Freie Software - Freie Gesellschaft!

ab 04.06.2004 12:34 Themen: Kultur Medien Netactivism

Abschrift eines Interviews mit Richard Stallman, welches mit Hilfe der Informatikabteiling der Universität Edinburgh, an 27.Mai.2004 stattfand.


Richard Stallman is der Gruender des GNU Project, welches 1984 gestartet wurde um das freie software Betriebssystem GNU zu erschaffen, welches heutzutage ein essentieller Bestandteil des GNU/Linux Systems ist, welches die meisten Menschen ausschliesslich unter den Namen Linux kennen. Er erfand ausserdem das urheberrechtliche Copyleft. Er graduierte 1974 von Harvard und wurde mit vielen Ehrentiteln und Auszeichnungen in Zusammenhang mit den Resultaten seiner ethischen Einstellung honoriert.

1.) Ein Mensch widmet nicht sein ganzes Leben dem Entwickeln einer neuen Form der Freiheit ohne einiger vorher existierenden Überzeugnungen, die ihn dazu treiben, es so zu tun. Welche Antriebe haben Sie, soviel Zeit auf Software Freiheiten zu verwenden?

Zuerst einmal wurde ich zweifellos Ideen der Freiheit ausgesetzt, dadurch dass ich in den sechziger Jahren in den US aufgewachsen bin, und dann in den siebziger Jahren in MIT arbeitete ich als Teil einer Gemeinschaft von Programmierer, die zusammenarbeiteten und an die ethische und soziale Bedeutung dieser Mitarbeit dachten. Als diese Gemeinschaft in den frühen achtziger Jahren starb und im Gegensatz mit dieser war die Welt der urheberrechtlich geschützten, geheimen Software, an der die meisten Computerbenutzer zu der Zeit teilnahmen, moralisch widerlich. Und ich entschied, daß ich wiederum versuchen werde, noch einmal eine zusammenarbeitende Gemeinschaft aufzubauen. Ich begriff, daß, alles was ich aus einem Leben ziehen könnte, welches am Wettbewerb sich unterzujochen teilnimmt, das ist was nicht freie Software ist, alles was ich daraus ziehen könnte, wäre Geld und ich würde ein Leben haben, das ich hassen würde.

 

2.) Denken Sie, daß die freie Software Bewegung oder Teile davon, von der Zusammenarbeit mit anderen sozialen Bewegungen profitieren oder Nutzen ziehen könnten?

Ich sehe nicht sehr viel direkten Nutzen für freie Software. Auf der anderen Hand beginnen wir zu sehen, dass einige politische Parteien die Gründe für Freie Software aufgreifen, weil es mit den Ideen der Freiheit und Zusammenarbeit , welche sie im allgemeinen unterstützen, zusammenpasst. So, in diesem Sinne, beginnen wir einen Beitrag zu den Ideen der Freien Software von anderen Bewegungen zu sehen.

 

3.)Haben Sie bedacht, daß die freie Software Bewegung wesentlich ist für oppositionelle Bewegungen in der Welt die gegen die Dominanz der Unternehmen, Militarismus, Kapitalismus, etc. sind?

Nun, wir sind überhaupt nicht gegen Kapitalismus. Wir sind dagegen Computerbenutzer unterzujochen, ein bestimmtes Geschäftsverfahren. Es gibt grosse und kleine Unternehmen, die freie Software vertreiben, und zur freien Software beitragen, und sie sind willkommen es zu nutzen, Kopien zu verkaufen und wir danken ihnen für ihren Beitrag. Jedoch ist freie Software eine Bewegung gegen Herrschaft, nicht notwendigerweise gegen die Herrschaft von Unternehmen, aber gegen jede mögliche Herrschaft. Die Benutzer von Software sollten nicht durch die Entwickler der Software beherrscht werden, egal ob jene Entwickler Unternehmen oder Einzelpersonen oder Universitäten oder etwas anderes sind. Die Benutzer sollten nicht getrenntt und hilflos gehalten werden. Und das ist, was nicht-freie Software macht, sie hält die Benutzer getrennt und hilflos. Getrennt, weil es verboten sind, Kopien mit jedermann zu teilen und hilflos, weil sie die Quelle [source] des Programms nicht erhalten. So können sie sogar nicht einmal sagen, was das Programm macht, geschweige denn es ändern. So gibt es definitiv ein Verhältnis. Wir arbeiten gegen Herrschaft durch Software-Entwickler, viele dieser Software-Entwickler sind Unternehmen. Und einige große Unternehmen üben eine Form von Herrschaft durch nicht freie Software aus.

