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Llegeix la notícia sencera... 16.06.2004 20:33 Themen: Freiräume Globalisierung Soziale Kämpfe
Das Forum Barcelona 2004 präsentiert sich selbst mit dem Motto "Ein Treffen, das die Welt bewegen wird".
Es ist kein Zufall, dass der Stadtrat von Barcelona auf das Thema der Bewegung zurückgreift. Die haben sie uns schon andere Male geschenkt, mit Werbeslogans wie "Tots movem Barcelona" ("Wir alle bewegen Barcelona", Transportmittel Barcelona) oder einfach "Barcelona: no paris" ("Barcelona: halt nicht an"). Die Verwaltung Barcelona hat die Besessenheit der fortwährenden Bewegung, wie der Bürgermeister Clos schon vor einigen Jahren vorwegnehmend erklärte, die Bevölkerung müsse sich an die Tatsache gewöhnen, dass die Stadt eine permanente Baustelle sein werde. Die Bewegung geht weiter, die nichtzustoppende Aktivität, die Mobilisierung der Bürgerschaft, ihre Einbeziehung in die Funktion dieser Maschine, scheint heute die Idee zu beschreiben, die die "Agenten" von Barcelona im Kopf haben.

Der klassische Faschismus war eine politische Bewegung, um die totale Bewegung des Volkes herum errichtet. Man mobilisierte die Bürger in der Erlangung der Ziele des totalitären Regimes.
Die einzige Partei, ihre Jugenden, die Gewerkschaft, die Organisationen der Frauen, das Rekrutieren für Militär und Arbeit, alle Energien der Bevölkerung mobilisierten sich. Und sie mobilisierte sich auf bewusste Art und wissentlich in Richtung Tod: der Krieg, die kaiserliche Expansion, die Zerstörung der "Andersartigen", die politischen Säuberungen...

Alle Individuen mussten bereit sein, sich für den totalitären Staat zu opfern, bis zum letzten Tropfen Blut, gemäss einer Militärhymne. Die totale Mobilisierung der Bevölkerung nahm die Form der Waffenfabrik, der Kaserne, der Kriegsfront, des Konzentrationslagers an und die verfolgten Ideale waren Ideale des Todes.

Der postmoderne Faschismus errichtet sich auch um die totale Mobilisierung der Bevölkerung herum. Aber, unterschiedlich als beim klassischen Faschismus, dreht sich diese Mobilisierung nicht um Ideale des Todes, sondern des Lebens. Man versucht die Bevölkerung durch Verteidigung einiger offensichtlicher, schwer zurückweisbarer Ideale zu mobilisieren: die Ökologie, der Dialog, die Beteiligung der Bürger... Das grosspurige Gespräch des klassischen Faschismus wurde durch das politisch korrekte Gespräch ersetzt.

Aber das Ziel ist immer das gleiche: die Bevölkerung mobilisieren, die Energiereserven mobilisieren, um sie in der grossen Maschine der Wirtschaft zum Produzieren zu bringen. In Handbüchern und betrieblichen Organisationsstrukturen kann man Dinge im Stil "es ist nötig den Betrieb neu zu organisieren, mit dem Ziel all dieses Energiepotential, Wissen und Intelligenz, die die Arbeiter verheimlichen zu mobilisieren; es handelt sich darum, dass die Arbeiter sich komplett mit den Zielen des Unternehmens identifizieren und sich in ihm verwickeln.

Das Unternehmen geht heute über die Grenzen der Fabrik oder des Büros hinaus. Eine ganze Stadt kann heute wie ein grosses Unternehmen funktionieren, eine grosse Firma, in der man die Grenzen zwischen Zeit und Leben beseitigt, in der jeder Augenblick unserer Alltäglichkeit einen Wert zum Wirtschaftssystem hinzufügt. Ein grosses Unternehmen, an das wir unser Wissen und unsere Zuneigung abgeben und das wir nur schwer boykottieren können. Die Gesten unseres alltäglichen Lebens reproduzieren und ernähren also diese Gesellschaft.

