Bericht von "Kein schöner Land"-Demo Pirna
500 Menschen auf der Pirna Demo.
Nazis verjagt.
Pirna gerockt.
ein Erlebnisbericht:
Nazis verjagt.
Pirna gerockt.
ein Erlebnisbericht:
Ich traf mit meiner Reisegruppe um ca. 15 Uhr in Pirna ein, um an der Demo "Kein schöner Land - linke Strukturen stärken" teilzunehmen. Wie für viele Nichteinheimischen hatte mich die Naziankündigung gelockt, die die Demo angreifen wollten. Auf die komischen Nazi-Poser, die sich nicht zu peinlich waren, Fotos von sich in Kampfmontur im Internet zu veröffentlichen, waren wir sehr gespannt.
Auf dem Weg zum Auftaktplatz waren in den Seitenstraßen vereinzelt Nazis zu sehen, war aber nix zu machen, da wir vom BGS begleitet wurden und die Nazis auf Abstand blieben.
Kurz vor dem Auftaktplatz, ließ sich dann dann ein größeres Grüppchen Nazi-Hooligans blicken, es wäre auch beinahe zur Konfrontation gekommen (bei der die Nazis mit Sicherheit den Kürzeren gezogen hätten), das scheiterte jedoch an der letztendlichen Unentschlossenheit beider Seiten. Die Bullen, die den Konfliktherd bemerkten, ritten mit ihren Pferden zielgerichtet in unsere Gruppe. Schon bei der ersten Bullenbewegung in ihre Richtung suchten die Faschos das Weite (soviel zur angekündigten Aktion gegen die Demo).
Bevor wir in die Demo durften, mussten wir uns durchsuchen lassen, das übliche halt. Dabei wurde uns von einer Auflage erzählt, die so dämlich war, dass mensch darüber hätte lachen können, hatten nicht mitdestens 40 Demoteilnehmer barfuss laufen müssen:
Springerstiefel waren auf der Demo verboten!!
(Mir wurde im Laufe der Demo erzählt, dass die Bullen mangels vergleichbarer Demos bei Auflagen für Nazidemos nachgeguckt hätten - wo das ja durchaus Sinn macht, Uniformierungsverbot und so - aber hier war das nur lächerlich)
Eine weitere Auflage (nur 8 Fahnen) wurde getrost überschritten, ich hab mindestens 30 gezählt.
Am Startpunkt hatten sich knapp 500 Menschen, viele aus Berlin, Dresden, Gera und Leipzig, versammelt. Die Demo ging ziemlich pünktlich los. Die Musik war OK, die Redner auch. Wir mussten ein paar Pirna-Kiddies noch erklären, was es mit "Ketten" auf sich hat. Und die Stimmung in den ersten Reihen war bombastisch.
Nach den ersten 5 Metern kamen wir nochmal an den restlichen Faschos vorbei, die ihre Drohung wahrmachten, "wenn schon keine Antifas angreifen, dann wenigstens alle abfotografieren!". Leider hatten sie so billige Kameras dabei, dass sie höchstens die Seitentranspis auf ihren Bildern erkennen werden. Die gesamte Demo rief ihnen die üblichen Parolen entgegen:
"Ihr habt den Krieg verlorn..."
"Stalingrad war wunderbar, Naziopa blieb gleich da"
"Was tut allen Deutschen gut? Bomber Harris und die Flut" (besonders passend in Pirna)
"Gebt den Nazis die Straße zurück: Stein für Stein"
Die Demo ging dann quer durch Pirna in Richtung Bahnhof und von da aus südwärts. Kurz hinter dem Bahnhof standen drei Prollkiddies, die die Demo fotografierten und Leute beleidigten. Nach drei Beuteln Gülle hatten sie darauf auch nicht mehr so große Lust.