 

4.) Und auch, dass Entwickler dieser freien Software eine technische Infrastruktur für diese Bewegungen zur Verfügung stellen könnten für die unmöglich sein würde sich mit nicht freier, geheimer Software weiterzuentwickeln, welche zu kostspielig ist und die in ein ideologisches Modell eingeschlossen ist, welches die Interessen des dominierenden Welt- Systems wie Warenhandel [commoditization], Ausbeutung, Kontolle und Überwachung anstelle Teilens, der Gerechtigkeit, der Freiheit und der Demokratie reflektiert?

Im Augenblick würde ich nicht soweit gehen zu sagen, dass nicht freie Software nicht durch Widerstandsbewegungen verwendbar sein könnte, weil viele von ihnen sie benutzen. Es ist nicht ethisch, nicht freie Software zu benutzen. Weil... Zumindest ist es nicht ethisch, autorisierte Kopien zu benutzen. Aber es ist keine gute Sache irgendeine Kopie zu benutzen. Sie sehen, um autorisierte Kopien zu benutzen, müssen Sie sich verpflichten sie nicht mit anderen Leuten zu teilen und dem zuzustimmen ist eine unethische Tat in sich selbst, die wir ablehnen sollten. Und dies ist der Hauptgrund, warum ich die freie Software- Bewegung begann. Ich wollte es einfach machen, die unethische Tat des Zustimmens zur Lizenz eines nicht freien Programms abzulehnen. Wenn Sie eine nicht autorisierte Kopie benutzen, dann haben sie dem nicht zugestimmt. Aber sie sind immer noch... sie werden dazu verurteilt im Untergrund zu leben. Und, Sie sind noch nicht imstande, die Quelle [source] des Programm zu erhalten, also können Sie nicht sicher sagen, was dieses Programm macht. Und sie könnten tatsächlich Überwachung durchführen. Und mir wurde erklärt, daß in Brasilien, der Gebrauch von nicht autorisierten Kopien tatsächlich als eine Entschuldigung verwendet wurde, um die AktivistInnen der MST, des Landless Rural Workers Movement, einzusperren, die seitdem zu freier Software gewechselt haben, um dieser Gefahr zu entgehen. Und sie konnten sich die autorisierten Kopien von Software tatsächlich nicht leisten. So sind diese Sachen liegen nicht auf einer geraden Linie, aber es gibt eine zunehmende Ähnlichkeit zwischen ihnen, ein zunehmendes Verhältnis.

 

5.) Die Kapitalgesellschaft als eine soziale Form ist sehr geschlossen - sie antwortet niemanden mit Ausnahme der Aktionäre, zum Beispiel einer kleinen Gruppe Leute mit Geld und die interne bürokratische Organisation ist ungefähr so demokratisch wie ein sowjetisches Ministerium. Sind Sie besorgt über die wachsende Beteiligung der Unternehmen mit Freier Software?

