ESF: Veranstaltungen und Aktionen am Samstag
Bei Indymedia.UK und im attac-weblog sind heute jede Menge Berichte über Veranstaltungen und Aktionen im Rahmen (oder außerhalb) des ESF in London erschienen. Hier mal einige "Schnipsel" von heute...
Polzei überwacht ESF-Veranstaltungen +++ Aktionstag gegen McDonalds +++ 'Storm the palace'-Demonstration erobert während der Livingstone-Rede das Pult +++ Berichte über Veranstaltungen
Polzei überwacht ESF-Veranstaltungen +++ Aktionstag gegen McDonalds +++ 'Storm the palace'-Demonstration erobert während der Livingstone-Rede das Pult +++ Berichte über Veranstaltungen

Während einer Veranstaltung beim ESF
Am Morgen gab es einige Berichte über Polizei, die bei der ESF-Anmeldung und anderswo ESF-Besucher dokumentierte oder einschüchterte. Auch (und besonders) die Räume der "autonomous Spaces" waren von den Überwachungsmaßnahmen betroffen. (Police Presence At ESF Accommodation | police video teams at beyond esf | Police at Ramparts ..RampART ist der Ort, wo auch gemeinsam mit Indymedia der Live-Radio-Stream produziert wird und Veranstaltungen stattfinden)

Überwachung vor RampART, wo sich auch das RampART/Indymedia-Radio befindet
Anlässlich des weltweit stattfindenen Tag gegen den McDonalds-Konzern gabs heute Mittag eine Massenflugblatt-Aktion. Dieser Aktionstag findet übrigens schon seit 20 jahren statt. Bericht: Worldwide Anti-McDonalds Day - mass leafleting event.
In Lancester gabs eine Kundgebung vor einem McDonalds. Bilder: McDonald's demo in Lancaster
Als eine von vielen Spaß- und Dada-Aktionen die heute in London stattfanden, machten sich 30 fein gekleidete Ladies und Gentleman auf, um die Stadt zu "zivilisieren". Kurzer Bericht: 'The Chaps' out in force 'civilising the city'
Das "Lab of Insurrectionary Imagination" war mit Samba-Band und einigen Clowns vor Selfridge's in der Oxford Street, um den Gott des Konsum anzubeten. Kurzmeldung: Lab of Insurrectionary Imagination worship outside Selfridge's
"Die Veranstaltung "Virtual Commons" zum Thema virtueller Gemeingueter fand im Rahmen der zu den "Autonomen Raeumen" gehoerenden Veranstaltungsreihe "Life despite Capitalism" statt.
In einer interessanten, teilweise auch recht gegensaetzlichen, Diskussion wurde ueber verschiedenste Themengebiete im Zusammenhang mit virtuellen Gemeinguetern gesprochen.
Als Beispiele wurden zunaechst Indymedia und Freie Software angefuehrt, deren Bedeutung und Enstehung kurz erlaeutert wurde.
Weiterlesen: Bericht im Attac-Weblog
Auf dem offiziellen ESF wurde eine "Podiumsdiskussion wegen massiven Zwischenrufen abgebrochen". Grund war die Teilnahme von Subhi Al Mashadani (General Secretary, Iraqi Federation of Trade Unions). Die Mehrheit der Anwesenden wollte ihn aber sprechen lassen. Bericht Attac Weblog
Die Kritik an der "Übernahme" des ESF durch die trotzkistische SWP und der Labour-Party, die mit einem Herausdrängen vieler Basisgruppen und undemokratischen Entscheidungen einhergingen, war Anlass für die eine oder andere Protestaktion gegen die selbsternannten ESF-Chefs.
Während der Rede von Ken Livingstone, gelang es zwischen 200 und 400 Protestierenden (ohne zu bezahlen) in das offizielle ESF zu kommen und ihre Kritik am gegenwärtigen Zustand des ESF auszudrücken. Dabei wurde auch ein Statement des Übersetzungskollektivs Babel verlesen, in welchen erklärt wird, warum viele Babels nicht nach London gekommen sind. Einige ÜbersetzerInnen von Babel sprachen dann darüber, daß einige aus ihrem Kollektiv nicht nach UK einreisen durften. Auch die Einschüchterungsversuche und Überwachungen der "autonomen Räume" durch die Polizei wurde kritisiert. (mehr: hier und hier ).

Banner auf der eroberten Bühne
Timetable
19.20: Zwischen 200 und 400 Leute erfolgreich beim Versuch, das offizielle ESF ohne Registrierung oder Bezahlung zu betreten. Im Hauptsaal des Alexandra Palace (Ali Pali) hängen sie Transparente und Banner auf, die sagen: "Another world is for sale" ("eine andere Welt ist zu verkaufen") und "Ken's party -- the war party" (Ken's Partei - die Kriegspartei")
19:50: Einige der Protestierenden gehen nach draußen, die Polizeipräsenz ist noch klein. Aus dem Alexandra Palace kommt aber Polizei zur Versärkung hinzu. Der Versuch, die Demonstranten abzudrängen mißlingt zunächst. Mehr Polizei ist auf dem Weg.
20:00: Außerhalb des Ali Pali demonstrieren rund 100 Leute. Mindestens eine Person wurde verhaftet, dabei geht die Polizei ziemlich gewalttätig vor. Die Demonstranten bewegen sich nun Richtung Wood Green station.
20:20: 150-200 Leute gehen zum "Beyond ESF space". Ein Polizei-Van fährt in die Protestierenden, aber niemand wurde verletzt. Einige treten gegen den Van.
20:35: Die Demonstranten erreichen die Wood Green-Metrostation, laufen auf der Straße mit dem Transparent "ESF --another world for sale. We say another world is possible".
21:30: Die Demonstranten erreichen den Tottenham-Campus, dem Ort wo "Beyond ESF" stattfindet. Von der Verhaftung abgesehen, sind alle wohlauf.
Berichte/Fotos: storming the palace (report and pic) | Livingstone AllyPally speech replaced by protest

Aktivisten halten Rede (u.a. auch über die FBI-Aktion gegen Indymedia)

Streit mit offiziellen ESF-Vertretern

andere versuchen zu schlichten
Gestern gabs übrigens eine nette Indymedia-Party... Fotos: hier.
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
RTS nach dem Protest
bullen und bevoelkerung
was ich aber richtig geil fand, waren die reaktionen der "normalen bevoelkerung", die sich mit der demo solidarisiert haben, gewunken und parolen mitgebruellt, sich tw. sogar der demo angeschlossen oder uns ueber unsere ziele ausgefragt haben...fand ich enorm ermutigend!!!
Nicht zur nur U-Bahn
Die AktivistInnen zogen nicht nur weiter bis zur nächsten U-Bahn Station, sondern ca. 1-1,5 Stunden bis zum Beyond-ESF (White Heart Lane Campus)
Zwischendurch gab es zwar noch ein paar Versuche seitens der Polizei, die Gruppe zu splitten, aber diese waren erfolglos... Stattdessen fand eine Art "Internationale Vereinigung" statt, denn in Sachen Slogan waren einige Sprachen vereint,-)
Das ganze endete dann in einer tollen Party im Beyond ESF!
Alles in allem ne nette Aktion (schade nur, dass die "normalen" Leute nicht mitgekommen sind, die Party war bestimmt cooler - zumindestens aber auf freiwilliger Basis und kostenlos!!!)
Artikel im Guardian heute
Naja, traue niemals dem, was du nicht selbst gesehen hast (oder in vertrauenswürdigen Medien gelesen hast)!