Bericht zur Lage der NATION (25.9.2004)

ein Überblick 25.09.2004 04:17 Themen: Antifa
eine online Medienzusammenstellung zum aktuellen Aufreger

BDI-Chef Michael Rogowski ein Wirtschaftsführer spricht Klartext
Ihm ist die NPD lieber als die PDS !!! (Block I)

das passt zu den deutschnationalen Zeiten:
"Der "Untergang" im Kino - Leiden mit Hitler !?
Flick/Zwangsarbeit/Rüstung... relativiert/rehabilitiert !?

Deutschnationaler Pop Boom (Block II)
Radio Deutsch Quoten Debatte (Block III)
BLOCK I

BDI-Chef Michael Rogowski ein Wirtschaftsführer spricht Klartext

24.09.2004 CHEMNITZ - Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Michael Rogowski, sieht keinen Anlass, die Wahlerfolge neofaschistischer Parteien in Deutschland ,,überzubewerten". Wie der BDI-Präsident in der heutigen Ausgabe der Chemnitzer ,,Freien Presse" äußert, hält er hingegen die Wahlerfolge der Linken für eine viel größere Gefahr. Damit erklärt zum ersten Mal einer der einflussreichsten deutschen Wirtschaftsfunktionäre ein Wiedererstarken des Neofaschismus in Deutschland für nachrangig und den Kampf gegen die parlamentarische Linke zur Priorität. Er bringt damit eine politische Option ins Spiel, die die Auseinandersetzungen in der Weimarer Republik prägte und die Voraussetzungen für deren Ende im Bündnis zwischen deutschen Konservativen und Nationalsozialisten schuf.
 http://www.german-foreign-policy.com/de/news/index.php?showtopic=Nachrichten&PHPSESSID=4618c0d36e989e41051fad786c3b40a9

Rogowski mehr über PDS als über NPD und DVU besorgt
BDI-Chef warnt vor Rot-Rot in Brandenburg
 http://www.freiepresse.de/TEXTE/NACHRICHTEN/DEUTSCHLAND/TEXTE/97210.html

BDI-Chef warnt vor Rot-Rot in Brandenburg
Rogowski besorgt über PDS-Zuspruch
veröffentlicht: 24.09.04 - 08:07, akt.: 24.09.04 - 14:49
 http://www.bbv-net.de/public/article/nachrichten/politik/deutschland/63013

24.09.2004 08:54 Uhr Brandenburg
Rogowski: PDS bereitet größere Sorgen als Rechtsextreme
Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie warnt vor Rot-rot in Brandenburg.
Die PDS sei eine Partei, "die nichts anderes als Nein sagt".
 http://www.sueddeutsche.de/deutschland/artikel/925/39886/

Rogowski warnt vor Rot-Rot in Brandenburg 24. Sep 2004 07:20
Michael Rogowski
NPD und DVU sind nach Ansicht von Industrie-Präsident Rogowski nicht die Gründe, weshalb Investoren Ostdeutschland meiden. Ein größeres Hindernis stelle die PDS dar, sagte er.
 http://www.netzeitung.de/deutschland/306276.html

BDI-Präsident Rogowski: PDS für Investoren ein rotes Tuch (ddp) 24. September 2004
PDS als Investorenschreck?
Rogowski: Rechtsextremes "Phänomen" nicht überbewerten
 http://www.n24.de/wirtschaft/wirtschaftspolitik/?a2004092411001650092

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Freitag 24. September 2004, 06:00 Uhr
Rogowski: PDS größere Sorge als Rechtsextreme
 http://de.news.yahoo.com/040924/12/47xn5.html

Freitag 24. September 2004, 09:13 Uhr
Rogowski mehr über PDS als über NPD und DVU besorgt
 http://de.news.yahoo.com/040924/286/47xu1.html

Freitag 24. September 2004, 14:20 Uhr
Westerwelle kritisiert Rogowskis Haltung zu PDS und NPD
 http://de.news.yahoo.com/040924/336/47yrs.html

Freitag 24. September 2004, 14:22 Uhr
Rogowski vergleicht PDS mit rechtsextremistischen Parteien
 http://de.news.yahoo.com/040924/12/47yry.html

Freitag 24. September 2004, 16:17 Uhr
«Nicht nachvollziehbar» - Rogowski sorgt mit seiner Haltung zu PDS und NPD für Unmut in der Politik
 http://de.news.yahoo.com/040924/336/47z3p.html

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Rogowski mehr über PDS als über NPD besorgt - Sturm der Entrüstung nach Äußerung von BDI-Chef
BDI-Präsident Michael Rogowski hat mit seiner Äußerung, die PDS bereite ihm größere Sorgen als die NPD, einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Rogowski sei "mit seinen Ansichten nicht auf der Höhe der Zeit", sagte der Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, Harald Ringstorff (SPD). SPD-Fraktionsvize Michael Müller bezeichnete die Äußerungen des Chef des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) als "Zeichen für Blindheit".
 http://www.rheinpfalz.de/perl/cms/cms.pl?cmd=showMsg&tpl=ronMsg.html&path=/ron/welt/deutsch&id=040924142037.omrb7jvv

Sturm der Empörung Unmut über Rogowskis Haltung zu PDS und NPD
 http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID3646884_TYP6_THE_NAVSPM11172_REF2_BAB,00.html

25.09.2004 DEUTSCHLAND ( 24.09.2004 18:32 )
Allianz von Nazis und Wirtschaft erwünscht?
Rogowski löst mit Äußerung zu NPD und PDS Sturm der Entrüstung aus /
Ringstorff: BDI-Chef "nicht auf der Höhe der Zeit"
 http://www.saar-echo.de/news.php?news_ID=13925

BDI-Chef nimmt lieber NPD in Kauf ( MIT DER PASSENDEN COLLAGE von John Heartfield )
 http://www.nd-online.de/artikel.asp?AID=60280&IDC=16

Schrecken Sie Investoren ab?
Helmut Holter kritisiert die Äußerungen des BDI-Chefs
 http://www.nd-online.de/artikel.asp?AID=60278&IDC=2

Rogowski muss sich Sorgen machen
24.09.2004 - Zu Äußerungen des BDI-Präsidenten,
dem der Zuspruch zur PDS größere Sorgen bereitet als die Wahl von NPD und DVU in die Landtage,
erklärt Bundesgeschäftsführer Rolf Kutzmutz:
 http://www.pressrelations.de/index.cfm?start_url=http%3A//www.pressrelations.de/search/release.cfm%3Fr%3D168532%26style%3D

KURZPORTRAIT:
23.09.2004 HEIK AFHELDT trifft… BDI-Chef Michael Rogowski
 http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/23.09.2004/1375097.asp

MEHR ZU ROGOWSKI + DEM ANDEREN DERZEIT IN DEN MEDIEN PRESENTEN SELBSTHERRLICHEN FÜHRER HARTMUT MEHDORN
 http://news.google.de/news?hl=de&lr=&ie=UTF-8&tab=wn&q=Rogowski

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BLOCK II


Bands propagieren Nationalstolz "Die Rechten finden das toll"

Immer mehr deutsche Popbands propagieren in ihren Liedern ein "unverkrampftes" Nationalgefühl. Und das mit großem Erfolg: So hält sich beispielsweise das Lied "Wir sind wir", in dem stolz auf die deutsche Nachkriegsgeschichte verwiesen wird, seit Wochen in den Singlecharts. Wie diese Entwicklung zu bewerten ist, darüber wird in der Musikszene erbittert gestritten.

Von Sarah Strohschein, tagesschau.de

Immer mehr deutsche Popbands propagieren in ihren Liedern ein "unverkrampftes" Nationalgefühl. Und das mit großem Erfolg: So hält sich beispielsweise das Lied "Wir sind wir", in dem stolz auf die deutsche Nachkriegsgeschichte verwiesen wird, seit Wochen in den Singlecharts. Wie diese Entwicklung zu bewerten ist, darüber wird in der Musikszene erbittert gestritten.

Von Sarah Strohschein, tagesschau.de

"Wir sind wir" singt eine getragene Stimme, Trümmerfrauen bauen das zerstörte Berlin auf, ein einbeiniger Wehrmachtssoldat humpelt eine Straße entlang. Das Musikvideo von Techno-DJ Paul van Dyk und Wolfsheim-Sänger Peter Heppner lässt weniger an MTV und Viva als an eine Dokumentationssendung denken. Und doch läuft es regelmäßig auf beiden Kanälen.

Deutsche Identität?: Fotos von Fußball, VW-Bus, Mauerfall sind auf dem Cover der CD "Wir sind wir" von Peter van Dyk und Peter Heppner zu sehen.

Das Lied hält sich seit Wochen in den Single-Charts. Sein Thema: Deutschland und die Deutschen nach 1945. "Ich frag mich, wer wir sind", singt Heppner. "Wir sind wir. Aufgeteilt, besiegt und doch, schließlich leben wir ja noch." Die Deutschen als Opfer: Das Land aufgeteilt von den Alliierten und die Menschen besiegt - nicht befreit. Kein Wort über den Holocaust, stattdessen wird die deutsche Erfolgsgeschichte präsentiert: Der Wiederaufbau, das Wunder von Bern, die Wiedervereinigung.
Liebeslied an Deutschland

Rockband Mia mit Sängerin Mieze (Foto: www.miarockt.de)
Rockband Mia mit Sängerin Mieze Vergrößern
Das Video ist nur der neueste Ausdruck eines Trends, der Musikszene und Feuilletons seit Monaten beschäftigt: Immer mehr Bands propagieren einen "unverkrampften" Nationalstolz. Den Anfang machte die Formation Mia mit einem Liebeslied an Deutschland und seine Nationalfarben. In "Was es ist" singt Frontfrau Mieze: "Ein Schluck vom schwarzen Kaffe macht mich wach, dein roter Mund berührt mich sacht, in diesem Augenblick es klickt, geht die gelbe Sonne auf." Und später: "fragt man mich jetzt woher ich komme, tu ich mir nicht mehr selber leid, ich riskier was für die Liebe, ich fühle mich bereit."
"Die Rechten finden das toll"

Webseite von Blumfeld (www.blumfeld.de
Die Webseite von Blumfeld mit ihrer Stellungnahme Vergrößern
"Es ist was es ist: Saudämlich" urteilte die "taz" über den Text. Ähnlich äußert sich die Band Blumfeld. Auf ihrer Webseite veröffentlichte sie eine Stellungnahme zum Thema "Deutschland. Nation. Heimat und Popmusik." Dort geht sie mit den Kollegen hart ins Gericht. Wer sich etwas davon verspreche, einer "deutschtümelnden Öffentlichkeit den kleinen Finger oder mehr zu reichen" dürfe mit Blumfelds Zustimmung nicht rechnen. "Wir haben es stets abgelehnt, uns in die heimatsduselige Front all derer einzureihen, die es für angebracht halten, sich in ihrem Denken, Fühlen, Singen und Handeln positiv auf Deutschland zu beziehen." Auch Anetta Kahane von der Amadeu-Antonio-Stiftung in Berlin, Expertin für Rechtsextremismus in Deutschland, betrachtet die Entwicklung mit Sorge. "Die Rechten finden das toll: Sie nehmen genau wahr, dass Nationalstolz plötzlich etwas normales wird."

Die Reaktionen der Neonazis zeigen, dass sie recht hat. So freute sich beispielsweise das NPD-Organ "Nationale Stimme", dass sich Mia für "ein entspannteres Verhältnis zur eigenen Nation" stark mache. Die Vorherrschaft der Linken in der Jugendkultur sei damit "spürbar angekratzt", schrieb das Blatt.
Kokettieren mit rechtem Image

Ganz neu ist das Phänomen jedoch nicht. Schon lange existieren Bands, die bewusst mit einem rechten Image kokettieren und riesige Fangemeinden quer durch alle Bevölkerungsschichten haben. Seien es die Musiker von Rammstein, die martialisches Auftreten zu ihrem Markenzeichen gemacht haben und in ihren Liedern das "R" stets so rollen, dass die Erinnerung an Reichsparteitage nicht ganz abwegig ist. Oder die Gruppe Böhse Onkelz, die kein Geheimnis daraus macht, dass sie in den achtziger Jahren fester Bestandteil der deutschen Skinhead-Szene war und Lieder mit Titeln wie "Türken raus" oder "Deutschland den Deutschen" veröffentlichte. Heute tut die Band ihr damaliges Auftreten auf ihrer Website als Jugendsünde ab und beeilt sich zu versichern, dass sie sogar bei "Rock gegen Rechts"-Konzerten auftrete.
Rechtsradikale Fans greifen Schülerin an

Auch die Mia-Bandmitglieder betonen stets, dass sie mit Rechten nichts am Hut haben - und dass sie nur eine Diskussion in Gang bringen wollten. Doch seine Fans kann man sich nicht aussuchen. Bei einem Mia-Konzert in Bielefeld hätten drei Rechtsradikale eine dunkelhäutige Schülerin angegriffen, berichtete die örtliche Presse. Die Organisatoren eines später stattfindenden Festivals, auf dem Mia spielen sollte, baten das Management daraufhin schriftlich um eine Stellungnahme. Eine Antwort erhielten sie nicht.
Stand: 23.09.2004 12:04 Uhr

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Deutschnationale Geschichtspolitik goes POP: Wolfsheim/Paul van Dyk

 http://www.wolfsheim.de/

 http://www.top-lyrics.de/songtext/83918.html


Tag um Tag, Jahr um Jahr,
Wenn ich durch diese Straßen geh',
Seh ich wie die Ruinen dieser Stadt
Wieder zu Häusern auferstehen.