Nicht direkt. Weil, so lange ein Programm freie Software ist, werden die Benutzer nicht durch seine Entwickler beherrscht, egal ob diese Entwickler ein großes Unternehmen, ein Kleinbetrieb, oder einige Einzelpersonen, oder was auch immer sind, so lang wie die Software frei ist, beherrscht sie nicht die Menschen. Jedoch betrachten die meisten Benutzern der freien Software sie nicht in diesen ethischen und sozialen Maßstäben, es gibt eine sehr wirkungsvolle und große Bewegung, welche die Open Source Bewegung genannt wird, die speziell entworfen wurde, um beim Sprechen über unsere Arbeit die Aufmerksamkeit der Benutzer von diesen ethischen und sozialen Gewissensfragen abzulenken. Und sie sind durchaus erfolgreich gewesen, es gibt viele Leute, die unsere freie Software benutzen, welche wir um der Freiheit und der Zusammenarbeit willen entwickelt haben, und die nie die Gründe gehört haben, weshalb wir so getan haben. Und das macht unsere Gemeinschaft schwach. Es ist wie eine Nation, die Freiheit hat, aber den meisten der Menschen wurde nie beigebracht, die Freiheit zu schätzen. Sie sind in einer verletzbaren Lage, weil, wenn Sie zu ihnen sagen: "Geben sie mir Ihre Freiheit und ich geben Ihnen diese wertvolle Sache", könnten sie "ja" sagen; weil sie nie gelernt haben, warum sie "nein" sagen sollten. Nehmen Sie das zusammen mit Unternehmen, welche den Menschen die Freiheit wegzunehmen wünschen, stufenweise und die Freiheit beeinträchtigend und Sie haben eine Schwachstelle. Und was wir sehen, ist, daß viele der Firmenentwickler und Verteiler der freien Software es mit dem Benutzer unterjochender, nicht freier Software zusammen in ein Paket stecken und sagen, daß die Benutzer unterjochende Software eine Prämie ist, das es das System verbessert. Und wenn Sie nie gelernt haben, Freiheit zu schätzen, werden Sie keinen Grund sehen, Ihnen nicht zu glauben. Aber das ist kein neues Problem und es ist nicht auf große Unternehmen begrenzt. Alle kommerziellen Vertreiber des GNU/Linux Systems welche bis auf 7 - 8 Jahre zurückgehen, haben eine Praxis nicht freie Software in ihren Vertrieb einzuschliessen, und das ist etwas, wogegen ich mich durch verschiedene Weise engagiert habe, ohne viel Erfolg. Aber tatsächlich haben sogar die unkommerziellen Verteiler das GNU plus Linux Betriebssystem einschliesslich nicht freier Software vertrieben, und die traurige Sache war, das es bis vor kurzem von all den vielen Vertrieben, keines gab, das ich empfehlen konnte. Jetzt weiß ich von einem, das ich empfehlen kann, es heisst "Ututo-e", und es kommt aus Argentinien. Ich hoffe, daß ich sehr bald noch ein anderes empfehlen kann.

 

6.) Warum sind die eher technisch-orientierten Überzeugungen der Open Source Bewegung für Sie nicht genug ?

Die Open Source Bewegung wurde speziell gegründet, um die ethischen Grundlage der freien Software-Bewegung zu verwerfen. Die freie Software-Bewegung began von einem ethischen Urteil heraus, das nicht freie Software asozial ist, es ist eine falsche Behandlung der anderen Menschen. Und ich erreichte diese Schlussfolgerung bevor ich began das GNU System zu entwickeln. Ich entwickelte das GNU System spezifiell, um eine Alternative zu einer unethischen Weise des Verwendens von Software zu erschaffen. Wenn jemand zu Ihnen sagt:
" Du kannst dieses nette Softwarepaket haben, aber nur wenn Sie zuerst ein Versprechen unterzeichnen, sie mit keinem anderen/keiner anderen zu teilen",
dann werden Sie gebeten, den Rest der Menschheit zu verraten. Und ich erreichte diese Schlußfolgerung in den frühen Achtziger Jahren, das dies böse war, es ist eine falsche Behandlung anderer Menschen. Aber es gab keinen anderen Weg einen modernen Computer zu benutzen. Alle Betriebssysteme erforderten genau solch einen Verrat, bevor Sie eine Kopie erhalten konnten. Und das war, um eine ausführbare binäre Kopie zu erhalten. Sie konnten jedenfalls nicht an die Quelle [source] des Programmes kommens. Die ausführbare binäre Kopie ist eine Reihe von Zahlen, bei denen sogar ein Programmierer Mühe hat sich einen Sinn daraus zu machen. Der Ursprung [source] des Programm schaut wie Mathematik aus, und wenn Sie programmieren gelernt haben, können Sie das lesen. Aber diese verständliche Form, konnten Sie sogar nicht einmal erhalten konnten, nachdem Sie den Verrat unterzeichneten. Alle, die Sie erhalten würden, sind die sinnlosen Zahlen, die nur der Computer verstehen kann. So entschied ich, eine Alternative zu erschaffen, das hiess, ein anderes Betriebssystem, eines, welches nicht diese unethischen Anforderungen haben würde. Eines, das Sie in der Form von Programmquellen [source] erhalten konnten, damit, wenn Sie sich entschieden programmieren zu erlernen, Sie es verstehen konnten. Und Sie würden es erhalten, ohne die Leute zu verraten und Sie würden frei sein, es anderen zu geben.

