Rote Flora in Hamburg durchsucht!

Blumenkinder 20.07.2004 20:55 Themen: Freiräume Repression
Heute gegen 18.30 hat eine Hundertschaft der Polizei die Flora auf der Suche nach de neuesten Ausgabe der ZECK durchsucht!
Eine Hundertschaft der Hamburger Bereitschaftspolizei hat heute am Dienstagabend gegen 18.30 die Rote Flora durchsucht. Laut Duchsuchungsbeschluss ging es um die Beschlagnahme der neuesten Nummer der ZECK, dem Info aus der Flora. Konkreter Anlass war die Dokumentation eines der ZECK zugesandten Beitrag, in dem angeblich zu einer Straftat aufgerufen wird (§ 111 StGB). In dem Beitrag sind die Adressen desjenigen Hamburger Abschleppunternehmens dokumentiert worden, das bei der Bambule-Aktion "Einmal im Leben pünktlich sein" im April diesen Jahres bei der Straßenbesetzungsaktion an der Hafenstraße die Polizei bei der Räumung der Blockade tatkräftig unterstützt hatte. Es handelt sich um die Firma "Schröder-Hamburg", die einmal an ihrem Hauptsitz an der Autobahnauffahrt Allermöhe (A 25) im Dwengerkamp 4 (Gebäude mit dahinterliegendem, eingezäunten Fuhrpark in einer Sackgasse, kombiniertes Wohn- und Bürogebäude)und an der Filiale in der Kieler Str. 499 (an de Autobahnabfahrt, direkt an der straße liegendes Gebäude, dort gibt es auch Garagen, innerhalb des umzäunten Areals befidnen sich aber auch andere Firmen)Abschleppfahrzeuge bereithält.
Zum Zeitpunkt der Durchsuchung befand sich niemand im Gebäude (Sommerloch...) Die Schergen haben die Vokü im EG aufgebrochen und aus alle dort vorhandenen ZECKS den inkriminierten Artikel entfernt.
Ob parallel möglicherweise weitere DFurchsuchungen stattgefunden haben ist noch nicht klar.
Aus gut informierten Kreisen verlautet, dass die Flora sich morge mit einer eigenen Erklärung/Infos öffentlich melden wird.
Augen auf!
Anna und Arthur haltens Maul!
Bambule kommt, alle Bauwagenplätze in Hamburg und anderswo bleiben!
Schröder-bschleppdienst in die Verschrottung!
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Ergänzungen

Na dann wollen wir mal

O. 21.07.2004 - 08:08

Die spinnen, die Bullen

Günther, der Treckerfahrer 21.07.2004 - 15:00
Die Aktion dürfte wahrscheinlich so eine Art "Retourkutsche" (oder heißt das dann Retourwanne?) der Bullen sein, weil sie beim Bambule-Aktionstag in der Hafenstraße, bei dem ja später die Bauwagen abgeschleppt wurden, so überrascht worden sind und dafür von der bürgerlichen Presse ja auch einen drauf bekommen haben, die "Blöd" zum Beispiel schrieb damals von einer Blamage der ahnungslosen Polizei.Allerdings dürften sie sich damit keinen Gefallen getan haben, denn viele Bekannte von mir wurden erst so auf den Artikel über das Abschleppunternehmen aufmerksam...

Auch ein möglicher Grund:

Eduard Zimmermann 21.07.2004 - 16:52
Die Aktion könnte auch in Verbindung stehen mit dieser Meldung, die ich auf den Internetseiten der Polizei Hamburg gefunden habe (ja, genau genommen ist das jetzt ein Crossposting; aber das ist mir in diesem Fall egal):

Fahndung nach terroristischer Vereinigung

Der Generalbundesanwalt (GBA) stuft die Gruppierung "autonome zelle - in gedenken an ulrike meinhof" als terroristische Vereinigung ein. Die Ermittlungen im Zusammenhang mit der Anschlagsserie im Raum Hamburg/Norderstedt werden unter Leitung des Generalbundesanwaltes durch die Landeskriminalämter Hamburg und Schleswig-Holstein sowie das Bundeskriminalamt intensiviert!
Sachverhalt:
Beginnend im Jahre 1999 verzeichnet die Polizei bis heute 22 Anschläge gegen Objekte und Personen. Zu diesen Straftaten bekannte sich die Gruppierung "autonome zelle - in gedenken an ulrike meinhof".
Erstmals trat sie durch eine Sachbeschädigung an einem Bankgebäude in Hamburg am 02.06.1999 strafrechtlich in Erscheinung. Ihre Aktivitäten gipfelten nach einer Reihe weiterer Straftaten in einem Anschlag auf die Polizeistation Bönningstedt, bei dem die Täter die Lebensgefahr des Stationsleiters und seiner Familie billigend in Kauf nahmen. Mittlerweile beläuft sich der Gesamtschaden auf über 200.000 Euro.

Im Pressearchiv können Sie sich über die fortlaufende Presseberichterstattung zu den Straftaten der Gruppierung informieren.

Die Taten der terroristischen Vereinigung sind im Einzelnen auf einer Karte für Sie dargestellt.

Weiterhin ist beabsichtigt, ein Täterprofil nach einer umfassenden Auswertung einzustellen.

Aktuelles und Fragen der Polizei - Stand: 15.07.2004

Hinweise bitte an:
Landeskriminalamt Schleswig-Holstein
Dezernat 300 - Staatsschutz

Deshalb gilt auch weiterhin:

Anna und Arthur halten das Maul!

Presseerklärung der Roten Flora

Rote Flora 22.07.2004 - 00:54
Presseerklärung der Roten Flora zur Beschlagnahmung der Zeck

Am 20.07.04 gegen 18:00 Uhr verschaffte sich die Hamburger Bereitschaftspolizei Zugang zur Roten Flora. Nach dem Aufhebeln der Eingangstür drang eine unbekannte Anzahl von ihnen in die Flora ein und zerstörte das Schloss an der Volxküche. Dort beschlagnahmten sie aus 29 Exemplaren der ausliegenden aktuellen Ausgabe der Zeck, aufgrund einer Dokumentation auf Seite 6, die entsprechende Doppelseite. Auf dieser Seite wurde auf das an der Räumung der im Mai diesen Jahres stattgefundenen Blockade der St. Pauli-Hafenstraße durch ca. 100 Bauwagen ("Einmal im Leben pünktlich sein") beteiligte Abschleppunternehmen hingewiesen. Der Artikel wird von Seiten der Staatsanwaltschaft als "Aufforderung zur Straftat" gewertet.Während der Polizeiaktion in der Flora wurden mehrere Wasserwerfer und Räumpanzer in der Nähe des Gebäudes bereitgehalten. Nach der Beschlagnahmung der entsprechenden Seiten zog sich die Polizei aus der Roten Flora zurück.Zeitgleich fanden Beschlagnahmungen der Zeck in einer Kneipe, dem Buchladen im Schulterblatt und im Büro der "Schwarzen Katze" statt.
Zwar waren Exemplare der Zeck schon häufiger Gegenstand einer Kriminalisierung und wurden beschlagnahmt, jedoch drang die Polizei zu diesem Zweck noch nie in die Flora ein. Wir werten diese Aktion als weiteren Versuch, linke Medien in dieser Stadt einzuschüchtern und zu kriminalisieren.Wir werden uns von einer solchen Vorgehensweise der Hamburger Polizei nicht einschüchtern lassen. Die Zeck ist und bleibt das unabhängige Medium aus der Roten Flora.
Plenum der Roten Flora, 21.07.2004