Polizei stürmt Autonomes Zentrum KH in Gera

Autonomes Zentrum Klaushaus 20.04.2004 16:47 Themen: Antifa Freiräume
Polizeirepression und Kriminalisierungsversuch gegen antifaschistische Strukturen - Razzia am 18.04.04.
--------------
Kundgebungen in Gera
Polizeiskandale aufdecken - Linke Strukturen schützen
Presseerklärung | 20.04.04 | Autonomes Zentrum Klaushaus

Polizeirepression und Kriminalisierungsversuch gegen antifaschistische Strukturen.
Polizei stürmt AZ Klaushaus am Sonntag 18.04.04

Am 18.04.04 stürmten gegen 20 Uhr ca. 70 Polizeikräfte mit 20 Dienstfahrzeugen überfallartig das AZ Klaushaus. Ausgerüstet mit Rammbock, Hunden, und Kameras wurde sich unter Einsatz von körperlicher Gewalt Zutritt verschafft. Begründet wurde diese völlig überzogene Maßnahme damit, dass das Konzert nicht angemeldet sei. Dies erwieß sich jedoch als haltloß. Der Einsatzleiter Herr Quittenbaum teilte dem Anmelder daraufhin mit, dass es sich um eine Razzia bezüglich des Besitzes und Verkaufs von Betäubungsmitteln handle.

Danach mussten sich alle Besucher, die sich Gebäude und Grundstück des AZ-Klaushaus aufhielten, gleich zwei verdachtsabhängigen Kontrollen unterziehen, wurden jeweils abfotografiert und für längere Zeit in einen Polizeikessel hingehalten.

Der Zetpunkt des Einsatzes, der sich bis zum Ende der angemeldeten Veranstaltung (22.00 Uhr) erstreckte, war von der Polizei nicht zufällig gewählt.

Bereits am 17. Januar dieses Jahres fiel die Bereitschaftspolizei Gera durch einen ungerechtfertigten und provozierenden Einsatz auf. Dabei wurde ebenfalls eine angemeldete Veranstaltung komplett aufgelöst, da die BesucherInnen nicht gleich nach Ende dieser, das Gebäude verließen. Außerdem kam es zu Übergriffen und schikanöser Behandlung von Festgenommenen. So wurde einem Astma-Patinenten über mehrere Stunden Wasser und ein symptomehemmendes Spray verwehrt.
Auch die zahlreichen Aktivitäten aufgrund des Mordes durch junge Nazis an dem 'Spätaussiedler' Oleg und die diesbezügliche Demonstration von AntifaschistInnen am 1. Februar 2004 wurden vom geraer Polizeipräsident Lothar Kissel diffamiert. Er bezeichnete die AktivistInnen als 'Linksautonome' und forderte in einem Interwiev mit der Ostthüringer Zeitung (OTZ) Zeitung dieser Demonstratiion gegen Naziterror fernzubleiben. Kissel selbst geriet 2003 im Zuge der Ermittlungen um den 'Rotlichtskandal' in der Thüringer Polizei in das Visier der Staatsanwaltschaft. Ungeachtet dessen stimmte Geras Oberbürgermeister Ralf Rauch (parteilos) ein und ließ in diesem Zusammenhang in der OTZ verkünden, 'Extremismus aller Schattierungen' eindämmen zu wollen.