Doch bleiben viele Fenster leer,
Für viele gab es keine Wiederkehr.
Und über das, was grad noch war,
Spricht man heute lieber gar nicht mehr.

Doch ich frag, ich frag mich wer wir sind.

Wir sind wir! Wir stehen hier!
Aufgeteilt, besiegt und doch,
Schließlich leben wir ja noch.

Wir sind wir! Wir stehen hier!
Das kanns noch nicht gewesen sein.
Keine Zeit zum Traurigsein.
Wir sind wir! Wir stehn' hier!
Wir sind wir!

Auferstanden aus Ruinen dachten wir,
Wir hätten einen Traum vollbracht.
40 Jahre zogen wir an einem Strang.
Aus Asche haben wir Gold gemacht.

Jetzt ist mal wieder alles anders
Und was vorher war, ist heute nichts mehr wert.
Jetzt können wir haben was wir wollen,
Aber wollten wir nicht eigentlich viel mehr?

Und ich frag, ich frag mich wo wir stehen.

Wir sind wir! Wir stehen hier!
Wieder Eins in einem Land,
Superreich und abgebrannt.

Wir sind wir! Wir stehen hier!
So schnell kriegt man uns nicht klein,
Keine Zeit zum bitter sein.
Wir sind wir! Wir stehn' hier!
Wir sind wir!

Wir sind Wir!
Aufgeteilt, besiegt und doch,
Schließlich gibt es uns ja immer noch.

Wir sind wir!
Und wir werden's überstehen,
Denn das Leben muss ja weitergehen.

Wir sind wir!
Das ist doch nur ein schlechter Lauf.
So schnell geben wir doch jetzt nicht auf.


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DAS MUSIKVIDEO ZUM ANSEHEN + HÖHREN
 http://artists.universal-music.de/wirsindwir/

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Gescheitelte Melancholie
Mit ihrem Anfang April erschienenen Album "Casting Shadows" schnellte die
Hamburger Zwei-Mann-Band Wolfsheim an die Spitze der Charts von Stefan Hentz
 http://www.wams.de/data/2003/04/20/75844.html?search=Wolfsheim&searchHILI=1

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Von Wolfheim nach Wolfsheim führt eigentlich gar kein Weg
Hamburger Pop - Ganz neu erfunden
 http://www.welt.de/data/2003/04/26/79021.html?search=Wolfsheim&searchHILI=1

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"Absage des Techno-Umzugs ist ein Desaster"
Die Hauptstadt habe ihr bedeutendstes Aushängeschild verloren, sagt Star-DJ
Paul von Dyk
von Patrick Goldstein
"Ich engagiere mich nicht wegen wirtschaftlicher Überlegungen für den Umzug,
meinen Laden bekomme ich auch so voll. Nein: Für mich ist die Parade immer
noch eine große Friedensdemonstration, und gerade jetzt brauchen wir so
etwas." Zeige sich an der Love Parade die Vielfältigkeit elektronischer
Musik, beweist van Dyk mit seiner am Montag erscheinenden Single "Wir sind
wir", wie facettenreich das Genre ist, zu dem auch Techno gehört. Der Titel,
den er gemeinsam mit dem Hamburger Sänger Peter Heppner ("Wolfsheim")
aufnahm, entstand für die ZDF- Dokumentation "Das Wunder von Bern - Die
wahre Geschichte" und verbindet den Stil einer Pop-Ballade mit dem
Hymnischen eines Rave-Titels. Auf Viva und MTV läuft der Titel bereits in
den Spitzen- Rotationen.
Artikel erschienen am 10. Juli 2004
 http://www.welt.de/data/2004/07/10/303582.html?search=Wolfsheim&searchHILI=1

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Wo "wir" stehen

Der Hit "Wir sind wir" läuft auf allen Musikkanälen: Nationalismus in
windelweichen Pop verpackt

Man sieht den Deutschen Reichstag, den Schriftzug "Dem deutschen Volke." Ein
Bild von 1945. Schnitt auf das Gesicht von Peter Heppner, dem Sänger der
Band Wolfsheim, den einige Leute bislang nur durch die Zusammenarbeit mit
Joachim Witt ("Die Flut") kennen. Heppner hat eine markante Stimme und große
hervortretende Augen, dunkel umrandet. Doch ist dies kein Bühnenoutfit für
romantisch veranlagte Dark-Wave-Pubertierende, in diesem Video geht es um
Geschichte. Deutsche Geschichte. Schnitt. Luftbildaufnahme vom zerstörten
Berlin. Im Hintergrund bereits, leise, wie in einem Lehrfilm, elektronische
Musik. Doch wird kein Dokumentarfilm untermalt, nein, Geschichte hier ist
scheinbar Beiwerk für die Musik.

Das Video zu dem Track "Wir sind wir" von Paul van Dyk, dessen Text Heppner
singt, ist deutlich inspiriert von der Guido Knoppschen Dokukunst. Wie auch
der Text. Heppner und van Dyk sagen, sie seien auf die Idee zu diesem Song
gekommen, als sie den Film "Das Wunder von Bern - Die wahre Geschichte" des
ZDF-Haushistorikers gesehen hätten. "Wenn ich durch diese Straßen geh, / Seh
ich wie die Ruinen dieser Stadt / Wieder zu Häusern auferstehen" singt
Heppner, ein einbeiniger Wehrmachtssoldat humpelt währenddessen an ihm
vorbei. "Das kanns noch nicht gewesen sein. / Keine Zeit zum Traurigsein."
Anschließend Trümmerfrauen, dann Szenen aus dem Finalspiel der WM 1954, dann
Aufbau Ost, der Mauerbau, Luxus West, die Dekadenz. Heppner singt zu diesen
Bildern: "Aufgeteilt, besiegt und doch, / Schließlich leben wir ja noch."
Später, man sieht Westdeutsche einen Volkswagen waschen: "Jetzt ist mal
wieder alles anders / Und was vorher war, ist heute nichts mehr wert. /
Jetzt können wir haben, was wir wollen, / Aber wollten wir nicht eigentlich
viel mehr?"

Was vorher war, ist nichts mehr wert. Vorher war der Nationalsozialismus,
vorher haben die, die jetzt keine Zeit zum "Traurigsein" haben, die
"aufgeteilt" und, so die Reihenfolge der Erzählung, erst dann "besiegt"
wurden (anders als die neuerdings beliebte Sprachregelung: "befreit"), den
Zweiten Weltkrieg entfesselt und haben sechs Millionen europäische Juden
ermordet. Doch davon redet Heppner nicht, wenn er singt: "Doch bleiben viele
Fenster leer, / Für viele gab es keine Wiederkehr. / Und über das, was grad
noch war, / Spricht man heute lieber gar nicht mehr." Das, worüber man nicht
mehr spricht, wollte man, folgt man der Logik des Textes, doch "eigentlich"
mal.

Schließlich heißt es: "Wir sind wir! Wir stehen hier! … Das ist doch nur ein
schlechter Lauf. / So schnell geben wir doch jetzt nicht auf." Nationalismus
in windelweichem Pop verpackt. Mitte der Neunziger sah eine alarmierte Linke
vom rechten Rand aus einen Kulturkampf geführt, in der Jungen Freiheit las
man Gramsci und redete davon, via Popkultur rechtes Gedankengut in den
Mainstream zu tragen. Heppner und seiner Band Wolfsheim - ebenso wie dem Duo
Heppner-Witt - wurde eine Neigung zu dieser neuen, sich modern gerierenden
Rechten nachgesagt. Dass erregte einige Zeit auch die Gemüter. Heute nicht.
Das Video läuft auf den einschlägigen Kanälen. Der Song ist ein Hit. "JÖRG
SUNDERMEIER

taz Nr. 7426 vom 4.8.2004, Seite 16, 107 Zeilen (Kommentar), JÖRG
SUNDERMEIER,
 http://www.taz.de/pt/2004/08/04/a0205.nf/text.ges,1

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Neuer deutscher Pop Böhse Enkelz Von Georg Diez

23. August 2004 Mein Nachmittag mit der deutschen Popmusik fing vor dem
Fernseher an. Da stand ein Mann mit einer Pistole und zielte und traf und
zielte und traf, es war die ARD, es war Athen, und der Mann gewann gerade
Gold für sein Land, im „Schießen auf die laufende Scheibe“, wie sie sagten.

Ich schaltete um auf MTV, schließlich wollte ich etwas
über deutsche Popmusik erfahren, und da stand ein Mann mit einer Kamera und
schaute und trauerte und schaute und trauerte, er ging durch eine zerbombte
Stadtlandschaft, ein Alter, dem sie das Bein weggeschossen hatten, humpelte
durchs Bild, die Musik dazu war unruhig und zittrig und dabei schmerzvoll
elegisch, sie zögerte kurz vor dem Abgrund, bevor sich das Lied lustvoll
hinabstürzte, in ein Gedränge und Geschiebe aus Beats und Geräuschen und
Geschichte und Assoziationen, unterlegt mit einem fernen Siegesruf, einem
kollektiven Taumel, einem Fallen und Vergessen.

Wolfsheim: Wir sind wir
So ein Nachmittag vor dem Fernseher, dieser widerwilligen Wahrheitsmaschine,
zeigt dann doch, was die Deutschen besonders gut können: Schießen und
Brüllen.

Ich bekomme von so etwas Bauchweh

„Wir sind wir“ heißt das Lied, mit dem der Techno-DJ Paul van Dyk und Peter
Heppner von der Band „Wolfsheim“ zur Zeit sehr erfolgreich sind - ein über
das Brüllen, über das Wollen, über den Trotz gelegter elektronischer
Klangfluß, der einen fast rauschhaft mitziehen will, eine Hommage an das
Wunder von Bern und die fünfziger Jahre, wobei einige Grundmomente der
deutschen Trauermentalität aufreizend lässig angekumpelt werden. „Doch ich
frag mich, ich frag mich, wer wir sind“, singt Peter Heppner, dieser Mann
mit dem Dreißiger-Jahre- Gesicht, eine Art Kriegsberichterstatter von einer
Front, die seine eigene Biographie ist und die Geschichte seines Landes.
„Wir sind wir“, gibt er sich selbst die Antwort, „wir stehn hier,
aufgeteilt, besiegt und doch, schließlich leben wir ja noch“. Und die Musik
flutet alle Zweifel fort.


Spiel mit dem Feuer: Rammstein
Ich bekomme von so etwas Bauchweh, da kann ich nichts machen, aber
vielleicht liegt es auch daran, daß ich nur ein liberales Lichtlein bin. Da
ist diese absichtsvolle Ambivalenz, die aus dem Text drängt, „das kann's
doch nicht gewesen sein“, „so schnell kriegt man uns nicht klein“, „jetzt
könn wir haben, was wir wollen, aber wollten wir nicht eigentlich viel
mehr"; da sind die Beats, zu denen einst an der Siegessäule der Love Parade
fast eine Million tanzten und sagten, es ginge um Spaß und alles sei
international, und jetzt geht es plötzlich darum, daß Berlin wieder laufen
lernt und aufrecht steht; da ist diese Art, Steine anzustaunen, auf denen
„Dem deutschen Volke“ steht; da ist dieser Trauertriumphalismus und
Fatalo-Idealismus, den die beiden mit ihren zurückgekämmten Haaren
zelebrieren; da ist das Hungrige, das Satte, das seltsam Schmatzende in
diesem Lied, das Zukurzgekommene und Gierige und Unzufriedene; da ist die
Gemeinschaft, die auf die banale und brutale Logik des „wir sind wir, wir
stehn hier“ gebaut ist; da ist dieser Wiederaufbau-Kult, dem sich die zwei
hingeben, etwas, das eher als Pfropfen auf der Vergangenheit funktioniert,
jedenfalls wenn die Ruinen der Städte mit Sätzen wie „doch bleiben viele
Fenster leer, für viele gab es keine Wiederkehr“ in ein historisches
Niemandsland ohne Vorher und Nachher und Kausalität gestellt werden.

