MEMRI TV Project - August 2004

Michael Krone 14.08.2004 13:20
Das MEMRI TV Monitor Project hat in diesem Monat unter anderem folgende Passagen aus Sendungen arabischer Fernsehkanäle aufgezeichnet und übersetzt:
Clip # 176: Libanesischer Journalist Nabil Bu Minsif kritisiert Syrien und die Hisbollah

Auszug: "Es gibt keine Stimme im Libanon, die sagt, ,Ich kann meine Angelegenheiten selbst regeln'. Der Libanon ist ausradiert worden. Er hat keine politische Macht und besitzt - was das allerwichtigste ist - nicht einmal politische Ehre."



Clip # 177: Stellvertretender palästinensischer Verteidigungsminister: Die Palästinenser sind Opfer eines Holocausts und Europa sollte uns verteidigen

Auszug: "Europa stand hinter Israel und nun verfolgt Israel diese Politik gegen die Palästinenser. Ein Europa, dass seine Haltungen, Ideale und Werte ernst nimmt, kann Israel nicht unterstützen."



Clip # 178: Scheich Abiqan, Berater des saudischen Justizministeriums: "Was im Irak vor sich geht hat mit Jihad nichts zu tun"

Auszug: "Nicht jeder, der eine andere Religion hat, ist unser Feind. Nein, eher sind einige Muslime unsere Feinde."



Unter www.memritv.org finden sie unter den folgenen Schlagworten über 180 kurze TV-Ausschnitte:



Antisemitismus

Arabisch-Israelischer Konflikt

Verschwörungstheorien

Erziehung

Jihad und Terrorismus

Reform im Mittleren Osten

Freitagspredigten aus Moscheen

Selbstmord (Märtyrer-)anschläge

Die USA und der Mittlere Osten

Die amerikanischen Wahlen 2004

Der Westen und das Christentum

Massenvernichtungswaffen

Frauenrechte

Europa und der Mittlere Osten

Kulturelle Themen

Minderheiten im Mittleren Osten



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MEMRI Special Dispatch - 13. August 2004

An Arab Nationalist Attack on the Arab Progressives

The Arab progressives, whose voices have increasingly grown stronger since September 11th and who use the Internet as their main pulpit, are under constant attacks from their Islamist and Pan-Arab nationalist opponents. In his weekly program on Al-Jazeera television, the moderator Dr. Faysal Al-Qassem summarized the main criticisms against them: "I wish we had never scolded the traditional Arab liberals... At least they were nationalists, while the new Arab liberals stand to the right of Fascism and Zionism... Are they not closer to the neo-conservative Americans who are destroying the world, than to the real liberals...? Are they not part of the enmity to Islam, Arabism, nationalism, the [armed] resistance, and all the noble Arab and Islamic values? Why do they lean blindly toward anything Western? Why do they praise and extol normalization with Israel...? Why do they depict America as a benevolent angel who has come to save us from our evils...? Why do they absolve the enemies from being responsible for the backwardness of the Arab world? Why do they despise the nations that embraced Arab and Islamic values? How is it that the neo-liberal Arabs call for tolerance while taking the lead in accusing [others] of heresy? Doesn't liberalism advocate acceptance of others and interaction with all factions? Why do they call for uprooting the Islamists and the proponents of Pan-Arabism? Aren't the neo-liberals more fundamentalist and radical than Osama bin Laden? Why are they antagonistic to anyone who opposes them? Is this Liberalism or a repulsive Fundamentalism? Are they anything more than a fifth column...?"

Throughout his TV program, Dr. Faysal Al-Qassem has supported the views against the Arab liberals, and ten days later he published his opinions in an article in the pro-Saddam London daily Al-Quds Al-Arabi. In his article he makes a distinction between "the real liberals," whom he calls "the nationalist liberals," and the "neo-liberals," whom he condemns. The progressive commentator in the program, Dr. Shaker Al-Nabulsi, also wrote an article explaining his point of view. It was published simultaneously by the liberal Internet site Elaph.com and the daily newspapers Al-Siyassa (Kuwait), Al-Mada (Iraq), and Al-Ahdath Al-Maghribiya (Morocco).

To view this Special Dispatch in full, please visit:  http://www.memri.de/uebersetzungen_analysen/themen/liberal_voices/ges_neoliberalists_13_08_04.html

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Ergänzungen

Wer ist Memri?

