"Wir sind das Volk" - Auch Marl ist reaktionär!

Anonym 31.08.2004 22:40
"Wir sind das Volk" hieß es diesen Montag auch in Marl! Dieser Meinung waren natürlich nicht nur die MLPD und sonstiger Bürgermob, sondern auch mindestens 10, meist jugendliche Faschos.
Die Kundgebung war ziemlich kurzfristig, überwiegend von Mitgliedern der MLPD, angemeldet worden, obwohl eine ähnliche Veranstaltung durch ein "linkes" Bündnis für ein bis zwei Wochen später geplant ist. Anscheinend nimmt die MLPD ihre Verantwortung für Deutschland und seine Volksgemeinschaft besonders ernst. Auf Grund des schlechten Wetters kamen nur ca.35 Teilnehmer zu der Kundgebung-darunter natürlich, wie zu erwarten, auch ca. 10 - teilweise bekannte, teilweise unbekannte - Nazis.
Ein Sprecher der MLPD registriete dies auch und erklärte, dass diese nicht an das offene Mikrofon gelassen werden, dennoch konnte sich die MLPD anscheinend nicht dazu durchringen, diese von der Kundgebung auszuschließen.
Wenigstens ist auch bei der MLPD bekannt, dass die Faschisten vor knapp sechzig Jahren noch schlimmere Dinge anrichteten als es die Politiker mit Hartz 4 momentan vorhaben! Der Vergleich ist zwar eine unglaubliche Verhöhnung gegenüber den Operern des Nationalsozialismus, etwas anderes hätte mensch allerdings von angeblich linken Personen, die mit der Parole:"Wir sind das Volk" (passender wäre:"Wir sind die Volksgemeinschaft")auftreten, auch nicht erwartet.
Leider konnten geplante Gegenaktionen von anti-deutscher Seite nicht durchgeführt werden. Bürgermob und die anderen 10 Nazis waren sich wieder einmel einig, Gegenprotest war somit unmöglich, da zu gefährlich.
(Geplant war eigentlich ein Transpi mit der Aufschrift:
"Nur Faschisten Denken völkisch - Kein Staat, Keine Nation, Keine Volksgemeinschaft!". Außerdem sollte ein Flyer verteilt werden:
Nationalismus & Volksgemeinschaft - Nicht mit uns!
Seit einiger Zeit geht ein Ruck durch Deutschland: Sozialabbau stoppen! - Deutschlands ansonsten doch so brave und untertänige Bürger verlassen ihren Stammtisch oder ihren Schrebergarten und gehen entrüstet auf die Straße. Das Feindbild heißt „Hartz 4".Unter anderem soll auch auf den so genannten Montagsdemos dagegen vorgegangen werden. Doch immer häufiger tauchen auf diesen Demos neben Deutschlands reaktionären Durchschnittsbürgern auch solche Nazis auf, die ganz klar der extremen Rechten zugewiesen werden können! Noch erschreckender dagegen ist allerdings, dass die Kritik der Nazis stark mit der der (konventionellen) Linken übereinstimmt. Wenn, wie heute z.B. die MLPD, mit dem Rest der „Lebens -und Schicksalsgemeinschaft" im kollektiv laut daher schreit ,.Wir sind das Volk" ,ist dies auch nicht verwunderlich. Hinter solche Parolen kann sich nicht nur die „patriotische Linke" und der große Bürgermob stellen, sondern zwangsläufig auch die extreme Rechte. Doch auch in gewissen Punkten der Kapitalismuskritik gibt es Übereinstimmungen zwischen