"Nazis demonstrieren mit gegen Nazis"

Aachener 23.09.2004 11:38 Themen: Antifa Repression
Stolberg (Rhld.) - Nazis verhindern Auftaktkundgebung einer angemeldeten antifaschistischen Demonstration. Die Nazis meinen, sie koennten von der Kundgebung nicht ausgeschlossen werden. Die Polizei sieht das anscheinend ebenso und schuetzt die Nazis. Die Demo protestiert lautstark, zieht los - ohne die Nazis und holt die Auftaktkundgebung spaeter nach.
Am Mittwoch, den 22.09.04, sollte um 18.00 die angemeldete Demonstration "Keine Nazis in den Stadtrat" auf dem Kaiserplatz (Rathausvorplatz) in Stolberg (Rhld) stattfinden. In Stolberg kandidierenn NPD und DVU zum Stadrat und die REP zum Kreistag. Die NPD ist bereits mit Landesvorstandsmitglied Willibert Kunkel im Stadtrat vertreten. Herr Kunkel war Abschlussredner einer antisemitischen Demonstration der NPD gegen den Bau einer Synagoge in Bochum. Auf dieser Demonstration forderten Neonazis "Juden raus" - Schrecksekunde - "aus Palaestina". Es handelt sich also um knallharte Wiederganger der NSDAP.

Herr Kunkel und andere Neonazis beteiligten sich auch mit ca. 40 Personen am "Kehraus der Stadt Stolberg" am 11.09.04. Am gleichen Tag versuchten Neonazis auch ein antifaschistisches Rock-Konzert in Stolberg-Münsterbusch zu stören und mussten von der Plizie ferngehalten werden.

Die Demonstration am Mittwochabend war Teil der Kampagne "Keine Nazis in den Stadtrat" bei der u.a.Plakate mit Zustimmung von Stolberger Kommunalpolitikern aufgehaengt werden.

Bei Beginn der Demonstration - an diesem sehr verregneten Tag - ergab sich nun um 18.00 folgende Situation:.

1. Der Einsatzleiter fuer die Demonstration war nicht erreichbar, unser Ansprechpartner bei der Polizei machte auf uns einen ueberforderten Eindruck.

2. Von den ca. 100 antifaschistischen Demonstranten kam der groesste Teil kurz vor 18.00 mit dem Zug aus Aachen, so dass auf dem Kundgebungsplatz nur wenige Antifaschisten anwesend waren.

3. Schon vor 18.00 hatten sich auf dem Kundgebungsplatz ca. 20 Neonazis (u.a. Willibert Kunkel, NPD und Rene Laube, Kameradschaft Aachener Land) versammelt, z.T. mit Fotoapparaten, die nur wenigen Antifschisten gegnueberstanden.

Nachdem die Demoteilnehmer um aus 18.00 aus Aachen angekommen waren, versuchte der Versammlungsleiter wollte die Auftaktkundgebung natürlich ohne Nazis durchführen, schloss die Nazis von Kundgebung und Demo aus und forderte die Polizei auf, die Nazis vom Kundgebungsplatz zu entfernen.

Die Polizei folgte diesem Aufruf nicht, sondern stellte sich schützend vor die Nazis, die jetzt - friedlich - aber lautstark und deutlich von Teilnehmern unserer angemeldeten Kundgebung mit Transparenten "bedraengt" wurden. Die Nazis erklaerten, jeder haette das Recht, auf einer Demonstration teilzunehmen - Nazis haben also auch das Recht mit Antifaschisten gegen Nazis zu demonstrieren! - und ausserdem versuchten hier nur Demokarten ihre Meinung zu äussern. Ausserdem hätten wir ja alle nicht das NPD-Parteiprogramm gelesen, sonst wüssten wir ja, dass sie Demokraten seine. Schliesslich wurde es dem Versammlungsleiter zu bunt und er forderte die Demo auf loszuziehen- diesmal zum Glück ohne Nazis. Die Auftaktkundgebung wurde später woanders nachgeholt.

Fazit: Die Nazis konnten in Stolberg unter Polizeischutz eine angemeldete Kundgebung gegen Nazis verhindern. In Zukunft setzt die Polizei Naziaufmärsche nicht nur bei den Montagsdemos, sondern auch bei Demonstratione gegen Nazis durch.