Frei sein, Kopien entweder zu verschenken oder zu verkaufen.

In den Neunzigern als das GNU plus Linux System populär wurde und einige Millionen Benutzer bekam, waren viele von ihnen "Techies" mit technischen Scheuklappen, welche die Dinge nicht als richtig oder falsch betrachten wollten, sondern nur bezüglich effektiv oder wirkungslos. So fingen sie an, vielen anderen Leuten zu erzählen, hier ist ein Betriebssystem, das sehr zuverlässig ist, und kraftvoll, und es ist aufregend und cool, und Sie können es preiswert bekommen. Und sie erwähnten nicht, dass es Ihnen erlaubte, einen unethischen Verrat an dem Rest der Gesellschaft zu vermeiden. Daß es den Benutzern erlaubt es zu vermeiden getrennt und hilflos gehalten zu werden. So gab es viele Leute, die freie Software benutzten, aber sogar nie von diesen Ideen gehört haben. Und dies berücksichtigt Leute in Unternehmen, die sich einer amoralischen Herangehensweise an ihr Leben verpflichtet hatten. So als jemand die Bezeichnung "Open Source" vorschlug, begriffen sie dass als einen Weg, durch den sie diese ethischen Ideen begraben konnten. Nun, sie haben ein Recht, für ihre Ansichten zu werben. Aber, ich teile ihre Ansichten nicht, und ich lehne es ab jemals irgendetwas unter der Rubrik in Anführungsstrichen "Open Source" zu tun, und ich hoffe, Sie werden das auch.

 

7).Angenommen, es hilft Benutzern die Freiheiten in der freien Software zu verstehen, wenn der vieldeutige Gebrauch von dem Wort frei auf englisch erklärt wird, was halten Sie von der Verwendung des Namens FLOSS wie in Free/Libre Open Source Software?

Es gibt viele Leute, die zum Beispiel unsere Gemeinschaft studieren möchten, oder über unsere Gemeinschaft schreiben und möchten es vermeiden zwischen der freien Software-Bewegung und der Open Source Bewegung Seite zu beziehen. Häufig haben sie hauptsächlich von der Open Source Bewegung gehört, und sie denken, daß wir sie alle unterstützen. So weise ich sie daruf hin, dass unsere Gemeinschaft tatsächlich durch die freie Software Bewegung gegündet wurde . Aber dann sagen sie häufig, daß sie nicht diesen bestimmten Widerspruch adressieren und daß sie beide Bewegungen erwähnen möchten, ohne sich auf eine Seite zu stellen. So empfehle ich die Bezeichnung Free/Libre Open Source Software, als eine Weise beide Bewegungen zu erwähnen und beide gleich gewichten zu können. Und sie kürzen es als FLOSS ab, sobald sie gesagt haben, wofür es steht. So ich denkes es ist ein...Falls Sie keine Seite zwischen den beiden Bewegungen beziehen wollen, dann ja, auf alle Fälle, gebrauchen Sie diese Bezeichnung. Aber was ich hoffe, ist das Sie sich auf die Seite der freien Software Bewegung stellen. Aber nicht jeder muss. Die Bezeichnung ist seriös.

 

8.)Sind Sie mit der Entwicklung der Gemeinschaft glücklich, die aus Ihrer Vision eines freien Betriebssystems heraus gewachsen ist? In welcher Weise entwickelte es sich unterschiedlich zu der Vision die Sie am Anfang hatten?

