Leute zählen! Beispiel: Frankfurt am Main
Viele Presseorgane versuchen, die sozialen Proteste kleinzureden. Da hilft nur Gegeninformation in Form aussagekräftiger Bilder.
Bei Spiegel Online wird der Eindruck erweckt, Demonstrationen gäbe es nur im Osten. Die Frankfurter Rundschau, die kürzlich von der SPD übernommen wurde, berichtet irgendwo unter ferner liefen im Lokalteil über die Proteste in Frankfurt. Sie behauptet, dass 'an die 400 Menschen' daran teilgenommen hätten.
Dieser Entmutigungs- und Kleinredpolitik sollten wir klare Information entgegensetzen.
Von Balkon der Kaufhof-Kneipe im obersten Stockwerk hat man einen prima Überblick über die Hauptwache. Die dort (leider mit einer eher gering auflösenden Digikam) geschossenen Bilder lassen sich in einem Grafikprogramm, z. B. gimp, anzeigen. Dann kann man eine neue Ebene erstellen und jeden Kopf mit einem transparenten Farbpunkt versehen. So vermeidet man Doppelzählungen. Außerdem kann man noch einen Punkt setzen, wenn ein Schild einen Kopf verdeckt, zu dem aber Beine gehören.
Schwierig wird es, wenn Gegenstände, z. B. Bäume im Weg sind. Hier kann man seriöserweise nur Punkte setzen, wo eindeutig Körperteile erkennbar sind.
Wenn dann eine Zahl ermittelt ist, muss man noch überlegen, wieviel man draufschlagen kann für verdeckte Personen. Bei den Beispielbildern fände ich gefühlsmäßig mehr als 5 % übertrieben.
So kommt man größenordnungsmäßig auf eine Zahl, die zu einem bestimmten Zeitpunkt anwesend war. Da es aber immer ein Kommen und Gehen gibt, kann man auch hier noch etwas aufschlagen, wenn es um die Ermittlung der GesamtteilnehmerInnenzahl geht. Bei der Demo in Frankfurt würde ich von meinem Empfinden her auch nicht mehr als 5 % aufschlagen. Die Kundgebung/Demo schien mir zum Zeitpunkt der Aufnahme halbwegs vollständig zu sein.
Es wäre eine gute Idee, wenn Belegfotos öfter kämen, falls es die Möglichkeit für solche Aufnahmen gibt. Für den Mainstream scheinen Tagesschau-Zahlen immer noch glaubwürdiger zu sein, als Indymedia-Zahlen.
Ein Ergebnis meiner Zählung liefere ich nicht - aber ich denke, anhand des Materials lässt sich die Einschätzung der Frankfurter Rundschau klar widerlegen.
Dieser Entmutigungs- und Kleinredpolitik sollten wir klare Information entgegensetzen.
Von Balkon der Kaufhof-Kneipe im obersten Stockwerk hat man einen prima Überblick über die Hauptwache. Die dort (leider mit einer eher gering auflösenden Digikam) geschossenen Bilder lassen sich in einem Grafikprogramm, z. B. gimp, anzeigen. Dann kann man eine neue Ebene erstellen und jeden Kopf mit einem transparenten Farbpunkt versehen. So vermeidet man Doppelzählungen. Außerdem kann man noch einen Punkt setzen, wenn ein Schild einen Kopf verdeckt, zu dem aber Beine gehören.
Schwierig wird es, wenn Gegenstände, z. B. Bäume im Weg sind. Hier kann man seriöserweise nur Punkte setzen, wo eindeutig Körperteile erkennbar sind.
Wenn dann eine Zahl ermittelt ist, muss man noch überlegen, wieviel man draufschlagen kann für verdeckte Personen. Bei den Beispielbildern fände ich gefühlsmäßig mehr als 5 % übertrieben.
So kommt man größenordnungsmäßig auf eine Zahl, die zu einem bestimmten Zeitpunkt anwesend war. Da es aber immer ein Kommen und Gehen gibt, kann man auch hier noch etwas aufschlagen, wenn es um die Ermittlung der GesamtteilnehmerInnenzahl geht. Bei der Demo in Frankfurt würde ich von meinem Empfinden her auch nicht mehr als 5 % aufschlagen. Die Kundgebung/Demo schien mir zum Zeitpunkt der Aufnahme halbwegs vollständig zu sein.