der Rechten und der konventionellen nicht anti-deutschen linken Argumentation. Der Antikapitalismus der Nazis ist eben nicht nur Mittel zum Zweck, die Bevölkerung auf die eigene Seite zu ziehen, sondern durchaus ernst gemeint; genau wie auch die NSDAP sich nicht umsonst national-sozialistische und Arbeiterpartei nannte. Der Name ist mitnichten nur leere Floskel zwecks Anbiederung an die Arbeiterklasse, sondern entspricht durchaus nationalsozialistischer Programmatik. Die Forderung nach einem „deutschen Sozialismus'', in dem Klassengegensätze in der „Volksgemeinschaft" aufgehoben sind; die Verherrlichung „deutscher Arbeit" und der damit verbundene Hass auf tatsächliches oder vermeintliches Glück ohne Arbeit, das mensch wahlweise bei Juden, Reichen, Politikern, Ausländern oder so genannten „Sozialschmarotzern" zu entdecken meint; die Unterscheidung von gutem, deutschen Industriekapital" ,das Arbeitsplätze schafft, und beim bösen „jüdischen" oder amerikanischem Finanzkapital, das allein für jegliche Ausbeutung verantwortlich gemacht wird, und gegen das die Volksgemeinschaft zusammenstehen muss; dies alles taucht so oder so ähnlich in Publikationen alter und neuer Nationalsozialisten immer wieder auf.
Allerdings leider nicht nur dort, sondern auch in Gesprächen mit gewöhnlichen Deutschen, die sich selber nicht als rechts bezeichnen würden, bei der rot-grünen Bundesregierung, aber auch bei sich selbst als links verstehenden Protestbewegungen gegen die Sozialreformen derselben Bundesregierung. Bei allen Differenzen sind sich schließlich doch alle einig: „Sozial ist, was Arbeit schafft!" und wichtig ist, dass alle weniger „egoistisch" sind und zusammenhalten. Zum Beispiel sollen Unternehmen auch dann Arbeitsplätze schaffen, wenn es sich für sie beim besten Willen nicht mehr lohnt; diejenigen die dieser „Verantwortung für Deutschland" nicht nachkommen wollen, gelten als Vaterlandsverräter! Eigeninteressen sind out - stattdessen sollen alle etwas dazu beitragen, Deutschland (ein Land, das schon wegen seiner Geschichte nach wie vor kein Existenzrecht besitzt) wieder nach vorne zu bringen. Dies muss mit allen Mitteln verhindert werden!
Deutlich wird hier auch, dass die übliche Kapitalismuskritik der konventionellen Linken nicht mehr als nur verkürzt ist. So wird zum Beispiel nicht erkannt, dass sich der Arbeitgeber selbst ebenfalls nicht den skrupellosen Spielregeln des kapitalistischen Systems entziehen kann. Dieser steht nämlich unter dem Druck, ständig Profit machen zu müssen. Wenn er im vernichtenden kapitalistischen Konkurrenzsystem überleben will, ist er darauf angewiesen, möglichst ökonomisch zu handeln. Die Forderung sollte also nicht sein, den Kapitalismus, mittels Sozialstaat, zu zähmen, sondern diesen radikal, mittels der klassen -und staatenlosen Gesellschaft, abzuschaffen. Es gilt nicht die Symptome der Krankheit zu bekämpfen, die Krankheit selbst muss bezwungen werden!

