Buchtip: Globalisierung als Herrschaftsdenken

WI 05.08.2004 19:58 Themen: Freiräume Gender Globalisierung Medien Ökologie
Der neoliberalen Globalisierung liegen Rationalitätsmuster zugrunde, die weder neu noch liberal sind, schreiben Christine Katz, Christa Müller und Uta von Winterfeld in "Globalisierung und gesellschaftliche Naturverhältnisse". Dies gilt für herrschaftliches Denken über Natur ebenso wie für den Zugriff auf Naturgüter.
Gleichzeitig werden reproduktive Potenziale, seien es die der Natur oder die der Menschen, ausgeblendet bzw. als stille Ressource ver-, aber nicht bewertet. Mit Blick auf Landnutzung und Livelihood stellen die Autorinnen daher den Absolutheitsanspruch eines weltweit entfesselten Marktes in Frage, weil dieser Möglichkeiten eigener, der Lokalität gemäßer Naturnutzung untergräbt. Sie kommen zu dem Schluss, dass, wenn immer mehr Menschen ihrer ortsgebundenen Produktionsmittel beraubt werden, sich Gesellschaften nicht von innen heraus tragfähig entwickeln können. Das Papier wird ergänzt mit südafrikanischen Erzählungen von Juliane Grüning,
Verena Brinkmann und Tanja Mölders.

Download (600 kB):
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen

Noch mal Begriffsklärung

Info 06.08.2004 - 20:49
Da es immer wieder zu Begrifssverwirrungen kommt, vielleicht noch mal zusammengefasst:

"Liberal" als politischer Begriff hat eine andere Bedeutung als der ökonomische Begriff "liberal". U.U. stehen sich beide Begriffe sogar widersprüchlich gegenüber.

Bei Wikipedia heisst es zum ökonomischen Liberalismus-Begriff: "Ökonomisch legen Liberale großen Wert auf privates Eigentum, da nur dieses die Freiheit des Einzelnen gewährleisten könne. Begründungen dafür können entweder naturrechtlichen Argumentationsmustern folgen oder primär auf die Effektivität eines auf Privateigentum basierenden Gesellschaftssystems verweisen."
 http://de.wikipedia.org/wiki/Liberal

Neoliberalismus meint dagegen ein bischen was anderes:  http://de.wikipedia.org/wiki/Neoliberalismus

Oft werden die Begriffe verwischt, was für Verwirrung sorgt. "Globalisierung" im ökonomischen Sinne ist eine bestimmte Form der Umsetzung neoliberalier Ideologien und hat nichts mit dem allgemeingebräuchlichen Globallsierungsbegriff zu tun...

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 3 Kommentare

??

li 06.08.2004 - 12:24
Seit wann kommen Buchrezensionen, respektive eine Buchanpreisung, auf die Indy.de Startseite? Widersprciht dies nicht eindeutig den Moderationskriterien?

Niemals Startseite

13:50 06.08.2004 - 14:52
Wäre ich Mod gewesen, hätte ich sowas niemals auf die Startseite gesetzt, zumal es sich hier eindeutig um eine stark verkürzte Kapitalismuskritik handelt wie man sie bei Attac erwartet, siehe "neoliberale Globalisierung".

ojeee der antiattac-reflex

war poulantzas eine frau??? 06.08.2004 - 17:42
hat wieder zugeschlagen. wer das buch noch nicht gelesen hat, sollte nicht behaupten, hier würde verkürzte kapitalismuskritik abgefeiert, nur weil der/die rezensentin von "neoliberaler globalisierung" spricht. im gegenteil. die positionen von katz, müller & co beziehen z.b. auch die geschlechterperspektive ein, die die staats- und regulationstheoriemacker des öfteren systematisch ausblenden. oder ist sonst etwa je die rede davon, wie es im globalisierten nationalstaat um die reproduktionsarbeit bestellt ist, welche funktionen der staat an dieser stelle aufgibt, welche er verschäft, und wie sich gerade auch in dieser beziehung das gesellschaftliche kräfteverhältnis bewegt ??!