Kreuzberg befürchtet Gewalt wegen "Bahamas"

PrGt 08.07.2004 17:04
Berlin. Antideutsche Gruppen wollen am Samstag in Kreuzberg und Neukölln demonstrieren. Die Anwohner seien Antisemiten. Die befürchten ihrerseits das es zu Gewaltszenen kommt. Ein Jugendklub und eine Moschee liegen auf der Demoroute. Es geht auch nach SO 36 durch die Oranienstraße.
Leider werden sie wohl die Bilder bekommen, die sie provozieren wollen. Anwohner in SO 36 befürchten Gewalt von Gegendemonstranten wenn die sogenannten Antideutschen Gruppen am Samstag durch Neukölln und Kreuzberg ziehen. Auf einem Vorbereitungstreffen der Anhänger der Zeitschrift "Bahamas" wurde das alternative Jugendzentrum "Tech" als ein Ziel der Demonstration angegeben. Auf Flugblättern bezeichnen die "Antideutschen" Kreuzberg und Neukölln als "linkes Wehrdorf". Im "Tech", im Al-Aqsa-Café, in der Moschee und in der evangelischen Kirche werde Antisemitismus verbreitet. Dagegen werde man vorgehen, wenn es am Samstag, 10.07.2004, 14.00 Uhr, vom Hermannplatz (U-Bahn Linien 7 und 8) los geht nach SO 36. Dort geht es in die Oranienstraße. Gewalt von Gegendemonstranten scheint auf dem Marsch durch Kreuzberg vorprogrammiert. Das wissen die Bahamas. So wollen die ADS es gerne haben, wenn sie unter Polizeischutz mit USA-, GB- und Israelfahnen durch die Oranienstraße ziehen. Sie schreiben: "Längst ist auch ein offenes Geheimnis, daß auf der Kreuzberger Oranienstraße, im Jugendzentrum TEK, die jüngeren RK-Genossen sich ungehindert treffen – bemuttert von Leuten, die mit ihren judenhassenden Schäfchen das veranstalten, was sie ihren Kollegen in Ostdeutschland in Bezug auf den Umgang mit der braunen Klientel vorwarfen: akzeptierende Sozialarbeit. Es ist höchste Zeit, angesichts der Zunahme antisemitischer und antisemitisch motivierter Übergriffe in Kreuzberg und Neukölln öffentlich einige Minimalstandards einzuforden. Aufrufende Gruppen: ag antifa Halle, AG „No Tears for Krauts“/Halle, Antideutsch-kommunistische Initiative [aki], Antifa Giessen, Antifa Kiel, Antifa Merseburg, Antifaschistische Aktion Dortmund [aado], anti nationale nürnberger antifa [a.n.n.a.], arbeitsgemeinschaft antifaschismus an der universität potsdam, Autonome Antifa Nordost [AANO], Berliner Bündnis gegen IG Farben, bündnis gegen antisemitismus leipzig, Bündnis gegen Antisemitismus und Israelhass/Freiburg, Chemie Yid Army, Georg-Weerth-Gesellschaft Köln, Gruppe i. Gr. Leipzig, Wahnwitz Klownsdorf, Gruppe.Internationale.Webteam [GI], Gruppe Morgenthau/Frankfurt, gruppe offene rechnungen berlin, Initiative verteidigt Israel/Kiel, IsF Freiburg, kosmopolitbüro, liberté toujours berlin, mila26/Erfurt, prozionistische Linke Frankfurt, Redaktion Bahamas, Redaktion T-34, Queer for Israel
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Ergänzungen

Artikel ist ein Fake?

iop 08.07.2004 - 18:03
Dieser Artikel ist ein Fake. Die Bahamas/AANO plant tatsächlich eine Demonstration gegen den Stadtbezirk Neukölln (deren Bewohner von der Bahamas als Nazis bezeichnet werden - Bahamas ist der Ansicht, daß Ausländer meist die wirklichen Nazis seien)...
ABER: Bis zu diesem Posting eben wusste niemand was von der geplanten Kundgebung, zu der lediglich 20 Nationale Kommunisten erwartet werden.
Dieser Artikel versucht eine gewalttätige Auseinadersetzung herbeizureden und den Konflikt mit den Nationalkommunisten zu eskalieren.