Barcelona ist ein Pionier-Experimentierfeld in diesem Sinne. Barcelona ist ein Stadt-Unternehmen. Es ist nicht nur ein Platz zum Leben, sonderen ein Produktionszentrum. Und nicht nur ein Produktionszentrum fortschrittlichem Tertiärs, sondern ein Ort an dem man die Formen der neuen Wirtschaft, der nicht materiellen Produktion erprobt, die all unsere Leben in ihren Dienst stellt. Jetzt produzieren die bezahlten Arbeiter schon nicht mehr nur einen Wert, während ihrer Arbeitszeit. Arbeiter, Arbeitslose, sowohl die Einbezogenen, als auch die Ausgeschlossenen des Arbeitssystems , alle produzieren jetzt Wert mit jedem alltäglichen Akt und jeder Geste ihres Lebens und man strebt danach, dass wir alle unsere Intelligenz, unsere Zuniegung, unsere Wünsche einbringen, um jeden Tag diese traurige Ordnung zu ernähren und zu reproduzieren. In dieser Stadt erhält dieses Design den Namen der "Marke Barcelona". Barcelona ist nicht nur ein Modell der Geschäftsführung der Metropole, nicht nur ein
Stadt-Unternehmenm das alle Bewohner zum Produzieren bringen will, es ist eine Marke und so wie diese Marke muss sie sich öiffentlich bekannt machen und verkaufen.

Das Forum Barcelona 2004 ist der Werbespot, der versucht die Marke Barcelona zu verkaufen. Die Stadt des Design, die moderne Stadt, die Stadt des Friedens, die Stadt des Bürgersinns, die Stadt der Beteiligung, am Ende die Stadt des Geschäfts, in der die Dummheit sich in Geld verwandeln kann und das Geld in mehr Dummheit.

Nach der Zerstörung der Zwillingstürme in NewYork, am 11.September 2001, bestätigte ein städtischer Werwaltungsagent, dass das Forum 2004 nötiger dennje wäre. Offensichtlich. Die Lüge war nötiger denn je. Nach der Zerstörung der Twin-Towers setzte man die Form ein, die der Staat in dieser neuen Etappe annimmt: der Kriegsstaat. Sie haben uns gesagt, dass wir seitdem in einem globalen Krieg leben, permanent gegen unsichtbare Feinde, die sich ihrer Gattung nach Terroristen nennen und Terrroristen können wir, im angebrachten Moment, alle sein. Ein Krieg, den wir laut dem amerikanischen Vizepräsidenten Cheney, alle haben anfangen sehen, aber keiner der heute Lebnden wird ihn enden sehen. Ein Krieg, der nicht nur in Afghanistan, im Irak oder wo es das nächste Kapitel trifft, stattfindet, sondern den wir auch in unserer beispielhaften und superhippen Stadt leben. Wir leben alle einen alltäglichen Krieg: den Krieg der Arbeitsunsicherheit, der Einsamkeit, der Traurigkeit, der Machtlosigkeit,
der Spekulation, des Verfolgens derjeniger ohne Papiere, der Kontrolle, der Videoüberwachung.

Die Moderne war eine Epoche, die sich durch den Glauben an den Sieg des menschlichen Verstands, auf der Suche nach einer besseren Welt charakterisierte. Die politischen Utopien, die grossen Emanzipationsgespräche, der Glaube an die wissenschaftlich-technische Entwicklung, stellten ein sich auf den geschichtlichen Horizont von Wechsel und Fortschritt fokussierendes Modell dar.

Die französische und sovietische Revolution waren Meilensteine des gleichen Weges des Vormarsches in Richtung bessere Zukunft: die Menschlichkeit, geführt von ihrem alleinigen Grund, war eingeschifft in einem historischen Ziel, der ständigen Verbesserungg und des Fortschritts und die Erschaffung einer besseren Welt war nur eine Frage der Zeit. Das was die Postmoderne, in die wir eingetreten sind, charakterisiert, ist das Ende dieses Projekts. Man glaubt nicht mehr, dass die Menschheit ein eindeutiges Schicksal der ständigen Verbesserung und des Fortschritts habe, man glaubt nicht mehr, dass die Erlangung einer besseren Welt ein unvermeidbarer historischer Prozess sei. Die grossen politischen Projekte des Wechsels und der Veränderung sind gestorben. Die Horizonte der Revolution sind verschwunden. Der Kapitalismus scheint sich in einer Art der ewigen Jugend installiert zu haben und der gesunde Menschenverstand sagt uns allen, dass man auch auf lange Sicht keine glaubwürdige Alternative
kommen sieht. Das Ende der Geschichte. Wenn einige das Motto "Eine ander Welt ist möglich" erfinden, ist wann man uns die innerliche Überzeugung davon, dass es keine andere Welt als diese gibt, aufzwingt. Angesichts der Lichter der Moderne, in der die geschichtliche Entwicklung und ihre Etappen klar zu sein schienen, und man alles mit den mächtigen Scheinwerfern der Sozialwissenschaften und der politischen Projekte bestrahlte, befinden wir uns heute in der Nacht, in einer langen und eiskalten Nacht, von der wir nicht wissen, wann sie enden wird. Aber diese Nacht muss mit den Lichtern der Messe beleuchtet werden, denn die Schaufenster der Geschäfte müssen ihre Produkte vorzeigen.

