Montagsdemo Offenburg
Auf der Montagsdemo in Offenburg gab es neben den üblichen "Parteien" auch einen kleinen, aber feinen revolutionären Block.
Bei der letzten Montagsdemo am 30.08.04 war mit 350 gezählten TeilnehmerInnen ein deutlicher Rückgang merkbar (letzte Woche ca. 600), was bestimmt auch an dem schlechten Wetter lag.
Neben Gruppen wie DGB, PDS, Verdi (Erwerbsloseninitiative), ATTAC etc. zählte diesmal auch das Bündnis für herrschaftsfreie Umverteilung zu den DemonstrantInnen. Eindeutig wohlhabend gekleidet, mit "Geld" um sich werfend und Sekt ausschenkend viel das kleine Häufchen ins Auge. Verteilt wurde untenstehendes Flugblatt (wir bedanken uns bei denen wir uns bedient haben), ein Infoblatt über Anarchismus und Werbung für die am Mittwoch in Offenburg Halt-machende Karawane für linke Freiräume (www.karawane.tk).
Die Resonanz auf unsere Aktion war auf jeden Fall zufriedenstellend.
Flugblatt:
"
Wohlstand für alle... ...durch gerechte Umverteilung !!
Die Geschäfte von Banken und Großkonzernen in Europa boomen, wie die Gewinnausschüttungen und Lohnerhöhungen ihrer Manager zeigen. In den letzten zehn Jahren ist der gesellschaftliche Reichtum in Deutschland enorm gewachsen. Die Produktivität hat sich verdoppelt und die Profite steigen immer noch weiter. Doch das scheint noch nicht zu reichen. Deutschland soll Spitzenstandort werden und weltpolitisch an Bedeutung gewinnen. Zur Durchsetzung dessen nutzt die sozialdemokratisch-grüne Bundesregierung (wie jede andere auch) alle erdenklichen Mittel. Konkret bedeutet das: Krieg nach außen wie Krieg nach innen.
Krieg nach außen: Durch Beteiligung der BRD an Kriegen und Militäreinsätzen wie in Ex-Jugoslawien, Afghanistan und Irak werden die Interessen der deutschen Wirtschaft gewahrt.
Krieg nach innen: Soziale Kürzungen, Verschärfung der Gesetze, Privatisierung staatlicher Institutionen und Leistungen und dadurch beabsichtigte Abschaffung der Mittelschicht.
„Niemandem wird künftig gestattet sein, sich zu Lasten der Gemeinschaft zurückzulehnen. Wer zumutbare Arbeit ablehnt - wir werden die Zumutbarkeitskriterien verändern - der wird mit Sanktionen rechnen müssen.“ ( Schröder zu Hartz)
Allein die Zusammensetzung der Hartz-Kommision spricht für sich. Neben VertreterInnen der Wirtschaft sind von der Regierung berufene GewerkschaftsführerInnen und ParteivertreterInnen dabei. Eine Vertretung der sozial Schwachen fehlt und so wurden und werden im Schnellverfahren ohne nennenswerten Widerstand der Gewerkschaften sämtliche ArbeiterInnenrechte abgebaut.
Während dessen sinkt die Lebenserwartung von SozialhilfeempfängerInnen; sie ist bereits jetzt sieben Jahre kürzer als die ihrer wohlhabenderen MitbürgerInnen ( Untersuchung der Medizinischen Hochschule Hannover).
Der Status der sich bereichernden Oberschicht wird vom Staat unterstützt und gesichert, da die Interessen der Wirtschaft denen der Benachteiligten vorgezogen werden.
Umstrukturierung der Bundeswehr, Anschaffung neuer Waffensysteme, Unterhalt der Eingreiftruppen, diverse Militäreinsätze, Abschottung der Grenzen und die Aufrüstung polizeilicher Überwachung und Repression kosten hunderte Milliarden Euro.
Es wird Zeit aktiv für eine besser Welt einzutreten und andere Formen des Zusammenlebens auszuprobieren. Wir können nicht immer nur für „ein Stückchen Kuchen“ auf die Straßen gehen, wir sollten endlich das „Rezept ändern“!
Das fängt bei einem selbst an: neue Umgangsformen übernehmen und füreinander arbeiten, anstatt für steinreiche Bosse, denen unsere Zukunft scheiß-egal ist. Untereinander Teilen, ob das nun Waren, Dienstleistungen oder unentgeltliche Nachbarschaftshilfen sind. Egoismus stärkt die Falschen.
Und wenn die da oben nicht teilen wollen, dann müssen wir es uns eben holen. Aber nicht mit Gewalt, sondern durch kämpferisches Auftreten - mit der Macht der Masse, durch Boykott, durch Generalstreik und durch die Montagsdemonstrationen und den geplanten Sternmarsch am 03.Oktober besteht nicht nur die Chance Hartz (IV) zu kippen sondern auch eine starke nichtparlamentarische Opposition aufzubauen.
P.S. Parolen wie „Wir sind das Volk“ zeugen im Zusammenhang mit den aktuellen Motagsdemonstrationen nicht von einer besonders sozialen Einstellung – eher im Gegenteil. Immerhin wird auch die Situation ausländischer Mitbürger dramatisch schlechter. Flüchtlinge sollen in Zukunft nur noch Leistungen nach dem Asylbewerber-Innengesetz erhalten welche 30% unter dem ALG II liegen. Auch nachdem sie ein Jahr lang gearbeitet haben, werden sie keine Arbeitslosenhilfe mehr erhalten, wie bisher. Will mensch wirklich etwas verändern, sollte er/sie über den eigenen Gartenzaun schau-en und bessere Bedingungen für alle fordern und nicht nur für sich selbst.
