Anti-Hartz-Demo in Berlin am 16. August 2000
Tausende protestierten am Montag gegen Hartz IV in Berlin. Nazis hatten einen schlechten Tag. Radikale Linke konnte eigene Akzente setzen. An dieser Stelle ein kurzer Bericht mit Fotos.
Berlin hat am Montag Abend die erste Großdemo gegen Hartz IV erlebt. Wer sich gegen 18:00 Uhr zum Alex begeben hat, konnte zunächst nicht abschätzen, auf welche Resonanz der mediale Hype der Vortage trifft.
Allerdings ist davon auszugehen, dass die Beteiligung von 20.000 bis 30.000 Menschen sicherlich für die meisten überraschend war.
Anders, als in den meisten ostdeutschen Städten spielte hier ein positiver Bezug zu den Wende-Demos im nationalen Taumel 89/90 eher keine Rolle, keine Spur von Standort-Nationalismus oder rassistischer Sündenbockpolitik. Das hatten die Veranstalterinnen und Veranstalter bereits im Vorfeld klar gemacht.
Nicht verwunderlich ist daher auch das militante Vorgehen gegen Nazis, die auch teilweise schon recht böse Verletzungen davongetragen haben sollen - begleitet vom Applaus der Demo-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer. Ca. 200 bis 300 Antifas checkten rum und schickten Nazis am Rande mit Nachdruck nach Hause oder in die Notaufnahmen der umliegenden Krankenhäuser. Es bleibt dennoch abzuwarten, ob die suboptimalen Erlebnisberichte der Kameratten ihre pädagogische Wirkung im Kreise ihrer Angehörigen entfalten.
Von Beginn an hatten die Attacis den am besten organisierten Block, irgendwann formierte sich dann "Alles für Alle!" aus ACT!ivistinnen und ACT!ivisten vor dem Attac-Lauti. Die Parole "Alles für Alle!" wurde dankbar von den Attacis aufgenommen und pflanzte sich weit bis nach hinten in die Demo fort. Auch Gäste in den Straßencafés fanden die Losung gut, was der ein oder anderen Bedienung zunächst Schweißperlen auf die Stirn trieb.
Während die Demo-Spitze an der Polizei-Absperrung stehen blieb, versuchte der mittlerweile auf einige Hundert Menschen angewachsene "AfA"-Block, die SPD-Zentrale von der anderen Seite zu entern, es kam zu einigem Gerangel mit Team Green, das aber in diesem Bereich mit einer Hundestaffel am Start war. So ganz war da doch noch keine kritische Masse gewachsen, aber die Proteste gehen ja weiter.
Bilanz:
Alles in allem ist die Demo - auch in Ihrer inhaltlichen Ausrichtung - als Erfolg zu werten. Ob es, wie in anderen Indy-Berichten beschrieben, nur Kleinbürgerinnen und -bürger waren, darf durchaus bezweifelt werden. Die "Muttis" und "Vatis" waren richtig sauer (auch auf die Bullen). Berlin hat gecheckt, dass Hartz IV auch die trifft, die (noch) einen Job haben (Lohndumping durch Billigjobs etc.). Schröders und Merkels Hartz IV ist noch lange nicht durch. Auch die Nutznieser von Hartz IV sollten sich warm anziehen.
Agenda 2010 - Blockieren! Sabotieren!
PS: Ein eigener ACT!-Lauti hat bedauerlicherweise gefehlt.
Allerdings ist davon auszugehen, dass die Beteiligung von 20.000 bis 30.000 Menschen sicherlich für die meisten überraschend war.
Anders, als in den meisten ostdeutschen Städten spielte hier ein positiver Bezug zu den Wende-Demos im nationalen Taumel 89/90 eher keine Rolle, keine Spur von Standort-Nationalismus oder rassistischer Sündenbockpolitik. Das hatten die Veranstalterinnen und Veranstalter bereits im Vorfeld klar gemacht.