Lustige Aktion geplant

Passant 08.07.2004 - 18:24
Mit Konfetti und Karenvalsmusik wird dieser Aufruf (der in Wirklichkeit von Schlingensief und der Zeitung Titanic organisiert wurde) von den Kreuzbergern empfangen werden!
Vielleicht reihen sich auch spontan Leute ein, um für ihr Lieblingsland (Island, Taka Tuka Land) zu demonstrieren und eine lustige Flaggenparade daraus zu machen?

@iop! Keine Gewalt!

tsts 08.07.2004 - 19:05
Der Artikel will auf gar keinen Fall erreichen, dass es zu der von vielen befürchteten Gewalt kommt! Das Gegenteil ist der Fall. Was den Konflikt einiger Linker mit den Bahama-Leuten angeht, gibt es da ja wohl nicht mehr viel zu eskalieren. Im übrigen ist der Aufruf der Antideutschen die eigentliche Provokation! Aber, da die Bahamas NICHT die Nazis sind, wäre es gerechtfertigt NICHT durch Gegenaktionen zu reagieren, denn das würde nur den Schilys und Pünjers nützen. Genau das was Bürgerliche immer als Gegenmittel gegen Nazidemos raten ist in diesem Fall richtig: die Bahamaleute ignorieren, einfach machen lassen, nicht auf Provokationen reagieren und gar nicht erst in die Nähe der Idioten kommen, dann werden sie ihr Ziel - ein bestimmtes Bild von den Bewohnern Kreuzberg und Neukölln zu zeichnen - nicht erreichen. Am besten Fernseh kucken oder wegfahren!

Was ist der Sinn?

Ralf F. 08.07.2004 - 19:16
Interessanterweise läuft die Kampagne der Natioanlisten zeitglich mit der Kampagne des Berliner Senats gegen sog. "Problemkieze" an. Ausländer und Linke werden derzeit durch Medienterror und neue Gesetze unter Generalverdacht gestellt (Beispiel:  http://www.heise.de/newsticker/meldung/48956). Solche Aufmärsche sollen auch unter Linken für Zustimmung so sowas führen. "Antideutsch" als Querfrontstrategie zielt darauf ab, in linken Diskursen Rassismus, Militarismus und Sozialdarwinismus hoffähig zu machen.
Da bundesweit mobilisert wird, ist mit bis zu 100 Teilnehmern zu rechnen, darunter auch die als Schlägertruppe bekannte AANO, die immer wieder Übergriffe auf Linke macht.

Dokumentation Aufruf redaktion-bahamas.org

Kein Bahamist 08.07.2004 - 19:21
nur der Ordnung halber wird hier der Aufruf dokumentiert, dann kann sich jeder selbst ein Bild machen:  http://www.redaktion-bahamas.org/aktuell/Demo10.Juli.htm

Die aufrufenden Gruppen

informantin 08.07.2004 - 22:10
Allen Unterstützern gemein ist, dass sie aus dem Irak-Krieg unterstützenden Spektrum kommen. Die meisten unterstützten auch schon Veranstaltungen wie "Fence out Terror", die für den Bau der rassistischen Apartheidsmauer in Palästina warb.

Davon mal abgesehen hier ein paar Einzelheiten zu den Unterstützern:

Die AANO hat sich in letzter Zeit ausschließlich durch Anti-Links-Arbeit bemerkbar gemacht:
AANO zeigt Kriegsgegner bei Polizei an:  http://www.de.indymedia.org/2004/07/87035.shtml
Berlin AANO zerstört Poster gegen Sozialabbau:  http://germany.indymedia.org/2004/03/76900.shtml
Antideutsche prügeln auf linken Juden ein:  http://de.indymedia.org//2004/02/73843.shtml
Die Georg-Weerth-Gesellschaft Köln solidarisch mit rechtsextremer Pro Köln wegen deren Demo gegen Moscheenbau:  http://de.indymedia.org//2003/10/63500.shtml
Die prozionistische Initiative Frankfurt hat die Folter und den sexuellen Mißbrauch an irakischen Kriegsgefangenen gerechtfertigt.
Und die Bahamas... man kann gar nicht alles aufzählen...
Ein kleiner Überblick:  http://www.copyriot.com/sinistra/reading/features/bahamas/baha.html oder auch  http://www.copyriot.com/sinistra/magazine/sin04/abschied.html

Konkurrenzveranstaltung

Antifa 08.07.2004 - 22:23
Für alle die am Sonnabend was politisch Sinnvolles machen wollen.