Nun, im grossen und ganzen bin ich ziemlich damit zufrieden. Aber natürlich gibt es auch einige Sachen mit denen ich nicht glücklich bin, vor allem die Schwäche, dass es so viele Menschen in der Gemeinschaft gibt, die nicht denken dass es eine Angelegenheit von Freiheit ist, die nicht gelernt haben ihre Freiheit zu schätzen oder sie sogar wahrzunehmen. Das macht unser zukünfiges Überleben fragwürdig. Es macht uns schwach. Und so, wenn wir verschiedenen Bedrohungen gegenüberstehen, behindert diese Schwäche unsere Antwort. Unsere Gemeinschaft könnte durch die patentierung von Software Ideen zerstört werden. Sie könnte durch heimtückisches computern (?) zerstört werden. Sie kann einfach durch Produzenten von Computerteilen zerstört werden; durch die Ablehnung, uns gegenüber zu erklären, wie man die Computer(-teile) benutzt, damit wir keine freie Software mehr schreiben können, um die Computer(-teile) laufen zu lassen. Es gibt viele Verwundbarkeiten, die wir langfristig haben. Und, wohl sind die Sachen, die wir tun müssen, um zu diese Drohungen zu überleben, in allen Fällen unterschiedlich, aber immer je mehr wir uns deren bewußt sind, desto motivierter sind wir, desto einfacher wird es für uns sein, das zu tun, was auch immer zu tun ist. So die grundlegendste langfristige Sache ist das wir die Freiheit erkennen und dann schätzen müssen, welche uns die freie Software gibt, damit die Benutzer für ihre Freiheit kämpfen, genauso wie die Menschen für die Redefreiheit, die Pressefreiheit, und die Versammlungsfreiheit kämpfen, weil diese Freiheiten heutzutage in dieser Welt ebenfalls höchst bedroht sind.

 

9).So was bedroht Ihrer Meinung nach im Moment das Wachstum der freien Software?

Ich muss darauf hinweisen, das unser Ziel nicht gerade Wachstum ist. Unser Ziel ist es Cyber Space zu befreien. Und das bedeutet alle Computerbenutzer zu befreien. Wir hoffen, dass sie irgenwann einmal alle zu freier Software wechseln, aber wir sollten nicht blossen Erfolg als unser Ziel ansehen, das verfehlt den eigentlichen Punkt. Aber wenn ich es aufgreife als "was hält die Verbreitung von freien Software zurück?" . Nun, an diesem Punkt ist es Trägheit, soziale Trägheit. Viele Menschen haben gelernt Windows zu benutzen. Und sie haben noch nicht gelernt GNU/Linux zu benutzen. Es ist nicht mehr hart GNU/Linux zu lernen, vor 5 Jahren war es schwer, aber jetzt nicht. Aber noch ist es mehr als Null. Und Menschen die....., wissen Sie,...falls sie niemals ein Computersystem erlernt haben, dann ist GNU/Linux so einfach wie alles andere, aber wenn Sie schon windows gelernt habem ist es einfacher. Es ist einfacher weiterhin das zu machen, was Sie wissen. Also das ist Trägheit. Und es gibt mehr Leute, die ausgebildet werden wie die Windowssysteme laufen, als wie die GNU/Linux Systeme laufen. So immer wenn Sie versuchen, Leute zum Wechsel überzeugen, arbeiten Sie gegen Trägheit.
Zusätzlich haben wir ein Problem, daß Hardwarehersteller nicht mit uns der Weise zusammenarbeiten, in der sie mit Microsoft zusammenarbeiten. So haben wir ausserdem diese Trägheit.
Und dann haben wir in einigen Ländern die Gefahr der patentierung von Software Ideen. Ich möchte, das jede(r) der/die die - liest oder hört, - mit allen ihren Kandidaten für das Europäische Parlament sprechen und sie fragen, wo sie bei der Patentierung von Software Ideen stehen?
" Werden sie dafür wählen, um die Zusatzänderungen der Parlamentes wiedereinzusetzen, die letzten September angenommen wurden und die anscheinend durch den Ministerrat entfernt werden? Wählen Sie dafür jene Änderungen im zweiten Wahlgang zurück zu holen?"
Dieses ist eine sehr konkrete Frage.
Mit einer "Ja" oder "Nein" Antwort.
Sie erhalten häufig andere Arten von - Sie können ausweichende Antworten erhalten, wenn Sie fragen
"Unterstützen oder lehnen Sie Software Patente ab?".
Die Leute, die die Richtlinien schrieben, behaupten, daß es die patentierung von Software Ideen nicht autorisiert, sie sagen, dies ist so, weil die Richtlinie aussagt, das alles, was pateniert wird eine technische Eigenschaft haben muss. Aber, jemand der/die in der Europäischen Kommission beteiligt ist, hat zugegeben dass diese Bezeichnung genau das meint, was sie es zu meinen wünschen, nach wischi-waschi Art, so tatsächlich gibt es überhaupt keine Beschränkung auf irgendwas. So, wenn ein Kanditat sagt: "Ich unterstütze den Entwurf der Kommission, weil er keine patentierung von Software Ideen erlaubt", können Sie das aufzeigen.
Und drängen Sie auf die Frage: "Werden Sie für die früheren Zusätze vom Parlament wählen?"