Nicht verwunderlich ist daher auch das militante Vorgehen gegen Nazis, die auch teilweise schon recht böse Verletzungen davongetragen haben sollen - begleitet vom Applaus der Demo-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer. Ca. 200 bis 300 Antifas checkten rum und schickten Nazis am Rande mit Nachdruck nach Hause oder in die Notaufnahmen der umliegenden Krankenhäuser. Es bleibt dennoch abzuwarten, ob die suboptimalen Erlebnisberichte der Kameratten ihre pädagogische Wirkung im Kreise ihrer Angehörigen entfalten.
Von Beginn an hatten die Attacis den am besten organisierten Block, irgendwann formierte sich dann "Alles für Alle!" aus ACT!ivistinnen und ACT!ivisten vor dem Attac-Lauti. Die Parole "Alles für Alle!" wurde dankbar von den Attacis aufgenommen und pflanzte sich weit bis nach hinten in die Demo fort. Auch Gäste in den Straßencafés fanden die Losung gut, was der ein oder anderen Bedienung zunächst Schweißperlen auf die Stirn trieb.
Während die Demo-Spitze an der Polizei-Absperrung stehen blieb, versuchte der mittlerweile auf einige Hundert Menschen angewachsene "AfA"-Block, die SPD-Zentrale von der anderen Seite zu entern, es kam zu einigem Gerangel mit Team Green, das aber in diesem Bereich mit einer Hundestaffel am Start war. So ganz war da doch noch keine kritische Masse gewachsen, aber die Proteste gehen ja weiter.
Bilanz:
Alles in allem ist die Demo - auch in Ihrer inhaltlichen Ausrichtung - als Erfolg zu werten. Ob es, wie in anderen Indy-Berichten beschrieben, nur Kleinbürgerinnen und -bürger waren, darf durchaus bezweifelt werden. Die "Muttis" und "Vatis" waren richtig sauer (auch auf die Bullen). Berlin hat gecheckt, dass Hartz IV auch die trifft, die (noch) einen Job haben (Lohndumping durch Billigjobs etc.). Schröders und Merkels Hartz IV ist noch lange nicht durch. Auch die Nutznieser von Hartz IV sollten sich warm anziehen.
Agenda 2010 - Blockieren! Sabotieren!
PS: Ein eigener ACT!-Lauti hat bedauerlicherweise gefehlt.
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Berichte mit Fotos zur Demo in Berlin
Montagsdemo in Berlin belagert SPD-Zentrale (Fotos/Video)
und
Bilder+Kommentar der 1. Berliner Montagsdemo
Vernetzung gegen Hartz Alles für Alle!
von Umsonstlerin - 16.08.2004 11:28
Beim letzten Treffen Von Berlin Umsonst (www.berlin-umsonst.tk.) haben sich verschiedene Gruppen und Einzelpersonen aus Berlin getroffen, um Vorbereitungen für eine Kampagne gegen Hartz und Prekarisierung zu treffen. Die Kampagne soll als Zusammenarbeit linksradikaler und anderer Gruppen in der aktuell entstehenden Bewegung gegen Hartz 4 eine antikapitalistische Perspektive eröffnen. Angeknüpft werden soll dabei an die unter dem Stichwort Aneignung geführten Diskussionen der letzten Monate und die Aktionen u.a. der Umsonst.Kampagnen. Die Kampagne soll außerdem zur Vernetzung und Bündelung linksradikaler Politik zu Hartz4, Prekarisierung, Aneignung beitragen und ist offen für die Beteiligung weiterer Gruppen und Einzelpersonen.
am 23.08.2004 um 19.30 Uhr
im Versammlungsraum in den Mehringhöfen
(Gneisenaustr. 2a)
Es tut sich was...
