Naziübergriffe am ASF in Linz

jbo 08.06.2004 15:57 Themen: Antifa
Am zweiten Austrian Social Forum (3-6 Juni) gab es eine Reihe von Naziübergriffen des BFJ (Bund Freier Jugend) auf AktivistInnen.
Nazis des vor allem in Oberösterreich agierenden Bund Freier Jugend haben versucht einen Workshop der SLP ( http://lists.socialforum.at/editprog.cgi?dkey=110) über den BFJ zu stören.

Zum Glück konnten rasch eine Gruppe von ca. 20 AntifaschistInnen mobilisiert werden welche die Nazis erfolgreich vertrieb. In diesem Zusammenhang konnte einem der Nazis (der mit dem braunem Umbro Leiberl) auch seine Flugblätter entrissen werden. Völlig absurderweise forderte einer der Organisatoren des ASF (anscheinend aus christlich oder reformistischen Zusammenhängen) die AktivistInnen auf das "Diebsgut" wieder zurückzugeben - was natürlich nicht geschah.

Als die Nazis erkannten das sie zahlenmäßig unterlegen waren zogen sie sich durch einen Park zu der nächsten Straßenbahnstation zurück und stiegen in den nächsten Zug ein.

Eine stunde später kamen die BFJler allerdings wieder - diesmal mit einem Auto und einem Megaphon. Mit diesem fuhren sie mehrmals vor der VHS auf und ab und schrien Parolen wie "nieder mit der linken pest" etc. Die Polizei dürfte Strafanzeige erstatten (die Nazis fuhren mehrmals gegen die Einbahn).

Wer die Sache lieber selbst in die Hand nehmen will: das Auto soll ein weißer Opel mit dem Kennzeichen LL-4OP und dann D oder W gewesen sein.


In der Nacht auf Sonntag kamen die Nazis wieder mit ebendiesem Auto zu dem Campingplatz am Donauufer und warf Schweizer Kracher und schrien Parolen. Bald tauchten allerdings die ersten AktivistInnen aus ihren Zelten auf, auch die Polizei kam, und die Nazis verpissten sich. Zwei vom ASF engagierte Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma blieben daraufhin die Nacht über am Gelände - auch hier wäre es wünschenswert gewesen eine Nachtwache aufzustellen anstatt sich auf die offiziellen zu verlassen.
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen

Info

info 08.06.2004 - 17:41
Die Staatspolizei (Stapo) Österreichs hat seit einiger Zeit eine andere Struktur und heißt jetzt Bundesamt für Verfassungsschutz und hat eigene Landesämter für Verfassungsschutz.
 http://www.bmi.gv.at/oeffentlsicherheit/2002/05_06/artikel_7.asp

Der Typ mit der blauen Jacke ist der Anführer.

Die grellorangen Aufkleber werden in sehr hoher Stückzahl und mit verschiedenen rechten Sprüchen in vielen Städten geklebt (und meist bald wieder runtergerissen). Sprüche u.a: "Tauscht die Politker aus,ehe sie das Volk austauschen".
Der BFJ ist extrem vorsichtig dabei das strenge österr. Verbotsgesetz nicht zu verletzen und die Mitglieder versuchen meist Prügeleien auszuweichen um der Polizei keinen Vorwand zum Eingriff zu liefern.

In einer Aussendung rühmte sich der BFJ u.a. so:
"Marxistischer Antifaschismus und Nationalismus sind wie zögernde Feigheit und rittfeste Entschlossenheit."
"[..]die "verfolgenden" Antifas auch stehen blieben und somit bewiesen, dass sie es waren die die Hosen gestrichen voll haben."

Antifainfo über BFJ:
 http://www.doew.at/frames.php?/projekte/rechts/chronik/2004_02/bfj.html
 http://www.linkslinxooe.at/bund-freier-jugend.html
 http://www.doew.at/frames.php?/projekte/rechts/chronik/2004_02/bfj.html

frage

frähgär 08.06.2004 - 18:38
wie konntest du so super fotos von den nasen schiesses, speziell die ersten 3?
danke

Stapo am So.

jmstipe 08.06.2004 - 18:49
es zeigt ja auch wieder deutlich die qualität und die radikalität eines sozialforums, dass, nachdem einige antifaschistische gruppen (u.a. al, ast/revolution oder linkswende) verlangten, dass die stapo-leute bei der abschlussveranstaltung des asf das zelt verlassen müssen, eine diskussion ausbricht, wie auf einem 'sozial' forum es den vorkommen kann, dass leute hinausgeworfen werden.
also absolut unverständlich, dass wirklich manche sozialdemokratInnen und unorganisierte leute die stapo neben sich sitzen haben wollen...

info

info 08.06.2004 - 19:14
Bei der Konfrontation vor der VHS standen sich die Rechtsextremisten und einige Linke eine weile gegenüber, dabei war es möglich Fotos aus nächster Nähe zu machen.

naziflugblatt zum nachlesen

jbo 09.06.2004 - 02:16

...