 

Okay, vielen Dank.

 

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Ergänzungen

Wizards of OS

Hinweis 04.06.2004 - 13:44
Passend zum Thema: "Freie Software - Freie Gesellschaft" findet nächste Woche in Berlin der Kongress "Wizards of OS" statt. Dieser Kongress findet bereits das dritte mal statt.
"Wizards of Operating Systems (WOS) wird von den großen Befreiungsbewegungen im Bereich des Wissens getragen: der freien Software, des freien Contents, der freien Wissenschaft, der freien Netzwerke, der freien Hardware. Sie zeigt auf, dass freie und offene Kooperation funktioniert. WOS handelt nicht von Problemen, sondern von Lösungen. WOS will inspirieren und motivieren."
 http://www.wizards-of-os.org/

Volker Grassmuck

elfboi 04.06.2004 - 15:04
Volker Grassmuck, einer der geistigen Väter von Wizards of OS, hat ein Buch namens "Freie Software" geschrieben, welches bei der Bundeszentrale für politische Bildung für 2€ zu haben ist (staatlich subventioniert, heh heh) und wirklich gute Informationen zum Thema enthält, speziell, was Trusted Computing (sucht mal nach TCPA), Copyright und geistiges Eigentum bzw. die entsprechenden Gegenbewegungen angeht.
Alle Texte von vgrass gibt es auch im Internet zum Runterladen, meist als PDF.

 http://waste.informatik.hu-berlin.de/Grassmuck/
 http://www.hgb-leipzig.de/~vgrass/

Patente als Waffe Microsofts gegen OS

nn 04.06.2004 - 16:42
Patente als potenzielle Waffe Microsofts gegen Open Source

Microsoft lässt sich immer wieder neue Techniken patentieren, die manches Mal zu einiger Aufregung in der Anwendergemeinde führen -- etwa beim Patent auf langes Button-Drücken oder Button-Doppelklick bei Geräten mit eingeschränkten Ressourcen, das auch schon mal als 'Patent auf den Doppelklick' kolportiert wurde. Tatsache ist jedenfalls, dass Microsoft 4500 Patente -- unter anderem dazu, wie eine Datei abgespeichert oder Text auf einem Monitor dargestellt wird -- sein Eigen nennt, die man auch mit neuen Lizenzpolitiken lukrativ verwerten will.

 http://www.heise.de/newsticker/meldung/47948

Revolution OS

ZoraRoth 12.06.2004 - 03:56
Es gibt eine interessante doku über die Anfänge und Entwicklung von Freier Software, Open Source und Linux, unter anderen mit Interviews mit Richard Stallman.
Revolution OS 2001(Revolução do Linux) - Legendas.ptBrasil [By Ice Icool].avi

Revolution_OS_(2001).Additional_Interviews.CFE.ShareReactor.avi

Revolution OS

ZoraRoth 12.06.2004 - 04:36
hier die links:

ed2k://|file|Revolution.OS.2001(Revolução.do.Linux).-.Legendas.ptBrasil.[By.Ice.Icool].avi|735442944|4DF0329803E34C9FA868D97E6C33B14A|/

ed2k://|file|Revolution_OS_(2001).Additional_Interviews.CFE.ShareReactor.avi|681951232|12CDA0535A711ACC75F10C81B8E1B049|/