Antworten
Spenden: Musst Du mal auf den Seiten vom Bochumer Sozialforum oder bei Labournet nachrecherchieren
HH? Weiß net. Aber selbst wenn nichts geplant ist: Graffiti, Banner, selbstgemachte Flugies (selbstgebastelte Printausgabe mit Texten von Indy und Labournet?) verteilen, andere Aktionen kann jede/r selbstbestimmt und mit seinen Freunden machen.
Nicht ganz richtig
@Martin
glaubst du, man kann den Gedanken an die Notwendigkeit eines vollständigen und allseitigen gesetzlichen Streikrechts, wie die Realität es himmelschreiend verlangt, verankern und durchsetzen mit "seis drum?"
Wir haben in Europa das mieseste Streikrecht, das es überhaupt gibt.
Natürlich hast du Recht, wenn du sagst, daß die Betriebsräte bzw. Gewerkschafter hinter den Kollegen stehen, aber man muß schon auch weitergehen und klarstellen, welche Rechte wir brauchen um weiterzukommen.
So ein Streikrecht würde es vielen Kolleginnen und Kollegen leichter machen, in diesen Kampf mit einzusteigen und ihre Interessen zu vertreten und dabei auch zu lernen, wie das geht.
Viele Grüße
Friederike
Streikrecht im Sozialismus
Das ist eine glatte Lüge. Das Streikrecht für die Arbeiter gabs in der Verfassung der VR China als Konsequenz aus der Entwicklung in der Sowjetunion und in der DDR. In der DDR galt die Parole:"Wir können doch nicht gegen uns selber streiken", getreu dem Motto: im Sozialismus gibts keinen Klassenkampf mehr und es herrscht die "Diktatur des Volkes". Womit die Macht der Arbeiter, über die weitere Entwicklung des Aufbaus des Sozialismus zu bestimmen außer Kraft gesetzt wurde.
Viele Grüße
Friederike
Treffpunkt Montagsdemo
Solidarität der Automobilarbeiter
Ab sofort KEINE EINZIGE ÜBERSTUNDE mehr.
Geht zum Betriebsrat und informiert euch. Wartet nicht ab bis sie kommen -geht hin! Fragt die Vertrauensleute.
Kollege, wenn du krank bist, GEH ZUM ARZT! Es zahlt dir keiner zurück, wenn du dich krumm und bucklig gearbeitet hast. Hol dir ne Kur, lass dich krankschreiben. Deine Nerven sind runter, dein Kreuz tut weh + richtig schlafen kannste auch nicht mehr. Tu es dir nicht mehr länger an.
Solidarität mit den streikenden. Keiner darf ihnen in den Rücken fallen.
Jetzt stehen alle zusammen, nicht jeder alleine.
Der Tanz geht los.
Zu GM empfehle ich Roger and me
An die KollegInnen von Opel, die fleißig weiterarbeiten: Die Hoffnung, wer brav weiterarbeitet behält seinen Arbeitsplatz, ist eine emotionale Totgeburt. Schaut Euch den Film an und seht wie der brave Arbeiter ebenso dem Shareholder Value geopfert wird, wie der PROTESTant!
Arbeit niederlegen jetzt, deutschlandweit, europaweit, weltweit!
Streikrecht in DDR Verfassung 68 abgeschafft
in der Verfassung der DDR von 1949, Artikel 14 Absatz 2 hieß es: "Das Streikrecht der Gewerkschaften ist gewährleistet." Dies wurde mit der Verfassung von 1968 abgeschafft. Das war typisch für den Verrat am Sozialismus von Honnecker und Co.
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
komisch
Dagegen bleibt der Beitrag zum Streikrecht in der ExDDR unter Ergänzungen stehen. Das verstehe wer will. Ich dachte es geht um den Streik bei OPEL in Bochum. Bin ich blöd oder was geht da ab ?
ex-Daimler: korrigiert
stoppt die Gewerkschaften
Boykott GM Produkte
Boykottiert GM Produkte, seit kreativ und nutzt alle Formen dieses Management zum Rücktritt zu zwingen, und weil sie dem Unternehmen geschadet haben, ohne einen Dollar Abfindung.
Nutzt alle legalen Mittel den Wert der GM Aktie in den Keller zu bringen, das nützt am meisten.
@Volker
Gruß Friederike
Grußadresse
„Wenn auch der Begriff des Klassenkampfes manchem antiquiert erscheint, so bleibt gleichwohl eines unbestreitbar: Immer noch gibt es in dieser unserer Gesellschaft Ungerechtigkeit und Ausbeutung, einseitige Verteilung von Macht und Besitz, ungleiche Lebenschancen und zahllose andere Widersprüche, gegen die man angehen muß.”
Otto Brenner sagte dies auf dem IG Metall Gewerkschaftstag 1971 in Wiesbaden.
Wir sprechen hier zu Euch für die Vollversammlung der Promovierenden der Hans Böckler-Stiftung. Bei unserer Konferenz in der Tagungsstätte der IG Metall in Bad Orb im Otto Brenner-Saal haben wir gestern von eurem Aktionstag gehört.
Wir erklären uns solidarisch mit eurem Kampf gegen den massiven Arbeitsplatzabbau. Dieser Angriff gehört zu der einseitigen Umverteilung von Macht und Besitz, die uns alle angeht.
Glück auf, Erfolg und Ausdauer von den Promovierenden der Hans-Böckler-Stiftung.
19. Oktober 2004