Das Schweigen der Massenmedien
Seit nunmehr 10 Tagen vergeht in Berlin kaum ein Tag ohne Aktionen im Zusammenhang mit den sog. Mai Steinen. Seit dem klar ist, dass diese "witzigen Aktionen" (taz) so gar nicht dem gezeichneteten Bild der gewalttätigen "linken Chaoten" (Berliner Kurier)entsprechen und alles andere als Inhaltsleer sind, schweigt die Berliner Presse seit fast einer Woche.
Es ist schon erstaunlich, wie die Medien in den vergangenen drei Wochen die Mai-Steine in Berlin gepuscht haben. Seit einer Woche schweigt es aber fast völlig im Blätterwald und kein Sender bringt etwas. Die inhaltliche ideenreiche Aktionszeit vor dem 1. Mai ist von vielen Gruppen getragen und so gar nicht chaotisch. Die Medien zeigen schon im Vorfeld des 1. Mai wie sie gestrikt sind, ohne ein bisschen Chaos und Gewalt wollen sie einfach nichts bringen. Die vorgetragene Kritik mit sozialen Forderungen entspricht durchaus dem Gefühl einer großen Minderheit in Berlin und reicht bis in bürgerliche Teile hinein. Den Medien und der offiziellen Politik passt dies so gar nicht, schon gar nicht, dass die Linken eben nicht immer so ticken, wie sie es wollen - nirgends flog bisher ein Stein, dafür gab es viel Zuspruch(leider weniger Beteiligung) aus der Bevölkerung.
Selbstverständlich wird das Bild von der Gewalttätigen 1. Mai Demo trotz aller gegensätzlichen Erfahrungen des letzten Jahres weiter runtergebetet. Jetzt soll ein bezirksfinanziertes Mayfest die Demorute nach Kreuzberg verhindern und es wird damit argumentiert, das Demo und Feiern nicht zusammen ginge. Die PDS wird dabei immer unglaubwürdiger.(Bezirksbürgermeisterin)
Übrigends gibt es auch andere Aktionsformen, die wohl dem Bild der Massenmedien mehr entsprechen: wie die taz berichtet, wurden in der Nacht zum Freitag mehrere BVG-Automaten zerstört und die BVG-Zentrale farblich geschmückt - wer da einen Zusammenhang mit der unsozialen Preispolitik der Nahverkehrsbetriebe vermutet, liegt vielleicht gar nicht so falsch. Aber wer weis das schon so genau, wo doch die Mai Steine nicht so sind, wie die Medien hofften - alles ist möglich.
Selbstverständlich wird das Bild von der Gewalttätigen 1. Mai Demo trotz aller gegensätzlichen Erfahrungen des letzten Jahres weiter runtergebetet. Jetzt soll ein bezirksfinanziertes Mayfest die Demorute nach Kreuzberg verhindern und es wird damit argumentiert, das Demo und Feiern nicht zusammen ginge. Die PDS wird dabei immer unglaubwürdiger.(Bezirksbürgermeisterin)
Übrigends gibt es auch andere Aktionsformen, die wohl dem Bild der Massenmedien mehr entsprechen: wie die taz berichtet, wurden in der Nacht zum Freitag mehrere BVG-Automaten zerstört und die BVG-Zentrale farblich geschmückt - wer da einen Zusammenhang mit der unsozialen Preispolitik der Nahverkehrsbetriebe vermutet, liegt vielleicht gar nicht so falsch. Aber wer weis das schon so genau, wo doch die Mai Steine nicht so sind, wie die Medien hofften - alles ist möglich.
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Ergänzungen
Falsch
Massenmedien berichten
mmh, also lesen hilft.
laut mai-steine.de gab es 62 berichte in den letzten wochen. das ist sehr viel finde ich, viele aktivisten würden sich so ein pressefeedback für ihre aktionen wünschen.
da drängt sich mir nur die frage auf, ob du wissentlich gelogen hast um etablierte feindbilder zu bedienen (so wie du das der presse vorwirfst) oder einfach nur wirklich grottenschlecht recherchiert hast.
