Leipzig, 30.08.: Bisher größte "Montagsdemo"
Viele tausend auf der Straße gegen Hartz, angeführt vom Sozialdemokraten Oskar Lafontaine. Daneben Szenen wie aus den letzten Wochen bekannt - abgesehen von Nazis, die sich nicht blicken ließen.
In Leipzig fand heute die vierte "Montagsdemo" gegen Hatz IV und die rot-grüne Bundesregierung statt. Sie begann, wie gewohnt, um 18 Uhr an der Nikolaikirche. Die Strecke führte über den Markt zum Leuschnerplatz und von dort zum Augustusplatz. Die Organisation unternahm ein von der "Wahlalternative Arbeit & soziale Gerechtigkeit" geleitetes Bündnis; selbige verantworteten auch den Auftritt von SPD-Buhmann Oskar Lafontaine, um dessen Person es in den letzten Tagen und auch auf den letzten Montagsdemos reichlich Diskussionen gab. Ihm zu Ehren waren heute nicht nur Heerscharen von Journalisten bei der Demonstration dabei, sondern mindestens ein dutzend Sixpacks. Die Bullen traten dabei offen in Erscheinung, was sie die letzten Male weitestgehend unterließen. Die am letzten Montag begonnene Arbeit, auch "normale" bürgerliche DemobesucherInnen abzufilmen, wurde fortgesetzt. Eingegriffen werden musste aber nicht, sieht man auf einen Eierwurf auf Lafontaine zu Beginn der Demo ab.
Erfreulicherweise blieben die Demo wenigstens - soweit für mich überschaubar - nazifrei. Dies, obwohl "freie Nationalisten" eigens für dieses Datum nach Leipzig mobilisiert hatten. Nach dem letzten Montag, welche durch die Präsenz von ca. 30 Nasen mehrfach fast zu einer Eskalation geführt hat, bekamen die Kameraden trotz des guten Wetters kalte Füße und blieben zu Hause. Statt ihrer kamen fünf bullige Typen im uniformen Rocker-Outfit; T-Shirt-Spruch des einen: "Odin statt Jesus". Weiterhin gab es Einzelpersonen am Rand, die aber eher verschüchtert wirkten und auch keine Anstalten machten, Flugblätter verteilen oder sich der Demo anschließen zu wollen. Möge diese Situation sich auch bei den nächsten malen nicht ändern; wenn doch, ist das auch kein Grund zu Panik, denn diesesmal waren schon deutlich mehr Antifas unterwegs, und auch der "libertäre" Block war angewachsen.
Die Bürger indessen schienen einen Wettstreit zu veranstalten, wer den eintönigsten Demospruch auf "Volk" rufen, und wer das dümmlichste Pappschild malen kann. Weiterhin penetrant nervend: die antisemitische "BüSo" mit ihren tausendfach verteilten Flugblätten und ihren choralen Gesängen. Daran allerdings ist mensch mittlerweile gewöhnt bzw. erwartet nichts besseres. Das galt auch für den Auftritt Lafontaines. Dessen Rede dauerte fast eine halbe Stunde. Nette Sprüche hatte er drauf, z.B. "Markt und Mensch vertragen sich nicht", aber auch solche Phrase diente ihm dazu, letztlich zu konstatieren: "Wir sind EIN Volk!" (der einzige verbleibende Vorzug an seiner Person ist, dass er Sozialdemokrat und Spalter in einem ist.) Resümee: meist miese Parolen und viele Leute. Wie viele, kann ich nur schwer schätzen. Die Angabe am Ende der Kundgebung (kurz nach 20 Uhr) von 60.000 Personen ist auf jedenfall Wunschtraum. Die reale Zahl mag zwischen 20.000 und 25.000 gelegen haben.
* Für den Kommunismus!
Erfreulicherweise blieben die Demo wenigstens - soweit für mich überschaubar - nazifrei. Dies, obwohl "freie Nationalisten" eigens für dieses Datum nach Leipzig mobilisiert hatten. Nach dem letzten Montag, welche durch die Präsenz von ca. 30 Nasen mehrfach fast zu einer Eskalation geführt hat, bekamen die Kameraden trotz des guten Wetters kalte Füße und blieben zu Hause. Statt ihrer kamen fünf bullige Typen im uniformen Rocker-Outfit; T-Shirt-Spruch des einen: "Odin statt Jesus". Weiterhin gab es Einzelpersonen am Rand, die aber eher verschüchtert wirkten und auch keine Anstalten machten, Flugblätter verteilen oder sich der Demo anschließen zu wollen. Möge diese Situation sich auch bei den nächsten malen nicht ändern; wenn doch, ist das auch kein Grund zu Panik, denn diesesmal waren schon deutlich mehr Antifas unterwegs, und auch der "libertäre" Block war angewachsen.
Die Bürger indessen schienen einen Wettstreit zu veranstalten, wer den eintönigsten Demospruch auf "Volk" rufen, und wer das dümmlichste Pappschild malen kann. Weiterhin penetrant nervend: die antisemitische "BüSo" mit ihren tausendfach verteilten Flugblätten und ihren choralen Gesängen. Daran allerdings ist mensch mittlerweile gewöhnt bzw. erwartet nichts besseres. Das galt auch für den Auftritt Lafontaines. Dessen Rede dauerte fast eine halbe Stunde. Nette Sprüche hatte er drauf, z.B. "Markt und Mensch vertragen sich nicht", aber auch solche Phrase diente ihm dazu, letztlich zu konstatieren: "Wir sind EIN Volk!" (der einzige verbleibende Vorzug an seiner Person ist, dass er Sozialdemokrat und Spalter in einem ist.) Resümee: meist miese Parolen und viele Leute. Wie viele, kann ich nur schwer schätzen. Die Angabe am Ende der Kundgebung (kurz nach 20 Uhr) von 60.000 Personen ist auf jedenfall Wunschtraum. Die reale Zahl mag zwischen 20.000 und 25.000 gelegen haben.
* Für den Kommunismus!
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Ergänzungen
Doch rechte Flugis auf Demo
"Justiz-Opfer-Initiative Clausthal" www.justizirrtum.de
und zweitens von
www.freistaat-sachsen.com , die zu den "Reichsbürgern" gehören (Horst Mahler)
Beides sind keine NPD-nahen Gruppierungen, aber beim Betrachten der Internetseiten wird einem alles klar.
Justizopfer
??
Hat jemand ne Ahnung wer das gewesen ist?