Berlin: Naziaufmarsch gekippt
Am 1. Mai 2004 wurde den Nazis erstmals seit Jahren wieder ein schlechter Tag bereitet. Möglich war dies durch einen breiten Protest und jeweils der Situation angepassten Aktionsformen.
An der antifaschistischen Demonstration "Naziaufmarsch kippen!" beteiligten sich ca 2.500 Menschen. Bei bestem Wetter setzte sich die Demonstration gegen 11:20 Uhr in Richtung Osten in Bewegung. Anwesend waren auch einige prominente (Ex-)PDS-Genossinen und -Genossen wie Petra Pau, Angela Marquardt und selbst der Berliner Kultursenator Thomas Flierl wurde gesichtet. Sowohl die Bullen als auch die Veranstalter waren von der unerwartet hohen Teilnehmerzahl überrascht. Die Demo war auch erstaunlich bunt.
In Höhe Niederbarnimstraße gab es einen Durchbruchversuch der Demo-Spitze in Richtung Frankfurter Allee. Es gab etwas Gerangel mit Team Green (aus Bamberg), keine Verletzten, keine Festnahmen. Am Boxhabener Platz wurde dann von 10 runtergezählt und losgerannt, worauf die Franken recht nervös reagierten, die kennen sowas offensichtlich noch nicht. Die Entscheidung der Demo-Leitung, die Demo hier zu beenden wurde lange vorher im Bündnis als mögliche Option diskutiert, da davon auszugehen war, dass wir es nicht schaffen, mit der ganzen Demo auf die Nazi-Route zu gelangen. Im Ergebnis bestand Einigkeit darüber, den Leuten die Möglichkeit zu geben, zu den anderen Kundgebungen bzw. direkt auf die Nazi-Route zu kommen. Und es hat funktioniert! Entgegen einigen Presseberichten wurde die Demo von den Veranstaltern beendet und nicht durch die Bullen aufgelöst.
Von da ab ging alles sehr schnell, die Bullenabsperrungen wurden weiträumig umgangen, zahlreiche Bürgerinnen und Bürger ließen sich einfach mitreissen. Team Green hatte keine Möglichkeit, so kurzfristig alle Zugänge zur Frankfurter Allee dicht zu machen und mehrere Tausend Menschen konnten so an mehreren Punkten auf die Frankfurter Allee gelangen. Insgesamt ergaben sich zeitweilig bis zu vier Blockaden zwischen Magdalenenstraße und Bahnhof Lichtenberg, die dann jeweils durch eine Kette Bullen begrenzt wurden.
Bis ca. 15:30 Uhr wurde so ein Losgehen der Nazis verhindert. Ein zwischenzeitlicher Durchbruchversuch der Nazis wurde durch die Bullen verhindert, angefeuerte von den mehreren Hundert Antifas auf der Lichtenberger Brücke (Sprechchöre "Auf die Fresse!" und "Haut´se, haut´se, immer auf die Schnauze!"). Viele dem Autor persönlich bekannte Antifas hatten zu diesem Zeitpunkt ein breites Grinsen auf dem Gesicht - eine Mimik, die einigen in den letzten Jahren schon verlorengegangen schien.
Nach und nach wurde von team Green versucht, die Blockaden aufzulösen, was am Anfang auch noch ganz korrekt von sich ging. Drei Ansagen und dann Räumung in Richtung Westen sorgten immer wieder für massive Verzögerungen des Nazi-Aufmarsches. Nach und nach allersings agierten die Beamten heftiger und auf Höhe Magdalenenstraße wurden Wasserwerfer und Schlagstöcke eingesetzt. Erst daraufhin wurden auf der Frankfurter Allee Barrikaden errichtet.
Auf der Friedrichshainer Seite brannten mehrer Müllkontainer völlig aud, ein Firmen-PKW wurde umgekippt und die die vorrückenden Bullerei mit Pflastersteinen begrüßt. Unterdessen entschied sich die Einsatzleitung, die Nazis nicht mehr nach Friedrichshain laufen zu lassen, sondern auf der gleichen Strecke wieder zurück zum Bahnhof Lichtenberg zu führen. Daraufhin wurden die Auseinandersetzungen in Friedrichshain eingestellt, ca. 1.000 Menschen feierten hier ein RTS, Team Green beschränkte sich auf das Sperren der Straßen für den Fahrzeugverkehr.
Die Nazis hielten noch vor der Möllendorffstraße eine über einstündige Kundgebung ab und hatten für eine ganze Weile die im Friedrichshain aufsteigenden Rauchsäulen aus dem Friedrichshain vor sich. Zuviel für die Kameraden an diesem Tag, die meisten schwächelten hier bereits und lauschten der blechernen Lautsprecherstimme im Sitzen. Gegen 19:00 Uhr hatte der Nazi-Aufmarsch sein Ende, ein Bullen-Kessel mit Antifas auf der Westseite der Lichtenberger Brücke wurde jetzt auch aufgelöst.