Auf der Maxim-Gorki-Str. wurde dann zwei mal von 10 runtergezählt und dann (ziemlich zaghaft) auf die Bullen zugerannt. Vom Oberbullen kam dann die Ansgage, dass beim dritten Mal die Demo aufgelöst werden sollte. Zu diesem Zeitpunkt liefen direkt vor dem Fronttranspi Bullen und drosselten so das Tempo. Einige (wahrscheinlich ihr erster Einsatz) mussten sich besonders profilieren, so boxte eine Bullin in regelmässigen Abständen in das Traspi rein und einer ihrer Kollegen rannte hin und her, um Transpis, die zu hoch im Gesicht getragen wurden wieder runder zu ziehen. Irgendwann stresste das so, dass das dritte Mal von 10 runtergezählt wurde. Diese Mal wurde auch konsequent losgerannt und die Bullen vor uns hergeschoben.
In dieser Situation kam die zweite Verpeilung der Bullen. Im Moment der Konfrontation wurden die behelmten Bullen, die bis dahin direkt vor der Demo liefen, gegen Bullen ohne Helme ausgetauscht. Einer von ihnen wurde im Laufe der Konfrontation von einem Fahnenstock schwer an der Schlefe getroffen. Ein anderer verlor seinen Schlagstock. Die Demo wurde auch nicht, wie angesagt aufgelöst, sondern lief wie geplant weiter. Auch die Bullen machten im Anschluss weniger Streß.
Zu diesem Zeitpunkt wurde durchgesagt, dass die Nazis hinter uns auf der selben Strecke eine Demo gemacht hatten, die aber aufgelöst wurde, und nun wären die Nazis auf dem Weg zu uns. Doch schon wieder zu früh gefreut. Sie kamen nicht direkt an uns heran, sondern kürzten etwas ab und versuchten es auf unserem Rückweg mit einer Sitzblockade (lach).
Wir machten währenddessen eine Kundgebung vor dem Haus des BGS, wo in Redebeiträgen deren menschenverachtendes Treiben an den deutschen Grenzen thematisiert wurde und eine vor der, von Uwe Leichsenring (NPD) geleiteten Fahrschule. Diese wurde kurz davor mit einer Bierflasche dekoriert, die in einer Fensterscheibe steckte. Die Sitzblockade wurde leider inzwischen von der Polizei aufgelöst und nicht von uns. Und so ging es ohne weitere Störungen zurück zum Startpunkt der Demo.
Auf dem Weg von da zum Bahnhof waren in den Seitenstraßen vereinzelt Nazis zu sehen, die aber entweder auf Abstand blieben oder schnell das Weite suchten, sobald ein paar Demoteilnehmer sich in ihre Richtung bewegten. In der Gartenstraße gab es dann eine Ingewahrsamnahme woraufhin ein Großteil der Demo nach hinten eilte und so laut Rabatz machte, dass den berittenen Bullen fast ihre Pferde durchgingen. Die festgenommene Person wurde kurz danach auch wieder freigelassen.
Im Pirnaer Kino hatten sich derweil weitere Nazis verschanzt. Auch sie scheuten die direkte Konfrontation.
Die Demo wurde dann vor dem Bahnhof aufgelöst und wir fuhren geschlossen nach Dresden, wo sich die Demoteilnehmer zerstreuten. (Ein Teil der Demo veranstaltete in Neustadt noch eine Spontandemo und „traf“ noch einen stadtbekannten Nazikader).
Solidarische Grüße an die AFA 13.
Lustige Demo!
Gut was aufgewühlt in eurer Stadt.
CU next Time.
Nieder mit Deutschland.
Auf dem Weg zum Auftaktplatz waren in den Seitenstraßen vereinzelt Nazis zu sehen, war aber nix zu machen, da wir vom BGS begleitet wurden und die Nazis auf Abstand blieben.
Kurz vor dem Auftaktplatz, ließ sich dann dann ein größeres Grüppchen Nazi-Hooligans blicken, es wäre auch beinahe zur Konfrontation gekommen (bei der die Nazis mit Sicherheit den Kürzeren gezogen hätten), das scheiterte jedoch an der letztendlichen Unentschlossenheit beider Seiten. Die Bullen, die den Konfliktherd bemerkten, ritten mit ihren Pferden zielgerichtet in unsere Gruppe. Schon bei der ersten Bullenbewegung in ihre Richtung suchten die Faschos das Weite (soviel zur angekündigten Aktion gegen die Demo).