Demo
Sa, 10.7., ab 15 Uhr
S-Bahnhof Oranienburg

Antifa-Demo zum 70. Todestag von Erich Mühsam - "Sich fügen heißt Lügen!"
Treffpunkt für Berliner Antifas: 13.45 Uhr S-Bahnhof Friedrichstraße

 http://www.inforiot.de/muehsam/

O-Töne

archiv 08.07.2004 - 22:41
"denn was auch immer man gegen Bahamas & co sagen mag: in puncto Antifaschismus sind sie kompromißlos"
Troll oder ahnungslos?

Lassen wir doch die "Anti"Deutschen selbst zu Wort kommen:

Pünjer in der Bahamas: "Die traditionellen Nazis sind längst von links Getriebene, deren Halbwertzeit sich immer mehr verkürzt. Deshalb werden übliche Anti-Nazi-Demos immer lächerlicher und überflüssiger. Seien wir doch ehrlich, Rassismus, der wirklich noch Rassismus genannt werden kann, also nicht die Verrücktheiten der Antira-Szene, die jede staatliche Regulierung von Zuwanderung als Rassismus geißelt, oder jeden, der das Wort Neger in den Mund nimmt, standrechtlich zusammenschlagen will, hat doch nicht wirklich eine Zukunft. Die Zukunft gehört der Ideologie des Antirassismus als menschenverachtendem globalem Massenbewußtsein, also als Fusion aus Multikulturalismus und Ethnopluralismus ... Wer das nicht sehen will, ist taub, blind und Teil des Problems."

Pankow in der Bahamas: "Nichts fürchtet der Moslem-Mann neben Alkohol und Ungläubigen mehr als Sex – jedenfalls dessen heterosexuelle Variante.."

und wieder Pünjer: "Die Behauptung, die Deutschen seien fremdenfeindlich, ist eine Lüge. Denn Fremdenfeindlichkeit ist ein Beleg für eine aufgeklärte kapitalistische Gesellschaft. In Deutschland dagegen ist man von jeher fremdenfreundlich. Und Fremdenfreundlichkeit ist das Herzstück der antirassistischen Ideologie. Insofern kann man sagen: Das deutsche Problem besteht darin, dass Deutsche traditionell eher antirassistisch sind, weil sie nämlich weniger gegen andere Rassen und Kulturen sind, sondern vielmehr für diese."

und Fallaci in der Bahamas: "Ich werde die Versammlungen nicht vergessen, mit denen die ‚clandestini’ letztes Jahr die Plätze Italiens füllten, um Aufenthaltsgenehmigungen zu erhalten. Die verzerrten, bösen, feindseligen Gesichter. Die erhobenen, drohenden, zum Einschlagen auf den, der sie beherbergt, bereiten Fäuste. Ich werde sie nicht vergessen, weil ich mich, mehr noch als ich mich beleidigt fühlte durch deren Anmaßung in meiner Heimat, verarscht fühlte von den Ministern, die sagten: ‚Wir möchten sie abschieben, aber wir wissen nicht, wo sie stecken’. Ihr Mistkerle! auf jenen Plätzen befanden sich tausende, und sie versteckten sich keineswegs. Um diejenigen auszuweisen, hätte es gereicht, sie aufzureihen, bitte-werter-Herr-setzen-Sie-sich, sie zu einem Hafen oder Flughafen zu begleiten und sie in ihre Länder zurückzuschicken. ...
Ich rief einen Polizisten an, der das Büro für Sicherheit in der Stadt leistete und sagte: Werter Polizist ..., wenn Ihr bis morgen nicht das beschissene Zelt fortschafft, dann stecke ich es an. Ich schwöre auf meine Ehre, dass ich es anstecke, und nicht einmal ein Regiment Carabinieri wird mich daran hindern können, und dafür will ich festgenommen werden. Mit Handschellen in den Knast, festgenommen. So komme ich in alle Zeitungen und Sender, die-Fallaci-festgenommen-in-ihrer-Stadt- weil-sie-sie-verteidigt-hat, und auf Euch spucken alle. Intelligenter als der Rest, entfernte der Polizist im Laufe weniger Stunden das Zelt. An Stelle des Zeltes blieb nur ein enormer und ekelerregender Schmutzfleck: das Resultat von einem über drei Monate dauernden Zeltlager."

und schließlich Wertmüller über Indymedia in der Bahamas: "In Indymedia regiert das gesunde Volksempfinden, das Zigarettenrauchen als Anschlag auf die Volksgesundheit empfindet und seine eigene verklemmte und daher zu allem Unheil bereite Sexualität energisch verteidigt und auf Täterjagd nach potentiellen Vergewaltigern geht. In Indymedia ist man so nationalsozialistisch wie David Irving oder Jörg Friedrich und so grundfriedlich wie das deutsche Volk, wenn es sich zum nationalen Aufmarsch gegen die Zivilisation in Berlin versammelt."

