Bericht vom Aktionstag am 2.4. in Nürnberg

D-503 02.04.2004 21:01 Themen: Bildung Globalisierung Soziale Kämpfe
Bericht vom Aktionstag gegen Bildungs- und Sozialabbau in Nürnberg am 2. 4. 2004
Am 2. 4. fanden in Nürnberg zwei Demonstrationen gegen die Politik der Landes- und Bundespolitik statt.
Für 10 Uhr mobilisierte das Nürnberger SchülerInnenbündnis(  http://www.szene.us/view.php?ID=1324/ ) zu einer Demonstration, die in erster Linie gegen die Bildungspolitik der Landesregierung gerichtet war. Treffpunkt und Kundgebungsort war der Platz vor der Lorenzkirche.
Für 13:30 Uhr war eine Kundgebung mit anschließender Demonstration im Zuge der Aktionstage gegen den Sozialabbau von der Initiative für ein Nürnberger Sozialforum(  http://www.nadir.org/nadir/initiativ/redside/2apsoz.html ) geplant.

Ab 10 Uhr versammelten sich überwiegend junge Menschen, vermutlich viele Schüler auf dem Platz vor der Lorenzkirche. Laut Aussagen vom Lautsprecherwagen sind 4 SchülerInnen unter 14 Jahren bei dem Versuch die Veranstaltung zu besuchen hinter der Kirche von Zivilpolizisten festgenommen worden und es soll auch Polizei vor den Schulen gegeben haben, um die Beteiligung der SchülerInnen am Schulstreik durch bloße Präsenz zu verhindern.

Kurz darauf startete die erste Demonstration mit etwa 400 Teilnehmern Richtung Hauptbahnhof und kehrte nach einer großen Schleife durch die Innenstadt später(hat jemand auf die Uhr gesehen?) wieder zur Lorenzkirche zurück. Die Polizei, die nicht sehr zahlreich sichtbar war, hielt sich zurück bzw. hatte keinen Grund in irgendeiner Weise einzuschreiten. Während der Demonstration, die für mich ruhig etwas kraftvoller hätte seien können, wurden Sprüche wie "Bildung für Alle - Sonst gibts Krawalle!", "Streik in der Schule, Streik in der Fabrik - das ist unsre Antwort auf eure Politik!" und "Reiht Euch ein und macht Radau, gegen Stoibers Bildungsklau!" gerufen. Im Anschluss an die Demonstration gab es dann eine kurze Kundgebung und es wurde noch einmal für die Demo um 14:00 Uhr eingeladen.

Die Zeit bis um 13:30 Uhr wurde danach mit Musik aus der Dose und einem Auftritt von MC Nemo(?) überbrückt.

Nach 13 Uhr füllte sich der Platz wieder und verschiedenste Gruppen wie die PDS, die MLPD, die DKP, die Jusos oder Attac tauchten auf und mischten sich mit einer kleineren Gruppe radikalerer Linke, wie zum Beispiel die Organisierte Autonomie und die Autonome Jugend Antifa( Beide:  http://www.redside.tk ). (Nicht erwähnt sind hier natürlich die Vielzahl von Personen die sich keiner dieser Gruppen angehörig fühlten(z.B. Anarchisten, etc) also nicht böse sein, wenn Ihr hier nicht erwähnt wurdet :-) )
Um 13:30 Uhr begann die Kundgebung, bei der viele Gruppen zu Wort kamen, deren Namen ich mir nicht alle gemerkt habe, aber wozu gibt es die Ergänzungen-Funktion. ;-)