Bevor wir in die Demo durften, mussten wir uns durchsuchen lassen, das übliche halt. Dabei wurde uns von einer Auflage erzählt, die so dämlich war, dass mensch darüber hätte lachen können, hatten nicht mitdestens 40 Demoteilnehmer barfuss laufen müssen:
Springerstiefel waren auf der Demo verboten!!
(Mir wurde im Laufe der Demo erzählt, dass die Bullen mangels vergleichbarer Demos bei Auflagen für Nazidemos nachgeguckt hätten - wo das ja durchaus Sinn macht, Uniformierungsverbot und so - aber hier war das nur lächerlich)
Eine weitere Auflage (nur 8 Fahnen) wurde getrost überschritten, ich hab mindestens 30 gezählt.
Am Startpunkt hatten sich knapp 500 Menschen, viele aus Berlin, Dresden, Gera und Leipzig, versammelt. Die Demo ging ziemlich pünktlich los. Die Musik war OK, die Redner auch. Wir mussten ein paar Pirna-Kiddies noch erklären, was es mit "Ketten" auf sich hat. Und die Stimmung in den ersten Reihen war bombastisch.
Nach den ersten 5 Metern kamen wir nochmal an den restlichen Faschos vorbei, die ihre Drohung wahrmachten, "wenn schon keine Antifas angreifen, dann wenigstens alle abfotografieren!". Leider hatten sie so billige Kameras dabei, dass sie höchstens die Seitentranspis auf ihren Bildern erkennen werden. Die gesamte Demo rief ihnen die üblichen Parolen entgegen:
"Ihr habt den Krieg verlorn..."
"Stalingrad war wunderbar, Naziopa blieb gleich da"
"Was tut allen Deutschen gut? Bomber Harris und die Flut" (besonders passend in Pirna)
"Gebt den Nazis die Straße zurück: Stein für Stein"
Die Demo ging dann quer durch Pirna in Richtung Bahnhof und von da aus südwärts. Kurz hinter dem Bahnhof standen drei Prollkiddies, die die Demo fotografierten und Leute beleidigten. Nach drei Beuteln Gülle hatten sie darauf auch nicht mehr so große Lust.
Auf der Maxim-Gorki-Str. wurde dann zwei mal von 10 runtergezählt und dann (ziemlich zaghaft) auf die Bullen zugerannt. Vom Oberbullen kam dann die Ansgage, dass beim dritten Mal die Demo aufgelöst werden sollte. Zu diesem Zeitpunkt liefen direkt vor dem Fronttranspi Bullen und drosselten so das Tempo. Einige (wahrscheinlich ihr erster Einsatz) mussten sich besonders profilieren, so boxte eine Bullin in regelmässigen Abständen in das Traspi rein und einer ihrer Kollegen rannte hin und her, um Transpis, die zu hoch im Gesicht getragen wurden wieder runder zu ziehen. Irgendwann stresste das so, dass das dritte Mal von 10 runtergezählt wurde. Diese Mal wurde auch konsequent losgerannt und die Bullen vor uns hergeschoben.
In dieser Situation kam die zweite Verpeilung der Bullen. Im Moment der Konfrontation wurden die behelmten Bullen, die bis dahin direkt vor der Demo liefen, gegen Bullen ohne Helme ausgetauscht. Einer von ihnen wurde im Laufe der Konfrontation von einem Fahnenstock schwer an der Schlefe getroffen. Ein anderer verlor seinen Schlagstock. Die Demo wurde auch nicht, wie angesagt aufgelöst, sondern lief wie geplant weiter. Auch die Bullen machten im Anschluss weniger Streß.
Zu diesem Zeitpunkt wurde durchgesagt, dass die Nazis hinter uns auf der selben Strecke eine Demo gemacht hatten, die aber aufgelöst wurde, und nun wären die Nazis auf dem Weg zu uns. Doch schon wieder zu früh gefreut. Sie kamen nicht direkt an uns heran, sondern kürzten etwas ab und versuchten es auf unserem Rückweg mit einer Sitzblockade (lach).