Wie, was, da war doch gar nichts

„Auferstanden aus Ruinen dachten wir, wir hätten einen Traum vollbracht. 40
Jahre zogen wir an einen Strang, aus Asche haben wir Gold gemacht. Jetzt ist
mal wieder alles anders, und was vorher war, ist heute nichts mehr wert.“ Da
ist deutscher Opferschmerz, nicht der Stolz der Befreiten. Vor allem ist da
das Gefühl, daß man auf so etwas nur reinfallen kann, daß man darauf
reinfallen soll, und nachher sagen sie, wie, was, da war doch gar nichts.


Ganz "Böhse Onkelz"
So funktioniert ein Teil der deutschen Popmusik, die gekleidet ist in ein
Raunen, in eine Undeutlichkeit, in Worte, die schillern vor Lust an der
Gefahr und vor Mißverständlichkeit und die dabei historisch abwaschbar sind.
Auf dem Stuhl neben dem Fernseher liegen die CDs von Paul von Dyk und Peter
Heppner, von „Rammstein“, von „Silbermond“ und „Mia“, von „Wolfsheim“, von
Jens Friebe und Joachim Witt. Das sind deutsche Momente.

Witt ist so etwas wie der Vater der sinnentleerten historischen
Erweckungsbewegung, seit er in den achtziger Jahren seinen „goldenen Reiter“
durch deutsche Kinderzimmer schickte. „Pop“ heißt seine aktuelle CD, auf der
der Mann mit dem blonden Seitenscheitel einen „Krieger des Lichts“ besingt,
der die vom Turbo berauschte Welt nicht akzeptieren will, der „wartet in
dir, bis du aufgewacht bist“, er „will nichts aus dem Nichts“. Mit dunkler
Stimme redet Witt vom Tod, vom Schlaf, vom Fluch der Liebe und vom Glück, er
rüttelt an einer Welt, die sein Ich verschleudert, an dieser kalten Welt des
Westens, es ist ein tief romantisches deutsches Unmittelbarkeitsgeklingel,
das mit großer Negativität präsentiert wird. „Vorwärts zeigt der Kompaß“,
heißt es einmal, und in dem wunden Gebrodel klingt das, tut mir leid, als
reimte es sich auf Haß.

Das Ende der Poplinken?

Wenn Pop also die „erste deutsche Nationalkultur“ ist, wie Ulf Poschardt
schreibt, dann benutzen Witt und Paul van Dyk und Peter Heppner und ein paar
andere diese Pose, um im Spiegelkabinett des Pop den Blick auf das Gestern
zu verstellen und für Heute eine Lethargie und Bedeutungslosigkeit zu
formulieren, die sie dann selbst wieder mit Inhalt füllen können. Die „taz“
fürchtet bereits das „Ende der Poplinken“.

Es ist ein Schwermutsgebräu, das einem aus diesen CDs entgegenklingt, eine
Trauerorgie, ein Todeskult, der einer Dekadenz huldigt, die so gerne wie die
zwanziger Jahre wäre, als es noch geholfen hat, böse zu sein. Das Elegische
ist dabei nur in seiner Häufung überraschend, die Texte in ihrer
Teetassenhaftigkeit nervenaufreibend; irritierend wird es, wenn die Leere in
Sprachbilder von wohligem Kriegertum kippt.

Hell die Musik, dunkel der Text

„Das Weiß auf ihrer Haut scheint so hell wie das Weiße im Auges eines
Feindes“, singt Jens Friebe, „so schön und schlimm“. Das Cover seiner CD
„Vorher Nachher Bilder“ sieht aus wie ein Spiel von Ravensburger, das blaue
Dreieck rechts oben, Friebe mit dem verhangenen Blick, wie er in Neo-Berlin
so beliebt ist, ein paar Schmetterlinge umschwirren ihn. „Ich hab heute
Nacht geträumt, ihr wärt bei mir“, singt er, „und draußen wär der Feind, ich
glaub, es ist Blut geflossen, jemand hat geschossen, und hat uns gemeint.“
Dazu trockene, leere Beats. So ist das, hell die Musik, dunkel der Text.

Selbst die Liebeslieder handeln von Schatten, von schummrigen Lichtungen,
von Geheimgängen, von Lichtvernichtung und vom Tod. „Unausrottbare Programme
unserer Ahnen, die einen dazu bringen, daß man will, die uns schicken, die
uns raten, die uns warnen.“ Die Großstadtpoesie, die richtungslose
Melancholie, das Liebesleid kippt in solchen Momenten, mit solchen Worten -
ich kann mich manchmal nur wundern über dieses Land, in dem einer mit
sanfter Stimme davon singt, daß ihm bei einem deutschen Film im
„Lichtspielhaus“ diese „Mischung aus Ekel und Scham den Atem nimmt“. Da wird
Jens Friebe klar, „daß etwas Wichtiges nicht stimmt, mit diesem Volk, mit
diesem Land, mit seinem Herz, seinem Verstand.“

Mia - eine Poppunkmogelpackung

Es sind diese alten Gespenster, die durch das neue Berlin flattern,
Gespenster, wie sie aus den Geschichten von Judith Hermann auftauchen, die
mit der Musik nichts zu tun hat, von der hier die Rede ist, aber mit dieser
elegischen Art, mit der Berlin, die Stadt Berlin, sich ihres deutschen Erbes
gerade annimmt, zwischen staatlichen Gedenkgroßprojekten und dem Unbehagen
von Leuten, die ein ganz anderes Geschichtsgefühl spiegeln, wie es auch
durch die Ostdeutschen in dieses neue Deutschland hineingetragen wurde,
durch andere Prägungen und andere Internationalität. „Und du verliebst dich
in Gespenster“, heißt es in einem von Jens Friebes Liedern, es sind die
Geister des Ungreifbaren, die durch die langen Berliner Vormittage fliegen.

Eine Weile schien es so, als würde die Band „Mia“ diesen Sound vertreten, so
träumerisch leer und unschuldig, bis sie in Schwarzrotgold gewandet
auftraten, einige Eier ihnen entgegenflogen und allen plötzlich auffiel, daß
das alles eine Poppunkmogelpackung gewesen war. Auf ihrer CD „Stille Post“
singen sie nun zwar brav für Ökostrom, für den Protest und für die Hoffnung,
aber das ändert nichts daran, daß die Band seit ihrem national gefärbten
Auftritt mit dem Schild „umstritten“ durch die Zeitungen wandert. Das
Elegische dieser Stadt vertreten seitdem „Silbermond“, traurige
Turnschuhträger, denen dauernd eine Liebe durch die Lappen geht, schönes
Gesicht, extrem harmlos. Aber wo man hinschaut, aus den Gewächsen der Nacht
blüht der Weltschmerz, eines der letzten deutschen Exportprodukte, um das
uns die Welt aber auch nicht beneidet.

Alles so, wie man es erwarten kann

Es ist schwer zu sagen, wie genau aus dieser Leere die Sehnsucht wächst,
ausgerechnet mal wieder Deutschland zu bewundern. „Wolfsheim“ etwa, die
Band, deren einer Teil Peter Heppner ist, hat jahrelang schwermütig und
hochgelobt vor sich hin komponiert, bis Heppner nun sein Interesse an
unserer nationalen Identität in ein unangenehmes Lied gepackt hat. Den
umgekehrten Weg, wenn man so will, sind „Rammstein“ gegangen, jene Band, die
Ende der neunziger Jahre für alles mögliche verantwortlich gemacht wurde.
Ihre Posen waren immer martialisch, für manche proto-faschistisch, auf jeden
Fall provokant.

Mittlerweile ist klar, daß Sänger Lindemann und die anderen zwar mit dieser
Ästhetik hantieren, die als rechts kodiert ist, daß sie aber eher ein
Provokationsmagnet sind und ein Lifestylephänomen. Im September kommt ihre
neue CD auf den Markt, ab Montag ist die Auskopplung „Amerika“ zu hören, die
Single „Mein Teil“ beschwor bislang den Kannibalen von Rothenburg und wurde
aus dem Fernsehen verbannt. Alles so, wie man es erwarten konnte.

Heute hat wieder ein deutscher Schütze Gold geholt. Es ist ein schöner Tag
für dieses Land. Auf MTV läuft „Wir sind wir“. Der Sommer geht langsam zu

Ende. Aber aus welchen tiefen Wäldern diese Schwermut nun eigentlich kommt,
die manchmal romantisch ist und manchmal trotzig und manchmal aggressiv, das
weiß ich immer noch nicht.

Text: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 22. August 2004
Bildmaterial: Universal Music, Strange
Ways,
dpa

 http://www.faz.net/s/RubE219BC35AB30426197C224F193F54B1B/Doc~EC18F3AEF76D7493A97\
A3FE166342193F~ATpl~Ecommon~Scontent.html


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Pop meets nation Tobias Jaecker 24.08.2004
Das Duo Paul van Dyk/Peter Heppner propagiert eine neues deutsches
"Wir-Gefühl"
 http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/musik/18185/1.html

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EIN TEXT 3 ZEITUNGEN 3 ÜBERSCHRIFTEN

Freitag, 27. August 2004
Morgenpost: "Pop-Pathos unter Verdacht"
"Die Band Wolfsheim singt von deutschen Mythen"

gekürzte Überschrift in "Die Welt"
"Unter Verdacht Wolfsheim singen von deutschen Mythen"

"Welt Kompakt" mit der Überschrift: Songs gegen den Lagertrott"

Von Susanne Leinemann

MTV und Mauerbau Peter Heppner und Paul van Dyk sind die Band Wolfsheim
Foto: universal

Irgendwann nachts vor dem Fernseher, MTV und Viva laufen, eine endlose Reihe
leicht bekleideter Mädchen und singender Jungs tanzt vorüber. Das Übliche
halt. Bis die Trümmerbilder kommen. Mattfarbene Bilder von Frauenketten.
Seltsame Seilschaften, die sich an Schuttbergen hochziehen und Stein für
Stein die zerbombten Städte abtragen.

Peter Heppner, Sänger der 1989 gegründeten Band Wolfsheim, steht davor und
beobachtet. Per Video hat er sich ins deutsche Bildgedächtnis kopiert. Nun
wandelt er als zeitreisender Geist aus der Gegenwart durch deutsche Ruinen,
auch beim Wunder von Bern ist er zugegen, um etwas später in den akkuraten
Vorgärten der bundesrepublikanischen Wirtschaftswunderjahre aufzutauchen.
"Doch ich frag/ ich frag mich, wer wir sind" , singt er. Heppners Stimme
klagt, und zwar kraftvoll. Paul van Dyks Einsatz kommt nach dem Mauerbau.
"Wieder eins in einem Land/ Superreich und abgebrannt." Der DJ hat die Musik
zu dem Lied "Wir sind wir" geschrieben.

Ironischerweise sitzt er, der Ex-DDR-Bürger, nun in eine einfachen,
lärmenden West-Berliner Kneipe der Sechziger, das Ohr dicht am Radio. Er
hört seine Musik, dreht den Regler auf, Gesang und Elektronik steigen höher,
werden noch drängender. Die Bilder der Nacht des 9. November erscheinen: die
Mauerspechte. Menschen, die sich weinend umarmen. Trabbis. Pop goes
Politics. MTV trifft deutsche Mythen. Und während man vom Pop-Pathos
überwältigt auf dem Sofa sitzt, nimmt man verwundert dieses neue Gefühl
wahr, durch ein Musikvideo von Deutschland und seiner Nachkriegsgeschichte
ergriffen zu sein.

So oft gab es das nicht, ein gutes Lied über diese Nation - ohne Ironie,
ohne Abwertung, ohne Distanz. Im Gegenteil, voller Anteilnahme.

Und mit jeder neuen Woche steigt die Spannung, ob Heppner und van Dyk
unbeschadet aus ihrem eigenen Coup herauskommen werden. Kommen sie nicht.
"Böhse Enkel" haftet nun als warnendes Etikett dem Duo an - der geraunte
Verdacht: Die stehen kaum tragbar weit rechts. Der Vorwurf, erst in der
"Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" zu lesen und dann von "Spiegel
online" weitergetragen, lautet: "böhse Ambivalenz". Das Lied von Heppner und
van Dyk transportiere eine Botschaft, die provokant uneindeutig bleibe.
"Jetzt können wir haben, was wir wollen/ aber wollten wir nicht eigentlich
viel mehr?"

