Übergriff auf Antifas / RBB berichtet

Christina DeClerq 09.07.2004 15:39 Themen: Antifa
In der Nacht vom 1. zum 2.7.04 wurden zwei Antifas in Berlin-Niederschönhausen von drei vermummten Nazis angegriffen, während sie Aufkleber der "Vereinten Nationalisten Nordost (VNN)" entfernten.
Die Neonazis, die den VNN zugerechnet werden können, schlugen mit Teleskopschlagstöcken auf die Antifas ein, die sich nur durch Flucht retten konnten.

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg berichtete in der Sendung "Abendschau" vom 8.7.04 über den Übergriff und die erneuten Aktivitäten von VNN und NPD im Berliner Nordosten.

Link zum RBB-Bericht [realmedia-stream]:  http://www.sfb.de/fernsehen/abendschau/rm/20040708.ram?start=14:09.3&end=18:16.4

Link zu Hintergrundinfos zu den VNN:
 http://de.indymedia.org/2004/06/86553.shtml

Presseerklärung der AANO zu den Vorfällen:

Vereinte Nationalisten Nordost -
altbekannte Neonazi-Kader in Aktion.

Wie gestern auch die RBB-Abendschau (siehe weiter unten) berichtete, wurden in
der Nacht vom 1. zum 2. Juli zwei Personen von Neonazis überfallen. Die Täter
können den Vereinten Nationalisten Nordost (VNN) und deren Umfeld zugerechnet
werden. Die Autonome Antifa Nordost [AANO] Berlin hatte im vergangenen Monat in
einer Pressemitteilung auf diesen neuen Organisationsansatz lokaler
Rechtsextremisten hingewiesen.
Bisher waren die VNN hauptsächlich mit einem Transparent auf der bundesweiten
Neonazi-Demonstration am 1.Mai in Berlin, sowie Aufklebern aufgefallen. Auf den
Aufklebern, die derzeit massiv im gesamten Berliner Nordosten verklebt werden,
fordern die Neonazis unter anderem eine "National befreite Zone" und greifen
die Jugendfreizeiteinrichtung Kurt-Lade-Klub im Bezirk Pankow an.

In unserer erste Presseerklärung schrieben wir: Die VNN ist eine
Sammlungsorganisation in der neben NPD-Mitgliedern auch sogenannte Freie
Nationalisten aktiv sind. Einige Aktivisten sind schon seit Jahren in den
Reihen des von Stella Palau geführten Kreisverbands Pankow der NPD aktiv. Auch
im diesjährigen Europa-Wahlkampf halfen sie, z.B. beim Aufhängen von Plakaten
und beim Ausrichten von Infoständen in Pankow.
Die VNN kann bisher als ähnlicher Organisationsversuch wie die Berliner
Alternative - SüdOst (BASO) gewertet werden: eine lokale Schnittstelle zwischen
Freien Nationalisten und der NPD. Die Einbindung des Potentials welches der NPD
eher kritisch gegenübersteht und aktionistisch ausgerichtet ist, funktioniert
über solche parteiunabhängigen Organisationsformen leichter. Auch Aktionen die
den legalen Rahmen verlassen, wie zum Beispiel Anti-Antifa-Aktivitäten, werden
aus solchen Zusammenhängen heraus organisiert. Langfristig könnte es sogar zur
einer ernsthaften Alternative zur derzeit sehr schwächelnden NPD bieten. Die
Gründung der Bewegung Neue Ordnung (BNO) aus Brandenburger NPD-Kreisen heraus
und der Erfolg des Märkischen Heimatschutzes (MHS) sind Zeichen für diese
mögliche Option.

