17.8.: Punx-Picnic in Berlin-Spandau

BgR, Linke Bande Spandau 20.08.2004 17:48 Themen: Antifa
Kundgebgun/Punx-Picnic zum Todestag von Rudolf Heß vor dem ehemaligen KriegsverbrecherInnengefängnisses in Berlin-Spandau (135,638 Station Melanchthonplatz).
17. August 2004
Kundgebung und Punx-Picnic zum 17. Todestag von Rudolf Heß vor dem Gelände des ehemaligen KriegsverbrecherInnengefängnisses
in Berlin-Spandau, in dem der führende Nazi Rudolf Heß am 17. August 1987 nach 41 Jahren Haft Selbstmord beging.

Rudolf Heß
Mitglied der NSDAP ab 1920 - 1924 mit Hitler aufgrund des Putsches inhaftiert - 1925-33 Privatsäkretär Hitlers - ab 1933
Hitlers Stellvertreter als Parteiführer u. Minister ohne Geschäftsbereich - Flog 1941 nach England um dort die britische
Regierung zum Friedensabschluss zu bewegen, wurde dort interniert - 1946 wurde Heß im HauptkriegsverbrecherInnenprozess zu lebenslanger Haft verurteilt -
wird heute von den Nazis zum "Friedensflieger" und "anständigen Deutschen" stilisiert - jährlich findet deswegen in Wunsiedel
ein großer Rudolf Heß-Gedenkmarsch statt

Seit seinem Tod im Jahre 1987 legten Neonazis bereits mehrere Male Kränze am Ort seines (leider zu späten) Ablebens nieder.
Um dies zu verhindern und um den Mythos um Rudolf Heß, der auch in diesem Jahr wieder bes. in Wunsiedel (21. August 2004)
von Alt- und Neonazis zelebriert werden wird, entgegenzutreten, riefen antifaschistische Gruppen aus Berlin (Bündnis gegen
rechts, Linke Bande Spandau, Antifa Moabit) zur Kundgebung auf.

Um 15 Uhr gings los (nach einigen Schwierigkeiten mit den Transparenten, siehe Grünflächenamt etc), es trudelten
immer mehr Leute ein. Auf dem Höhepunkt der Veranstaltung werden es so um die 60 gewesen sein, die sich entspannt
auf der Wiese tummelten und den Redebeiträgen lauschten, die vom Ableben einer Autobatterie überschattet wurden,
so dass die RednerInnen kurzzeitig ziemlich laut brüllen mussten. Themen
waren die Machenschaften studentischer Verbindungen, die antisemitischen Vorfälle zur Rückbenennung der "Kinkelstr." in
"Jüdenstraße" in Spandau vor einem oder zwei Jahren (die "Jüdenstr." wurde während der NS-Zeit in "Kinkelstr." umbenannt),
Rechte Strömungen und Tendenzen innerhalb der Gesellschaft (bes. Berlin-Spandau) und natürlich Rudolf Heß.

Um 16:10 stießen alle auf den Todeszeitpunkt von Rudolf Hess an.
Nazi-Aktivitäten waren nicht zu verzeichnen.
Die Polizei machte keine großartigen Probleme.
Wenig Resonanz, da kaum FußgängerInnen sondern größtenteils AutofahrerInnen an unserer Kundgebung vorbei fuhren.

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Weiter so! — schwarzroter Wedding

Gute Aktion, aber... — gustavo