Was als Appell an ein wieder vereintes und doch orientierungsloses
Deutschland gemeint war, zu seiner eigenen Stärke zu finden so wie in den
kraftvollen Aufbaujahren der Fünfziger und frühen Sechziger, das erscheint
der Kritik anrüchig. Funkt es tatsächlich einmal zwischen demokratischer
Nation und trendigem Pathos, dann soll es aber bitte sicher und
übersichtlich zugehen wie in einem Verkehrskindergarten.

Dafür ist ein Peter Heppner kaum zu haben. Er wirkt wie ein Mann, der selten
die Sonne sieht und erst in der Dämmerung das Haus verlässt. Seine Stimme
transportiert so viel Schwermut, dass sie für einen Sommerhit einfach
ungeeignet ist. Wolfsheim-Texte bleiben rätselhaft, doch sie drehen sich
meist um die Liebe. Okay. Unverdächtig. Dass man sich nicht von den
politischen Vollautomatikern vereinnahmen lässt, macht Wolfsheim trotzdem
klar. Es sei zu "plump" zu behaupten: "Rechts ist schlecht, und links ist
toll." Lagertrott widerstrebt Heppner. Paul van Dyks Freiheitslust, die sich
nichts soufflieren lassen will, speist sich aus seiner Biografie. Wer wie er
die achtziger Jahre in Eisenhüttenstadt und Ost-Berlin meist am Radio
verbrachte, um dank SFB und anderer West-Sender ja nicht zu verpassen, in
welchem Klub Hamburgs, Frankfurt am Mains oder West-Berlins gerade welches
Konzert läuft, dem muss man von Freiheit und demokratischen Vorzügen nichts
erzählen. Er hat nie ein Hehl daraus gemacht, dass er Mauerfall und
Wiedervereinigung gut fand.

Ihn enttäuscht nur, wie wenig Zuversicht daraus gewachsen ist. Am Ende
bleibt "Wir sind wir" ein Popstück - seine Halbwertzeit ist kurz. Aber der
Streit um Lied und Video ist symptomatisch für eine Generation, die sich in
den Neunzigern unter dem Dreigestirn Ironie, Spaßkultur, Nostalgie fand und
nun auseinander läuft. Einige laufen weiter fort. Einige drehen sich um und
erkennen ihr Land. Was ist
schlecht
daran?

 http://morgenpost.berlin1.de/ausgabe/archiv2004/040827/feuilleton/story699767.ht\
ml
 http://www.welt.de/data/2004/08/27/324390.html?search=Wolfsheim&searchHILI=1

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BLOCK III

Musikquote
Künstler fordern mehr deutsche Musik im Radio
© AP Bild-Zoom-FunktionPostkarte-Sende-Funktion
Auch die Sängerin von "2raumwohnung", Inga Humpe, unterstützt die Initiative "Musiker in eigener Sache"

Was haben Udo Lindeberg und Xavier Naidoo gemeinsam? Beide machen sich zusammen mit 500 weiteren Künstlern stark für eine Quotenregelung für mehr deutsche Musik im Radio.
 http://www.stern.de/unterhaltung/musik/?id=530166&nv=hp_rt

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Berliner Politiker für Musikquote im Radio Berlin (dpa) Mehrere Berliner Landespolitiker haben sich nach einem Bericht des "Berliner Kurier" (Mittwoch) für eine Quote von deutschsprachigen Titeln in den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ausgesprochen. Kultursenator Thomas Flierl (PDS) sagte: "Eine Quote wäre vernünftig, um der regionalen Musikindustrie mehr Präsenz zu verschaffen."

Bildungssenator Klaus Böger (SPD) betonte: "Eine Quote hat nichts mit Deutschtümelei zu tun. Deutsche Musik ist ein Teil kultureller Identität und sollte erhalten bleiben. Im internationalen Wettbewerb sollten deutsche Künstler faire Chancen haben."

Die Vorsitzende des Kulturausschusses im Abgeordnetenhaus, Alice Ströver (Grüne), fügte hinzu: "Wenn öffentlich-rechtliche Anstalten sich nicht stärker um die Musik aus Deutschland kümmern, brauchen sie sich nicht zu wundern, wenn es zu einer Zwangsquote per Gesetz kommen wird." Am 29. September wird sich der Bundestag in einer Anhörung mit dem Thema befassen. Dienstag, 21. September 2004 (18:11)
 http://www.moz.de/showArticle.php?OPENNAV=aktuelles&SUBNAV=kultur&ID=35349

Sonntag 19. September 2004, 09:58 Uhr
Politiker wollen Quote für deutsche Musiktitel im Radio
 http://de.news.yahoo.com/040919/12/47o0j.html

Sonntag 19. September 2004, 15:24 Uhr
Deutsche Töne - Politiker wollen Quote für hiesige Musik im Radio - «Existenz nationaler Künstler besorgniserregend»
 http://de.news.yahoo.com/040919/336/47oeb.html

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Grünen wohlen Deutschpop-Quote im Radio!
 http://de.indymedia.org//2004/09/93932.shtml

17. September 2004 Druckversion
ANTJE VOLLMER ÜBER RADIOQUOTE
"Das ist keine nationalistische Deutschtümelei"
Antje Vollmer, kulturpolitische Sprecherin der Grünen Bundestagsfraktion, sprach mit SPIEGEL ONLINE über die Forderung nach einer Quote für deutsche Musik im Radio und erklärt, warum sie glaubt, dass nur mit solch drastischen Mitteln die Vielfalt der Musikszene in Deutschland zu retten ist.
 http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,318343,00.html


Was unsere Schlagerstars sagen
 http://bz.berlin1.de/aktuell/news/040924/radio1.html

 http://news.google.de/news?hl=de&ned=de&ie=UTF-8&q=Radio+Quote
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Ergänzungen

Anmerkungen und Ergänzungen

eion Überblick 25.09.2004 - 05:50
Die Zusammenstellung gibt einen groben Überblick zu aktuellen Themenkomplexen und ermöglicht außerdem den direkten Vergleich der Darstellungensweisen.
Wie an anderer Stelle bereits einmal erwähnt, lassen sich außerdem,
durch den direkten Vergleich, potentielle BündnisspartnerInnen unter den JournalistInnen leichter ausmachen.

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Link Nachtrag:
Bands propagieren Nationalstolz "Die Rechten finden das oll"
 http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID3612468_TYP6_THE_NAVSPM1_REF1_BAB,00.html
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die in Berlin anstehende Pop Komm www.popkomm.de (29.09.- 01.10. 2004)
wird angesichts der oben erwähnten Nationalen Inhalte und Quotendebatte sicherlich recht aufregend werden, genauso wie die kurz darauf folgende Frankfurter Buchmesse: (6.- 10.10.2004)
mit dem brandheißen Schwerpunkt "Ehrengast Arabische Welt"

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In der Aufzählung der aktuellen Themen und Diskurse fehlen u.a. die Wahlerfolge von NPD und DVU,
sowie der grassierende Antisemitismus bis weit in die "Linke" hinein,
deren reaktionäre Teile, den sog. irakischen Widerstand unterstützen
sowie die völkisch, nationalistischen sog. "Befreiungsbewegungen"
z.B. in Israel/Palästina

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Dazu als Leseempfehlung das Titelthema der aktuellen "Jungle world":
(bitte lesen und dann kritisieren,
das ist überzeugender, als mit der pauschalen Behauptung die
"Jungel world" sei "antideutsch" im "Schützengraben" zu verharren )

Deutsche Waffen, deutsches Geld
Unterstützung des irakischen Widerstands

Während Innenminister Schily den so genannten Islamistenkongress in Berlin verbieten will, werden andere Freunde des täglichen Terrors im Irak von der Bundesregierung finanziert. Ein Regierungsberater, ein ehemaliger BRD-Diplomat und Stasi-Spion und ein ehemaliger PDS-Stadtrat leiten ein Solidaritätskomitee für den »irakischen Widerstand«. Wo dieser so erfolgreich ist wie in Falluja, herrscht islamistischer Tugendterror.
 http://www.jungle-world.com/redirect/2.php

Die deutsche Ba’ath-Partei
Merkwürdige Koalitionen bilden sich, wenn es um die Unterstützung des so genannten Widerstands im Irak geht. Sogar aus staatsnahen Thinktanks speist sich die Solidaritätskampagne. von ivo bozic
 http://www.jungle-world.com/seiten/2004/39/3975.php

Die FDP-Connection
Jahrzehntelang kontrollierte die FDP die deutsche Außen- und Wirtschaftspolitik. Für die deutsch-arabischen Beziehungen war das sehr fruchtbar. von jörg kronauer
 http://www.jungle-world.com/seiten/2004/39/3976.php

Luftnummer »Islamistenkongress« von pascal beucker
 http://www.jungle-world.com/seiten/2004/39/3977.php

Moschus und Moscheen
Wenn der »Widerstand« gewinnt: Seit dem Rückzug der US-Truppen regieren in Falluja bewaffnete Mujahedin. Sie haben ein Regime des islamistischen Tugendterrors errichtet. von jörn schulz
 http://www.jungle-world.com/seiten/2004/39/3978.php

»Der Terror ist reaktionär«
Kurdische und irakische Kommunisten lehnen den so genannten Widerstand scharf ab.
Ein Gespräch mit abu tara von der Kommunistischen Partei Kurdistans
 http://www.jungle-world.com/seiten/2004/39/3979.php


Nicht ganz richtig

Kritik 25.09.2004 - 12:00
Zu "Oder die Gruppe Böhse Onkelz, die kein Geheimnis daraus macht, dass sie in den achtziger Jahren fester Bestandteil der deutschen Skinhead-Szene war und Lieder mit Titeln wie "Türken raus" oder "Deutschland den Deutschen" veröffentlichte."

Es ist durchaus richtig dargestellt, daß die Band "Bohse Onkelz" zahlreiche Fans in rechten Kreisen hat. Ich selbst höre auch keine Musik dieser Band, weil ich es zutiefst verabscheue Lider einer Band zu hören, welche solche Texte gemacht hat.
Ich muß allerdings trotzdem richtig stellen, daß es nicht stimmt, daß sie diese Songs veröffentlicht haben. Diese waren Bestandteil eines Demo-Tapes, welches nie richtig von der Band oder irgendeinem Label veröffentlicht wurde. Diese Songs kursieren auch nur im Internet und werd die da reingestellt hat... Das waren mit sicherheit nicht die "Böhsen Onkelz"!!

Onkelz-Propaganda

info 25.09.2004 - 12:17
1.) Im August 1986 hat die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften (BPjS) das Böhse Onkelz-Debutalbum "Der nette Mann" wegen nationalsozialistischen, gewaltverherrlichenden und pornographischen Texten indiziert. Die wurde sehr wohl von den Böhsen Onkelz veröffentlicht, lieber Troll!

2.) Die unveröffentlichten Demos hatte jeder Skin schon als Demo-Tape zu Hause, als es überhaupt noch kein Internet gab! Verbreitet haben das: die Böhsen Onkelz. Also wieder nix mit Verschwörungstheorien

Wach bleiben

Fräulein Menke ! 25.09.2004 - 14:13
Hat der frau mal einer erzählt,das die Türken den Kaffee nach wien gebracht haben ? Und das ein nationalstaat eine Geschichte hat,und das das nichts mit persönlicher Schuld derer zu tun hat,die niemandem was getan haben,aber eine ganze Menge damit,das ein Mißtrauen den deutschen gegenüber angebracht ist,und ads keiner von ihnen verlangt hat ,sie sollen nicht frühstücken..
Sonne ist nicht gelb,nur im Märchjen oder auf Kinderzeichnungen.Sonne ist hell.Oder orange beim Untergehen.Rot.Aber eien gelbe Sonne ist so was wie ein Kinderlied.Sie soll sich ein Vorbild nehemn an tocotronic,die sind auch deutsch,aber die haben eien Bandehre.Niemand hatte was gegen NDW.

Danke an Zusammensteller

todi 25.09.2004 - 14:35
Vielen Dank für die Zusammenstellung der Artikel. Gerade schon die öffentlichen Äußerungen des Herrn Rogowski lassen schlimmes erahnen, wenn die Prioritätenlinie schon so ,nach aussen für alle kenntlich, gesetzt wird.


@eion

Bitte erklär mit einmal, was an deinen Artikeln nicht reaktionär und "antideusch" sein soll ??????

Während die Vereinigten Staaten Israel moderne Waffen für einen möglichen Überfall auf den Iran liefern, und der israelische Aussenminister diesen auf diplomatischer Linie auch so in der UNO Vollversammlung -nach dem gleichen Muster wie der Irak überfallen wurde- propagiert, so suchen die Autoren in Deinen Artikeln mal wieder den "islamischen Faschismus".

