Bonn: dritte Montagsdemo

muss ausgefüllt werden 31.08.2004 17:46 Themen: Soziale Kämpfe
+++ dritte Montagsdemo in Bonn mit etwa 120 Leute +++ vor dem Finanzamt wurde Gülle ausgekippt +++ keine Nazis zu sehen +++
Am Montag, dem 30. August 2004 fand in Bonn zum dritten Mal eine Montagsdemonstration gegen Sozialabbau statt. Unter den etwa 120 DemonstrantInnen waren die Antifa, die FAU, die LUST (linke Studis), attac, DIDF, DKP und einige BürgerInnen. Aber der Typ, der vor zwei Wochen Gesell-Flugblätter verteilt hatte ("Für eine natürliche Wirtschaftsordnung") tauchte zum Glück nicht wieder auf.

Die Auftaktkundgebung fand in Bonn-Beuel vor dem Sozialamt/Rathaus Beuel statt. Dann zog die Demo über die Kennedy-Brücke (die musste deshalb zeitweise gesperrt werden) und durch Seitenstrassen an der Beethovenhalle vorbei.

Vor dem Finanzamt Innenstadt kippten Unbekannte zwei Tüten Gülle aus (sah aus wie Pferdemist), was von den DemonstrantInnen freudig begrüsst wurde. Der vorneweg fahrende Motorradbulle hat davon zum Glück nix mitbekommen.

Die Demo ging dann weiter durch Seitenstrassen, überquerte die Oxfordstrasse (ohne wenigstens ein bischen auf der vierspurigen Hauptverkehrsachse rumzustehen) und zog dann auf den Friedensplatz. Dort fand die Abschlusskundgebung statt mit einer Rede und einem Liedermacher mit Gitarre, der selbstgeschriebene Texte über den Bundeskanzler ("Blöder") zum Besten gab. Dann löste sich die Kundgebung auf und man versicherte sich gegenseitig auch nächste Woche wieder zu demonstrieren (wie immer: 18 Uhr, Rathaus Beuel)!
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Ergänzungen

zur gülle aktion

xy-ungelöst 31.08.2004 - 20:42
die aktion mit der pferde scheisse wurde nur von teilen der demo begrüsst.einige der alten polit zombies(dkp/attac)fanden das nicht witzig und fingen an fotos der ,,Täter''zu machen.als dann eine person begann das finanzamt mit benutzten windeln zu beschmeissen forderten sie die person auf das zu unterlassen,da die aktion doch blöd bzw:umweltverschmutzung sei und mensch solle doch die polizei rufen um die person daran zu hindern.
von den 120 menschen vor ort waren höchstens 30 radikale linke.der rest sollte lieber kaffee trinken und kuchen essen und nicht von revulotion sprechen.da dies aus ihren mündern sehr lächerlich klingt.(ruft die polizei)
desweiteren habe ich selten eine demo erlebt auf der mensch für sprüche wie:alles für alle und zwar umsonst oder kaufhausklau sprüche so böse blicke erntete.
scheiss auf die zombies,die wollen nix verändern sondern nur mal wieder spazieren gehen.

zu den zombies

restlos ra(s)tlos 31.08.2004 - 23:49
Der Attac-Block lief vorneraus, die haben das nicht mitgekriegt glaub ich. der Spruch: "wer verrät uns schneller: MLer" hat sich ja auch gegen die politzombies der DKP gerrichtet aber dass diese "Revolutionäre" mit ihrem kleinbürgerlich-stalinistischen Anstrich dabei sind lässt sich wohl schwer verhindern. Aber ich hatte den eindrcuk, dass da auch einige nichorganisierte Menschen mitgelaufen sind. Wenn die solche Aktionen sehen kriegen da manche einen Koller. Aber ihr könnt auch nicht erwarten, dass das alles radikale sind. ich fand die Aktion leidelich witzig. Wieso vors Finanzamt? Ist der Kampf gegen Steuerabzocke, jetzt teil linksradikaler Politik Vors Sozialamt wär passender gewesen. Aber eine weniger platte Action hätte wahrscheinlich eher Zustimmung gefunden. das sah schon sehr nach Bubenstreich aus. die an ordnung und sauberkeit gewohnten BürgerInnen werden nicht gleich den Kapitlismus stürzen wollen, nur weil ihnen ein Gesetz nicht passt. Als Linksradikale müssen wir unsere Aktionen auch vermitteln und mit einer Kritik der Verhältnisse in Zusammenhang stellen. Nur auf der Demo rumrennen bringt natürlich auch nix. Deshalb sind Aktionen am Rand auf jeden Fall eine Bereicherung. Vielleicht fällt euch für nächstes Mal was orginelles ein. Ich werd mir den Kopf zerbrechen was das sein kann. Aber ich bin demnächst leider nicht in Bonn. euch viel Energie für die weiteren Wochen. Lasst die rotschwarzen Fahnen wehn!