Um etwa 14:00 Uhr startete dann die zweite Demonstration, die ebenfalls in einer großen Schleife durch die Innenstadt führte. Auch hier waren es dann leider nur um die 400 Personen die mit Sprüchen wie dem bekannten "Alles für Alle und zwar umsonst!", "Hoch die internationale Solidarität!" und "Sozialabbau im ganzen Land, organisiert den Widerstand!" zum ersten Zwischenkundgebungsort - der AOK - zogen, wo in einem Redebeitrag die zum Ort passende Thematik angesprochen wurde.
Weiter ging es dann bis zum Arbeitsamt, wo ebenfalls ein passender Redebeitrag verlesen wurde.
Als letzten Zwischenkundgebungsort wurde dann die SPD-Zentrale mit dem Spruch "Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten! ..." angesteuert, wo die Organisierte Autonomie ihren Redebeitrag hielt, bei dem der SPD die beschlossenen Pakete(Hartz, Rürup, Krieg, etc) zurückgegeben wurden und - im Gegensatz zu den meisten anderen Beiträgen - die Abschaffung des Kapitalismus gefordert wurde.
Als Ort der Abschlusskundgebung ging es anschließend zum Aufseßplatz, wo dann erneut eine Anzahl von Redebeiträgen verlesen wurde und die Veranstaltung um ca. 16 Uhr aufgelöst wurde.

Als Fazit bleibt aus meiner Sicht(!) zu sagen, dass ich von der Teilnehmerzahl etwas enttäuscht war, was aber vielleicht daran liegt, dass Freitag Mittag/Nachmittag viele nicht konnten oder sich alle ihre Füße für die Demonstrationen in Stuttgart, zu der der DGB mit vielen kostenlosen Bussen fährt(  http://www.auf-nach-stuttgart.de/ ), oder Berlin, zu der die Organisierte Autonomie mobilisiert(  http://www.nadir.org/nadir/initiativ/redside/oa/fbarchiv/sozialraub.html ), schonen wollten.
Ach übrigens: Es war klasse Wetter in Nürnberg! :-)

Bilder von der Demonstration um 10 Uhr:  http://de.indymedia.org/2004/04/78823.shtml

Bilder von der Demonstration um 14 Uhr:  http://de.indymedia.org/2004/04/78845.shtml

Und natürlich wie immer: Zwei subjektive Augen können nicht alles sehen und zwei müde Hände auch nicht alles so toll eintippen, also ruhig entsprechende und notwendige inhaltliche Ergänzungen posten.
Reclaim the Media!

Links:

Nürnberg: Demos gegen Sozialraub -  http://de.indymedia.org/2004/04/78800.shtml

NBG: Lokaler Aktionstag gegen Sozialraub -  http://de.indymedia.org/2004/04/78802.shtml

NBG: Aktion vor Arbeitsamt -  http://de.indymedia.org/2004/03/78511.shtml

Demofotos Nürnberg - ALLES FÜR ALLE -  http://de.indymedia.org/2004/04/78810.shtml
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Ergänzungen

definitionsschwierigkeiten?

beobachter 03.04.2004 - 12:00
erstaunlich finde ich an dem bericht vor allem, dass hier zwei in nbg vertretene gruppen als "radikalere linke" bezeichnet werden, wobei alle anderen aktiven gruppen wie mlpd, dakp, anarchisten etc. dem als eben nicht linksradikal gegenuebergestellt werden. da wuerden mich dann doch die kriterien dieser einstufung interessieren. aber selbstzweifel waren ja noch nie ein problem der oa/aja...

@Beobachter

D-503 03.04.2004 - 12:09
Ich frag mich nur, was der Tonfall in solchen Ergänzungen zu suchen hat.

Hätte es nicht einfach gereicht mich bzw. die Leser darauf hinzuweisen, dass es entweder falsch ist oder du es anders siehst?

Du hast nämlich recht, nach dem Komma hatte ich Attac im Hinterkopf. Dass die DKP und Anarchisten auch radikale Linke(Auch wenn die Anarchisten sich so nicht bezeichnen würden, denke ich) sind, das stimmt.

Tut mir Leid, wenn ich deine Erwartung vom Indy-Aktivisten, der nach einem Tag on the streets keine Fehler macht, enttäuscht habe. :-)

Ach übrigens: Ich bin weder von der OA noch von der AJA

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 2 Kommentare

Linke Spiesser

bombenhagel 03.04.2004 - 14:17
Die DKP sind linke...linke Spiesser. Was soll da radikal sein?

Maul halten, Spalter!

Internationalist 07.04.2004 - 15:28
Wir lassen uns im Kampf gegen dieses System nicht auseinanderdividieren!

Smash Capitalism!