Für den Anarchismus/Kommunismus Deutschland den Krieg erklären!

(Der Text des Flyers wurde zu großen Teilen von einer Rede der Prozionistisch-sozialistischen Initiative übernommen("Arbeit für alle - und zwar umsonst"))
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Ergänzungen

BDI-Chef Rogowski lehnt Volksabstimmungen ab

sandra 01.09.2004 - 02:14
Schaut Euch doch an, wie das Grosskaptial zum "Volke" steht!

 http://www.welt.de/data/2004/07/28/310987.html

„Antideutsch“ geht die Linke zugrunde, „Volk"

Realdemokrat 01.09.2004 - 07:50
Der in den Debatten zwischen Antideutschen und anderen Linken gruppen gährende Streit ist meiner Ansicht nach eine fatale Spaltungsdebatte.
Volk bedeutet nicht Volksgemeinschaft (Auch wenn viele Antideutschen es scheinbar gerne so hätten). Wer das nicht glaubt soll mal im Duden nachschauen. Die ganze Debatte ist meiner Meinung nach überflüssig, wenn die Menschen endlich lernen mehr als nur den Wortlaut und das was sie damit verbinden zu verstehen.
„Wir sind das Volk“ An diesem Spruch erregen sich die kleinlichen Rechthaber.
Man kann von der MLPD halten was man mag, aber es ist quatsch davon auszugehen, dass jemand der die Parole „Wir sind das Volk“ ruft mit Volk Volksgemeinschaft ruft. Hier findet eine politisch kleinliche Schlammschlacht statt, weil Volk und Volksgemeinschaft unterschiedliche Worte sind, die zwar gleich beginnen, die aber trotzdem eine unterschiedliche Bedeutung haben (ja das soll es geben). Wenn ein Mensch etwas sagt, muss man den inhalt immer aus dem Kontext heraus sehen. Wie die MLPD das meint weis ich natürlich nicht genau. Aber ich weis wie ich es meine und wie es bestimmt auch viele andere meinen. „Wir sind das Volk“: Wir sind souverän und Ihr handelt (zumindest in diesem Punkt) nicht in unserem Auftrag (gerichtet an die Regierung). Und das ist nur eine der vielen Bedeutungen! Man kann die Parole auch wie Lafontaine auf die Umverteilung von Arm zu Reich beziehen und meinen „Wir sind ein Volk“ also müssen alle für den Sozialstaat aufkommen, nicht nur die Armen.
Wie auch immer, aber aus „Wir sind das Volk“ auf eine Völkische Gesinnung derer zu die es rufen zu schließen kommt mir vor wie wenn es dem Hinterzimmer einer Sekte entsprungen sei. Ich glaube vielmehr, dass Spitzel diese Debatte verstärkt haben um die Linke zum 1001. Male zu spalten.
Also bitte: Interpretiert die Aussagen anderer wohlwollend und aus dem Kontext heraus. Die MLPD ist wohl eine stalinistische Kaderorganisation, aber völkisch doch wohl eher nicht.
Vielmehr haben viele linke Sekten scheinbar Angst davor, dass sich die Montagsdemos allzu gut entwickeln könnten ohne dass sie alle auf ihre spezielle Linie bringen können.
Übrigens gab es das Wort Volk schon vor 1933 und nur die juristische Definition reduziert es auf die Staatsbürgerschaft (von denen leitet die Regierung ihre Souveränität ab). Aber nein die Nazis haben das Wort „Volk“ ja patentiert und diese Patente müssen wir schützen, ne?

Viel Glück und schmeißt die Nasen aus allen Demos raus, nicht das Volk!
Uns last das sinnlose aufeinander losgehen und spalten sein!
Keine Macht für Niemand

diskriminierend und elitär

autonym 01.09.2004 - 10:55
Die permanente Verwendung des Wortes "Mob" oder "Bürgermob" in Zusammenhang mit Menschen die nicht in linken Gruppierungen aktiv sind und es dennoch "wagen" gegen Hartz 4 auf die Straße zu gehen halte ich für diskriminierend und elitär.

Antikapitalismus der Nazis

Nee 01.09.2004 - 12:51
"Der Antikapitalismus der Nazis ist eben nicht nur Mittel zum Zweck, die Bevölkerung auf die eigene Seite zu ziehen, sondern durchaus ernst gemeint." Eben doch! Der Faschimsu hat die Kontrolle des Kapitals über die Produktionsmittel - im Unterschied zu Sozialisten in keinem Land beendet.

Meint Ihr das ernst?

Jani 01.09.2004 - 13:13
Meint Ihr diesen Quatsch wirklich ernst? Der Kampf gegen Sozialabbau ist automatisch völkisch? Dann war Marx der Ober-Antisemit, oder?
Und wie kommt Ihr darauf, dass nur Faschisten völkisch denken???

Aber das passiert, wenn ein paar pubertierende deutsche Jungs, die wahrscheinlich nicht auf irgendwelche Sozialleistungen angewiesen sind (außer von mami und Papi),Politik spielen wollen... Reaktionäre, neoliberale, deutsche Scheisse!

