Schluss mit Montags-Demos -Attac hört auf

YY 28.09.2004 17:10
Nach dem der DGB bereits im Juli den Protest gegen Hartz für beendet erklärt hat, will Attac nun die Montagsdemos abblasen.
Schon im Juli diesen Jahres erklärte der DGB den "Protest" gegen Hartz IV und Agenda 2010 offiziell für beendet. [1] Statt dessen wolle man konstruktiv mitarbeiten und bei der Umsetzung der Reformen helfen. Beendet war aber nicht der Protest, sondern nur das, was die Gewerkschaftsführung dafür hält – das Bierbänke aufstellen und Bratwürste fressen "gegen Hartz". Gänzlich ohne die Gängelung der professionellen Protestverwalter konnte sich nun eine der größten Protestbewegungen in der deutschen Geschichte entfalten. In 230 Städten demonstrierten teilweise über 150.000 Menschen – und sie tun dies Woche für Woche, ganz ohne Anleitung des DGB und seiner Funktionäre. Die Konzernmedien waren von Beginn an aufgebracht: wohin sollte das führen, wenn die Menschen, und insbesondere die Betroffenen von Armut und Sozialabbau, plötzlich selbst anfangen zu denken oder gar zu handeln? Deshalb gab es seit Wochen Bürgerschelte: die Betroffenen seien alles Kommunisten, Nazis, arbeitsscheue Ostler, und was man sonst noch aus dem antikommunistischen Gruselkabinet hervorkramen konnte. [2] Die Teilnehmerzahlen mußten jedes mal drastischer heruntergelogen werden. Den Vogel schoss man dabei am 30.08 in Nürnberg ab, wo – für jedermann sichtbar – in der City über 500 Leute demonstrierten, der Bayrische Rundfunk aber von weniger als 5 Personen sprach, und dies zum Anlass nahm, das Ende des Protestes heraufzubeschwören. Sollten tatsächlich mehrere Konzernmedien die Teilnehmerzahlen um den Faktor 100 nach unten korrigiert haben, läßt das die Mobilisierung schon etwas im anderen Licht erscheinen...
Die sich nonkonform gebende außerparlamentarische Ersatz-SPD Attac hat nun die Montagsdemonstrationen für beendet erklärt. [3] Möge es ihnen ähnlich ergehen, wie dem DGB im Juli! Die Protestbewegung kann durch die Absenz von Protestkanalisierern und –befriedern, deren größte Sorge ist, es sich nicht allzu sehr mit Regierung und Wirtschaft zu verscheissen, nur gewinnen!


[1] "Wir sind Demokraten" - DGB will nicht mehr gegen "Hartz IV" protestieren, sondern nachbessern
 http://www.jungewelt.de/2004/07-14/011.php

[2] mehr zu Medien-Hetze:
 http://de.indymedia.org/2004/09/93981.shtml

[3] "Schluss mit Montags-Demos -Attac hört auf"
 http://www.n-tv.de/5430127.html
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Ergänzungen

Desinformation

Hartz-Betroffener 28.09.2004 - 17:43
Dieser Artikel gibt die Desinformationen weiter, die in den Propagandablättern Spiegel, Stern usw. verbreitet werden..

Heute gab es von Attac eine Presseerklärung mit dem Titel "Der Protest gegen Hartz IV und Agenda 2010 geht weiter"

Dort heißt es "Zwar ist es richtig, dass die Montagsdemonstrationen nicht mehr überall die wünschenswerte Dynamik besitzen. Insbesondere im Westen bleibt die Beteiligung vielfach schwach"... Gleichzeitg wird aber darauf verwiesen, daß "Die überregionale Demonstration in Berlin am 2. Oktober wird die öffentliche Wahrnehmung unseres Protestes wieder sichtbarer zu machen. Schon daraus kann ein neuer Schwung entstehen."
alles lesen:  http://www.attac.de/aktuell/neues_ausgabe.php?id=219;

Ich denke, daß der Autor dieses Textes, "YY" weiß, daß die gleichgeschalteten Medien in verzerrender Weise zitiert haben, um wie in den Vorwochen die Protestbewegung mit dem ständig widerholten "die Bewegung ist am Ende" zu lähmen. Nebenbei wird behauptet, daß bundesweit gestern nur noch 5.000 Menschen demonstrierten (zum Vergleich: in Berlin, Leipzig, Magdeburg waren es jeweils mehrere Tausend - demonstriert wurde in 200 Städten). Natürlich stimmt es, daß die Demos kleiner werden (die Protestbewegung hatte kein Fundament, weil außer Demos nichts passiert ist und das bricht jetzt weg, weil die Leute keinen langen Atem haben), aber nicht auf die Weise, wie es die Medien umlügen.