Fazit: Den Nazis wurde am 1. Mai 2004 in Berlin ein schlechter Tag bereitet. Wir würden es wieder tun. Es gab eine breite Mobilisierung und die Aktionen waren dem jeweiligen Vorgehen der Bullen angemessen, so dass sich die Kollateralschäden auf ein notwendiges Minimum begrenzen ließen.
In Höhe Niederbarnimstraße gab es einen Durchbruchversuch der Demo-Spitze in Richtung Frankfurter Allee. Es gab etwas Gerangel mit Team Green (aus Bamberg), keine Verletzten, keine Festnahmen. Am Boxhabener Platz wurde dann von 10 runtergezählt und losgerannt, worauf die Franken recht nervös reagierten, die kennen sowas offensichtlich noch nicht. Die Entscheidung der Demo-Leitung, die Demo hier zu beenden wurde lange vorher im Bündnis als mögliche Option diskutiert, da davon auszugehen war, dass wir es nicht schaffen, mit der ganzen Demo auf die Nazi-Route zu gelangen. Im Ergebnis bestand Einigkeit darüber, den Leuten die Möglichkeit zu geben, zu den anderen Kundgebungen bzw. direkt auf die Nazi-Route zu kommen. Und es hat funktioniert! Entgegen einigen Presseberichten wurde die Demo von den Veranstaltern beendet und nicht durch die Bullen aufgelöst.
Von da ab ging alles sehr schnell, die Bullenabsperrungen wurden weiträumig umgangen, zahlreiche Bürgerinnen und Bürger ließen sich einfach mitreissen. Team Green hatte keine Möglichkeit, so kurzfristig alle Zugänge zur Frankfurter Allee dicht zu machen und mehrere Tausend Menschen konnten so an mehreren Punkten auf die Frankfurter Allee gelangen. Insgesamt ergaben sich zeitweilig bis zu vier Blockaden zwischen Magdalenenstraße und Bahnhof Lichtenberg, die dann jeweils durch eine Kette Bullen begrenzt wurden.
Bis ca. 15:30 Uhr wurde so ein Losgehen der Nazis verhindert. Ein zwischenzeitlicher Durchbruchversuch der Nazis wurde durch die Bullen verhindert, angefeuerte von den mehreren Hundert Antifas auf der Lichtenberger Brücke (Sprechchöre "Auf die Fresse!" und "Haut´se, haut´se, immer auf die Schnauze!"). Viele dem Autor persönlich bekannte Antifas hatten zu diesem Zeitpunkt ein breites Grinsen auf dem Gesicht - eine Mimik, die einigen in den letzten Jahren schon verlorengegangen schien.
Nach und nach wurde von team Green versucht, die Blockaden aufzulösen, was am Anfang auch noch ganz korrekt von sich ging. Drei Ansagen und dann Räumung in Richtung Westen sorgten immer wieder für massive Verzögerungen des Nazi-Aufmarsches. Nach und nach allersings agierten die Beamten heftiger und auf Höhe Magdalenenstraße wurden Wasserwerfer und Schlagstöcke eingesetzt. Erst daraufhin wurden auf der Frankfurter Allee Barrikaden errichtet.
Auf der Friedrichshainer Seite brannten mehrer Müllkontainer völlig aud, ein Firmen-PKW wurde umgekippt und die die vorrückenden Bullerei mit Pflastersteinen begrüßt. Unterdessen entschied sich die Einsatzleitung, die Nazis nicht mehr nach Friedrichshain laufen zu lassen, sondern auf der gleichen Strecke wieder zurück zum Bahnhof Lichtenberg zu führen. Daraufhin wurden die Auseinandersetzungen in Friedrichshain eingestellt, ca. 1.000 Menschen feierten hier ein RTS, Team Green beschränkte sich auf das Sperren der Straßen für den Fahrzeugverkehr.
Die Nazis hielten noch vor der Möllendorffstraße eine über einstündige Kundgebung ab und hatten für eine ganze Weile die im Friedrichshain aufsteigenden Rauchsäulen aus dem Friedrichshain vor sich. Zuviel für die Kameraden an diesem Tag, die meisten schwächelten hier bereits und lauschten der blechernen Lautsprecherstimme im Sitzen. Gegen 19:00 Uhr hatte der Nazi-Aufmarsch sein Ende, ein Bullen-Kessel mit Antifas auf der Westseite der Lichtenberger Brücke wurde jetzt auch aufgelöst.
Fazit: Den Nazis wurde am 1. Mai 2004 in Berlin ein schlechter Tag bereitet. Wir würden es wieder tun. Es gab eine breite Mobilisierung und die Aktionen waren dem jeweiligen Vorgehen der Bullen angemessen, so dass sich die Kollateralschäden auf ein notwendiges Minimum begrenzen ließen.
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Ergänzungen
Mehr Bilder auf adf-berlin.de
zusatz zum "nazi-aufmarsch"
ball flach halten
rock on !
Ein schlechter Tag für die Nazis?
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Kollateralschäden?