Warum bleibt sowas auf Indymedia?

sozialstaat ist doch bedingung für sozialrevo

hearts fear 01.09.2004 - 17:30
wer soll denn die revolution machen? wenn die hälfte der bevölkerung zu blöder arbeit gezwungen wird und ihnen bildungsmöglichkeiten vorenthalten werden, wie sollen sie denn dann zu marx-lesekreisen finden oder wahlweise sich in queer-politics engagieren oder inhaltlich fundierte antirassistische arbeit machen? die bedingung hierfür ist kulturelles, finanzielles und soziales kapital.
das kapital hat den sozialstaat zugelassen, weil er dies musste, weil er ihm abgerungen wurde. seit die ddr nicht mehr "mit am tisch sitzt" bei den verhandlungen zwischen "arbeitgebern" und gewerkschaften, pfeift die wirtschaftselite auf den sozialstaat. nicht die sogenannte krise der wirtschaft (+80% kapitalvermögen seit 1990, exportweltmeister) führt zum erdrutschartigen abbau des sozialstaates, sondern die krise der linken. dies zeigt ja auch die wirkung der montagsdemos. kaum sind mal leute auf der straße, schon kommt es zu korrekturen.

leo trotzki schrieb 1931 dazu:

der nestscheißer 02.09.2004 - 14:32
"Die Losung der Volksrevolution lullt das Kleinbürgertum ebenso wie die breiten Massen der Arbeiter ein, versöhnt sie mit der bürgerlich-hierarchischen Struktur des „Volkes“ und verzögert ihre Befreiung. Unter den gegenwärtigen Verhältnissen in Deutschland vermischt die Losung einer »Volksrevolution« die ideologische Demarkation zwischen Marxismus und Faschismus und versöhnt Teile der Arbeiterschaft und des Kleinbürgertums mit der faschistischen Ideologie, da sie ihnen gestattet, zu glauben, daß sie keine Wahl treffen müssen, wenn es doch in beiden Lagern um eine Volksrevolution geht." (aus: Leo Trotzki: Thälmann und die "Volksrevolution" (14. April 1931)  http://www.marxists.org/deutsch/archiv/trotzki/1931/04/31-thael.htm )


klingt irgendwie aktuell, oder?

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 15 Kommentare

oh nee

paul 01.09.2004 - 00:06
wieso hast du dann nichts gegen die nazis gemacht?
die demonstranten waren dir wichtiger, was?

Geschichtsbücher für Antideutsche!!

sandra 01.09.2004 - 00:52
Die NSDAP wurde so genannt, weil die Eliten in Deutschland nach der Revolution von 1918 erkannt hatten, dass die organisierten Arbeiter eine Gefahr darstellen, der nur begegnet werden kann, wenn deren sozialistischen Ideale für die eigenen expansionistischen, imperialistischen geschickt genutzt werden. Sie wollten ein Rebellion, wie sich in der Stütze im Kaiserreich, in der Marine und im Herr nie wieder, nie wieder kommen sehen. Das war ihre Lehre aus dem verlorenen Krieg!!!

Die NSDAP war ein Projekt der bürgerliche Eliten, ein Projekt der Reichswehr, nichts mehr und nichts weniger, und hatte ausser ihrer Bezeichnung nichts sozialistisches an sich!!

Wann begreift ihr Kinder, das Faschismus durch und durch kaptialistisch ist und deren Vertreter die Creme des Bürgertums ???


Wann lernt Ihr Kinder endlich mal, was Faschismus ist und wie sich dieser in Deutschland zutrug, anstatt hier dauernd im tiefsten, dümmlichsten Antikommunismus und Sozialismus zum besten zu gebe & euer Unwissen breit zu treten Preiswettbewerb, wer ist der Reaktionärste, teilnehmen wollt ???????

Geschichtsbuecher fuer alle / @sandra

autonom 01.09.2004 - 01:17
Die NSDAP war eine eine breite Massenbewegung. Dass das verkommene deutsche Bürgertum und deutschnationale Grosskapital auch etwas dafür übrig hatte, lag sicherlich auch an der antikommunistischen Propaganda der Nazis.

falsch

richtig 01.09.2004 - 01:29
"Transpi mit der Aufschrift: "Nur Faschisten Denken völkisch""

auch buergerlich demokratische Untertanen denken voelkisch, in einer etwas anderen Weise vielleicht.

Und Antideutsche denken voelkisch, wiederum in einer anderen Weise

....das ist aber alles schon zehntausendmal erklaert worden und wird langsam langweilig.

gegen deutsche und antideutsche Nationalisten, alles fuer alle!!!