... 09.06.2004 - 12:07
beim dem typen mit der blauen jacke handelt es sich um stefan mairinger, den "anführer" des bund freier jugend, der auch schon "anti-antifa"-vorträge gehalten hat. diese fresse sollte mensch sich merken, da er und seinesgleichen immer wieder versuchen, linke projekte zu unterwandern oder bei plenas etc. dabei zu sein.

@jmstipe

xyz 09.06.2004 - 12:44
Was erwartest du denn von einem Sozialforum, bei dem du mit OrdnerInnen darüber diskutieren mußt, ob du Anti-Antifas ihre Flugis abnehmen darfst? Hey ho, freie Meinungsäußerung! Nazis? Die gibt´s in Österreich doch seit 1945 nicht mehr! Antia - Antifa? Nie gehört! (sollen doch zum Diskutieren vorbeikommen - und Fotos darf ja schließlich jedeR machen [die haben ne Liste? Hey, da will ich doch glatt auch drauf!]). (achtung satire) ;-)

Der Höhepunkt war dann wohl, als der einzigen feministischen Rednerin bei der Demo das Mikro abgedreht und sie von der Bühne "geschmissen" wurde (wohl nicht nur wegen ihrer feministischen Positionenen, sondern auch wegen der deutlichen Staats- und Kapitalkritik. Sowas können Gewerkschaftsbonzen gar nicht brauchen...) - von der antifeministischen Stimmung beim Abschlußplenum mal ganz zu schweigen (Wozu denn eigene Frauenveranstaltungen? Ist das nicht Diskriminierung der armen Männer?). Was für ein Zufall beim einem "Social Forum", das maßgeblich von der Gewerkschaft mitorganisiert wurde. Naja, immerhin wurden die Stapos nicht dazu eingeladen, eine kleine Rede über die Gefahren des überall lauernden "Linksextremismus" zu halten...

Bei den großen Prestigveranstaltungen wie der Demo bravest reformistisch (sogar ein dankeschön an die Polizei - und das, obwohl sie die völlig harmlose Demo mit Robocops begleitet hat und so den Eindruck erweckte, als ob von den ASF-Leuten irgendeine Gefahr für Otto Normalösterreicher ausginge), von einer "Anderen Welt" überhaupt nichts zu sehen oder zu hören. Die radikalste Rede bei der Eröffnung kam ausgerechnet von einem Bischof - da braucht Mensch wohl nicht mehr viel dazu sagen. Positiv war dagegen, dass bei vielen workshops kritischere Töne angeschlagen wurden - aber da hatte der ÖGB ja nix mit zu tun. Und außerdem ist das ASF eine gute Möglichkeit, andere Menschen zu treffen und sich mit ihnen auszutauschen. Visionen für eine "andere Welt" sollte Mensch sich allerdings vom ASF - abgesehen von einigen guten Workshops - nicht erwarten.

1.000 Jahre ÖGB tun dem Kapital nicht weh!

PRESSEAUSSENDUNG DES BFJ

linzA 11.06.2004 - 14:41
hier die lustige presseaussendung des BFJ zum ASF:





*** Pressemeldung ***
> > *********************
> > *** weiterleiten! ***
> >
> >
> > *** Pressemeldung ***
*********************
*** weiterleiten! ***