Wir machten währenddessen eine Kundgebung vor dem Haus des BGS, wo in Redebeiträgen deren menschenverachtendes Treiben an den deutschen Grenzen thematisiert wurde und eine vor der, von Uwe Leichsenring (NPD) geleiteten Fahrschule. Diese wurde kurz davor mit einer Bierflasche dekoriert, die in einer Fensterscheibe steckte. Die Sitzblockade wurde leider inzwischen von der Polizei aufgelöst und nicht von uns. Und so ging es ohne weitere Störungen zurück zum Startpunkt der Demo.
Auf dem Weg von da zum Bahnhof waren in den Seitenstraßen vereinzelt Nazis zu sehen, die aber entweder auf Abstand blieben oder schnell das Weite suchten, sobald ein paar Demoteilnehmer sich in ihre Richtung bewegten. In der Gartenstraße gab es dann eine Ingewahrsamnahme woraufhin ein Großteil der Demo nach hinten eilte und so laut Rabatz machte, dass den berittenen Bullen fast ihre Pferde durchgingen. Die festgenommene Person wurde kurz danach auch wieder freigelassen.
Im Pirnaer Kino hatten sich derweil weitere Nazis verschanzt. Auch sie scheuten die direkte Konfrontation.
Die Demo wurde dann vor dem Bahnhof aufgelöst und wir fuhren geschlossen nach Dresden, wo sich die Demoteilnehmer zerstreuten. (Ein Teil der Demo veranstaltete in Neustadt noch eine Spontandemo und „traf“ noch einen stadtbekannten Nazikader).
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
inhaltliche Ergänzung
In diesen Kontext past auch gut der Spruch "Stalingrad war wunderbar". Stalingrad war ein Kriegsverbrechen der Nazi-Wehrmacht, und daran war nicht das geringste "wunderbar". Und die deutschen Soldaten die da drauf gingen waren auch nicht zwangsläufig alle "Nazi-Opas", unter den Nazis gab es nunmal keinen Zivildienst, da wurde jeder zum Militärdienst gezwungen. Wer Massenmörder und Massenmorde wie Bomber Harris oder Stalingrad in martialischen Sprüchen als "wunderbar" verherrlicht, hat mit mir jedenfalls nichts gemein.
Als Antifaschistin distanziere ich mich hiermit ausdrücklich von solchen widerwärtigen, rassistischen und den Massenmord verherrlichenden Inhalten.
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An alle Indymedia-Trolle
Es geht eben nicht darum, Frieden mit den Bürgern Pirnas zu machen; ihnen die Hand zu einem friedlichen Miteinander zu reichen. Es geht auch nicht darum, friedlich durch eine Kleinstadt zu ziehen, sich die Nazihorden am Rand anzuschauen und dann wieder nach Hause, wo es sowas nicht gibt, zu fahren.
Es geht erstens darum, an diesem Tag den Nazis offensiv etwas entgegenzusetzten, schließlich wollten sie es ja auch so. Das ist Antifa praktisch. Die haben in Pirna lange genug machen können, was sie wollten.
Ein paar von denen haben, glaube ich zum ersten Mal Linke gesehen, die sich nicht wehrlos vermoschen haben lassen, und die statt dessen ihnen auf die Pelle gerückt sind.
Zweitens soll auch den Bürgern der Spiegel vorgehalten werden, die den Nazis nichts entgegensetzen, wenn diese Ausländer und Linke angreifen, die stattdessen aufschreien, wenn die Antifa in ihre kleine friedliche Stadt kommt. Die die sich Sorgen um das Aussenbild der Antifa machen, denen sei versichert, die meisten Pirnaer hatten sich schon vorher eine Meinung über Antifas gebildet.
Mensch sollte sich nicht allzuviel Mühe machen, sein Image beim Bürgermob zu verbessern, die sind in Städten wie Pirna eh keine potenziellen Bündnispartner.
Für einen bürgerlichen Protest gegen Nazis und das Buhlen um die wenigen Linksangehauchten sind andere zuständig, Aktion Zivilcourage zum Beispiel.