Aufklärung 14.08.2004 - 22:05
Der rechte Washingtoner Think-Tank Middle East Media Research Institute (Memri) und sein Gründer


Der Israeli, der das Memri im Jahr 1998 gegründet hat und heute sein Präsident ist, heißt Jigal Carmon. Er hat mehr als 20 Jahre lang für den militärischen Geheimdienst Israels, Aman (Agaf ha-Modi'in) gearbeitet, zuletzt als hochrangiger Offizier. Er wurde dann Terrorismus-Berater des ultrarechten israelischen Ministerpräsidenten Jitzhak Schamir, der 1986-92 regierte, und anschließend zunächst auch von dessen sozialdemokratischem Nachfolger Jitzhak Rabin, der 1995 ermordet wurde.
Als erklärter Gegner des Oslo-Friedensprozesses mit den Palästinensern, den er als "historische Katastrophe" bezeichnete, wandte sich Jigal Carmon jedoch bald öffentlich gegen die Politik Rabins. Er ließ sich in Washington nieder und bildete dort mit Jossi Ben-Aharon und Joram Ettinger die sogenannte "Dreierbande" oder, wie Rabin sie nannte, "die drei Musketiere". Gemeinsam betrieben sie unter Senatoren und Abgeordneten des US-Kongresses eine recht erfolgreiche Lobby-Arbeit gegen den Oslo-Friedensprozess und die Friedensverhandlungen Rabins mit Syrien. Ben-Aharon war zuvor Büroleiter von Schamir gewesen. Ettinger war in der Israelischen Botschaft in Washington Abteilungsleiter für "Kongress-Angelegenheiten".
Mehrere Artikel, die Carmon damals zur Bekämpfung des Oslo-Friedensprozesses publiziert hat, sind immer noch im Internet zu finden.
Bevor Carmon 1998 das Memri gründete, plante er gemeinsam mit einer Gruppe amerikanischer "Terrorismus-Experten" aus dem Hardliner-Lager die Bildung eines einschlägigen rechten Think Tanks. Seine Partner waren der anti-islamische Enthüllungsjournalist Steve Emerson, der nach 27 Jahren in den Ruhestand gegangene ehemalige FBI-Abteilungschef für Terrorismus-Bekämpfung, Steve Pomerantz, und Oliver Revell, ein weiterer ehemaliger hoher FBI-Funktionär.
Carmon hatte bei der Gründung des Memri eine ebenfalls aus Israel stammende Partnerin, Meyrav Wurmser, gleichfalls eine erklärte und vehemente Gegnerin des Oslo-Friedensprozesses. Sie war erste Chefin des Memri, zog sich allerdings schon 1999 zurück und wurde Leiterin der Nahost-Abteilung des Hudson Institute, eines neokonservativen Think Tank. Sie ist die Ehefrau von David Wurmser, einem hohen Beamten im US-Außenministerium und Mitglied der Führungsgremien mehrerer Organisationen des neokonservativen Netzwerks. Beide Wurmsers gehörten der von Richard Perle geleiteten Arbeitsgruppe an, die 1996 eine Strategie-Studie erstellte, die zur Grundlage der Außenpolitik des ultrarechten israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu wurde.
Noch in ihrer Zeit als Memri-Chefin veröffentlichte Meyrav Wurmser einen hochinteressanten Artikel "Can Israel Survive Post-Zionism?". Der Text ist im Internet zu finden unter www.allenpress.com/mieq/issues/vol06/ftr-0601.html. Nach Ansicht der Autorin befindet sich Israel in einer Identitäts- und Wertekrise, die durch den Post-Zionismus verursacht ist. Darunter versteht Mrs. Wurmser Historiker, die die offizielle Geschichtsschreibung des Staates Israel punktuell anzweifeln, sämtliche auf friedlichen Ausgleich mit den Palästinensern orientierte Gruppen, einschließlich der gesamten sozialdemokratischen Arbeitspartei, aber auch Soziologen, die die untergeordnete Stellung der orientalischen Juden (Sephardim) gegenüber den aus Europa stammenden (Aschkenasim) kritisieren. Mrs. Wurmser meint, dass der Post-Zionismus bereits zur herrschenden Strömung in Israel geworden sei. Selbst dem Likud wirft sie vor, die zionistische Vision aufgegeben zu haben, wie sich an seiner Akzeptanz des Oslo-Friedensprozesses und seiner Bereitschaft zum territorialen Rückzug zeige. Wohlgemerkt, der Artikel erschien schon 1999. Vielleicht urteilt Meyrav Wurmser über die Politik Scharons heute etwas milder.
Aus dem personellen Kontext ergibt sich: Das Memri ist ganz eindeutig nicht nur erklärtermaßen pro-israelisch (wogegen an sich wenig einzuwenden wäre, wenn es nicht von Gläser und Nordbruch treuherzig-trotzig bestritten würde), sondern es orientiert sich an der Politik des Likud, und zwar noch am ehesten an dessen rechtem Flügel um Netanjahu. Das Memri bekämpft einen friedlichen Ausgleich mit den Palästinensern. Und es ist eng verflochten mit dem neokonservativen Netzwerk, das die Strategie eines "Vierten Weltkriegs" gegen den "militanten Islam" propagiert.
Gerade erst vor etwas mehr als vier Jahren gegründet besitzt das Memri heute schon Zweigstellen in London, Jerusalem, Berlin und Moskau. Es beschäftigt nach eigenen Angaben (Jigal Carmon am 21. August 2002) über 30 Angestellte. Darüber hinaus vermutlich zahlreiche freie Mitarbeiter, vor allem als Übersetzer. "Da ist immer Misstrauen...Die erste Frage ist, wer das finanziert, welche politischen Interessen stehen dahinter", klagte Goetz Nordbruch wehleidig in einem Interview im Oktober 2002. Ja, die Welt ist gemein, und es kann der Frömmste nicht in Frieden leben.