Jeder weiss, dass alle westlichen Staaten, die Franzosen, die Russen, die Vereinigten Staaten, die BRD den Irak militärisch aufgerüstet haben, dass ist nichts Neues.

Doch die Qualität und Quantiät unterscheiden sich in jeglicher Hinsicht!!

Was und Welche Mengen lieferten die Vereinigten Staaten an den Irak, und wie stehen Daten zu den der anderen Lieferanten?

Beantworte für Dich doch eine Frage: Ist Widersand gegen eine illegale Besatzung legitim, auch militärisch ??

Ich muss mir letztens in einem Gespräch -mit einem "Antideutschen" -auch so eine dummen ahistorischen Unsinn anhören:
"Die Welt (welche Welt? ) braucht aus diesem Chaos (durch welche Faktoren und von wem verursachte "Chaos") eine Führungsmacht, die nur die USA
darstellen können."

Ich dachte ich hör nicht mehr richtig: Bei der Neuaufteilung der kapitalistischen Einflussphären schlagen sich die "Antideutschen Linken" auf die Seite der Vereinigten Staaten, da ihnen ein Franzöisch-Deutsch dominiertes Europa zu reaktionär ist. Lieber kämpfen sie mit den aktuellen , als mit den aufstrebenden Reaktioniären.

Auf die Idee, dass beide Richtungen todbringend sind, kommen diese Kinder nicht, und propagieren trotzdem den Führerstaat, nur unter anderer Flagge.

Soviel kotzen und Geschichtsbücher verschenken kann Frau gar nicht.

deutsch sein

Jimi H. 25.09.2004 - 15:50
Erstmal Danke für die klasse Infos !
Was das "deutscher" sein betrifft, denke ich mal so:
Es biebt saugute deutsche Musik, ich sage nur TonSteine Scherben, Nina Hagen, Udo Lindenberg etc. pp.
Für mich heisst in Deutschland leben, die Lehren von 1933 bis 1954 zu ziehen. Da giebt es nur 2: Nie wieder Faschismus, Nie wieder Krieg. Diese Erfahrung ist mit 66 Millionen Toten bezahlt. Und entstzlichem, jahrelangen Leiden von vielen weiteren Millionen von Menschen.(Wohl ein Viertels unseres Planeten umgepflügt durch Bomben.) Da frage ICH nicht welcher Nationalität oder Religion alle diese Opfer angehörten, das ist unser GEMEINSAMES Erbe!
Das Volk leidet unter Naziterror gleichermassen wie unter Staatlichem Terror. Genua, Spanien, München (SiKo-Demo) Berlin am letzten Montag - auch in Europa giebt es in Teilbereichen bereits faschistsche Ansätze auch im Staatsapparat.
Die relative Demokratie in Europa ist bitter erkämpft. Verteidigen und schaffen wir einen zivilen, sozialen und friedlichen Planeten !
Jede/r da wo er/sie ist. Ob Anarcho oder Kommunist, ob bürgerliche Demokrat oder Sotzialist und wie wir alle heissen, ob schwul oder lesbisch, ob schwarz oder weiss, ob Opa oder Punk - in diesem Punkt sind wir uns alle einig. Dieser Planet, dieses Europa, unser Land ist am Punkt der Umkehr angelangt. Danke für die Geduld.

Rechte-Ödi`s

Pedder 25.09.2004 - 15:59
Wer seine Identität an die Nation bindet, dem mangelt es an menschlicher-regionaler Erfahrung!
Aufgeklärtes Menschsein und Erwachsenwerden bedingt individueller Erfahrung und den Wille geglaubtes aufzuklären- wissen zu wollen.
Die Anlehnung an die Dimmension der Nation bringt uns dabei nicht weiter, sie globalisiert, wo sich Globalisierung eigentlich verbietet.
Evolutionsgeschichtlich ist und bleibt der Mensch allenfalls ein Kleingruppenwesen, wobei das menschliche Maß auch eines von unterschiedlicher Charaktäre bezeichnet. Nicht national lassen sich Menschen kategorisieren, eher, länderunabhängig, emotional. Dabei spielt die Nationalität weniger eine Rolle, die Vielfalt von Charaktären gibt es weltweit.
Die Versuche die Welt zu einem Zwangskollektiv zu gestalten, sie sind uralt und reichen bis ins römische Reich und noch weiter zurück.
Bei genauerer Betrachtung wird dabei auch klar, dass diese Versuche nur mit Gewalt und Zwang einhergehen können und was mit Gewalt hergestellt wird, auch nur mit anhaltender Gewalt erhalten bleibt.

Auch nicht zu vergessen jene Zeitgenossen, die es zu jeder Zeit der Geschichte gab und die sich mangels Selbstwertgefühl, für die ewige Kindheit entscheiden, bei der die Selbstverantwortung abgelehnt und einer höheren-väterlichen "Intelligenz" übereignet werden.
Diese Verneinung des Selbst machen sich vor allem die Rechten zu nutze. I
Sie bieten dem unfreien-unaufgeklärten Menschen eine Heimat, welche eigentlich weniger auf nationaler, als viel mehr auf psychologischer und emotionaler Ebene funktioniert. Die Nation dient dabei eher als Blendwerk, als das sie dazu taugen würde Identität zu erzeugen.
Nur bei dem der sonst nichts hat gelingt die angebotene Adoption in die Nation. Nur der blinde braucht einen Führer, der Sehende sucht sich den Weg selbst.
Eine der Hauptursachen, weshalb Menschen nur noch als Ausnahmeerscheinung zu selbstverantworteten Wesen heranreifen, liegt wohl auch im herrschenden System des Kapitalismus, welcher weniger am selbstverantwortenden, als viel mehr an abhängigen Menschen ein Interesse hat.
Die Akteure, also die Minderheit aus Million-und Milliardäre, sie profitieren schließlich an der Unfreiheit des Individuums, welches sie für ihre Zwecke zu missbrauchen wissen.
Dass sie dabei mit den alten Mitteln, Angst und Glaube agieren belegt dabei nur die uralte Tradition, welche der Kapitalismus vom Katholizismus übernommen hat.
Ein immer noch mittelalterliches Menschenbild von Führern und Geführten wusste auch eine, ach so humanistische, Philosophie bisher nicht auszuräumen.
Die Bereitschaft sich lieber versklaven zu lassen , als Selbstverantwortung zu übernehmen, sie ist die eigentliche Ursache auch eines erneuten Rechtsrucks, der da am größten ist, da wo die Menschen am wenigsten in der Lage sind sich selbst zu helfen.
Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm und um welchen Stamm es sich dabei handelt, es kann sich nur um den Stamm der unwissenden und abergläubigen handeln, welche auf die Scheinargumente der Rechten hereinfallen.
Wären es nicht Unwissende wie könnten sie eine Tradition wieder aufleben lassen, welche zwangsläufig zum Massenmord führt?
Doch wie steht es eigentlich um das Selbstverständnis, des linken Menschenbildes? Liest Mensch die Artikel und Kommentare bei Indy so ist da auch nicht gerade eine schlüssige Alternative des Menschseins und aufgeklärtes Denken, erkennen.
Leider vergessen scheint hier, dass Aufklärung und paxisbezogenes Wissen hier einen Weg aufzeigt, den zu gehen ein Versuch allemal Wert genug besitzt, um den Versuch zu wagen ihn auch zu gehen.
Dieses Wagnis, es wäre auch eines wider des Kapitalismus und des herrschenden "Zubringerparlamentarismus", was die Umsetzung deshalb auch erschwert, nicht befördert.
Ein SPD -Kanzler der eine "Flickausstellung" eröffnet spricht da Bände.
Weshalb konnte es möglich sein, dass Friedrich Karl Flick nach Kriegsende wieder Millionen verdiente, diese Frage bleibt wohl die interessanteste, welche im Zusammenhang, von außen gestellt wurde.
Dabei handelt es sich nur um einen Konzern , welcher mit und durch Hitler zu Macht und Größe aufstieg, welche bis heute noch ausgebaut wird.
Diese Tatsache liegt noch im toten Winkel der Geschichte, bedeutet aber, dass sich an den Machtverhältnissen auch nach dem zweiten Weltkrieg leider nichts verändert hat.
Erinnert sich noch jemand an das Aalener Programm der CDU, oder an die Forderung der SPD; den Kapitalismus durch den Sozialismus zu ersetzen, an die Zeiten wo es noch Kritiker des Monopolkapitalismus (Stamokap)gab?
Dass uns die Politik nicht daran erinnert ist wohl die Konsequenz der eigenen shizophränen Tradition des Verrats, dass wir uns nicht erinnern, ein Fehler der die Saat von rechts begünstigt.
Ob sie es wahr haben wollen oder nicht Rechte sind die willigen Untertane des Kapitalismus, sind Werkzeuge ohne sich als solche zu begreifen, ihr Nationalismus steht und fällt nur im Zusammenhang zum Kapital.
Das sollte thematisiert werden, wobei wir nichts erreichen solange wir diese Nationalisten nicht bloßstellen.

BDI auf Seite der NPD

smash capitalism 25.09.2004 - 17:44
Besonders die Sache mit Rogowski und dem BDI ist äußerst wichtig:

Schließlich war dem deutschen Kapital früher auch schon Hitler lieber als Rosa Luxemburg.

Kaum ist die erste relativ leichte Krise da (Hartz-Demos etc...) schon zeigt das Kapital wo es wirklich steht.
Mit dieser Äußerung zeigt der BDI was er ist: verbrecherisch

Böhse Onkelz

ein Überblick 26.09.2004 - 04:31
da in den Kommentaren auf die Erwähnung der Böhsen Onkelz in dem Tagesschau Beitrag eingegangen wurde nun auch noch eine Zusammenstellung zu ihnen

zuerst die aktuelleren Funde und im zweiten Teil eine Zusammenstelluung von Anfang August:


TAZ:
Die Onkelz gehen - bitte weitersagen
Die Böhsen Onkelz sagen "Adios". Nicht ohne die Charts zu stürmen - aber ohne Reue VON CLEMENS NIEDENTHAL

Die Böhsen Onkelz sind wieder da - mit einer neuen und wohl auch letzten Platte. "Adios". Bereits in der zweiten Woche auf dem ersten Platz der Charts und längst mit Platin dekoriert. Womit die Band selbst, so lässt sie auf ihrer Homepage verkünden, am allermeisten gerechnet hatte. Ist aber auch keine allzu große Überraschung. Gemeinsam mit den Ärzten sind die Böhsen Onkelz die derzeit erfolgreichste Band im Land. Was man, kurz gedacht, als Sehnsucht nach dem vermeintlich Authentischen und dem konkret Handgemachten lesen könnte. Echte Gitarren, echter Lärm, echte Wut.

"Ich habe kein Talent, aber Disziplin - Und lasse mich am Piercing durch die Medien ziehn", textet Onkelz-Mastermind Stephan Weidner denn auch ganz in diesem Sinne über die mediengekrönten Superstars von Bohlens und Bertelsmanns Gnaden. Und ist damit gar nicht mal weit weg von dem, was auch die taz aus diesem Anlass geschrieben hatte. Die Unlust am reglementierten, disziplinierten Popbetrieb treibt derzeit beide um - das linke Feuilleton ebenso wie die vielleicht gar nicht mal so rechte Rockband.

"Die Revolution braucht neue Lieder. Volle Deckung, wir sind es wieder"

Wo aber das linke Feuilleton nur ein bisschen das System kitzelt, blasen die Stromgitarren der Böhsen Onkelz zur selbst ernannten Revolution. Machen uneingeweihten Hörern Angst - zumindest symbolische. "Kinder und Frauen werden evakuiert", heißt es im ersten Song "Feuer" gleich mal vorsichtshalber. Auch im Forum auf der offiziellen Internetseite der Band mit seinen gut 79.000 registrierten Mitgliedern sind es überwiegend männliche Fans, die sich mal kontrovers, mal im kanonischen Korpsgeist über harte Jungs oder Hartz IV unterhalten. Aber längst nicht nur. Böhse Mädchen sind auch darunter. Aus Städten und aus Dörfern, aus dem Vogelsberg, dem Ruhrgebiet oder der Uckermark. Die Frankfurter Band ist im 25. Jahr ihres Bestehens längst ein gesamtdeutsches Phänomen. Wenn auch eines, das sich seinen kommerziellen Status gerade in den unmittelbaren Nachwendejahren erarbeitet hat. In einer Zeit, in der man in verwelkten Landschaften über alles dankbar war, was irgendwie nach einer Antwort aussah. Oder wenigstens nach einer Ausrede.