Prozionistisch?

Hans im Glück 01.09.2004 - 01:44
Interessant, Sozialisten, die sich als prozionistisch bezeichnen, aber vermutlich an jeder Ecke mit einem Palituch aufwarten. Offensichtlich ist die Twenlinke vollkommen irre geworden. Da tut wohl mal ein Volkshochschulkurs not, ach nein, zu völkisch, wie konnte ich das vergessen! Na dann ist die vorlesungsfreie Zeit ja bald zu Ende, vielleicht traut sich der eine oder ander Physiker bzw. Informatiker ja doch mal in eine geschichtswissenschaftliche oder philosophische Vorlesung in der Uni seines Vertrauens. In den meisten Gegenden noch kostenlos, aber nicht mehr lange!!!

Ach übrigens lieber neutraler Admin, der Du alle Beiträge nach unten verschiebst, vielleicht ist es Dir noch nicht aufgefallen, aber der Autor gibt selbst an, nur ein Flugblatt kopiert zu haben. Jeder Depp weiß aber, dass auf indymedia keine Berichte kopiert werden sollen, weil die informationsgeiel Welt woanders aber nicht auf indymedia mit überflüssigen Infos gefloatet werden soll. Datt is hier kein dpa-Ticker für Andersdenkende, klar!

Hinter dem Faschismus, steht das Kapital !!

sandra 01.09.2004 - 01:54

@autonom

Die Massenbewegung der NSDAP setzte erst mit der ökonomischen Weltwirtschaftskrise ein, und die NSDAP ermöglichte dem kaptialistischen Gesellschaftsmodell eine Renassaince, indem sie den Unmut und die Ausweglosigkeit der verarmten Massen in eine Richtung lenkte, die Stabilität versprach. Eine erneute Expansion. Erneute Profite. Erneuter Krieg.


Das Großkapital und nicht nur das deutsche, hasste die organisierte Arbeiterschaft. Selbst die Unternehmer des jüdischen Glaubens hassten die jüdischen Proleten und die organisierte Arbeiterschaft, die Ihnen nicht deutsch genug waren, die Ihr Blut nicht für den Kaiser gegeben hatten und erhofften sich durch die Nazis mehr Stabilität. Selbst Sie waren anfänglich froh, das die Faschisten die Macht übernommen hatten!

In der Time von 1935 war Hitler der Mann des Jahres: Er hatte es geschafft die Arbeiterschaft zu besiegen, und weltweit belachte und bejubelte das Grosskapital diesen Erfolg!

Schon davor wurde das Projekt als Zukunftsmodell in Betracht gezogen, um der bürgerliche Demokratie, die den kaptialistischen Grosskapital ein Dorn im Auge war, durch ein Führermodell zu ersetzen. Sie und nicht irgendwelche Kleinbürger sind die Initatoren des Faschismus in Deutschland gewesen!

danke sandra

der bedanker 01.09.2004 - 10:58
endlich mal jemand der eine tiefergehende faschismus-analyse betreibt und damit anti-d-ideologien entlarvt.

hey marl

oigen 01.09.2004 - 11:36
was seid ihr denn für kindergarten antideutsche, das ist ja noch nicht mal mehr schwarz-weiss, sondern nur noch dunkelgrau, mein beileid!

for Sandra&Realdemokrat jus' to think about

jean 01.09.2004 - 13:19
durch "Antideutsch" wird die Linke modernisiert oder sie geht zugrunde so triffts die sache wohl eher!