Filmreihe über Libanon (Okt. 04, in Duisburg)

IndyKino DU 09.09.2004 - 13:04
5.10.2004 - 20:30

Hostage of Time

Israel griff Anfang der 80er in den Bürgerkrieg im Libanon ein, und marschierte 1982 in Beirut ein. Nach hohen Verlusten und internationalem Druck zog sich Israel zunächst teilweise, und erst 2000 auch aus Süd-Libanon zurück.

Der Film begleitet eine junge Ärztin, die aus den USA zurück in den Libanon gekehrt ist. Ihr Dorf ist, zusammen mit 50 weiteren Dörfern bei israelischen Luftangriffen zerstört worden. Dabei waren ca. 500.000 Menschen vertrieben worden.

Durch ihre Arbeit mit den Frauen und Kindern in den umliegenden Dörfern lassen sich Einblicke gewinnen in das Leben, die Hoffnungen und Träume der Menschen im südlichen Libanon und ihren Versuchen, sich ein neues Leben aufzubauen.


19.10.2004 - 20:30

facing reality: beirut

Der Libanon ist, wie der gesamte "Nahe Osten", immer wieder Thema in Nachrichtenmeldungen und politischen Diskussionen.
Ein Beispiel sind die Massenproteste in Beirut gegen die hohen Ölpreise Mai 2004.
Wir hören vereinzelt von Gefangenenaustausch und Verhandlungen zwischen Israel und Hizbollah - und dann wieder von israelischen Luftangriffen.
Das Bild über das Leben der Menschen und die heutige soziale Situation in dem einst kriegszerrütteten Land, dessen Bewohner in so viele verschiedene religiöse, politische und soziale Gruppen zersplittert waren - und zum Teil noch sind - ist oft geprägt durch die ehemaligen Kriegsberichterstattungen. Aber wie sieht das Leben, der Alltag und das Verhältnis der Menschen aus den damals verfeindeten Gruppen aus? Was sind ihre Ansichten und Erinnerungen an damals, was ihre Ziele und Wünsche heute und für die Zukunft?
Der Film versucht, Einblicke zu geben - auch und gerade dann, wenn diese unseren Bildern und Klischees widersprechen, verwundern, Fragen aufwerfen...
Die Interviews und die Aufnahmen wurden im Sommer 2003 gemacht - entgegen möglicher Erwartungen spielte der Irak-Krieg in den Gesprächen zu diesem Zeitpunkt keine dominierende Rolle.

Eintritt immer frei!

Djäzz (Börsenstr.11 - Duisburg-City)

Bei Fragen, Diskussionsbedarf schaut auf:
www.indykino-du.de.be

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