Torben Klaas, ein Sprecher der Autonomen Antifa Nordost [AANO] Berlin, erklärt
zu dem jüngste Vorfall: "Wir haben in der Vergangenheit mehrfach auf die
Gefährdung durch Organisationen wie die VNN oder die Autonomen Nationalisten
Berlin [ANB] hingewiesen. Gegen sie besteht die dringende Notwendigkeit den
antifaschistischen Selbstschutz weiter aufzubauen, sich zusammen zu schließen
und kontinuierlich zu organisieren. Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht
kämpft, hat schon verloren. Die Neonazis werden sich im Nordosten nicht
widerstandslos ausbreiten!"

Autonome Antifa Nordost [AANO] Berlin
09.07.2004

Link zur ersten Presseerklärung der AANO "VNN-Neuer Name, altbekannte Kader":
 http://germany.indymedia.org/2004/06/86134.shtml
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Ergänzungen

klingt komisch

dd 09.07.2004 - 17:48
was waren denn für verletzungen?

BASO

TAG 10.07.2004 - 14:42
Die BASO ist wohl keine Zweigstelle zur NPD. Sie hat sich im regionalen Bereich von Berlin-Treptow/Köpenick als eigenständig etabliert.
Leider mit Erfolg, die Jugend "strömt" in deren Richtung und die Berliner Alternative Süd-Ost bietet denen eine Redeplattform.
Man muss dort endlich mal aufwachen, es kann nicht sein, dass eine Nazi Organisation als Ansprechpartner für die Jugend dient!


Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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hallo antifa-germanen!

fight the power! 09.07.2004 - 15:48
seit wann ist indymedia eure Abladestelle für Presserklärungen? Naja, wir sehen uns dann am Samstag in Kreubberg oder Neuköln ...

interessant

dass 09.07.2004 - 15:59
man nicht mal mehr über naziangriffe berichten kann, ohne dass ein konflikt ausbricht. offensichtlich ist die aano für einige leute keine autonome antifa mehr, sondern nur noch reine projektionsfläche für den hass auf antideutsche.

solidarität mit den opfern des übergriffs!
nazis raus aus pankow, niederschönhausen und sonstwo ...
nie wieder deutschland.

Buäh

Die Linke 09.07.2004 - 16:27
Die AANO braucht sich ja auch nicht wundern, dass niemand mehr Bock auf sie hat (ausser vielleicht Bahamas), wenn sie ständig so einen Mist verzapfen. Da nützt auch ihr Deckmäntelchen "Antifa" nix mehr. Genausowenig wie bei den Stalinisten der RIM/RK mit ihrem Deckmäntelchen "Mumia". Die meisten Leute haben auf euren Kindergarten-Schwachsinn einfach keine Lust mehr. Von einer linken Szene habt ihr euch ja schon längst verabschiedet. Ihr schreibt ja selbst immer schon über "die linke Szene", also von ausserhalb. Wegen mir könnt ihr das auch endlich mal konsequent umsetzen. Tschüssi.

@ die linke

anonym 09.07.2004 - 16:55
komische verschwörungstheorie: die aano benutzt "antifa" als "deckmäntelchen" und meint es gar nicht so ernst mit dem antifaschismus ... dafür machen die aber ne ganz gute recherche in ihrem kiez...

so werden reale inhaltliche konflikte bagatellisiert und mensch kann sich wieder ganz unreflektiert wohl fühlen im kuschelkollektiv namens "linke szene". eine linke, die ihr label als progressiv besetzt sehen möchte, kommt um eine auseinandersetzung mit sich selbst nicht drumherum. da kannst du so oft "tschüssi" oder "buäh" rufen wie du willst.