Die durchgeführte Razzia mit dem Vorwand einer nicht genehmigten Veranstaltung und später des Raschgiftbesitzes und -vertriebs, reiht sich somit in stetig wachsende polizeiliche Repression gegen selbstbestimmte Freiräume und AntifaschistInnen ein.
Emanzipatorische Politik und Kultur sind der Stadt Gera und der Polizei nicht willkommen. So ist es nicht verwunderlich, dass gerade eine Infoveranstaltung über Nazistrukturen in der Sächsische Schweiz und ein folgendes antifaschistisches Konzert durch den Eingriff 'gesprengt' wurde.
Außerdem ist es offensichtlich, dass die Aktion der Polizei im Zusammenhang mit Verbotsbstrebungen, gegen die am 30.04.04 stattfindende Demonstration 'Progress.Movement.Revolution', steht,welche auch das AZ Klaushaus unterstützt. Es sollen offensichtlich Verbindungen ausgekunschaftet und Einschüchterunsversuche vorgenommen werden.
Die negative Stimmungsmache beginnt erneut. Die Thüringer Landeszeitung berichtet mit der Überschrift 'Bei Razzia Reizgas und Cannabis gefunden' (TLZ|19.04.04) und forciert erneut eine Diffamierung linker Politik.
Zu den Fakten: Es wurden keinerlei Rauschgift auf dem Grundstück und bei Besuchern vom AZ-Klaushaus gefunden, sondern bei einer Person, welche sich auf der Straße befand.

Wir verurteilen diesen kriminalisierenden Einsatz seitens der Polizei und werden weiterhin linke Politik und Kultur in dieser Stadt unterstützen, da es offensichtlich ist, dass diese in der Öffentlichkeit als unseriös dargestellt werden soll.

Polizeiskandale aufdecken - linke Strukturen schützen!
Kundgebungen jeweils 16-17 Uhr:
Mittwoch den 21.04.04, Clara-Zetkin-Str., Ecke Amthorstr.
Donnerstag den 22.04.04 Sorge, Ecke .Schloßstraße.

UnterstützerInnen:
Autonomes Zentrum Klaushaus, Antifaschistische Aktion Gera [AAG], Infobüro Gera, Uurst e.V
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen

weitere Unterstützer

ich 20.04.2004 - 17:22
beide Demonstrationen, sowie die Demonstration progress.movement.revolution werden auch Unterstützt von der
Antifaschistischen Aktion 13
 http://afa13.antifa.net

Berichterstattung der Lokalpresse

Autonomes Zentrum Klaushaus 20.04.2004 - 18:47
Ostthüringer Zeitung (OTZ)
Thüringer Landeszeitung (TLZ)

Bei Razzia Reizgas und Cannabis gefunden

Gera . Während eines Konzertes im Klaus-Haus Gera am Sonntag Abend führte die Polizeiinspektion Gera-Nord mit Unterstützung der Thüringer Bereitschaftspolizei sowie der Polizeiinspektion Zentrale Dienste Gera eine Razzia durch.

Das Klaus-Haus ist ein von der Stadt Gera für die Durchführung von Veranstaltungen an Jugendliche vermietetes Gebäude im Stadtteil Bieblach. Nach der letzten derartigen Veranstaltung am 17. Januar waren drei Fälle bekannt geworden, wonach im Klaus-Haus Drogen konsumiert bzw. angeboten wurden. Dies war ausschlaggebend für die Kontrolle. Die Polizeibeamten stellten von den anwesenden 56 Personen die Personalien fest und nahmen deren mitgeführte Sachen in Augenschein.

Fünf Besucher wurden zur Polizeiinspektion Gera-Nord gebracht, da sie keine Ausweise dabei hatten und ihre Identität dort geklärt werden musste. Bei einem Veranstaltungsteilnehmer wurde eine geringe Menge Cannabis sichergestellt. Gegen ihn wurde Anzeige wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz erstattet. Zwei weitere Anzeigen mussten wegen Verstößen gegen das Waffengesetz aufgenommen werden, da Besucher Reizgas mitgeführt hatten.

19.04.2004

Unterstützung für AZ Klaushaus

Bündnis gegen Rechts Gera 20.04.2004 - 19:04
Wir unterstützen das AZ und die Kundgebungen.

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Zeige die folgenden 6 Kommentare an

Solidarität nach Gera — Auswärtiger

@ Mods — Autonomes Zentum Klaushaus

@ Auswärtiger — Hanni

... — Ingebourg

sich wehren — Jörg