Die ersten Montagsdemos sind gelaufen, im Herbst sind zahlreiche bundesweite Aktionstage geplant. Eine soziale Bewegung zunächst gegen die Umsetzung des Hartz-IV-Pakets formiert sich. Auch ein kleiner Erfolg ist schon sichtbar: An einigen der auffälligsten Absurditäten der „Arbeitsmarktreform“ wird herumgebastelt.
Damit kann noch lange nicht Schluss sein!
Im Gegenteil: Unser Protest ist gerade mal am Anfang. Darüber herrscht auch Einigkeit. Aber wohin soll der Protest führen? Hierüber herrscht erwartungsgemäß weniger Einigkeit. Schließlich ist eine soziale Bewegung nicht von allein eine linke Bewegung.
Was wollen wir? – Das Ende der Bescheidenheit!
Durch Hartz IV entsteht ein massiver Arbeitszwang und die ohnehin grassierende Prekarisierung (Auflösung des alten Normalarbeitsverhältnisses und Erhöhung der sozialen Unsicherheit jedes einzelnen) wird beschleunigt.
Der geplanten Enteignung breiter Bevölkerungsschichten wollen wir eine Praxis der Aneignung entgegensetzen. Wir wollen keine Realpolitik betreiben, sondern ein Anspruchsdenken unter den Leuten wecken. Wir wollen nichts vom Staat, sondern wir nehmen uns, was uns gehört.
Wir wollen nicht zurück zum Sozialstaat. Wir wollen wirklich eigenverantwortlich handeln. Dass heißt, wir wollen nicht eigenverantwortlich unseren Marktwert steigern, sondern bestimmen, was gesellschaftlich notwendig ist und wo und wie es hergestellt wird.
Unser Kampf gilt Leistungsideologie und Opferbereitschaft. Wir werden den Gürtel nicht enger schnallen, sondern nehmen uns lieber Hosenträger. Wer behauptet, wir wären nur gegen eine Reform und nicht gegen das System, liegt falsch!
Wir sind Teil dieser sozialen Bewegung. Gemeinsam wollen wir den Widerstand gegen die Zumutungen des Klassenkampf von oben stärken. Dem Gefühl der Vereinzelung wollen wir eine solidarische Praxis entgegen stellen. Dafür ist eine Abgrenzung von jeder Form antisemitischer, nationalistischer, rassistischer und sexistischer Ideologie notwendig.
Zur Zeit formiert sich ein Bündnis, das sich ausdrücklich als antikapitalistisch versteht. Es will radikaler sein als andere Teile des Protestspektrums, aber nicht gegen diese arbeiten, sondern mit ihnen zusammen. Beim Kampagnentreffen geht es zum einen darum, den bis dahin diskutierten Standpunkt des Bündnisses vorzustellen und zu klären, wer noch interessiert ist, sich zu beteiligen. Und zum anderen geht es um die Vorbereitung gemeinsamer Aktionen in Berlin in den nächsten Wochen und Monaten.
Das Ende der Bescheidenheit!
Kapitalismus abschaffen!
Kommt zum Treffen!
am 23.08.2004 um 19.30 Uhr
im Versammlungsraum/Mehringhof
(Gneisenaustr. 2a)
Bisher beteiligte Gruppen (weitere Gruppen befinden sich in Diskussionen und werden sich evtl. beteiligen, andere sind eingeladen, sich zu beteiligen!):
Attac-AG Prekarisierung
Kritik & Praxis [kp] Berlin
PostpessimistIN
Einzelpersonen
www.berlin-umsonst.tk
www.postpessimist.net
wwww.kp-berlin.de
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Und das Volk? — Volker?
Alles für alle statt wir sind das Volk? — der auth. Volker
der auth. Volker ist Querfrontler — BITTE LÖSCHEN
"Bitte Löschen" = AANO Chefchen — XYZ
@XYZ — BITTE LÖSCHEN
wichtige inhaltliche ergaenzung — schnabeltasse
"XYZ" ist Sektierer... — Aufdecker