Für themenfremde Diskussionen (nur so am Rande, Stalingrad war der Anfang vom Ende der faschistischen Diktatur in Deutschland; ich trauere da keinem verschissenen Deutschen Soldaten eine Träne hinterher)hab ich ja mal überhaupt kein Verständnis, weil es hier ja wohl um eine wichtigere Sache, nämlich den Aufbau linker Strukturen in Pirna, geht.
paul
zwei bemerkungen zum beitrag
und zum anderen denke ich, dass es überall junge menschen gibt, die noch nicht so viel demo-erfahrung haben und deshalb wahrscheinlich auch nicht wissen können, was genau eine "kette" ist. niemand wird als als linke(r) oder allwissende(r) geboren...
weitere kurze ergänzung
Stress in der Gartenstrasse
tolle helden
reinfall
zum eigentlichen anliegen. im zug zurück nach DD marschierte da einer durch, am haupfbahnhof soll ne spontandemo stattfinden. diese "demo" bestand dann aber hauptsächlich daraus, sich mit den bullen eine kleines fange-spielchen zu liefern, stände von völlig unbeteiligten läden (wer weiß, ob sie die sache nicht unterstützt hätten) umzureißen und zu zertrampeln, schaufenster einzuwerfen etc. jeder der da war, hats am eigenen leibe erfahren. so, und habt ihr euch schon mal gefragt, warum antifa demos nicht gern gesehen werden? warum viele geschäfte in pirna aus angst (vor uns, nich vor den nazis...) zeitiger geschlossen haben. was hatte die dresden-aktion für nen sinn, außer dass das bild der linken mal wieder im arsch ist????? okay, ich war auch frustriert, dass pirna sinnlos war, dass ich mich extra 200 km dahin aufgemacht hab. aber die altstadt zu zerlegen war einfach nur DÄMLICH!!!!!! und das muß endlich mal in eure köppe reinkommen. das war mal wieder ein guter nährboden für diverse vorurteile und mal ehrlich, war es tatsächlich noch die kampagmne gegen die naziläden (warum wir ja alle überhaupt gekommen sind)? klären wir die menschen gegen rechte strukturen auf, wenn wir randalieren? sicher nich...
ich will erreichen, dass sich diejenigen angesprochen fühlen, die selbst mit steinen in die altmarktgalerie oder was auch immer geworfen haben und dass diese leute mal darüber nachdenken, dass sie sich damit ins eigene fleisch schneiden und der sache ein riesen-hindernis sind.
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
blablablabla
Antifa ist der Kampf ums Ganze?
schwachmaten
und hat nix mit fundierter antifa arbeit zu tun...fangt mal an nachzudenken!
Schuld und Subjekt
Ich würde dir zwar zustimmen, dass besser darüber nachgedacht werden muss was Antifas hochjubeln und was nicht. Bei allem was die Welt den Alierten verdankt, sie haben sicher nicht in erster Linie aus überzeugtem Antifaschismus gehandelt (Bahnstecken zu KZ's wurden z.B. nicht Bombadiert). Die Bombadierung von Arbeiterfirteln hat sicher nicht "unschuldige Zivilisten" getroffen (schließlich haben die meisten Deutschen - auch Arbeiter - die Nazis geduldet oder unterstützt), trotzdem waren sie grausam und haben nicht zum erhoften Aufbegehren geführt, im Gegenteil.
Das du Wehrmachtssoldaten aber verharmlost nur weil es keinen Zivildienst gab ist für mich unverständlich. Es gibt genug Beispiele die zeigen, dass es möglich war sich dem Kriegsdienst zu entziehen (siehe z.B. Swingjugend), auch wenn mit Risiko verbunden.
Die meisten Wehrmachtssoldaten waren Mörder und überzeugt Volksdeutsche, alle aber Kriegsverbrecher.
Nur auch diese Erkenntnis streitet nicht ab das Täter nicht auch Opfer werden können (nur das sie das nicht von ihrer Verantwortung für die begangenen gräul befreit) und umgekehrt. Der Versuch ein hegemoniales und einheitliches Tätersubjekt zu konstruieren wie es im Spruch "Deutsche Täter sind keine Opfer" erkenntlich wird reproduziert herrschende Menschenbilder und verhindert die subjektive Realität zu verstehen.