Wer diese Auswürfe nicht als "antifaschistisch" bezeichnet, muss wohl ein "Muslimedia-Nationalsozialist" oder ein Mitglied der "Globalisierungsgegner-SA" sein!

Antideutsche verzweifelt?

Anarcho 09.07.2004 - 03:08
Auf mich macht es eher einen verzweifelten Eindruck. Nach den Angriffen auf Antifademos und ihren Kongressen, wo sie sich als normale Bratwurstfressende deutsche Spießbürger mit Sorge um die mitteleuropäische Kultur gezeigt haben, schrumpft die Szene der Antideutschen.
Früher haben sie mit Provokation Aufsehen erregt, Aufsehen erregen war die wichtigste Praxis der Antideutschen, um sich in linke Diskurse einzuschleichen. Viele Kids und Studies, auf der Suche nach Identität schlossen sich antideutschen Sekten an (denen meist nur zwischen 2 und 6 Personen angehören)... heute provozieren die immergleichen absurden Texte und Unterstellunge antideutscher Ideologen nicht mehr. Das bringt sie zum Verzweifeln. Sie wissen, daß sie nur durch weitere Provokation und Im-Gespräch-Bleiben weiter bestehen können. Also suchen sie offene Konfrontation, versuchen gewalttätige Auseinandersetzungen zu erzeugen, indem sie zum Beispiel vor linken Zentren aufmarschieren und diese angreifen...
Wer gegen die Antideutschen die direkte Konfrontation sucht, ihnen mit Gewalt antwortet macht genau das, was Stratege Wertmüller will. Wer offenen Stress mit ihnen sucht betreibt dieselbe Praxis und kräftigt antideutsche Strukturen.

Stoppt Hetzkampagne gegen RK, Mumia-Unterstüt

ein spratakist 10.07.2004 - 18:09
Nach Attacke auf Mumia-Unterstützer beim Karneval der Kulturen:

„Antideutsche“ planen rassistischen Aufmarsch in Neukölln am 10. Juli!



Am 10. Juli wollen die so genannten „Antideutschen“ unter dem Titel „Gegen den antizionistischen Konsens“ eine rassistische Provokation am Hermannplatz im Zentrum des Berliner Immigrantenbezirks Neukölln durchführen. Geführt von den offen pro-imperialistischen Rassisten der „Redaktion Bahamas“, wollen sie nichts weniger als dem rassistischen deutschen Staat und SPD-Bluthund Schily Munition liefern für deren „Krieg gegen den Terror“ gegen die Immigrantenbevölkerung. Der Bahamas-Internetaufruf, neben anderen auch von der fehl benannten „Autonomen Antifa Nordost“ unterschrieben, beinhaltet jedes rassistische Codewort, das zu haben war. Da ist von „Hasspredigern“ die Rede, ein Begriff aus dem neuen so genannten „Zuwanderungsgesetz“ von „Rot“/Grün und CDU, mit dem jetzt Nichtdeutsche aufgrund ihrer Äußerungen abgeschoben werden können. Sie phantasieren von einer „Kiezmiliz“ in Neukölln/Kreuzberg, die angeblich eine „Zionistenfreie Zone“ geschaffen hätte – eine krasse Gleichsetzung von Immigrantenwohnvierteln und „national befreiten Zonen“, also Gegenden, in die sich kein Immigrant oder Linker mehr hineinwagen kann, weil sie von Nazischlägern verseucht sind.