"Wer das Volk fragt bekommt völkische Antworten" hat Ilka Schröder vor kurzem sehr zutreffend in der Jungle World geschrieben. Und natürlich ist "Wir sind das Volk"- Parolen völkisch, in den Aussagen der Montagsdemos zumindest in denen die ich bisher wahrgenommen habe ist nichts emanzipatorisches. Hier wird nicht die Abschaffung des Kapitalismus gefordert sondern sein weiterbestehen in Form des Sozialstaates, wie bisher. Die Forderungen sind also Besitzstandwahrung nichts weiter. Nur ist aufgrnd der jüngsten Entwicklung des Kapitalismus im Zuge der Globalisierung ein weiterbestehen des nationalen Wohlfahrtsstaats nicht mehr möglich. Die Bürgers (von mir aus auch gerne der MOB) gehen auch nicht auf die Straße weil sie den Kapitalismus im Positive Sinne aufheben das heisst dem Komunismus näher kommen wollen, sie gehen auf die Straßen weil sie Angst um ihren Lebensstandart haben das ist verständlich aber nicht revolutionär. Wer auf diese demos geht um in sie hineinzuwirken und den Protest zu radikalisieren sollte das einfach mal mitdenken. Ich halte die Chancen für sehr gering auf diesen Montagsdemos im wirlichen Sinne Emanzipatorische Politik zu betreiben. In sofern ist auch die Vermutung die Kritik (welche sich auf der Höhe der Zeit bewegt)an den Demos ein Spaltungsversuch von Spitzeln, was schon wieder schwer nach Weltverschwörung riecht, zurückzuweisen


ach und Sandra: die armen verirrten Arbeitermassen die sich vom bösen Hitler verführen liessen? ich bitte dich. Glaubst das wirklich selber, es wäre erschreckend.

In dem Sinne .....(schnell noch projizieren und hier die richtige Parole einfügen)

Ich bin ja gespannt wo diese Ergänzung landet

@Nationalisten-jean

m 01.09.2004 - 14:42
Hitler wurde nicht durch Arbeiter gewählt, sondern durch die gesellschaftliche Schicht, aus der Du stammst (der Mittelschicht). Kein Wunder, daß ausgrechnet von Dir so menschenverachtender Müll kommt. Antideutsch ist die Ideologie der Nazienkel, die logische Fortsetzung und modernisierung reaktionärer klassischer Ideologie.

@ jani und andere....

mrx 01.09.2004 - 14:54
Hier ein Zitat aus dem "Kommunistischen Manifest" von 1848:
---"Ein Teil der Bourgeoisie wünscht den sozialen Mißständen abzuhelfen, um den Bestand der bürgerlichen Gesellschaft zu sichern. Es gehören hierher: Ökonomisten, Philanthophen, Humanitäre, Verbesserer der Lage der arbeitenden Klassen, Wohltätigkeitsorganisationen, Abschaffer der Tierquälerei, Mäßigkeitsvereinsstifter, Winkelreformer der buntscheckigsten Art."---
no comment

zur konstruktion des "mob"

hearts fear 01.09.2004 - 15:04
jean,

vielen der leute, die hier auf der strasse sind, geht es nicht um "besitzstandwahrung", da sie gar keinen besitz haben. die hälfte der bevölkerung in der brd bestitzt nur noch 4,5% des gesamten privatvermögens, also kapitalvermögen nicht mitgerechnet. desweiteren wird der hälfte der bevölkerung systematisch der zugang zu "höherer bildung" verwehrt. es müssten zusätzlich eine millionen "arbeiterkinder" studieren um die gleiche studierendenquote zu erreichen wie die söhne und töchter aus der höchsten herkunftsgruppe. stattdessen wird die bildung immer elitärer, damals verschämt, heute explizit.

zur konstruktion des begriffs "elite" wird der gegenbegriff "mob" benötigt. wer andererseits vom "mob" spricht, wähnt sich auf der guten seite, der "elite".
"mob" ruft assoziationen wach wie "masse", "dummheit", "chaos", "dumpfe gewalt", "langweilig", "hässlich". wer diffamierend vom "mob" spricht distinguiert sich als intelligentes, ordentliches, zivilisiertes, interssantes, schönes individuum, ohne sich aber selbst so zu benennen - ein materialistischer ansatz würde fragen: ja, warum wähnst du dich als oder bist tatsächlich intelligent, ordentlich, zivilisiert, interssant und schön? - hat das was mit wahrnehmungsmustern, abgrenzungsbedürfnissen und privilegien zu tun? wo kommen die her, wie kann man die abbauen? der begriff "mob" wendet sich gegen menschen mit wenig kulturellem, sozialem und ökonomischen kapital. oder sprichst du bei den besucherInnen des wiener operballs auch vom "mob"? vom "elite-mob"??? ein widerspruch in sich, nicht wahr? hier würde ich den begriff übrigens akzeptieren, da er eine umwertung vornimmt.
auch die studierendendemos wurden nicht als "mob" bezeichnet, da die studierenden über den richtigen habitus und gegenügend kapital verfügen. waren die studierenden "mob", als sie mit ihren verbindungen die rote ruhr armee zerschlugen, die bücher verbrannten, das nationalsozialisitsche regime mitaufbauten? irgendwie geht einem "mob" gegenüber sozialhilfeempfängern, die auf der straße schreien, leichter über die lippen als gegenüber "gebildeten" schreibtischtätern.
welches kulturelle, soziale und ökonomisches kapital hast du (ererbt), jean? ich meine die frage ernst.