ImmerdasSelbe///

///VNN_Sucks 09.07.2004 - 17:03
@Die Linke:
Schön das hier Antifa-Gruppen über militante Angriffe von Neonazis und Antisemiten ( Angriff in Pankow oder auf dem Karneval der Kulturen) berichten und sich anscheinend immer wieder die selben Leute, nicht über den veröffentlichten Vorfall, sondern nur über die berichtende Gruppe aufregt und denunziert und sie somit den eigentlichen Vorfall in den Hintergrund rücken. Warum werden deshalb die angesprochenen Übergriffe nicht erstgenommen, anstatt sich an den immergleichen SinnlosStreiterein abzuarbeiten????

tschüssi

buäh 09.07.2004 - 17:11
ach ja, mit nationalfahnen rumzurennen hat für mich auch nichts mit antifa zu tun. ich schau mir das halt im gesamten an. und da nervt mich das bahamas-nachgequatsche ganz schön. alle anderen als "völkischen mob" zu pauschalisieren und überall antisemitismus zu sehen, ist eine ganz schöne verharmlosung oder verschleierung von tatsächlich vorhandenem antisemitismus in der linken szene.
mag ja auch bei den rks sein, dass sie ganz gute mumia-soli-arbeit machen, trotzdem habe ich kein bock auf so eine stalino-gruppe.

@vnn_sucks

Dein Name 09.07.2004 - 17:38
ich stimme dir zu. sich an dieser stelle über die gruppe, die den vorfall veröffentlicht hat, das maul zu zerreissen und nicht über den vorfall an sich zu reden bedeutet eine faktische entsolidarisierung mit denen, die von den nazis angegriffen wurden.

falsche zeit, falscher ort für antid-bashing.

warum kommt der beitrag eigentlich nicht in den antifa-bereich? hat doch alles was ein beitrag braucht. nur weil er von der aa/no kommt?

Tarn-Antifa

Anna 09.07.2004 - 17:53
Wer wie die AANO und ihre Untergruppen ("Gruppe internationale Webdienst", etc.) Leute bei Bullen denunziert und Linke (oder wen auch immer) beim Staatsschutz anzeigt und dann auch noch vor Gericht gegen die betreffenden Personen aussagt, hat in der radikalen Linken nun wirklich nichts mehr verloren... Da nutzt auch kein Deckmäntelchen mehr was.

Wer sich antideutsch gibt und nichts anderes macht als sich dem Repressionsapparat dieses - angeblich - verhassten Staates anzubiedern, hat genauso wenig etwas in "der" Linken zu suchen...

DIE AANO...

. 09.07.2004 - 18:37
... HAT SCHON RECHT WENN SIE EINE GEWISSE DISTANZ ZUR HIESIGEN "LINKEN" PFLEGT, WIE DIE VORSTEHENDEN POSTINGS EINDRUCKSVOLL BELEGEN!

-.-

Antifa 09.07.2004 - 18:39
Na hoffentlich geht da noch ein bißchen mehr als nur eine Presseerklärung.

Schade daß Anna und Arthur immer das Maul halten müssen.

Antideutsche sind ein Problem.

antideutscher, antiimperialistischer Anarcho 09.07.2004 - 19:03
Ich fühle mich lange als Teil der libertären "Bewegung" oder im gemeinen Wortschatz vielleicht auch "linken Szene". Wenn ich das Gewäsch und Auftreten der sogenannten Antideutschen und ihre Provokation ertragen muss, kocht mir die Galle über. (Gratuliere, dass habt ihr immerhin erreicht, ihr die angetreten seit die Linke zu zerschlagen) Das Problem ist, dass es ihnen gelungen ist viel zu sehr an Einfluss zu erlangen. Sachliche Diskussion wird durch ihren pauschalisierenden Antisemitismusvorwurf, ihre Angriffe auf alles "Linksdeutsche", ihre Parteinahme für Kriegsparteien, ihren Rassismus und Nationalismus und ständige Versuche unsere Abläufe zu stören unmöglich gemacht. Vernünftige Auseinandersetzung über bestimmte Themen ist inzwischen kaum noch möglich.

Ich bin der Ansicht, dass diese Bahamas - Fraktion doch einiges Porzelan zerschlagen hat.
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Ich hab mich selbst immer bemüht als politischer Aktivist nen eigenen Kopp zu machen und brauch keine Vordenker, sondern höchstens IdeengeberInnen.

Ich stand häufig genug einer breiten linken "Einheitsbreimasse" gegenüber, die irgendwelchen Führern, Moden, Kampagnen oder Denkdiktaten hinterherlief.