Es wäre eine gute Idee, wenn Belegfotos öfter kämen, falls es die Möglichkeit für solche Aufnahmen gibt. Für den Mainstream scheinen Tagesschau-Zahlen immer noch glaubwürdiger zu sein, als Indymedia-Zahlen.
Ein Ergebnis meiner Zählung liefere ich nicht - aber ich denke, anhand des Materials lässt sich die Einschätzung der Frankfurter Rundschau klar widerlegen.
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Erbsenzähler
@saul
Deine Angabe von ca. 1000 Teilnehmern und die von der FR mit knapp 400 unterscheiden sich schon ganz schön.
Beides ist nicht "die Masse", das ist richtig. Aber es ist ganz ordentlich für Frankfurt und es sind auch nicht nur wie sonst die üblichen Verdächtigen.
Und das Entscheidende ist: Es wächst. Die Mainstream-Medien behaupten, dass es schrumpft. Und diese Lüge zu widerlegen, ist nicht unwichtig, wenn es eine Massenbewegung werden soll.
Dafür zähle ich dann in der Tat auch gerne mal Erbsen :-)
Gute Idee
Auch wenn es hier nicht um den großen Unterschied geht, solche Aktionen gerade bei den größeren Demos wie Leipzig oder Berlin halte ich für wirklich wichtig.
warum regst du dich auf
@fau - leute gezählt in wunsiedel
Gerade Antifas zählen doch schon seit Jahren genauestens die Demos aus. In Wunsiedel kamen unabhängige Zähler auf 4400 bis 4600 Nazis.
Die Zahl der Antifas war natürlich nicht so genau zu zählen, weil sie überall herumliefen. Sie waren damit sehr agil, da darf man sie schon mal doppelt zählen ;-)
Politische Mathematik
Die Fotos und die Erläuterungen vermitteln einen guten Eindruck davon. Die Frankfurter Rundschau spricht von 400, die "Demoleitung" von 1000 Leuten, d.h. beide lügen. Dem Ergänzer "fau" kann ich nur zustimmen.
Von einer von der SPD aufgekauften Zeitung ist aber ebenowenig anderes zu erwarten, wie von den meisten an der Demo beteiligten Gruppen. Ansprüche auf "realistische und wahrheitsgemäße" Darstellungen kann man sich abschminken. Das Verarschen von Leuten gehört für alle zum Konzept, Ausnahmen bestätigen die Regel.
Hinzukommt, daß eine fantastische Quantität die mangelnde Qualität dieser Demos verdecken soll. Zwar ist die Teilnehmerzahl in Frankfurt innerhalb von drei Wochen von 200 auf 700 gestiegen, die Qualität der beteiligten Gruppen, der Transparente, Flugblätter, Reden und der unsäglichen "musikalischen Beiträge" (dieser elende Sänger!) ist aber weiterhin so mies, wie zu Anfang. Sozialpartnerschaftlich, "revolutionär-völkisch" (das Deppen-Volk), sozialdemokratisch und staatsgeil (die Obereren sollen es richten).
Um eben diesen inhaltlichen Müll und die damit zusammenhängende Perspektivlosigkeit zu kaschieren, werden Zahlen/Massen aufgebauscht.
Klasse statt Masse an Volk.
Norbert
es waren ca. 500 Leute
Die Bilder finde ich gut, sie sind offenbar vom benachbarten Kaufhaus aus aufgenommen worden.
Demozahl
"Bei der mittlerweile dritten Frankfurter Montagsdemonstration gegen Hartz IV zogen gestern Abend xxx Teilnehmer von der Hauptwache zur Arbeitsagentur in der Fischerfeldstraße."
Kein Witz, so stehts drin. *ggg*
HR-Online
Auffällig ist bei den meisten Mainstream-Medien, daß in letzter Zeit die übliche Doppelmeldung der Teilnehmerzahlen a) von den Veranstaltern und b) von der Polizei inzwischen unterbleibt. Das scheint mir ein wichtiger Hinweis darauf zu sein, daß hier Zahlen (vielleicht sogar vorauseilend) gehorsamst getuned werden.
Daß besonders über die Demos im Westen kaum bzw. falsch berichtet wird, scheint mir gerade der Spaltung zwischen Ost und West zu dienen, vor der uns die scheinheiligen Politiker besorgt warnen.
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
sprachlos — krikelkrakel
apropos zahlen ... — trance-x