Diese Revlexhandlung einiger AntifaschistInnen ist zwar verständlich, schließlich gibt es den versuch z.B. mit der Bezeichnung der Aliiertenbombardements als Massenvernichtung eine gleichsetzung mit Naziverbrechen und damit eine entlastung der deutschen Verantwortung am 2. Weltkrieg und der Massenvernichtung der Nazis herbeizuführen. Sie arbeitet aber mit der christlichen Schuld/Sünde zuschreibung, die z.B. zentraler bestandteil des Rechts/Kriminellen-Diskurses ist. Eine solche reproduktion von herrschaftsstabilisierenden Ideologien sollte vermieden werden. Es gibt kein einheitliches Subjekt. Handeln ist nur im kontext und immer als Ergebniss von Erfahrungen verständlich. Die Erkenntnis der Ursachen dafür etwas getahnt zu haben, befreit nicht von der Verantwortung für das eigene Handeln.
Sinn und Zweck von Demonstrationen
@ Mensch
Zu der Demo noch: es ging angeblich darum "linke Strukturen zu stärken". Mich würde mal interessieren wie "gestärkt" die Linke nun vor Ort ist, nachdem die örtliche Bevölkerung mit verlockenden Verheißungen wie Tod durch Ertrinken ("Flut") und Flächenbombardements ("Bomber Harris") umworben wurde.
@ Pamela
Und die Außenwirkung der Demo war wirklich katastrophal. Es sei denn, der einzige Zweck der Demo war den Bürgern klar zu machen, daß sie mitverantwortlich sind für die Naziübergriffe in der Region und sie dafür anzupissen und in Pirna mal für einen Tag die Kräfteverhältnisse durcheinanderzubringen. Aber eigentlich habe ich zumindest immernoch mehr Ansprüche an eine Demo....
@Pamela
Ergänzung
isnt't
"Es waren nicht 500 Antifas, sondern nur 350 bis 370 (handverzählt). "
...stimmt ja gar nicht. Schlechter Versuch!
Antwort
@ Anderson: Mit Volksgruppe meinte ich "Bevölkerungsgruppe"... aber was Juden betrifft, so bezeichnen sich viele Juden selbst (u.a. in der Thora, aber auch heutige Repräsentanten wie z.B. Paul Spiegel) immer wieder als "ein Volk", "das auserwählte Volk", "das jüdische Volk" etc. pp. Was damit gemeint ist, darfst Du folglich nicht mich fragen, ich habe das ja nicht erfunden. Ich finde das ja selbst sehr bedenklich.
Wenn ich hier aber von "Volksgruppe" spreche, dann meine ich damit eine durch z.B. Sprache, Religion, Kultur o.ä. definierbare Bevölkerungsgruppe.
"jüdisches Volk"
@ pamela
No nation, no border!
Kein Volk, kein Staat, kein Vaterland!
@ Kulturwissenschaftler
Und ich habe mir erlaubt, dieses Alltags-Phänomen als "Kulturen" oder "Bevölkerungsgruppen" zu bezeichnen... und löse damit bei Dir eine riesige Abhandlung darüber aus, die noch dazu völlig am Thema vorbei geht.
Wie gesagt, ich definiere hier überhaupt niemanden... sondern der/diejenige, der/die sich zu einer Kultur oder Bevölkerungsgruppe zugehörig fühlt, definiert sich darüber. Und es gibt nunmal Leute die sich selbst als "Deutsche", "Türken", oder "Juden" definieren... das mag ja nicht Deinen emanzipatorischen Ansprüchen genügen, wenn sich jemand als "Jude" bezeichnet, oder der "jüdischen Kultur" zugehörig fühlt... aber ich habe damit ehrlich gesagt keine Probleme.
@Pamela, die Mega-Antifaschistin, yeah
Geklappt hat es aber nicht, dank Stalingrad 43 und D-Day 44!
Dein Hinweis auf die böse kapitalistische Macht, die so viele arme Deutsche auf den Gewissen hat, ist somit hinfällig, langweilig und auch nicht links, schon garnicht linksradikal und auch nicht mehr antifaschistisch.
Schon eher befindest du dich damit in bester Gesellschaft eines Jörg Friedrich und Günther Grass, die es ja, und so viele andere arme Deutsche auch, so schwer gehabt haben unter den bösen fremden kapitalistischen Besatzern.