Antifaschistische Gesinnungshetze gegen nationale Jugend
Linz, den 5.6.2004

Das ist nichts neues. Und die kräftige Unterstützung von jenem Staat, der sich vor nichts mehr fürchtet als vor kritischen Bürgern, auch nicht. Der Bund Freier Jugend (BfJ), der zu eben jener gefürchteten Bewegung gehört, ist natürlich im Visier der gutmenschlichen Hysterie. Einen weiteren Höhepunkt in der Denunziation gegen den BfJ dürften die > immer zahlreicher werdenden "Informationsveranstaltungen" werden, wie etwa > heute - am 5.6.04 - der Vortrag der ASF (Austrian Social Forum) in der Volkshochschule Linz "Die Kampagne gegen den rechtsextremen Bund Freier Jugend". Eine kurzfristig organisierte Zusammenkunft nationaler Jugendlicher aus > dem Umfeld des BfJ wollte auch bei diese Gelegenheit den antifaschistischen Hetzern das Feld überlassen und so fanden sich etwa 15 Personen vor der > VHS ein. In Flugblättern, die an Passanten und Personen die die VHS betraten, verteilt wurden wies man auf die gesinnungshetzerische Arbeit der Linksfaschisten hin. Natürlich dauerte es nicht lange und Polizei sowie Antifanten-Fußtrupp (beide mittels Fernruf von den nervösgewordenen Organisatoren zur Hilfe geholt) tanzten an. Die Exekutive interessierte es natürlich herzlich wenig, dass die mittlerweile 50 unhygienischen > Antifanten dauerhaft provozierten, (natürlich leere) Drohungen aussprachen und so führte man seitens der Polizei - wie eigentlich immer - einseitige Personenfeststellungen bei allen Leuten die dem "nationalen Spektrum" zugehörig schienen durch und hielt dies auf einem - wie immer - kleinen > aber feinen Notizblock fest. Als man dann seitens der Polizei doch Angst bekam, es könnte zu handgreiflichen Auseinandersetzungen kommen (von nationaler Seite war man keineswegs gewillt auf demokratische Rechte zu verzichten), entschieden > sie sich ein einseitiges Platzverbot für die nationalen Passanten > auszusprechen - was bei Nichtbefolgung mit Verhaftung und langwierigen, sinnlosen Behördenlästereien verbunden ist. Aus Vernunftgründen und der Einsicht, dass es dumm wäre dem Gegner einen solch leichten Sieg zu gönnen, zogen die nationalen Aktivisten ab. Nicht, wie vielleicht fälschlicherweise von Antifa-Seite gefeiert aufgrund des "mutigen Auftretens" sondern aufgrund des polizeilich-verhängten Platzverbotes. Mit Sicherheitsabstand von etwa hundert Metern einen Rattenschwanz hässlicher Antifa-Punks nachziehend ging man des Weges. Gelegentliches Anhalten und Abwarten, was denn nun aus der losen Parole "Antifa heißt Angriff" wird, zeigte lediglich die Erkenntnis, dass die "verfolgenden" Antifas auch stehen blieben und somit bewiesen, dass sie es waren die die Hosen gestrichen voll haben. Die Polizei durfte natürlich nicht fehlen... was für das Verständnis des beschriebenen Herganges von Bedeutung sein dürfte. Abschließend kann festgehalten werden: Marxistischer Antifaschismus und Nationalismus sind wie zögernde Feigheit und trittfeste Entschlossenheit. Sie sind fundamental unterschiedlich. Die anwesenden international-sozialistischen "Aktivist/Innen" hatten mehr als einmal die Gelegenheit, ihrer Entschlossenheit dem Nationalismus entgegenzutreten, Taten folgen zu lassen. Jedes Mal wurde gekneift und nach "Verstärkung" gerufen, die einfach nicht kommen wollte (Das Kräfteverhältnis wäre so > schon beschämend gewesen...).

wo ist der antifaschismus?

gollum 19.06.2004 - 23:07
in linz sind die faschisten gut organisiert und arbeiten weitgehend
am aufbau dieser angeblich harmlosen "jugend organisation" unter anderem
betreiben diese ein lokal namens heimatstubn mittlerweile ist
die halbe stadt mit ihren aufklebern zugeschissen
aber die hiesige autonome szene kümmert sich wenig um solche lappalien
die haben längst die marxistische wunderwaffe des wilden streiks
entdeckt und lehnen einen bürgerlichen antifaschismus strikt ab
und schimpfen lieber über antideutsche die ja noch schlimmer als diese
nazis sind fragt sich nur wie lange es dauert bis ihnen die
scheisse über den kopf wächst


von einer besseren welt träumen is was für kinder
oder für sozialdemokraten

was sagte woody allen über die behandlung von antisemiten
ich bevorzuge baseballschläger !!!

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Zeige die folgenden 3 Kommentare an

Scheiss Nazis! — STeve

@Gollum — weknowyou

Fotos — ds