demo gegen abschiebungen in northeim

bleibrecht überall 11.07.2004 15:31 Themen: Antirassismus
ungefähr 200 leute haben am donnerstag, 8.juli, in northeim gegen die abschiebepolitik der kreisbehörde demonstriert. seit drei jahren geht in northeim der bleiberechtskampf libanesischer bürgerkriegsflüchtlinge.
in der kleinen fachwerkstadt northeim erwartet mensch auf den ersten blick nicht, was sich bei näherer betrachtung offenbart. auffällig ist wohl das kreishaus: als 10-stöckiger bau inmitten der altsdstadt, überragt es auffällig - und für viele northeimerInnen wohl auch drohend - die stadt. hier sitzt die ausländerbehörde mit einem ganzen stab von ordnungswahnsinnigen beamten, die mit allen rechtstaatlichen mitteln seit drei jahren versuchen, 120 menschen aus dem libanon in die türkei abzuschieben. was anfangs so schön nach aller kunst der ausgrenzung und entrechtung geplant war, verwirklichte sich für die engagierten beamten und politischen funktionsträger als keines stalingrad: vor drei jahren wurden die flüchtlinge als “scheinlibanesen” und “asylbetrüger” öffentllich vorgeführt. so sollte die grundlage geschaffen werden, um die abschiebungen der familen, die seit bis zu 20 jahren in northeim leben öffentlich durchsetzbar zu machen. gegen diese ankündigung kam es allerdings zu protesten, die seit drei jahren jede abschiebung verhindert und immer wieder den behördlichen rassismus in northeim auf der strasse angeprangert haben.

die demo richtete sich gegen die neuen versuche der behörde, abzuschieben. vor einem monat versuchte ein überfallkommando der polizei, zwei mitglieder einer familie, zur abschiebung abzuholen. der versuch schlug fehl, weil ein 22jähriger mann zu dem zeitpunkt nicht zu hause war. trotz laufender petition wurde er zur fahndung ausgeschrieben.

ein grund für die betroffenenen und solidarische leute nach zwei jahren der relativen ruhe in northeim auf die strassen zu gehen und ihren widerstand bei erneuten abschiebeversuchen öffentlich anzukündigen.

den anfang der demo machte der wohl lautstärkste block mit 40 kindern. die sprüche der demo: von “wir bleiben hier”, “nazis morden, der staat schiebt ab..” zu “kein mensch ist illagal - bleibrecht überall”. zumindest für die cops war die kundgebung vor dem kreishaus der höhepunkt des tages. schon stunden vor der demo wurde das haus abgesperrt, zugangskontrollen und streifen in der umgebung eingerichtet. ruhe und ordnung sollten in den büros der schreibtischtäter nicht gestört werden. (wohl sensibilisiert durch mehrere go-ins, die in es dort in der vergangenheit gegeben hatte) diesmal wurden keine appelle oder unterschriftenlisten abgegeben, sondern klar gemacht, dass die behörden mit noch mehr und entschlossenerem protest und widerstand zu rechnen haben, falls erneut eine abschiebung versucht wird. über ein offenes mikrophon bekamen die schreibtischtäter gnich, berkan und ihr chef wickmann immer wieder zu hören, was auf der strasse so über ihre politik gedacht wird...

keine abschiebung der libanesischen bürgerkriegsflüchtlinge in northeim und anderswo: wer bleiben will, soll bleiben!

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Ergänzungen