der "mob" ist ein graues monster. ähnliche bildproduktionen, wie beispielsweise die weltumspannende krake (als antisemitisches bild) verbieten sich - weshalb nicht dieses menschenverachtende bild?

vor hundert jahren hat h.g.wells in dem wohl bekanntesten sf-roman "die zeitmaschine" versucht sich auszumalen, wie sich die kapitalistische gesellschaft weiterentwickelt. er spielte mit der bilderproduktion. die "morlocks" (mob, fabrikarbeiterInnen) fraßen schliesslich die "eloi" (elite, bürgertum) - vielleicht ist das die große angst des bürgertums. der demokratiefeindliche konservative tolkien übernahm diese bilderproduktion "orks" (morlocks/mob) versus "elben" (eloi/elite). er war gegen die demokratie, weil dann irgendwann die orks die macht übernehmen könnten. wieviel millionen menschen haben diese bilder gefressen?

unwidersprochen war von "rattenfängern" die rede. was bitteschön fangen denn rattenfänger? genau: die sich zum "mob" zusammenschliessenden ratten (ebenfalls eine antisemitische bilderproduktion).




anmerkungen

prozionistisch-sozialistische initiative 01.09.2004 - 15:58
die kommentare auf indymedia sind ja mal wieder nicht zum aushalten. laßt euch davon nicht unterkriegen.
schade, daß ihr zu wenige ward, um was machen zu können. es wäre bitter nötig. aber der eine teil der linken meint, jede "soziale bewegung" unabhängig von ihren forderungen abfeiern zu müssen, und der andere teil übt sich in kritischem mitmachen und kann nicht davon lassen, ständig in irgendwelche "diskurse" eingreifen zu wollen.
gut, daß es ein paar leute gibt, die wenigstens etwas dagegen machen wollten, auch wenn´s nicht geklappt hat.
noch eine kleine anmerkung zu eurem flugblatt: den kapitalismus als "krankheit" aufzufassen, halte ich nicht für besonders geschickt. zuende gedacht könnte das als biologisierung gesellschaftlicher verhältnisse verstanden werden, was sicher nicht in eurem sinne wäre. dies ist als solidarische kritik gemeint und soll kein aufruf an die indymedia-leserInnen sein, sich auf kleine sprachliche ungeschicklichkeiten zu stürzen. im gegensatz dazu ist nämlich vieles, um nicht zu sagen fast alles, was hier jeden tag veröffentlicht wird, so unter jeder kritik, daß es nicht lohnt, darauf zu antworten.

liebe grüße aus bochum

today your traditions are completly dead

- 01.09.2004 - 16:57
Maybe it's not about Besitzstandwahrung..

..wenn ein erheblicher Teil von in Zukunft durch die Hartz 4 Maßnahmne Betroffenen auch gar keinen Besitz hat und diesen somit nicht wahren will. Es ist aber doch keine und das sollte festgehalten werden fortschrittliche Perspektive die die Montagsdemos eröffnen. Festhalten am Sozialstaat kann nicht ernsthaft die Lösung sein. Der Sozialstaat ist eingerichtet worden um die Krisen der Kapitalistischen Wirtschaftsweise aufzufangen. Diese regelmäßig auftretenden Krisen sind also im Sozialstaat mitgedacht momentan gibt es eine Krise, und es wird nicht die letzte sein.

haha

punchliner 02.09.2004 - 01:18
hey markus
fleas&lice sind genau deiner meinung!!! we will rock you!