Neukölln und Kreuzberg, das sind genau die Gegenden Berlins, die vom kapitalistischen SPD/PDS-Senat als sogenannte „Problembezirke“ betitelt werden, denn hier leben viele Türken, Kurden, Araber und andere ethnische Minderheiten, die von massiver Arbeitslosigkeit und sozialem Kahlschlag besonders hart betroffen sind. Genau das sind die Ziele der „Antideutschen“, die Bullen und andere Rassisten darauf hinweisen, wie man z. B. Palästinenser erkennt. Besonders arabische Immigranten waren auch die Opfer der rassistischen Rasterfahndung nach dem 11. September 2001, die vom Senat durchgeführt wurde. Was nötig ist, um wandelnde Polizeifallen wie den Bahamas-Aufmarsch am 10. Juli zu stoppen, ist eine integrierte Mobilisierung von Gewerkschaftern und Immigranten. Der ganze Sinn dieses Aufmarsches ist es, eine Macht gegen die Berliner Immigrantenbevölkerung zu entfesseln, die viel bedrohlicher als die „Antideutschen“ selbst ist: den rassistischen deutschen Staat. Die „Antideutschen“ führen solche Provokationen nur durch, weil sie hoffen, berechtigten Zorn von Immigranten und Linken auszulösen und den Bullen so eine Rechtfertigung zu liefern, diese zu verprügeln und zu verhaften.

Genau nach dieser Methode kam auch einer der Vorfälle zustande, den die Bahamas als Anlass für ihren Aufmarsch angibt. Wir waren keine Augenzeugen des Vorfalls und müssen uns deshalb auf die Erklärungen der Betroffenen stützen. Beim Karneval der Kulturen am 30. Mai beteiligte sich das Aktionsbündnis für Mumia Abu-Jamal, das von den Revolutionären Kommunisten (RK) unterstützt wird, mit einem eigenen Wagen. Ein junger Mann mit Migrationshintergrund lief neben diesem Wagen und trug ein T-Shirt mit einer palästinensischen und einer roten Fahne und der Aufschrift „Antizionistische Aktion“, eine Abwandlung des Symbols der „Antifaschistischen Aktion“ der KPD der 30er-Jahre. Dafür wurde er von mehreren „Antideutschen“ aus der Gruppe „Kritik & Praxis“ als „Antisemit“ beschimpft.

„Sich in der Überzahl wähnend, griffen sie den Träger des besagten T-Shirts zuerst verbal und dann körperlich an. Nachdem er sie mehrmals aufgefordert hat, das zu unterlassen, sie aber den Angriff fortsetzten, rief er um Unterstützung. Worauf vier bis fünf Personen, alle nichtdeutscher Herkunft, ihm zur Hilfe eilten und den Angriff erfolgreich abwehrten“ (Stellungnahme der Betroffenen des reaktionär/zionistischen Überfalls beim Karneval der Kulturen, Juni 2004).

Die „Antideutschen“ machten daraufhin das, was sie am besten können: Sie riefen die Bullen. Das Opfer (!) des Übergriffs wurde brutal verhaftet – er wurde geschlagen und gewürgt. „Nach mehreren Stunden wurde der Verhaftete mit einer Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung aus dem Polizeirevier entlassen“ (ebenda). Für die Einstellung des Verfahrens! Selbstverteidigung ist kein Verbrechen!

Mit ihren Antisemitismusvorwürfen versuchen die „Antideutschen“ alle Kritiker am zionistischen Staat Israel in die Nähe des Faschismus zu rücken, auch um weitere Übergriffe auf sie zu provozieren. Es war nicht das erste Mal, dass der T-Shirt-Träger ins Visier von „antideutschen“ Schlägern geriet, so wurde ihm auf der Tag-X-Schülerdemo gegen den Irakkrieg letztes Jahr ein halber Zahn ausgeschlagen und auf einer Antifa-Demo in Köpenick am 13. März wurden mehrere Personen wegen des gleichen T-Shirt-Motivs von einem Mob von ca. 20 „Antideutschen“ angepöbelt, bedroht und rassistisch beschimpft, wie auf indymedia (14. März) berichtet wurde: „Geht zurück nach Kreuzberg, wo ihr herkommt!“ Nun beschweren sich K&P, dass ihr Opfer diesmal nicht gewartet hat, bis sie ihm die restlichen Zähne rausschlagen, sondern nach Hilfe gerufen hat!