Ich bin der Ansicht, dass die Antideutschen viel weniger Einfluss hätten, wenn wir uns nicht immer solch schablonenhaftes Denken auferlegen lassen würden.


Lassen wir die Antideutschen und vor allem ihre Stichwortgeber doch nicht nur rechts liegen, sondern versuchen wir sie aus unseren Zusammenhängen zu drängen. Für gewisse Antifa Kreise würde es einiges zu tun geben. Es ist erstaunlich, dass sich z.B. auf  http://www.antifa-nrw.de/ einige Gruppen ohne jeglichen emanzipatorische Anspruch tummeln dürfen. Es scheint, als wollten einige Probleme hier verdrängen.

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Es verwundert mich keineswegs, wenn bei Posting einer gewissen Antifa Fraktion aus Berlin immer wieder diese Diskussion aufkommt. Das hat diese Gruppe wohl selbst zu verantworten!

ADS: "Protest gegen SozAbbau progromartig"!

Wuz 10.07.2004 - 13:08
Sich mit Leuten gegen die Nazis solidarisch zu zeigen, die Diskurse im Stil von "die Massenproteste gegen Sozialabbau haben einen progromartigen Charakter" in die antifa-Gruppen tragen, fällt äußerst schwer. Zumal diese Leute ihrerseits den Opfern des Sozialabbaus ihre Solidarität verweigern. Wer der beginnenden Bewegung gegen Sozialkahlschlag "strukturellen Antisemitismus" vorwirft und als Teil eines "Deutschen Diskurses" ansieht, verfälscht nicht nur Geschichte und verharmlost den Faschismus. Wer so argumentiert, agiert vom Klassenstandpunkt des Kapitals aus, - auch wenn das versucht wird mittels einer "Neue Heimat Europa verraten-Deutschland halts Maul!"-Rhetorik zu verbrämen. Im Grunde genommen agieren sie auch gegen die Faschisten vom Klassenstandpunkt des Kapitals aus. Sie agumentieren nämlich rein moralisch gegen die Nazis, da sie die Ursache für zunehmenden Rassismus und faschistische Gewalt in einem "Deutschen Sonderweg" also in einem speziellen "deutschen Charakter" suchen. Dem Kapital gefällt das. (Die Argumentation "Deutscher Diksurs" fügt sich überdies gut ein in den "Aufstand der Anständigen". Der ((auch)) ausgerufen wurde, weil die Welle der rassistischen Gewalt Ende der 1990 die deutsche Exportwirtschaft um ihre Profite bangen ließ.) Mit der affirmativen ADS-Rhetorik (die natürlich in Wirklichkeit nur bürgerlichen Mainstream aus dem Feuilleton der gehobenen Gazetten nachkaut) gegen die Bewegung gegen Sozialabbau, wird dem Kapital der Opferstatus "zuerkannt". Der Druck auf die Exportwirtschaft die Profite wegen der sich immer schneller drehenden internationalen Konkurenzspirale zu sichern (wird in den USA die Arbeitszeit erhöht, werden die Löhne gekürzt, - zieht Deutschland nach, usw, usw.!) wächst derzeit so stark, dass man Rassismus nicht nur toleriert sondern sogar wieder verstärkt mittels Hetzkampagnen in die Bevölkerung trägt. Dass in dieser Gesellschaft den Nazis die Rolle zukommt, in Zeiten eines verstärkten Sozialabbaus, Profitstrebens und Ausbeutung die sich anstauende Frustration in der Bevölkerung - gegen Migranten, Juden, Schwule, Roma, Antifas - und letztendlich gegen die organisierte Arbeiterklasse zu kanalisieren, DAMIT es gar nicht erst zu wirklichen Massenprotesten kommt, wird von den Bahamiten verneint. (Ganz zu schweigen von der Rolle der Gewerkschaften bei der Niederhaltung der Proteste).