"Wenn du fällst - helfe ich dir aufzustehen"

Und während die Scorpions mit ihrem staatstragenden "Wind of change" 1989 den Song zur Wiedervereinigung pfiffen, lieferten die Böhsen Onkelz mit Platten wie "Heilige Lieder" oder der Compilation "Gehasst, verdammt, vergöttert …" den Soundtrack für viele, die von der Wiedervereinigung ausgepfiffen wurden. Zumindest von den subjektiv erlebten Transformationsprozessen in den Neunzigerjahren. Einer ethnologischen Feldforschung zufolge ist es die Onkelz-Titelzeile "Nur die Besten sterben jung", die am häufigsten in Todesanzeigen von jungen Menschen aus den neuen Bundesländern zu lesen ist. So genannte Discoraser. Ein paar Selbsttötungen sind auch darunter. "Nur die Besten sterben jung", das klingt schön trotzig - und gleichzeitig auch ein bisschen tröstlich.

"Wir sind onklifiziert voll und ganz. Wir sind Teil einer Protestallianz"

Keine Frage, sie beherrschen die Kunst der einfachen Ansprache. Benennen die Misere. Zielen in die Magengruben. Die Böhsen Onkelz holen ihre Hörer dort ab, wo es wehtut. "Seelentrost" nennt das Sänger Kevin Russel im Videointerview, das dem aktuellen Tonträger "Adios" als eine von vielen Zugaben draufgepackt wurde. Und Bandleader Stephan Weidner beschwört an selber Stelle das widerspenstige Potenzial der Subkulturen. Spricht davon, dass HipHopper, Thrasher, Punks und Gothics "gemeinsam wirklich Power hätten". Was ein wenig nach gutem altem Gegenkultur-Pathos klingt und dem seligen "If the kids are united, they will never be divided" der Skinpunkband Sham 69. Auch die Böhsen Onkelz, so sieht es die Band selbst im Rückblick, waren einmal eine Skinpunkband. Politisch ihrem Verständnis nach nur im stürmenden Verlangen, dagegen zu sein. Gegen den Staat, gegen Politiker und gegen die "Türken-Popper" aus der Jugendgang von gegenüber, denen sie "Türken Raus" gewidmet hatten. 1980 war das, drei Jahre später folgte mit "Deutschland den Deutschen" ein weiterer unverzeihlicher Titel, angeblich nur einmal live gespielt - auf einem Konzert in Berlin. Wahr ist, dass beide Songs existieren. Wahr aber auch, dass sie auf keinem offiziellen Album zu finden sind und für die Band so nie zu den kommerziellen Erfolgen wurden, als sie etwa Der Spiegel einmal ausgemacht haben wollte. Begehrt sind die Demoaufnahmen von einst trotzdem geblieben. Zumal, seit sie im unendlichen Orkus des World Wide Web zu finden sind. Als datenkomprimierte MP3-Datei.

"Wir waren doof, aber selbstbewusst"

Auf dieser neuen, letzten Platte reagiert Stephan Weidner auf jene Jugendsünden zwischen Eintracht-Frankfurt-Fanblock und Fascho-Geplärre mit etwas, das er selbst "sehr viel Selbstironie" nennt. Und tatsächlich liest sich die Singleauskopplung "Onkelz vs. Jesus" einmal mehr als halbherziger Erklärungs- wie Entschuldigungsversuch. Genauso aber als breit ausgestelltes Bekenntnis, dass es eigentlich nur wenig zu entschuldigen gibt. Solche Sowohl-als-auch-Songs hat es einige gegeben in den vergangenen Jahren. In diesem hier heißt es: "Es herrscht ein rauer Umgangston auf dem Weg zum Rockdiplom". Wobei das Rockdiplom selbstredend nichts für die Böhsen Onkelz wäre. Schließlich steht ein Diplom für eine hochoffizielle Anerkennung von oben. Von Seiten der Musikindustrie etwa. Vom Popministerium gar. Die Böhsen Onkelz aber zelebrieren stolz die eigene Nischenexistenz auf dem vielleicht größten Marktplatz, den Pop in Deutschland momentan zu bieten hat. Einem Marktplatz immerhin, auf dem die Frankfurter auch Lieder singen, die es, wären sie beispielsweise von den Toten Hosen, sogar in den Sozialkundeunterricht schaffen könnten. "Hass-tler" ist ein simpel gestrickter Klopper, so plakativ wie ein Gegen-Nazis-Sticker. Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger.

"Von Prolet zum Prophet - ja so was geht, wie ihr seht"

Im beigelegten Booklet zu "Adios" bedankt sich Stephan Weidner - der Mann, der den Auftritt der Marke Böhse Onkelz zu mindestens 80 Prozent lenkt - unter anderem beim Techno-Urgestein Sven Väth - "für Indien 93 und unsere Xtasen". Da war seine Band längst auch Teil einer Frankfurter Pop-Boheme, die sich früh den Gestus eines Türstehers zugelegt hatte. Auch Moses Pelham vom Rödelheim Hartreim Projekt wurde hin und wieder im Onkelz-Shirt gesehen. Und erzählte, dass deren direkte Texte sein Verhältnis zu deutschsprachiger Musik maßgeblich gewandelt hätten. Kennen gelernt hatten sich der Rapper und der Rocker im Skateboard- und Streetwearladen Cadillac Ranch, den Stephan Weidner in den frühen Neunzigerjahren gemeinsam mit Eddy Hartsch, dem heutigen Pressechef der Band, betrieben hatte. T-Shirts verkauft Weidner inzwischen nur mehr in eigener Mission. Mit ihren Merchandising-Produkten scheinen die Böhsen Onkelz beinahe noch erfolgreicher als mit ihren Tonträgern. "Ich spreche durch meine Kleidung", hat Umberto Eco einmal formuliert, was im Falle der Onkelz-Fans zum vielstimmigen, baumwollenen Kanon anschwillt. Es gibt Schulklassen, in denen ist das Label Onkelz prominenter vertreten als das Label H&M.

"Wir nehmen unseren Hut. Alles wird gut"

Und nun solls das also gewesen sein. Man wolle nicht als Rockrentner enden. Ein Satz, den man sich von vielen wünschen würde. Nicht zuletzt von den Rolling Stones, deren Entscheidung, die Böhsen Onkelz als Vorgruppe zu engagieren, im vergangenen Jahr für einige moralische Verwirrung gesorgt hatte. Auch unter denen, die den Rock n Roll einmal gerade für seine Tritte in den Hintern der Moral geschätzt hatten. Aber der Rock n Roll ist ja auch nicht mehr das, was er mal war. Und während sich Mick Jagger im VW Phaeton zum Niedersachsenstadion kutschieren lässt, prangen Böhse-Onkelz-Schriftzüge auf den Heckscheiben von Opel Astras und Hyundai Ponys. Es ist das Logo einer Band, der es momentan wahrscheinlich am professionellsten gelingt, mitten im Mainstream dessen Gegenteil zu verkörpern. Die Opposition auf der Pole Position. Die Presse dürfte daran nicht ganz unschuldig sein. Und eine Band, die sich darauf versteht, den schlechten Ruf von einst auch in die CD-Player der Nachgeborenen zu schieben: "Ich bereue nichts."

taz Nr. 7438 vom 18.8.2004, Seite 13, 189 Zeilen (TAZ-Bericht), CLEMENS NIEDENTHAL

 http://www.taz.de/pt/2004/08/18/a0137.nf/text

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TAZ SONDERSEITE VON 2001
Landgericht Berlin Tegeler Weg 17-21 10589 Berlin 30. 4. 2001
In dem Rechtsstreit Weidner und andere alias Böhse-Onkelz .. taz 27.0.82/01
beantragen wir, die Klage abzuweisen.
Die Beklagte hat das Recht, die Kläger als eine berüchtigte rechtsradikale Band zu bezeichnen.
 http://www.taz.de/pt/.etc/nf/onkelz

BöHSE ONKELZ
Böhse Onkelz: Urteil: "berüchtigte rechtsradikale Band"
Urteil: "berüchtigte rechtsradikale Band"
Die Bezeichnung der Böhsen Onkelz als eine "berüchtigte rechtsradikale Band" ist durch das Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt. Das entschied gestern das Berliner Landgericht.
 http://www.laut.de/vorlaut/news/2001/05/16/01679/

 http://www.google.de/search?hl=de&ie=UTF-8&q=TAZ+B%C3%B6hse+Onkelz&spell=1

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Pressemitteilung: ‚Rock gegen rechts’ mit den böhsen onkelz?
verfasst von: Ratsfraktion am Sonntag, 13. Juli 2003, 09:44 Uhr
 http://www.gruene-muenster.de/artikel593.html

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 http://www.onkelz.de/

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AKTUELL GROSSE DEBATTE um die Böhsen Onkelz im Brigitte Forum
 http://www.brigitte.de/community/foren/showflat.php?Cat=&Board=70&Number=837470&page=0&view=collapsed&sb=5&o=&vc=1

Springerstiefel + Onkelz T-Shirts
 http://www.brigitte.de/community/foren/showflat.php?Cat=&Board=70&Number=841635&page=0&view=collapsed&sb=5&o=&vc=1

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26.08.2004 01:09 «Onkelz» auf dem Lausitzring Zwei-Tage-Open-Air am 17./18. Juni 2005 Die «Böhsen Onkelz» geben am 17./18. Juni 2005 nach 25-jähriger Bandgeschichte ihr Abschieds-Open-Air-Konzert auf dem Lausitzring. Die teilte die Pressestelle der Motorsport-Anlage gestern mit.
 http://www.lr-online.de/nachrichten/kulturwelt/regional/art1073,673879.html

Leipziger Volkszeitung vom Freitag, 17. September 2004
Nichts ist für die Ewigkeit ...
 http://www.lvz-online.de/lvz-heute/140222.html

Leipziger Volkszeitung vom Montag, 13. September 2004
Alles hat ein Ende: Böhse Onkelz in Leipzig
 http://www.lvz-online.de/lvz-heute/139782.html

Böhse Onkelz spielen am Lausitzring
sz-online - 27. Aug. 2004
Die Böhsen Onkelz geben am 17. und 18. ... An beiden Tagen wollen die Böhsen Onkelz Songs aus jeweils zwölfeinhalb Jahren ihrer 25-jährigen Karriere spielen. ...

Böhse Onkelz organisieren Festival am Lausitzring 26.08.2004
 http://www.musikmarkt.de/content/news/news_2.php3?bid=10424&th=10424&afb=0

33.000 Besucher beim "Wacken Open-Air" 30.08.2004
 http://www.musikmarkt.de/content/news/news_2.php3?bid=10461&th=10461

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Vorspiel und Nachspiel für das Konzert der "Onkelz"
WAZ - 9. Sept. 2004
Zum Konzert der "Böhsen Onkelz" hatte sich gleich ein massives Polizeiaufgebot formiert - verstärkt durch Einsatzkräfte aus den Nachbarstädten. ...

Nach der Haft erneut Kinder missbraucht
WAZ - 6. Sept. 2004
... In der Halbzeit lud der Angeklagte ihn dann zu sich nach Hause ein. Dort spielte er ihm die "Böhse Onkelz" vor, die Lieblingsmusik des Angeklagten. ...

Boris Becker, Carmina Burana und Böhse Onkelz
WAZ - 1. Sept. 2004
... Bei den Doppel-Auftritten der Gruppen Böhse Onkelz, Rammstein, Tote Hosen und Night of the Proms rechnen die Westfalenhallen mit vollem Haus. ...

Badische Zeitung vom Freitag, 27. August 2004
Badische Zeitung (abonnement) - 26. Aug. 2004
... Der dumpfen rechten Szene zeigt die vorbelastete deutsche Band Böhse Onkelz um 20 Uhr in der Europahalle in Karlsruhe nach einem Gesinnungswechsel jetzt die ...