Eine von den „Antideutschen“ kurze Zeit später herausgebrachte Stellungnahme begann eine Kampagne, die RKs zu isolieren. Diese werden als „gewalttätige Antisemiten“ verunglimpft, die aus „linken Strukturen“ rausgeschmissen werden sollen. Es gab bereits Versuche, sie auf Grundlage dieses Schmierblattes aus linken Demos auszuschließen. Die Verteidiger des T-Shirt-Trägers denunzieren die Stellungnahme als Lügen und Verfälschungen und machen klar, dass es ihr Genosse war, der attackiert wurde. Jetzt nimmt Bahamas das als Anlass für ihre 10.-Juli-Provokation. Sie vermischen das mit einem kürzlich erfolgten tatsächlich antisemitischen Angriff auf einen israelischen Juden – damit setzen sie Antisemitismus mit Antizionismus gleich, genau wie es Joschka Fischer tut, der damit die Bourgeoisie von Auschwitz in den Augen der „demokratischen“ Öffentlichkeit weißwäscht! (über Antisemitismus und Zionismus siehe: „Holocaust, ‚Kollektivschuld‘ und deutscher Imperialismus“, Spartacist Nr. 20, Sommer 1998)

K&P hat der Bahamas eine Steilvorlage für ihren 10.-Juli-Aufmarsch geliefert, auch wenn sie nicht offiziell dazu aufrufen. Nach dem gleichen Muster haben K&P und Bahamas bei einer Provokation gegen eine Antifa-Demo in Hamburg am 31. Januar zusammengearbeitet (siehe „Hamburg: Staatsterror gegen Antifaschisten – Für Arbeiter-/Immigrantenmobilisierungen, um die Nazis zu stoppen!“, Spartakist Nr. 154, Frühjahr 2004). Außerdem ist der Bahamas-Aufruf von einer rassistischen Hetztirade gegen Mumia Abu-Jamal gekennzeichnet, den sie als „Antisemiten“, der „zum Mord an Juden“ aufruft, verleumden. Dieser Angriff auf Mumia, ein schwarzer Journalist, der unschuldig in der Todeszelle in den USA sitzt, zeigt klar, dass „Antideutsche“ wie Bahamas nichts mit der Linken zu tun haben. Das ist die Art von Dreck, die man von der „Fraternal Order of Police“, der rassistischen Bullenbruderschaft in Pennsylvania erwartet, die Mumia tot sehen wollen! Bahamas Hass auf Mumia spiegelt den Hass der amerikanischen Bourgeoisie auf die schwarze Bevölkerung wider.

Die „antideutsche“ Kampagne gegen die RK und Mumia-Unterstützer findet beunruhigende Akzeptanz und Unterstützung (implizit und explizit) bei Teilen der Autonomen, auch bei denjenigen, die den Rassismus und Pro-Imperialismus der Bahamas ablehnen. In einer ekelhaften Kapitulation vor der rassistischen Kampagne hat das (ehemalige?) Antifa-Zentrum Köpi ein Mumia-Solidaritäts-Konzert am 11. Juni abgesagt, weil sich das Aktionsbündnis für Mumia Abu-Jamal nicht von dem „Antizionistische Aktion-“T-Shirt distanzieren wollte. In einer Stellungnahme zur Absage des Konzerts gehen sie soweit, den „antideutschen“ Angriff zu rechtfertigen: „Wer derartige Symbole trägt, riskiert halt, was auf’s Maul zu kriegen!“

Dass Linke die Verteidigung von Mumia Abu-Jamal sabotieren, ist wirklich verabscheuungswürdig! Er ist ein mutiger ausgesprochener Gegner von rassistischer und imperialistischer Unterdrückung. Wir Spartakisten haben seit ca. 15 Jahren aktiv dafür gekämpft, seinen Fall international bekannt zu machen, vor allem um die Macht der Arbeiterklasse für seine Befreiung zu mobilisieren. Für Hintergrundinformationen empfehlen wir die Broschüre „Mumia Abu-Jamal Is an Innocent Man!“ (September 2001) des Partisan Defense Committee, die Beweise für seine Unschuld dokumentiert. Freiheit für Mumia! Weg mit der rassistischen Todesstrafe!