"Kollateralschäden"? "Notwendige" gar? Was ist das denn bitte für eine beschissene militaristische Diktion? Bei manchen Leuten scheint von den diversen Gewalt-/Militanzdebatten absolut gar nichts angekommen zu sein. Bitter.
nur so:
antimilitaristischer Antifa 02.05.2004 16:10
"...dass sich die Kollateralschäden auf ein notwendiges Minimum begrenzen ließen."
"Kollateralschäden"? "Notwendige" gar? Was ist das denn bitte für eine beschissene militaristische Diktion? Bei manchen Leuten scheint von den diversen Gewalt-/Militanzdebatten absolut gar nichts angekommen zu sein. Bitter.
also dazu ich denke das stimmt schon das das militärisch ist - aber man sollte sich auch net immer wieder wörter vom militär oder sonst wem nehmen lassen
außerdem isses ja so das militär mit kollateralschäden menschen meint - und das is echt derb
mülltonnen und n auto kann man ruhig als kollateralschaden bezeichnen - das stimmt dann in der eigentlichen bedeutung des wortes auch wieder mehr
Unglaublich
Ihr seit doch manchmal sooooo komisch!
Im übrigen solltet ihr euch dann bei der Polizei bedanken,obwohl jeder wohl weiß das das kein Schutz für Rechts oder links war,denke Ich mal.Die wollen nur Ruhe haben!
Im übrigen hätten die linken ja wohl auch keine Schnitte gehabt,da viele ja nur mit Gegenständen werfen können und Autos zerstören.
Wenn man von tolleranz redet sollte man sich auch dementschprechend benehmen!
Ich bin ein Neutraler Beobachter und mehr werde Ich auch nie werden!
Rechts ist nicht mein Ding und links auch nicht,besonders am 1.Mai schäme Ich mich deutscher zu sein!
Wirklich unglaublich!
Aber für leute wie dich sollte das Grundgesetz erweitert werden.
Um den Artikel: "Die Dummheit der Deutschen ist unantastbar!
Ich bin sicher! Du wirst bei allem was du ( nicht ) tust immer ein "Beobachter" bleiben!
Also, halt dich raus, wenn die Menschen sich politisch unterhalten wollen. Du bitte hast ja ( laut deiner eigenen Ansprache ) nichts dazuzutun!
ihr seit die helden jeaaaaaaaaaah
der tag gestern war in viellem ein voller erfolg.
ein link mit filmen zu lichtenberg und der antifademo
es is schade , dass auch hier wieder nazis mit antifas auf eine stufe gestellt werden.wenn hier einer schreibt, er schäme sich ein deutscher zu sein, u.a. aufgrund der antifaaktionen, so scheint er nicht zu peilen, dass es nazis sind die flüchtlinge, ausländer, obdachlose, schwule totschlagen und das es autonome sind, die oft als einzige, nazis in den weg stellen.
wie verpeilt muss mensch sein, wenn er nazis und antifas in einen topf wirft? auf jeden fall sehr oberflächlich! so ein schnellschutz.
da sieht der spiesser ne mülltone brennen und auweia, schon werden hier böse böse autonome mit menschenmordenden nazibanden ( seit vereinigung mehr als 120 menschen durch neonazis ermordet worden) verglichen.
ja das ist ein ding, da brennt ne mülltone. unerhört.
wenn nazis aslyheime anstecken, menschen verbrennen, dann sind aber die autonome auch böse. weil die hauen alles kaput. gut zwar keine scheiben von häusern in denen "ausländer" wohnen, sondern von banken, und die haben es ja nicht so dicke. arme bankhäuser.
ihr seit geil. die ritter der moderne.kämpft gegen nazis und zeigt "den aufstand der anständigen" und lasst euch dafür noch die fresse von den bullen.... egal. war ein guter tag gestern.
keine inhaltliche ergänzung
An alle "neutralen Beobachter":
Macht euren "Aufstand der Anständigen" woanders und lasst uns mit eurem Müll in Ruhe! Diskutiert mit Faschoschweinen, steckt euch einen bunten Button an die Jacke und macht Lichterketten, wenn ihr immer noch glaubt, sowas würde gegen das braune Pack helfen...
(Zu Risiken und Nebenwirkungen dieses Handelns lest ein Geschichtsbuch oder fragt eure Großeltern! Hat damals nämlich auch nix genützt..)
Kann mich nur meinem Vorgänger "nazi nix gut" anschließen:
ihr seid doch diejenigen, die wegschauen, wenn Immigranten angepöbelt oder zusammengeschlagen (oder umgebracht...) werden, wenn die Asylantenheime brennen, wenn ihr beim Spazierengehen im Wald ein paar Teilnehmer eines Wehrsportlagers seht und Nazi-Läden in eurer Umgebung ungestört Handel betreiben können!
Militant muss er sein, der Widerstand!
Heidenheim und Gera: Nie wieder!
Nazis aufs Maul!
Dem Kapitalismus den Krieg: Organisierte Autonomie!
@ballermann
Stehen lassen!!
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Samstag, 01.05.2004 "Nazi-Aufmarsch kippen"