(Berliner Morgenpost vom 14.04.04)
(Berliner Morgenpost vom 14.04.04)
(Berliner Morgenpost vom 14.04.04)
(Berliner Kurier vom 14.04.04)
(Berliner Zeitung vom 14.04.04)
(Tagesspiegel vom 14.04.04)
(taz vom 14.04.04)
(taz vom 14.04.04)
(taz vom 14.04.04)
(BZ vom 14.04.04)
(Berliner Morgenpost vom 15.04.04)
(Berliner Kurier vom 15.04.04)
(Berliner Zeitung vom 15.04.04)
(Berliner Zeitung vom 15.04.04)
(Tagesspiegel vom 15.04.04)
(Tagesspiegel vom 15.04.04)
(taz vom 15.04.04)
(taz vom 15.04.04)
(BZ vom 15.04.04)
(ND vom 15.04.04 leider nicht online)
(Berliner Morgenpost vom 16.04.04)
(BZ vom 16.04.04)
(Tagesspiegel vom 16.04.04)
(ND vom 16.04.04)
(Berliner Morgenpost vom 17.04.04)
(Berliner Kurier vom 17.04.04)
(Tagesspiegel vom 17.04.04)
(Berliner Kurier vom 18.04.04)
(Berliner Morgenpost vom 18.04.04)
(Berliner Morgenpost vom 18.04.04)
(RBB-Abenschau vom 14.04.04)
(RBB-Abendschau vom 16.04.04)
(RBB-Abendschau vom 17.04.04)
(Berliner Zeitung vom 19.04.04)
(Berliner Zeitung vom 19.04.04)
(Tagesspiegel vom 19.04.04)
(taz vom 19.04.04)
(taz vom 19.04.04)
(Tagesspiegel vom 20.04.04)
(Tagesspiegel vom 20.04.04)
(Tagesspiegel vom 20.04.04)
(taz vom 20.04.04)
(ND vom 20.04.04)
(RBB-Abendschau vom 21.04.04)
(Morgenpost vom 22.04.04)
(Tagesspiegel vom 22.04.04)
(junge Welt vom 22.04.04)
(Jungle World vom 21.04.04)
(taz vom 22.04.04)
(Morgenpost vom 23.04.04)
(Berliner Zeitung vom 23.04.04)
(Berliner Zeitung vom 23.04.04)
(Berliner Zeitung vom 23.04.04)
(taz vom 23.04.04)
(taz vom 23.04.04)
(Neues Deutschland vom 23.04.04)
(Tagesspiegel vom 23.04.04)
(RBB-Abendschau vom 22.04.04)
(Neues Deutschland vom 21.04.04)
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Medien
Sobald was in den Medien ist, wird die Nachricht zur Ware und damit austauschbar (also zum Beispiel genauso viel wert wie die Nachricht vom Wellensittich, der i m Käfig von der alten Oma vom Balkon im siebten Stock geworfen wurde.)
Jetzt fragt ihr, wie man denn sonst noch die lieben Mitmenschen erreichen kann. Darüber sollte man mal nachdenken, aber es gibt, glaube ich, noch andere Wege.
Tatsächlich?
usw..
Und damit ist das alles schon völlig überbewertet,
dieser krampfhafte Versuch, die 1.Maifestspiele politisch erscheinen zu lassen.
wie funktioniert das
nehmen wir dann mal an, eingeschleuste voluntäre und andere mitarbeiterinnen der zeitungen machen flux n coup und bringen tagelang auf den titelseite lange berichte über die aktionen.
plötzlich werden sich die massen erheben, die regierung wegfegen und eine libertär-emanzipatorische räterepublik ausrufen. yippie und hurra.
tatsächlich ist es so, dass die maisteine aktionen symphatische aktionen sind, aber wenn hundert leute irgendwo in berlin aktionieren, stört das keinen grossen geist. es ist ein paarzeiler für presseagenturen und zeitungen. der artikel oben spricht bände über die auf den eigenen nabel fixiertheit von manchen aktivistinnen, die nicht verstehen können, warum die menschen ihre argumente und aktionen nicht für richtig halten. so kann es eben nur sein, dass es nicht funzt, weil die medien schuld sind, die ja angeblich nicht berichten.
ein gesesllschaftlihcer wandel fängt bei einem selbst an; da sollte mensch erstens sich darüber klar werden, dass die "linksradikale" marginalisiert, für die meisten lebensrealitäten unrelevant ist bzw unbekannt ist und neben ihres moralischen anspruchs nicht viel überzeugendes aufzubieten hat - ausser pathos, verbalradikalismus, heile welt nischen und ne eigene mode und popkultur.
das die radikale linke in dieser gesellschaft nicht interventionsfähigkeit ist, liegt an ihr selbst - und das muss sie als erstes ändern.