Montagsdemo Frankfurt #3

saul 30.08.2004 22:40 Themen: Soziale Kämpfe
An der Hauptwache versammelten sich diesmal um die 1000 gegen die Hartzgesetze und diesmal reichte es auch für eine Demo über die Zeil, zum Römer und anschließend zum Arbeitsamt.
Klar waren wieder diejenigen dabei die man schon kennt. Da es heut aber etwas mehr als letzten Montag waren, fallen die Politfreaks nicht mehr groß auf. Dafür verteilten sie wieder ihr Papier, na wenns sie glücklich macht. Nach einigen Ansprachen ging ne Demo über die Zeil runter zum Römer. Vorbei an der Alkiscene, die uns mit netten Gegröhle bedachte, etwa "geht arbeiten" und noch einigen das ich hier nicht wiedergeben sollte (Minderheitenfeindlich)*g*. Was n Schauspiel, ausgerechnet die Scene die eh unten ist. War das Realsatire oder was dachten die sich dabei? Kurze Versammlung auf dem Römer und n Motiv für Touries aus Fernost, der Lauti kam aber nicht nach, daher gings nach einigen wir sind das Volk Parolen weiter zum Arbeitsamt bzw zur SPD die gleich gegenüber vom Zwangsarbeitsamt liegt. Hier dann die Abschlußreden, n Verdivertreten kommt recht gut rüber, ne Iranerin spricht drüber, das Hartz für Ausländer und Integration noch übleres als für Deutsche Arbeitslose bereithält. Danach beginnts so langsam abzubröckeln.
PS: Pics kann ich beizeitn noch nachliefern, dauert halt etwas.
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Ergänzungen

Frage

Frager 30.08.2004 - 23:04
Kleine Frage:
Wie sieht es mit Nazis auf der Demo aus? Ich habe heute bei meinem kurzen Demobesuch, keine gesehen, aber was heißt das bei 1000 Leuten schon.

Apropos Nazis:
Abgesehen davon, daß mitten in Frankfurt (z. B. hinter der Alten Oper) noch einige REP-Plakate aus dem letzten "Wahlkampf" zu finden sind, haben sich beim Museumsuferfest Exponate der "klassischen ostdeuschen Glatze" sehen lassen und erregten wenn überhaupt nur unauffällig Aufsehen.
Die vier oder fünf Glatzen - mit den üblichen Aufschriften, hell auf dunklem Hintergrund - waren später in einem silbergrauen Auto zu sehen, welches ein in Fraktur (Gesetz von 1941 nicht gelesen, die Jungs) gedruckten Spruch "Klag nicht, kämpf" direkt neben dem Kennzeichen Z-C 7363 trug; daß die Jungs vor den Augen der Ordnungshüter mitten durch die sich im Auflösen befindliche Menschenmenge fahren wollten, ist fast zu erwarten.

naziköppe @ montagsdemo

part-time-socialist 30.08.2004 - 23:29
Also es gab schon einen schlecht frisierten Fascho mit Topfhaarschnitt, der mit einem Pack Flyer von einem Stand auf die andere Straßenseite, also von der Demo weg, abhaute. Ich hab mir dann die Flyer wiedergeholt, er beteuerte, er wolle die verteilen und seine drei Freunde protestierten, als ich den missglückten Versuch startete, ihn zu fotografieren, als er den Ort des Geschehens verließ.
Ansonsten fand ich die Demo ganz lustig. Ist natürlich immer sehr patchwork-buntig. ;) Fotos gibt´s auf unsere [´solid]-Seite. Ich weiss, die Fotos sind ohne Entfremdung. Da die Menschen aber meist von hinten fotografiert, Genossen von uns oder gefragt worden sind, geht das glaub ich in Ordnung.
Auch sollte man eigentlich Terminverkündungen unterlassen, aber ich kann es mir nicht verkneifen: Anlässlich der Eröffnung der hessischen Staatskanzlei, die den Steuerzahler 70 Millionen Euro gekostet hat, findet am Samstag in Wiesbaden eine Demo gegen die "Operation Sichere Zukunft", den sozialen Kahlschlag und R.Koch statt. Treffpunkt ist um 9.30 Uhr Webergasse, Ecke Neugasse.

Hauptparole war 'Hartz muß weg'

fips 31.08.2004 - 03:48
An der Hauptwache hatten sich etwa 700-800 Menschen versammelt. Der Lautsprecher war nicht so gut. Wer etwas weiter entfernt war, konnte kaum etwas verstehen.
Nach einigen Ansprachen ging es dann ein kleines Stück durch die Zeil und dann runter zum Römer. Durch den Zulauf von Passanten vergrösserte sich die Zahl der Demoteilnehmer auf c. 1000.

Die am meisten gehörte Parole war 'Hartz muß weg'. Versuche diese Parole auf 'Schröder muß weg' zu erweitern, konnte sich nicht durchsetzen.

Die Parole 'Wir sind das Volk' hat sich nach meinen Eindruck nicht so richtig ausbreiten können, da von einigen Demoteilnehmern mit "Hoch die internationale Solidarität" geantwortet wurde.

Neonazis habe ich keine gesehen, sie hätten auch hier in Frankfurt am Main keine Chancen gehabt.

Vom Römer aus ging es dann zum Armutsamt (Arbeitsamt) und zum gegen- überliegenden SPD-Haus.

Als SPD-Leute auftauchten, wurden sie zum Teil mit den wütenden Rufen als "assoziale Partei" bezeichnet.

Die Bullen, zum Schutz des SPD-Gebäude, beschränkten sich auf ein paar Figuren. Klar, wenn in über 200 Orte demonstriert wird, können in einer Stadt nicht so viele konzentriert werden.

Ein SPD'ler, welcher zu den Demonstranten sprechen wollte wurde mit 'Buh-Rufen' empfangen. Als der SPD'ler beanspruchte, ausser der Reihe eine Reden zuhalten, kam es zu kleineren Differenzen zwischen den Demoteilnehmern. Ein Teil der Demonstranten hatte nicht das geringste Interesse daran einen Vertreter der Partei zu hören, die für den ganze Hartzdreck verantwortlich ist.

Da auf der letzten Versammlung vereinbart wurde, dass nach den Redebeiträgen der 5-6 voeher festgelegten Rednern, ein offenes Mikrofon für alle vorgesehen war, war es für die Demoleiterinnen auch er warten sollte, bis er an der Reihe war. Das passte dem SPD'ler offenbar nicht und so wurde uns diese Rede erspart.

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