Ich finde schade, daß Leute wie "YY" die Lügen der Medien übernehmen, nur damit sie konkurrierenden Gruppen eins auswischen können. Wer Kraft in szeneinterne Hegemonikämpfe stecken kann, kann mir nicht erzählen, selbst von Hartz betroffen zu sein.

Wir sehen uns am Samstag und Sonntag auf Demos!
Jagen wir alle Mitglieder irgendwelcher Parteien davon, egal ob sie MLPD oder PDS heißen!

Propagandaministerium

saul 28.09.2004 - 22:05
Es lief in der Tat wie in finsteren Zeiten der freiwilligen Gleichschaltung der Medien. Die Vertreter der Politkaste bekamen zunächst schon vom Namen Montagsdemos kalte Füße, schnell kapierten sie, das darf man nicht ausufern lassen. Deswegen wurd die Bewegung kleingeschrieben und runtergeredet. Solang die Leut bearbeiten bis sie selbst dran glauben? Dafür müssen wir Bild und Spiegel nicht alles überlassen. Früher als wir nur unsere Kleinpresse hatten war s schwieriger. Heut haben wir das www und jeder kann schnell seine eigenen Beobachtungen melden. Im Fall Demo eben nur da wo man grad dabei war und da das viele machen konnten, konnt man dem eigene Zahlen bzw eigene Infos entgegensetzen. Besser als nix, auch wenn sich "unsere" Webseiten nicht mit den Zugriffszahlen der großen Medien messen können. Das war auch vor der Internetzeit nicht anders. Die Presse lügt zwar, leider läßt sich nicht verschweigen, das die Betroffenen die wir gebraucht hätten, sich nicht blicken ließen.

So einfach ist es nicht ...

Gegen Vereinnahmung! 28.09.2004 - 23:36
Das der "tagesspiegel" politische Interessen verfolgt, ist klar. Auch der Spiegel ist so ein Kotzblatt und hat den Attac-Ausstieg auch verkündet. Die FR auch. Es kommt den Eliten also gelegen. Ganz ohne Zutun ist das aber dieses Mal nicht geschehen. Peter Wahl, nach Sven Giegold Auszeit in Frankreich der einzige Superstar und Top-Vereinnahmer ovn Bewegung, den Attac noch hat, hat tatsächlich geplaudert. Und was er sagt, ist eben immer das, was "die Bewegung" meint. Das machen einerseits die Medien so, das ist Attac und vor allem Peter Wahl selbst aber auch immer recht gewesen. Ständig im "Wir"-Stil oder als Sprachrohr von Attac unterwegs - diesmal eben so. Solange soziale Bewegungen FührerInnen und SprecherInnen haben, solange sie als identitäres Kollektiv als "Wir" auftreten und sich vertreten lassen, wird das immer so sein. Schuld sind nicht nur (aber auch) die Scheiß-Eliten in den Medien.

Grundlegende Kritik an den Vereinnahmungen der Hartz-Demos unter  http://www.de.indymedia.org/2004/09/94945.shtml.

Hartzer (Alter Käse)