Andere autonome Gruppen unterstützen die Hexenjagd, indem sie helfen, die RKs aus Antifa-Bündnissen und ähnlichem auszuschließen, ihre Unterschrift unter das „antideutsche“ Statement setzen, oder einfach durch bedrücktes Schweigen. Die Autonomen und Linken, die vor der „antideutschen“ Kampagne kapitulieren, sind vor allem durch die Darstellung der „Antideutschen“, die RKs seien gewalttätige „Antisemiten“ und „Messerstecher“, in Hysterie verfallen. Sie tun dies weil sie die „Antideutschen“ noch immer als einen Teil der Antifa-Linken sehen und nicht als das was sie sind, gewalttätige Rassisten im Dienst der Bourgeoisie von Auschwitz. Die „antideutsche“ Kampagne ist ein perfide eingefädelter Appell an rassistische Vorurteile. Sie hetzen wie der Staat und die Springerpresse gegen arabische und türkische „Streetgangs“. Wir haben nur Verachtung für diejenigen übrig, die so wenig Rückgrat haben, dass sie vor dieser widerwärtigen rassistischen Demagogie kapitulieren!

Wie schon gesagt, kennen wir nicht alle Details des Vorfalls auf dem Karneval der Kulturen. Aber wir müssen gar nicht jede Einzelheit kennen, um zu wissen, wer die „Antideutschen“ sind und was ihre Geschichte ist! Die „Antideutschen“ sind keine Linken, sondern Unterstützer der US-geführten kolonialen Besatzung des Iraks und des zionistischen Staatsterrors gegen die Palästinenser. Sie sind rassistische Helfershelfer für den „Krieg gegen den Terror“ der SPD/Grünen-Regierung des deutschen Imperialismus gegen die muslimische Minderheit und alle Immigranten. Wie wir in „‚Antinationale/Antideutsche‘: Schlägertrupps für SPD/Grünen-Regierung!“ (Spartakist Nr. 152, Herbst 2003) aufgedeckt haben, kassieren einige „antideutsche“ Gruppen Geld vom deutschen kapitalistischen Staat. Wiederholt haben sie linke Gegner von israelischem Staatsterror attackiert. Wir selbst waren Ziele physischer Angriffe, als „antideutsche“ Schlägertrupps vor einem Jahr zwei unserer Veranstaltungen an der Humboldt-Uni angriffen und uns als „Antisemiten“ diffamierten. Die Zionisten behaupten, die Palästinenser gegen israelischen Staatsterror zu verteidigen sei „antisemitisch“. Was sie an uns besonders hassen ist, dass unsere internationalistische Position diese Lüge zunichte macht: Wir kämpfen für die Perspektive einer arabisch/hebräischen Arbeiterrevolution gegen Israels kapitalistische Herrscher. Im Rahmen des Kapitalismus gibt es keine gerechte Lösung, wenn zwei Nationen, wie in Israel/Palästina, ein und dasselbe Territorium für sich beanspruchen. Entweder unterdrückt die zionistische Bourgeoisie die Palästinenser, oder die Bedingungen der Unterdrückung kehren sich um. Am 3. Juli 2003 mussten wir unsere Veranstaltung abbrechen und verlegen, weil sie eine Rauchbombe zündeten und die Bullen riefen. Als Antwort darauf haben wir eine Gegenkampagne gestartet, um uns und die Linke zu verteidigen, wir appellierten an andere Linke sich solchen Angriffen entgegenzustellen, und entlarvten den wahren Charakter der „Antideutschen“, um sie politisch zu isolieren.

Als Trotzkisten haben wir grundsätzliche politische Differenzen mit den maoistischen/guevaristischen RKs, aber wir stehen auf dem Prinzip der nichtsektiererischen Verteidigung innerhalb der Arbeiterbewegung und Linken: „Ein Angriff auf Einen ist ein Angriff auf Alle!“ Die „Antideutschen“ sind eine wirkliche Bedrohung für Linke und Immigranten und wir sind für das Recht der RKs und anderer, sich gegen Angriffe der „antideutschen“ Provokateure zu verteidigen. Wie man an ihrer pogromartigen Ankündigung für den 10. Juli sieht, wird das Ziel der „Antideutschen“ jedes Mal breiter, wenn ihnen eine Provokation gelungen ist: Sie richtet sich neben Immigranten und Linken in Neukölln/Kreuzberg auch gegen die reformistische Tageszeitung junge Welt und den liberalen Grünen-Abgeordneten Ströbele. Nieder mit „antideutschen“ Angriffen auf Linke und Immigranten! Stoppt die Hetzkampagne gegen RK und Mumia-Unterstützer! Nieder mit dem rassistischen „Krieg gegen den Terror“! Volle Staatsbürgerrechte für alle, die hier leben! Verteidigt die Palästinenser gegen israelischen Staatsterror!


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