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Von Bianca Viehauser | 30.08.2004 | Netzcode: 10607036
"Böhse Onkelz": Mythos und Magie
Deutsche Rockband startet letzte Tournee in Ostbayernhalle - Party und weinende Fans
Kreuth. 10 300 begeisterte Fans, ein sich bewegender Teppich aus Armen und Köpfen, der Übergang von Zuschauertribüne und Arena verschwimmt - die Ostbayernhalle ist der Hexenkessel, die "Böhsen Onkelz" die Magier.
 http://www.zeitung.org/zeitung/607036-129,1,0.html


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ZUSAMMENSTELLUNG STAND ANFANG AUGUST

Einmal Fascho, immer Fascho?
Obwohl ihre Platten sich hunderttausendfach verkaufen, gefallen sich die "Böhsen
Onkelz" in der Märtyrer-Rolle. Am kommenden Donnerstag haben die verfolgten
Unschuldigen einen Auftritt beim Wacken-Open-Air und bringen auch ihre Fans mit.
Nicht alle sind darüber glücklich
von Christoph Ruf
 http://www.taz.de/pt/2004/08/05/a0115.nf/text.ges,1

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Das 15. Jubiläum eröffnen zwei Legenden am Donnerstag: Englands Motörhead und
die Böhsen Onkelz, bereits beim ersten Open Air dabei, lassen die Saiten
beginnend krachen.
 http://www.whiskey-soda.de/artikel/ar_ausgabe.php?id=643

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Spitzenreiter und höchster Neueinsteiger ist jedoch die Gruppe Böhse Onkelz mit
«Adios».
 http://www.op-marburg.de/op/home.boulevard/article.dpa.jsp?id=iptc-bdt-20040804-\
172-dpa_6779930.xml

Auf Rang zwei liegt die Band Böhse Onkelz mit "Onkelz vs. Jesus".
 http://www.ln-online.de/news/archiv/?id=1438988
Auf Rang zwei liegt die Band Boehse Onkelz mit «Onkelz vs. Jesus».
 http://de.news.yahoo.com/040714/3/447k3.html

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BÖHSE ONKELZ: Wer die wütenden Frankfurter in Live-Aktion erleben möchte, der
hat 2004 die perfekte Gelegenheit. Die Skandal-Musiker begeben sich wieder auf
Tournee. Auftakt ist in Kreuth am Tegernsee (28.). Weitere Station im August ist
Karlsruhe (29.), im September geht es unter anderem in München (1.9.) und Ulm
(3.9.) weiter.
 http://de.news.yahoo.com/040802/336/455hr.html

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Comic-Held „Shrek“ kommt aufs Holzbrett
Beim Feriencamp im Naturschutzzentrum Neukirch haben 16 Jungen den Rohstoff Holz
kennen gelernt / Mädchen machen Wellness-Woche
Josef Gey aus Neukirch bearbeitet ein kleines Holzbrettchen. 20mal 10 Zentimeter
ist es ungefähr groß und zwei Zentimeter hoch. Der zehnjährige Junge schleift
die Kanten und entfernt sorgfältig die Schiefer. Ursprünglich wollte er „Böse
Onkelz“, den Namen einer früher in Verruf geratenen deutschen Musikband, in das
Stück Holz eingravieren. Doch das hatte ihm seine Mutter verboten.
Josef Gey gehört zu den 16 Jungs, die beim Feriencamp des ...
 http://www.sz-online.de/nachrichten/base.asp?ausgabe=304&etag=19.07.2004

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In einer Woche wie dieser, die so arm an Veröffentlichungen ist, dass
unerreichte Meister des Debilen wie Lotto King Karl und die Böhsen Onkelz keine
Konkurrenz mehr fürchten müssen, ist man froh um jedes obskure Nebenwerk und
jede schöne Petitesse, die in letzter Minuten den Weg in unsere bescheidene
Auswahl findet.
 http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,310499,00.html

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Sächsische Zeitung - Medien (14-07-2004 - 22:01 Uhr)
Junge SZene
Sebastian Päßler aus Großröhrsdorf machte sein Abitur mit einem
Notendurchschnitt von einskommanull. Sein Kommentar? „Das war gar nicht so
schwer.“MusikDie „Böhsen Onkelz“ hören nach 24 Jahren Musikmachen auf. Ihre
aktuelle...


Sächsische Zeitung Mittwoch, 2. Juni 2004

Ausgeonkelt
Die Böhsen Onkelz, eine der erfolgreichsten deutschen Rockbands, machen Schluss
Von Oliver Reinhard

An den Böhsen Onkelz und ihrer 24-jährigen Karriere kam man kaum vorbei. Nicht
an ihrer sozialmärchenhaften „von ganz unten nach ganz oben“-Geschichte. Weder
an ihren frühen Erfolgen mit rechtsextremistischen Liedern, noch an den späteren
„wir haben uns geändert“-Rückrufaktionen. Und lange nicht an ihren millionenfach
verkauften CDs und Hallenrekorden. Einen stellten sie in Sachsen auf: 2002 kamen
zum Konzert 12 000 Menschen in Dresdens Messehalle I. Mehr als zu den Chili
Peppers, Marilyn Manson, Carlos Santana ...

Die vier Böhsen Onkelz sind eine der erfolgreichsten deutschen Rockbands. Aus
eben diesem Grund werden sie es bald gewesen sein: 2005 hat es sich definitiv
ausgeonkelt. Weil die Onkelz nicht glauben, dass sie das Erreichte toppen
können. „Größer geht’s nicht und möglicherweise auch nicht besser“, erklären sie
ihren Fans im Internet. Und: „Wiederholungen sind Scheiße“.

Keinesfalls wollen die Brachialrocker irgendwann als „dahinsiechende Opas“ in
Erinnerung bleiben. „Das würde unseren verkörperten Spirit nachhaltig verwässern
und der Legende Onkelz nicht gerecht werden“, so Onkel Peter Schorowski. „Mit
diesem Bewusstsein weiter zu machen, hieße für mich nur noch ... unsere Musik zu
einer Ware verkommen zu lassen.“

Musik als Konsumgut? Nicht mit den Onkelz! Schließlich ging es ihnen immer „um
viel mehr. Wer über mehr als zwei Dekaden dermaßen hochtrabende Moralphilosophie
wie wir verfasst, der muss sich täglich selbst hinterfragen, ob er seinen
eigenen Ansprüchen gerecht wird“, findet Onkel Stephan Weidner. Freilich gehen
die derart honorigen Onkelz nicht ohne Sang und Klang.

Am 21. Juni treten sie gegen ihren vielleicht einzigen ebenbürtigen Gegner an.
„Onkelz vs. Jesus“ heißt die neue Single und das folgende letzte Album mit „den
besten Songs seit langem“, wie Onkel Matthias Röhr gestern im Netz verriet,
passend „Adios“. Ende August startet die Abschiedstournee. Und dann? Was wird
aus der Welt ohne Onkelz? Auch da wissen die Scheidenden Rat: „Ihr müsst den
Geist alleine weiter in Euch tragen, auch wenn Ihr dabei nur auf die Musik und
die Texte hören müsst, die als Vermächtnis von uns an Euch geblieben sind.“
Nachbarin, Euer Tüchlein!

Sachsen-Abschiedskonzerte der Böhsen Onkelz: 15.9. Leipzig, 28.9. Riesa.
Tickets: SZ-Hotline (0351) 80 04 20 02

 http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=610273

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"Man hasst oder man vergöttert sie"
Sie wurden als Ikone der Skinheadszene bekannt. Sie bereuten und setzen sich
seit Jahren "gegen Rechts" ein. Sie feiern Erfolge in Serie. Nun kommt das
letzte Album der "Böhsen Onkelz"
von Thomas Lindemann

Einen Moment lang könnte man vergessen, dass man mitten in der Bankenmetropole
Frankfurt ist. So idyllisch ist das Haus gelegen, das die Böhsen Onkelz sich im
Nordend mit dem Techno-DJ Sven Väth teilen. Edmund Hartsch, Biograf und Sprecher
der Hardrockband, sitzt barfuß an seinem Schreibtisch. In der Küche stehen ein
paar Kollegen an der Espressomaschine. "Schau dich um", heißt es, "wir setzen
uns gleich auf den Balkon." Dort scheint die Sonne.

Zehn Jahre lang hat die Band nicht mit Journalisten gesprochen. Nur die
Fachblätter "Rock Hard" und "Metal Hammer" bekamen eine Audienz, denn sie halten
sich an die Spielregeln: Ausschließlich Fragen zur Musik. Und bloß keine
Nazivorwürfe.

Ende Juli erscheint das neue, letzte Album der Böhsen Onkelz. Wie jede ihrer CDs
seit Ende der 90er wird es auf Platz eins der Pop-Charts einsteigen. Für die
Abschiedstournee sind jetzt schon über 200 000 Tickets verkauft, noch bevor ein
einziges Werbeplakat geklebt wurde.

Bis heute begleitet die Band der Vorwurf, sie stünde für Rechtsradikalismus und
Ausländerfeindlichkeit. Jahrelang haben Kaufhausketten wie Wom und Karstadt die
Band boykottiert. Musiker wie Grönemeyer und Westernhagen wollen nicht gemeinsam
mit diesen Kollegen auftreten. Die Böhsen Onkelz sind eine der erfolgreichsten
Bands Deutschlands. Und sicher die mit dem schlechtesten Ruf.

Stephan Weidner, der seit der Bandgründung Bass spielt und die Texte schreibt,
lehnt sich in einem großen Bürostuhl zurück und verschränkt die Arme hinterm
Kopf. "Natürlich haben wir dazugelernt." Sagt er: "Oder sehe ich aus wie ein
Skinhead und Schläger?"

Er trägt T-Shirt und eine rosafarbene Fransenweste. Auf den starken Unterarmen
Tattoos, das größte zeigt den Namen "Elvis". Motorradstiefel und ein
Lederarmband. Nur die Jeans ist nicht die eines Rockers: ein Modell von
Dsquared, sehr teure Mode jenes extravaganten kanadischen
Designer-Zwillingspaars, die auch Madonna in ihrem Westernvideo "Don't tell me"
trug. Alles in allem: kein Schläger. Wahrscheinlich ein netter Mensch.

Das war einmal anders. 1980 wurden die Böhsen Onkelz als Punkband gegründet. Die
Bewegungen Punk und Skinhead waren frisch aus England importiert, ihr
"politisches" Programm bestand aus lauter Musik, Bier und Schlägereien. Letztere
allerdings meist mit jungen Ausländern. Auf acht Gigs vor 50 bis 100 betrunkenen
Punks spielten die "Onkelz" Anfang der 80er ein Lied, das aus kaum mehr als der
ins Mikro gemurmelten Zeile "Türken raus!" bestand.

Der Song ist nie auf Platte erschienen, kursiert aber bis heute im Internet. Bei
einem Berliner Konzert sang die Band 1983 nicht mehr, wie in ihren
Punk-Anfängen, gegen "Staatsgewalt", sondern gegen "Kanakenwelt". Und im Sommer
85, als sie auf einem Skinhead-Konzert ihr Lied "Deutschlandlied" mit dem Text
"deutsche Frauen, deutsches Bier - schwarz-rot-gold wir stehn zu dir" spielte,
änderte Sänger Kevin kurzerhand in "schwarz-weiß-rot" um. Innerhalb der Band gab
es danach heftigen Streit. Aber sie stieg damit zu einer Ikone der rechten
Skinhead-Szene auf.

"Es ging um Rebellion gegen alles und jeden", erklärt Weidner und möchte über
diese Zeit kaum reden: "Es nervt, darauf reduziert zu werden." Zwei Jahre seien
es, die das Image bis heute geprägt haben. Zwei von vierundzwanzig.

Wenn er erklärt, dass in der damaligen Szene etwa Punks mit Hakenkreuzen in die
Clubs gekommen seien, muss man schon in Details der Subkultur einsteigen: Am
Frankfurter Berg habe man sich ständig mit Türken geschlagen. Echte
Rechtsradikalität sei aber erst Mitte der 80er dazugekommen. Und nie hätten die
damals 20-Jährigen geglaubt, dass ihre Lieder die Szene um die Frankfurter
Kneipe "Batschkapp" je verlassen würden.

Das Lied "Türken raus" hat die Band nach 1983 nie wieder gespielt. Von den
umstrittenen Songs distanzierte sie sich 1987. Drei Jahre lang klagte sie gegen
den Plattenmanager Herbert Egoldt, um ihre ersten drei Alben vom Markt zu
nehmen. Anfang der 90er ging Weidner auf Reisen, Mexiko, Indien, Selbstfindung.
"Irgendwann siehst du, dass es total destruktiv ist, was du machst. Dann begibst
du dich auf die Suche", sagt er. Mit ihm änderte sich die Band. Sie schaltete
Zeitungsanzeigen gegen Faschismus. Sie nimmt seit 1993 an Konzerten "gegen
Rechts" teil. Zeigten Konzertbesucher den Hitlergruß, wurden sie
abtransportiert. Heute engagieren sich die vier Musiker für Kinder in Peru,
sammeln für Kriegsopfer Afghanistans und die International Peace Foundation.

Wer Artikel über die Böhsen Onkelz liest, muss glauben, es ginge um eine andere
Band. Vor zwei Monaten behauptete die "Münchner Abendzeitung", ein Onkelz-Song
heiße "Gaskammer-Gutschein", die Band wolle ansonsten "Türken nur im Sarg"
sehen. Als die Rocker im letzten Jahr als Vorgruppe der Rolling Stones
auftraten, schrieb der Londoner "Mirror" von einer "Nazi-Band", die singe: "Wir
wollen Juden sterben sehen."