Diese bewaffnete Globalisierung muss sich mit den Farben des Regenbogens tönen, um ein wenig sympathischer zu erscheinen. die Macht muss einen sozialen Konsens erschaffen, um zu konstruieren, dass wir in der besten der Welten leben. Die Revolution ist schon nicht mehr möglich, der soziale Wechsel nicht nötig, wir leben schon in einer schönen Welt der Farben. Das ist das, was das Forum Barcelona 2004 uns zu sagen kommt.

Die kulturelle Vielfalt. Eine Stadt, in der die Immigranten ohne Papiere ohne Erbarmen erfolgt weden. Eine Stadt, deren linker Stadtrat eine Immigrantenjagd in den Strassen organisierte, um sie zu vertreiben. Eine Stadt, in der sie Gebäude niederreissen, damit die multikulturellen Immigranten sie nicht besetzen können. Ein Land, wo die Menschen im Meer ertrinken, während sie versuchen in es zu gelangen. Die kulturelle Vielfalt des Forum ist das Feiern eines Karnevals, der grosse Karneval der Kulturen, ein Tanz der Kostüme, hergerichtet mit Gerichten exotischer Küche. Während sich ausserhalb des Geländes des Forum, ausserhalb dieser Tanzfläche des Kostúmtanzes, die Immigranten verstecken, schlecht leben, sterben. Die bestehende Entwicklung: die ewige Jutgend des Kapitalismus. Das erträgliche Leiden. Der Kapitalismus ist ständiges Wachstum, in einer beschleunigten Geschwindigkeit, immer im Versuch seine Grenzen zu beschwören.

Was ist die mögliche Höchstgeschwindigkeit der kapitalistischen Entwicklung bevor das System explodiert? Welches ist der grössstmögliche Rhytmus von kapitalistischer Ansammlungen, der grösstmögliche Rhytmus der Realisierung von Gewinn? Wenn wir gewisse Grenzen überqueren, wenn wir die Maschine zu sehr beschleunigen, wird diese explodieren. Das darf nicht geschehehn, der Kapitalismus muss ewig dauern, der Kapitalismus muss bestehend sein und das Leid, das er erzeugt, erträglich.

In den Werbepamphleten des Forum 2004 sagt man uns Dinge, wie "Ungesehenes Ereignis", "Treffen des Dialogs und des Festes", "Dazu beitragen eine bessere Welt zu kreieren", "Wirst du es verpasen?", "Ein einzigartiger Raum neuer Sensationen", "Aktivitäten für jedes Publikum", "Ein überraschender Ort gegenüber dem Meer", "Entdecke es!", "Den Eintritt vorher kaufen kostet dich weniger".

Das Wort Kapitalismus taucht im Gegenteil nicht einmal auf. Sie erzählen uns, dass dieses "Treffen" dafür da ist, um zu debattieren, wie man eine bessere Welt erschaffen kann, während sie uns sagen, dass es uns günstiger kommt, die Eintrittskarten vorher zu kaufen...
Was verkaufen sie uns in Wirklichkeit? Kann man solch einen Karneval ernst nehmen? Nicht einmal an Karneval reicht er heran, dieser armselige Tanz der Kostüme um, hinter einem Bildschirm von buntenLichtern all die Miserie dieser Ordnung der Traurigkeit zu verstecken, die sie uns aufzwingen wollen.


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Ergänzungen