Pedder 29.09.2004 - 00:02
Ob`s bei den Demos mehr werden oder weniger, sie alleine verändern nichts.
Sie zeigen;-wir zeigen; damit nur unseren Widerstand, doch was sind unsere Forderungen, wie wollen wir leben?
Im Kapitalismus, mit ihm, ohne ihn?
Klare Sache, ohne ihn?! Wo liegen unsere Alternativen, ist der Mensch überhaupt fähig selbstverantwortlich zu leben?
Frankfurts Bürgermeisterin Roth (CDU)war neulich im Rundfunk zu hören,sie sagte geschichtsvergessen "Die Menschen wollen Führung", wollen sie das wirklich?
Genau hier scheiden sich die Wege, welche sich dann vergrobisiert als Linke und Rechte gabeln.
Linke gehen von einem freiheitlichen autonomen Menschenbild aus, definiert in unzähligen Büchern und Schriften des Humanismus ist darin die Freiheit des Einzelnen das höchste Gut.
Die Rechte hingegen zerteilt die Menschen in zwei Gruppen. Wenige Führer und die Mehrheit der "(Ver)Ge-führten".
Letzteres System, ist wohl leider auch unser Ursprung, unsere Roots, bei denen die Römer das Gebiet absteckten und die dort lebenden Vielvölker, global als deutsche Nation, unter römischer Führung, versklavte.
Päpste, waren dabei die geistigen und metzelnden Führer, ihnen gesellten sich dann nach und nach auch noch Fürsten, Könige und Kaiser hinzu, nicht zu vergessen Militärstrategen.(Letztere sind sehr wichtig, da Führung ohne Zwang dem auf Dauer nicht funktioniert, da ist was im Menschen, was Freiheit begehrt.)
Genauer betrachtet haben wir die Erben dieser alten "Führer" immer noch am Hals, bestimmen immer noch das Leben der Mehrheit der Menschen.
Das sich ihnen noch Politiker hinzugesellt haben ist dabei wohl eher auf den verlorenen ersten Weltkrieg zurückzuführen, als auf sonst was.
Auch heißen die Könige, Kaiser und Fürsten nicht mehr so, sondern Industrieller, Bankbesitzer, Hauptaktionär-- und Imperialismus heißt jetzt Globalisierung.
Rechts blieb der Tradition der Unterdrückung treu, ist die Linke ihren Überzeugungen treu geblieben?
Wie konnte sie, bei so viel Repression und ständigem Dasein als Zwangsgeführte, kann sich kein Mensch mehr auf Humbolth, Goethe, Kant, Fromm, Brecht, Haffner........ berufen, da sie in der Überdesinformation untergehen, oder nicht publiziert werden.
Jedenfalls steht auch in der Geschichte, das die SPD schon vor dem zweiten Weltkrieg damit aufhörte den freien unabhängigen Mensch in den Vordergrund ihrer Forderungen zu stellen. Mit Friedrich Ebert hörte diese Partei auf sich für die Belange der Freiheit einzusetzen, ersetzte diese durch den Ruf nach sozialer Arbeit.
Die Tatsache das diese Arbeit zum Preis eines Weltkrieges geschaffen werden sollte führte dann zum grauenvollsten, was im Namen der Nation jemals verbrochen wurde.
So und jetzt komm ich zum Thema, denn diese ganze Vorgeschichte ist nötig um zu begreifen, dass auch die Niederlage des zweiten Weltkrieges zur Erkenntnis führte, nie wieder Führer, nie wieder Krieg. Dies schlug sich auch im noch geltenden Grundgesetz nieder wo es zum Beispiel unter Artikel 146 heißt: Geltungsdauer des Grundgesetzes

"Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volk in freier Entscheidung beschlossen worden ist."

Da es Industrien und Banken erneut geschafft haben die eigentliche Macht im Staate, und weit darüber hinaus, zu bilden und dies obwohl mehr Hürden als zu Weimarer Zeiten im Grundgesetz zu überwinden waren, bescheinigt ihm, dem Gesetz, die Reformationsnötigkeit.
Wie wollen wir leben wie soll die alternative Verfassung aussehen, darüber sollten wir uns Gedanken machen, denn sollte sich die Geschichte noch ein drittes Mal wiederholen, dieser Krieg wird dann für Alle der letzte sein und ein weiter wird es dann nicht geben.
Arbeitsplätze hin Arbeitsplätze her, wir sitzen auf einer nuklearen Schaukel und täglich kommen wir dem Zünder näher, was nutzt uns da noch Arbeit. Außerdem kann Arbeit weder gegessen noch getrunken werden, unser Überleben hängt zur Zeit weniger von Arbeit ab, als von dem Eingeständnis, dass Kapitalismus diese Welt und all ihre Vielfalt kaputt macht.
Wie wollen wir leben, weiter geführt bis zum bitteren Ende oder auf einem langen Weg zur Selbstverantwortung und Selbstbestimmung, welcher nur durch Erfahrung und Wissen zu leisten ist und der nie vergisst dass Leben einen höheren Wert besitzt als Eigentum.
Däfür lohnt es zu kämpfen.