Bündnis für herrschaftsfreie Umverteilung
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Neben Gruppen wie DGB, PDS, Verdi (Erwerbsloseninitiative), ATTAC etc. zählte diesmal auch das Bündnis für herrschaftsfreie Umverteilung zu den DemonstrantInnen. Eindeutig wohlhabend gekleidet, mit "Geld" um sich werfend und Sekt ausschenkend viel das kleine Häufchen ins Auge. Verteilt wurde untenstehendes Flugblatt (wir bedanken uns bei denen wir uns bedient haben), ein Infoblatt über Anarchismus und Werbung für die am Mittwoch in Offenburg Halt-machende Karawane für linke Freiräume (www.karawane.tk).
Die Resonanz auf unsere Aktion war auf jeden Fall zufriedenstellend.
Flugblatt:
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Wohlstand für alle... ...durch gerechte Umverteilung !!
Die Geschäfte von Banken und Großkonzernen in Europa boomen, wie die Gewinnausschüttungen und Lohnerhöhungen ihrer Manager zeigen. In den letzten zehn Jahren ist der gesellschaftliche Reichtum in Deutschland enorm gewachsen. Die Produktivität hat sich verdoppelt und die Profite steigen immer noch weiter. Doch das scheint noch nicht zu reichen. Deutschland soll Spitzenstandort werden und weltpolitisch an Bedeutung gewinnen. Zur Durchsetzung dessen nutzt die sozialdemokratisch-grüne Bundesregierung (wie jede andere auch) alle erdenklichen Mittel. Konkret bedeutet das: Krieg nach außen wie Krieg nach innen.
Krieg nach außen: Durch Beteiligung der BRD an Kriegen und Militäreinsätzen wie in Ex-Jugoslawien, Afghanistan und Irak werden die Interessen der deutschen Wirtschaft gewahrt.
Krieg nach innen: Soziale Kürzungen, Verschärfung der Gesetze, Privatisierung staatlicher Institutionen und Leistungen und dadurch beabsichtigte Abschaffung der Mittelschicht.
„Niemandem wird künftig gestattet sein, sich zu Lasten der Gemeinschaft zurückzulehnen. Wer zumutbare Arbeit ablehnt - wir werden die Zumutbarkeitskriterien verändern - der wird mit Sanktionen rechnen müssen.“ ( Schröder zu Hartz)
Allein die Zusammensetzung der Hartz-Kommision spricht für sich. Neben VertreterInnen der Wirtschaft sind von der Regierung berufene GewerkschaftsführerInnen und ParteivertreterInnen dabei. Eine Vertretung der sozial Schwachen fehlt und so wurden und werden im Schnellverfahren ohne nennenswerten Widerstand der Gewerkschaften sämtliche ArbeiterInnenrechte abgebaut.
Während dessen sinkt die Lebenserwartung von SozialhilfeempfängerInnen; sie ist bereits jetzt sieben Jahre kürzer als die ihrer wohlhabenderen MitbürgerInnen ( Untersuchung der Medizinischen Hochschule Hannover).
Der Status der sich bereichernden Oberschicht wird vom Staat unterstützt und gesichert, da die Interessen der Wirtschaft denen der Benachteiligten vorgezogen werden.
Umstrukturierung der Bundeswehr, Anschaffung neuer Waffensysteme, Unterhalt der Eingreiftruppen, diverse Militäreinsätze, Abschottung der Grenzen und die Aufrüstung polizeilicher Überwachung und Repression kosten hunderte Milliarden Euro.
Es wird Zeit aktiv für eine besser Welt einzutreten und andere Formen des Zusammenlebens auszuprobieren. Wir können nicht immer nur für „ein Stückchen Kuchen“ auf die Straßen gehen, wir sollten endlich das „Rezept ändern“!
Das fängt bei einem selbst an: neue Umgangsformen übernehmen und füreinander arbeiten, anstatt für steinreiche Bosse, denen unsere Zukunft scheiß-egal ist. Untereinander Teilen, ob das nun Waren, Dienstleistungen oder unentgeltliche Nachbarschaftshilfen sind. Egoismus stärkt die Falschen.
Und wenn die da oben nicht teilen wollen, dann müssen wir es uns eben holen. Aber nicht mit Gewalt, sondern durch kämpferisches Auftreten - mit der Macht der Masse, durch Boykott, durch Generalstreik und durch die Montagsdemonstrationen und den geplanten Sternmarsch am 03.Oktober besteht nicht nur die Chance Hartz (IV) zu kippen sondern auch eine starke nichtparlamentarische Opposition aufzubauen.
P.S. Parolen wie „Wir sind das Volk“ zeugen im Zusammenhang mit den aktuellen Motagsdemonstrationen nicht von einer besonders sozialen Einstellung – eher im Gegenteil. Immerhin wird auch die Situation ausländischer Mitbürger dramatisch schlechter. Flüchtlinge sollen in Zukunft nur noch Leistungen nach dem Asylbewerber-Innengesetz erhalten welche 30% unter dem ALG II liegen. Auch nachdem sie ein Jahr lang gearbeitet haben, werden sie keine Arbeitslosenhilfe mehr erhalten, wie bisher. Will mensch wirklich etwas verändern, sollte er/sie über den eigenen Gartenzaun schau-en und bessere Bedingungen für alle fordern und nicht nur für sich selbst.
Bündnis für herrschaftsfreie Umverteilung
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Ergänzungen
Karstadt in Farbe