Hinzu kommt, dass du "deutsch sein" und "Rasse" in einen direkten Zusammenhang stellst (nämlich über deinen Rassismus-Vorwurf).
Du folgst damit einer klaren völkischen Konstruktion von Nation und Gesellschaft. Weit hin kann es mit deinem Antifaschismus bzw. mit deiner antifaschistischen Bildung nicht sein. Aber vielleicht befindet sich deine Antifa-Tradition ja eher so in Nähe von SPD und CDU - ich glaube, die würden deine kleine "inhaltliche" Ergänzung unbesehen unterschreiben.
Ne coole Crew würdet ihr abgeben.
P.S.: Empfehlenswert in diesem Zusammenhang sind Berichte und Bücher von Menschen, die nicht das "Glück" hatten "völlig unpolitisch" Dresdner oder Hamburger zu sein. So zum Beispiel die Tagebücher oder LTI von Victor Klemperer. Da wird eindringlich beschrieben, was die Unterschiede zwischen Massenmord und Bombenangriffen gegen deutsche Städte sind und auch, was Juden und andere Verfolgte des Naziregimes von diesen Angriffen hielten, die ihnen nicht selten Chancen zur Flucht, zum weiteren Verstecken und immerhin Hoffnung gaben, dass die Herrschaft der Deutschen endlich ein Ende haben würde.
mit der Gesamtsituation unzufrieden...
Ok, zugegeben, an Pamalas Beitrag finden einige Anstoss, weil sie Parolen, die vielen beim singen Freude bereiten, öffentlich angreift. Konkret bei "Bomber Harris..." gebe ich ihr in dieser Form auch eindeutig recht. "Stalingrad..." war mir persöhnlich nur mit dem Reim "...jede Sekunde (bzw. jeder Schuss) ein deutscher Soldat...", bekannt. Die neue Form "war wunderbar..." kann ich nicht gutheißen, denkt auch an die vielen russischen Freunde, welche im Kampf gegen deutsche Tyrannei, ihr Leben ließen. Für mich war Stalingrad nur im Ausgang wunderbar (Geschichtskundige wissen was ich meine).
Das ist aber alles nicht Grund meines Schreibens. Meiner Meinung nach sollten Antifas gewissen zusammenhalt (natürlich keine "kameradschaft") zeigen und sich nicht in diesem Board zynisch als "supi Antideutsch" beschimpfen. Was soll der Scheiss? Das NB zieht in den Stadtrat, im Februar organisiert sich ne 2000 Mann Nazidemo, wo soll das hinführen, wenn wir nicht GESCHLOSSEN uns dagegen stemmen? Wie in einer Kette im Demogetummel, Arm unter Arm (ach ja, "Ketten" ich wusste vor 2 jahren auch nichts damit anzufangen, jeder lernts mal, -was kann daran falsch sein?). In Pirna war ich leider nicht dabei, die Beiträge hier vermitteln einen positiven Eindruck, jedoch hätte ich ohne dieses Board nicht gewusst, das dort was gewesen sein soll...(soviel zum Sinn der Demo - kaum Medieninteresse, bzw. aufmerksamkeit der Bevölkerung zu erregen). Ich denke jede Demo hat seinen kleinen Erfolg, der typische Nazi freut sich doch auch über Widerstand, kann er doch dann zeigen was er in unter der Bomberjacke trägt. Dabei kommt es nicht auf die Demogröße an (die spontandemo im Rathaus war jedenfalls mit 100 mann wesentlich publiker als der pirnatripp).
Bitte reicht euch die Hände (vielleicht zur Versöhnung.....) es nützt uns kein Antifa etwas, wenn er seinen Nebenmann verrät. In anderen Kreisen gilt die Antifa als total unorganisierte Horde junger, pupertärer "Dagegenseiender" , der Stress sucht und nicht für Widerstand oder Revolte steht. Lasst uns das gegenteil beweisen, auf meine (oder besser unsere Unterstützung) könnt ihr bauen.
NIE WIEDER KRIEG; NIE WIEDER FASCHISMUS!
ANTIFA Langebrück