Doppelstrategie von Attac

Lana 29.09.2004 - 12:55
Natürlich hat das nix mit Desinformation zu tun - dass Peter Wahl das wirklich gesagt hat, kann dank Quellenangabe jeder nachprüfen. Und das für eingefleischte Protestler auf der Attac-Webseite steht, dass man das alles gar nicht sooo ernst meinte, und zumindest niemandem verbietet auf Montagsdemos zu gehen, ist kein Widerspruch, sondern Teil einer Gesamtstrategie: Während über die Massenmedien demobilisiert wird, hält man radikalere und protestwillige Teile von Attac mit halbherzigen Beschwichtigungen auf der Webseite bei der Stange. So liest jeder das, was er lesen soll, und die Abwicklung der Montagsdemos geht ohne größere Schwierigkeiten vor sich.

ah ja

??? 29.09.2004 - 12:57
Haben hier ja wieder einige was für Ego getan. Also ich wollte nur noch mal zum Thema zurückkommen: Attac wird keine Montagsdemos mehr organisieren, s.h. anmelden, was bedeutet, dass wir jetzt in Berlin künftig nur noch eine Demo haben oder es findet sich jemand, der für einen anderen Startpunkt eine Demo nameldet.

Dokumentation einer E-mail von attac

Zuza 29.09.2004 - 13:48
Liebe Mitstreiter/innen
Es gab grosse Irritationen um eine Agenturmeldung, attac würde das Ende der Montagsdemos wollen und diese nicht mehr unterstützen. DIES ENTSPRICHT NICHT DEN TATSACHEN. Der tagesspiegel und Reuters haben uns das in den Mund gelegt. Wir würden es uns nie anmaßen, das Ende der Demos zu setzen. Wenn, dann läuft dies in den lokalen Gruppen. In der Anlagen habt ihr unsere Erklärungen und Richtigstellungen.

Lieben Gruß
Pedram

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Attac Deutschland

Pressemitteilung

Berlin, 28.9.04

* Proteste gegen Hartz IV gehen weiter

* Demonstration am 2. Oktober in Berlin

Die auf der Grundlage eines Tagesspiegel-Berichts von

verschiedenen Agenturen verbreitete Aussage, dass Attac

generell nicht mehr zu Montagsdemonstrationen aufruft, ist

nicht zutreffend. Peter Wahl vom Attac-Koordinierungskreis

hat lediglich erklärt, dass eine "Fixierung auf die

Montagsdemonstrationen" nicht sinnvoll sei, sondern dass

es auch andere Formen des Protestes geben müsse. Unter

anderem sind eine überregionale Demonstration am 2.

Oktober in Berlin und ein dezentraler Aktionstag am 17.

November geplant.

Die Montagsdemonstrationen sind initiiert und getragen von

lokalen Bündnissen vor Ort. Darum muss auch die

Entscheidung darüber, ob und in welchem Rhythmus diese

Proteste forgesetzt werden, vor Ort getroffen werden. Eine

zentrale Entscheidung von Attac gibt es darüber nicht.

Über die geplante Demonstration in Berlin am 2. Oktober

und eine anschließende Konferenz am 3. Oktober informieren

die Organisatoren bei einer Pressekonferenz am Mittwoch,

29. September, 11 Uhr, im Berliner Haus der Demokratie.

(Details: www.zweiter-oktober.de)



Für Rückfragen:

* Pedram Shahyar, Tel. (0163) 251 5571

* Peter Wahl, Tel. (0160) 823 4377

* Werner Rätz, Tel. (0163) 2423 541

Zum angeblichen Attac-Rückzug

detlef_mue 29.09.2004 - 14:52
Wegen des angeblichen Attac-Rückzugs haben wir gestern nachmittag eine Anfrage per EMail an Malte Kreuzfeld, Pressesprecher Attac Deutschland geschickt.
Anfrage und Antwort ist in diesem Forenposting nachzulesen (6. Posting) ...
 http://www.attac.de/forum/viewtopic.php?t=2405

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Geschichtsstunde — Geschichtslehrerrin

wer haffner — hihihi