Nichts davon findet sich in den Liedern der Frankfurter.

"Wir sind mit diesem Stigma behaftet, für Rechtsradikalität zu stehen", sagt
Weidner. "Wenn man etwa mit dem Holocaust in Verbindung gebracht wird, tut das
schon weh." Bandbiograf Edmund Hartsch führt Besuchern gern eine Regalwand vor:
gut zwei Meter Aktenordner mit Artikeln. "90 Prozent Unwahrheiten,
Ungenauigkeiten, von angeblichen Ausschreitungen bei Konzerten ist die Rede oder
von Textzeilen, die es nie gab." Darunter ein langes Schubfach mit Tonbändern:
die musikalischen Anfeindungen von rechtsradikalen Bands. "Man hasst oder man
vergöttert sie, so ist das nun mal", schreibt ein Fan im Internetforum über die
Onkelz.

"Ich glaube den Onkelz ihre Umkehr", kommentiert Matthias Weckmann. Der
Redakteur der Zeitschrift "Metal Hammer" führt seit sieben Jahren die Interviews
mit der Band. Er sieht eine Chance im Phänomen Onkelz: "Wenn die etwas gegen
Rechts sagen, erreichen sie damit mehr als alle Lichterketten."

Auch andere sahen das. Alice Schwarzer setzte sich für die Band ein, Daniel
Cohn-Bendit unterstützte sie. Dagmar Lill, Ausländerbeauftragte des Landes
Bremen, erinnert sich gern an die Zusammenarbeit mit ihnen. "Wir haben uns
Anfang der 90er gefragt, wie wir die rechten Ausländerhasser wirklich erreichen
können." Sie fand die Onkelz. "Es ist doch Gold wert in unserem Kampf gegen
Rechts, dass die Idole dieser großen, in Minderheiten auch aus der rechten Ecke
stammenden Fangemeinde auf der Bühne offen sagen: Wir haben als Jugendliche
Scheiße gebaut, unsere Meinung geändert und kämpfen nun gegen Hass und Gewalt."
Redakteur Weckmann geht noch weiter: "Eine große Chance wurde damit vertan, dass
die Onkelz nicht viel konsequenter gegen Rechts eingesetzt worden sind."

So konnte die frühere Krawallkombo, von ihren dumpfen Parolen abgesehen, bei
ihren Wurzeln bleiben: Unverstanden zu sein, diese Energiequelle des Teenagers
blieb erhalten. Ihre Botschaften blieben einfach. Sei du selbst, tanz nicht nach
der Pfeife der Massenkultur. "Ich bin nicht stolz auf ein Land, das seine Jugend
nicht ernst nimmt", sagt Weidner.

Die neuen Lieder sind entsprechend wütend und trotzig. Die Single "Onkelz vs.
Jesus" blickt auf die Bandgeschichte zurück: "Wir waren doof, aber
selbstbewusst", die Presse erhält den Stempel "nichts als Arschgesichter". Der
Song "Hass-tler", eine etwas experimentelle Verschmelzung von "Hass" und
"Hitler", ist ein Plädoyer gegen Ausgrenzung. Dazu flinker Hardrock. Matthias
"Gonzo" Röhrs Gitarre jault und dröhnt wie bei den großen Vorbildern aus den
70ern: Kiss, Led Zeppelin, britischer Punk.

Man kann das Kitsch nennen oder simpel. Aber der offizielle Fanclub hat 5000
Mitglieder und bearbeitet wöchentlich 500 Briefe und E-Mails. Und dass man von
der Band lernen kann, betont Stephan Wiegel vom wohl jüngsten Fanclub
"Böhse-Fanz" aus Mittelhessen: "Man beschäftigt sich mit der Bandgeschichte und
mit Rechtsradikalismus." Die Mitglieder seines Clubs sind in den 80ern geboren -
als die Band sich von ihrer umstrittenen Phase distanzierte, lernten sie gerade
erst lesen.

"Adios" von den Böhsen Onkelz (Regel23) erscheint im Juli
Artikel erschienen am 11. Juli 2004
 http://www.wams.de/data/2004/07/11/303648.html
 http://www.wams.de/data/2004/07/11/303648.html?s=2
 http://www.wams.de/data/2004/07/11/303648.html?s=3


Über 350 CDs sind als jugendgefährend eingestuft - die meisten rechtsradikal
Nicht alles darf in Deutschland gezeigt werden: Sind Medien
gewaltverherrlichend, sittenwidrig oder politisch radikal, können sie in den
Giftschrank kommen. Der erste Schritt vor einem Verbot ist oft die Indizierung
als "jugendgefährdend". Darüber entscheidet die Bundesprüfstelle für
jugendgefährdende Medien - sie reagiert auf Anregungen, die aus Behörden und der
Jugendhilfe kommen. Jährlich gehen bei der Bonner Behörde etwa 800 Vorschläge
ein, im letzten Jahr wurden 162 Medien auf die schwarze Liste gesetzt, darunter
35 CDs. "Die Behörde hat zwei Aufgaben", erklärt Vorsitzende Elke
Monssen-Engberding: "Kinder und Jugendliche vor Medien zu schützen, die ihre
Entwicklung negativ beeinflussen können und die Erziehungsaufgabe der Eltern zu
unterstützen." Indizierte Medien dürfen Jugendlichen nicht zugängig gemacht
werden und unterliegen einem Werbeverbot. Komplette Verbote, die eine
Beschlagnahme der Werke zur Folge haben, können von Strafverfolgungsbehörden
ausgesprochen werden.

Den Einwand, dass Verbote erst recht Aufmerksamkeit erregen, lässt die
Vorsitzende nicht gelten: "Wenn das das so wäre, würden die Beteiligten jubeln,
wenn es zum Verfahren kommt. Das ist ganz und gar nicht der Fall."

Fast alle Indizierungen seien wegen rechtsradikaler Inhalte ausgesprochen
geworden. Zurzeit stehen insgesamt 4487 Medien auf dem Index, darunter 368
Tonträger. Die größte Gruppe machen mit 2858 Fällen Filme aus.

Die Indizierungen von Musik treffen nicht nur die kaum bekannten Bands der
radikalen Szene. Zwei frühe Alben der Ärzte wurden indiziert, unter anderem
wegen des Liedes "Geschwisterliebe", das Inzest zum Thema hat. Die Böhsen Onkelz
hatten vor 18 Jahren mit der Bundesprüfstelle zu tun. Einige Texte ihres
Debütalbums "Der nette Mann" wurden als Aufruf zu Gewalt, einer als Anklang
nationalsozialistischer Ideologie und ein weiterer als Aufruf zu Oralsex und
Promiskuität gesehen. Die Band sieht die Entscheidung als Fehlinterpretation. So
kommt etwa das Lied "Deutschland", von dem die Musiker sich später
distanzierten, in dem Bericht gar nicht vor. Nach 1986 gerieten die Böhsen
Onkelz nie wieder in den Fokus der Behörde.

Artikel erschienen am 11. Juli 2004
 http://www.wams.de/data/2004/07/11/303647.html

Was sollte Rogowski gegen die NPD haben?

Leser1 26.09.2004 - 13:55
Dass ein BDI-Präsident die NPD mehr mag als die PDS, ist nun wirklich kein Wunder. Eine Partei, die mit der Losung "Grenzen zu" für den Schutz der heimischen Wirtschaft vor ausländischer Konkurrenz eintritt, kann einem deutschen Kapitalistenvertreter wirklich nur recht sein.

Mit ihrem Ruf nach "deutschen Arbeitsplätzen nur für Deutsche" oder nach der Ausweisung "ausländischer Sozialschmarotzer" erweisen NPD und DVU dem Kapital noch einen weiteren Dienst: sie bieten der von Lohnsenkung und Hartz-Reformen geplagten Bevölkerung einen Sündenbock für ihre Misere - sonst könnten die Leute ja womöglich auf dumme Gedanken kommen.

Sie könnten sich dann z.B. daran erinnern, dass es ja gar nicht "die Ausländer", sondern immer noch die Kapitalisten ist, die ihnen "die Arbeitsplätze wegnehmen". Sie könnten sich auch mal überlegen, ob ihre Kollegen in den "Billiglohnländern" wie Polen oder Tschechien "uns" wirklich "die Arbeitsplätze wegnehmen" wollen - oder ob sie für so wenig Geld arbeiten müssen, weil ihnen die Kapitalisten einfach nicht mehr zahlen! Und sie könnten drittens drauf kommen, dass es ja die gleichen Kapitalisten sind, die in den Billiglohnländern den Lohn drücken und dann unter Hinweis auf diese Niedriglöhne ihrer Belegschaft in Deutschland mit Auslagerung drohen!

Und da sage noch einer, die Nazis wären antikapitalistisch! Sie haben es ja schon einmal geschafft, sich als Retter des deutschen Kapitals zu profilieren.

Eine "Nationalsozialistische Alternative gegen Hartz IV" kündigt auf ihrer Internet-Seite schon ganz offen einen allgemeinen Arbeitsdienst zum Aufbau der "mitteldeutschen" Wirtschaft an. Die Frage ist nur, was diese "Kameraden" dann eigentlich noch gegen Hartz IV haben....

"Uncle Sallys" + HEIMAT !?

ein Überblick 26.09.2004 - 21:29

"Homepage" heißt bei deutschen Nazis allgemein "Heimatseite"

Beim kostenlosen Berliner Musikmagazin "Uncle Sallys" www.sallys.net
heißt sie (offline wie online) einfach "Heimat"

Ein Schelm wer böses dabei denkt !?

Nu kriegt Euch mal wieder ein...

Mulu 29.09.2004 - 12:02
Liebe Leude!!
1. Zu BDI-Rogowski: der gute Mann hat seine Aussage darauf bezogen, dass die PDS wirtschaftsfeindlich sei - das ist eine typische Propaganda-Sichtweise aus dem sogenannten "bürgerlichen Lager" (CDU/CSU, FDP, Teile der SPD). Er hat dabei nie besagt, dass NPD/DVU dies nicht auch sind. Letztere sind nämlich wirklich wirtschaftsfeindlich - ihr Programm ist nicht nur knapp, dumm, nationalistisch und rassistisch, sondern vor allem auch undurchführbar. Z.B. wäre die Forderung der NPD, wie sie in ihrem Programm steht, nach einer "national ausgerichteten Volkswirtschaft" der Gnadenschuss für die gesamte deutsche Ökonomie, da "wir" sowohl auf Export als auch auf Import zwingend angewiesen sind! Das weiß aber auch der BDI. Rogowski misst der NPD/DVU keine ernsthafte politische Entscheidungsgewalt zu (was auch nachvollziehbar ist), der PDS hingegen schon.
Man kann vieles sehen oder interpretieren...aber deutsche Kapitalisten á la BDI stehen nun wahrlich nicht auf der selben Seite wie die Neofaschisten der NPD!

2. @Info, zu den Böhsen Onkelz: Du lügst, weils Dir grad gut in den Kram passt oder Du weißt es nicht besser. Das Lied "Der nette Mann" von den Böhsen Onkelz ist veröffentlicht und auch verboten worden, das ist richtig. Allerdings nicht aufgrund von "nationalsozialistischem" Gedankengut! Das Lied handelt von einem pädophilen Kinderschänder, dem "netten Mann von nebenan", und ist teilweise aus dessen Perspektive geschrieben. Bliebe höchstens noch die Frage, ob der Song Kinderschändung propagieren will...diese Option kann man allerdings ausschließen.


Nie wieder Faschismus! Für eine solidarische, friedliche Gesellschaft!

BDI-Rogowski

Leser1 01.10.2004 - 12:34
@Mulu:
Eine "national ausgerichtete Volkswirtschaft" war weder in den 30er und 40er Jahren undurchführbar noch ist sie es heute. Richtig ist freilich, dass sie im Moment nicht für Zweckmäßig erachtet wird. Solange Deutschland als Kapitalstandort im internationalen Wettbewerb auf der Gewinnerseite steht, würde eine Schließung der Grenzen in der Tat einen schweren Verlust, wenn auch nicht gleich den "Gnadenschuss" für die deutsche Ökonomie bedeuten.

Das kann sich durchaus ändern, wenn die Resultate der Konkurrenz nicht mehr so günstig ausfallen oder wenn andere Staaten den Standortwettbewerb nicht mehr zulassen.

Der Gedanke einer "national ausgerichteten Volkswirtschaft" ist übrigens auch Politikern des bürgerlichen Lagers durchaus geläufig. Hamburgs Ex-Bürgermeister Voscherau (SPD) meinte schon in den 90er Jahren, es könne doch nicht angehen, dass internationale Finanzspekulanten an den Börsen mit der deutschen Volkswirtschaft Fußball spielten.

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