Denk ich an Deutschland in der Nacht - dann bin ich um den Schlaf gebracht. (Heinrich Heine)
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Ergänzungen

Kumpanei zwischen Nazis und Polizei

Hans 23.09.2004 - 13:08
Laut WDR nahmen sogar 150 Personen teil, von denen meiner Beobachtung nach mehr als die Hälfte aus Stolberg stammte.

Wirklich verhindert haben die paar Nazis unter Polizeischutz die Auftaktkundgebung nicht, angesichts des skandalösen Verhaltens der Polizei wurde jedoch vorgezogen, die Kundgebung an einem anderen Ort abzuhalten.

Anscheinend haben Faschos bei der Stolberger Polizei Narrenfreiheit!

Kunkel hat übrigens Anzeige wegen "Körperverletzung und Diebstahl" gegen zwei willkürlich ausgewählte Demo-Teilnehmer gestellt.
Hintergrund ist offenbar ein Vorfall vom 11. September. An diesem Tag ist Kunkel auf Antifaschisten los gegangen, die sich natürlich wehrten. Das ganze nun als "Körperverletzung" darzustellen, ist der reinste Hohn.

Anwesend bei den Faschos waren übrigens auch Oliver Harf und Brigitte Kunkel (Kunkel's Frau), Kandidaten auf Platz 2 und 3 der NPD-Reserveliste in Stolberg.





entschlossenheit der demonstrantInnen

augenzeuge 23.09.2004 - 13:29
nach eintreffen der demonstrantInnen, welche mit dem zug aus aachen kamen, haben sich diese sofort den nazis gegenuebergestellt und haben entschlossen versucht, diese zu vertreiben. diese entschlossenheit zeigte sich aber leider nicht bei den restlichen (mind.100) demonstrationsteilnehmerInnen, welche in einiger entfernung stehen blieben und versuchten, mit "nazis raus" rufen eindruck zu machen.waeren alle zu dem zeitpunkt anwesenden demonstrantInnen entschlossen gegen die nasen vorgegangen, haette aufgrund der zu dem zeitpunkt noch sehr geringen bullenpraesenz sicher einiges erreicht werden koennen.schade, aber is ja meistens so.

Pressebericht Stolberger Zeitung 23.09.4

Aachener 23.09.2004 - 14:18
Die Stolberger Zeitung vom 23.09.04 schreibt:

"100 Demonstranten fordern: Keine Nazis in den Stadtrat

Gut 100 Demonstrantrn haben gestern Abend bei einem Protestzug durch die Stolberger Innenstadt gegen einen möglichen Einzug rectsextremer Parteien in den Rat protstiert. Vier Tage vor der Kommunalwahl am Sonntag stand die Veranstaltung unter dem Motto "Keine Nazis in den Stadtrat". Zu den Organisatoren zählten unter anderem die Gruppe Z und die Pafadfinderschaft St.Georg Donnerberg.

Ein starkes Polizeiaufgebot sorgte dafür, dass es zu keinem Kontakt mit einem guten Dutzend Gegendemonstranten kam.

Nach einer Kundgebung auf der Mühle löste sich der Zug auf dem Kaiserplatz auf. Zu Zwischenfällen kam es nach Polizieangaben auch am späteren Abend nicht."

Zusätzlich war in der Zeitung ein Photo vom Demonstrationszug.

Heine und die Spätfolgen

Erwin Teufel 23.09.2004 - 17:15
Oh je, ein beliebtes Missverständnis.....

"Denk ich an Deutschland in der Nacht - dann bin ich um den Schlaf gebracht"

ist eine schmerzliche Äusserung des in Frankreich weilenden heimwehkranken Heinrich Heine, der z.B. an seine alte Mutter zurückdenkt.

Und nicht ein düster-apokalyptisches Gefühl angesichts deutscher Missetaten.



E.T.

In München

gehts noch? 23.09.2004 - 18:15
machen die Bullen das gleiche Spiel bei den Anti-Hartz Demos. Drohen sogar mit Auflösung, wenn die Nazis nicht mitmarschieren dürfen. Einerseits jammert zur Zeit jeder Politiker über die bösen Nazis, aber die Exekutive versucht alles, ihnen Aufwind zu verschaffen.

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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die Schelme — lach

Super — ich

WENN DAS SO IST.... — werden wir uns

Demokratie — Michel