el transformador - Kulturelles Zentrum in B.A
Seit "der Krise" im Jahr 2002, bei dem die Währung auf gut ein Viertel ihres Wertes fiel, hat die Armut in ganz Argentinien drastisch zugenommen.
Als Gegenreaktion auf diese Ereignisse beschlossen viele Leute innerhalb der Bevölkerung, dass gegen diese Armut etwas getan werden muss. Vor allem in der Provinz Buenos Aires sprossen sog. "Kulturelle Zentren" und "soziale Zentren" aus dem Boden.
Ich habe eines dieser Kulturellen Zentren in der Stadt Haedo, Provinz Buenos Aires, und sein Projekt "el transformador" besucht:
Als Gegenreaktion auf diese Ereignisse beschlossen viele Leute innerhalb der Bevölkerung, dass gegen diese Armut etwas getan werden muss. Vor allem in der Provinz Buenos Aires sprossen sog. "Kulturelle Zentren" und "soziale Zentren" aus dem Boden.
Ich habe eines dieser Kulturellen Zentren in der Stadt Haedo, Provinz Buenos Aires, und sein Projekt "el transformador" besucht:
Zunächst zum Begriff "Kulturelles Zentrum": Kulturelles Zentrum ist primär ein Ort für den Austausch von Kultur und hat nicht zwangsläufig was mit Widerstand oder Hilfe zu tun.
Kulturelle Zentren sind momentan "Mode" in Gross-Buenos Aires und schiessen überall aus dem Boden - teilweise auch vom Staat oder Parteien gegründet und/oder gefördert.
Doch auch viele Assambleas populares, die sich hier als direkte Gegenreaktion auf den Skandal der Politiker bildeten, formten sich im Laufe der Zeit zu kulturellen Zentren und auch Gruppen, die sich als Gegenreaktion auf die Krise formierten, bauen heute kulturelle Zentren auf.
So verwundert es nicht, wenn einige dieser "Kulturellen Zentren" mehr sind als nur ein Ort für den Austausch von Kultur. Vielmehr sind sie Bestandteil der Gegenbewegung Argentiniens und eher zu vergleichen mit Autonomen Zentren - ein Ort des politischen und kulturellen Austausches,
ein Ort der Solidarität und Hilfe.
Eine Dachorganisation oder Bewegung gibt es dabei (noch) nicht, die Zentren handeln autonom und stehen nur in flüchtigem Kontakt mit den anderen - was jedoch eher daran liegt, dass diese Art der Bewegung ja noch nicht so alt ist, kaum ein kulturelles Zentrum hat mehr als 2 Jahre
hinter sich und so befindet sich neben den kulturellen Zentren selbst auch die Vernetzung noch im Aufbau.
"El Transformador" - >>Die Idee des "el transformador" definiert sich durch die Hoffnung, die Realität in der wir leben zu transformieren - dies ist was uns bewegt, dies ist was uns dazu anspornt in diesem Projekt zu arbeiten. Wir glauben, dass es möglich ist, eine neue Art der Relationen aufzubauen, in der die Protagonisten die Solidarität, der Respekt für den anderen und die Freiheit sind und in der nie wieder die Ungerechtigkeiten erlaubt werden, die wir heute erleiden. Es ist die
Stunde gekommen, die Dinge in unsere Hand zu nehmen um die Verhältnisse konkret zu ändern. Wir wollen durch unsere Praxis bescheidenst dazu beitragen, den Wechsel zu erreichen, welchen wir brauchen um die Armut, das Fehlen von Arbeit, Bildung und Gesundheit zu beenden.
Wir wollen zeigen, dass es möglich ist, den "Unglauben" (an eine andere Möglichkeit, nicht religiös, Anm. Barb.), der in unserer Gesellschaft so tief verwurzelt ist, zu Überwinden und um das Vertrauen wiederaufzubauen zwischen denen, die davon träumen Teil eines anderen Landes zu sein. für die Jugendlichen des Viertels, die keinerlei Schulausbildung aufweisen können, versuchen sie Jobs zu vermitteln. So haben sie in einem momentan laufenden (ABM- ;) )Projekt mehreren Jugendlichen eine Stelle als städtischer Gärtner beschaffen können, was den Jugendlichen völlig neue Perspektiven im Leben ermöglicht.
-> für die kleineren Kids gibts neben dem Essen auch ein laufendes Freizeitprogramm, neben der ständigen Betreuung im kulturellen Zentrum gibt es auch immer wieder Ausflüge - momentan zum Beispiel zu Umzügen anderer Trommlergruppen.
-> für die Familien der Kids soll in Zukunft auch eine Betreuung übernommen werden, Hilfe bei Anträgen, Job- bzw. Perspektivensuche und ähnliches geleistet werden, was sich jedoch momentan noch als schwierig erweist und noch in den Startlöchern steckt.
-> für alle Interessierten findet jeden Mittwoch ein Portugiesischkurs statt, auch dies kann den Jugendlichen / Familien völlig neue Perspektiven geben
Insgesammt kann mensch sagen "el transformador" mischt Haedo mächtig auf und macht immer wieder mit bunten Aktionen auf sich und den sozialen Missstand aufmerksam.
In selbstverfassten Schreiben, die vorher auf einer Assamblea diskuttiert wurden, nehmen sie immer wieder Stellung zur aktuellen Lage momentan natürlich viel zu ALCA und dem Kampf dagegen, aber auch Kritik am System an sich, an der parlamentarischen Demokratie, am Parteiensystem und dem sich darauf ausruhen, dass andere die Politik für einen betreiben - Politik ist mehr, als nur Wählen gehen.
Dabei bleiben sie jedoch nicht nur unter sich - sie stellen ihr Haus allen NGO´s, die Interesse haben, für Versammlungen etc. zur Verfügung. Und nehmen auch an Netzwerken wie dem "Descubrir nuestras raices" ("Entdecken unserer Wurzeln" - ein Netzwerk für interkulturellen
Austausch von Jugendlichen aus allen Teilen des Landes) teil. So entsteht mitten in Haedo eine kleine aber andere Welt. Darüber hinaus bildet sich momentan ein Netzwerk mit anderen Gruppen die ähnlich arbeiten, zum Beispiel bestehen Kontakte und regelmässiger Austausch mit einem kulturellen Zentrum in Ituzaingo (Prov. BA., zwei Städte weiter).
Wer Kontakt aufnehmen will mit der Gruppe schreibt einfach eine email an:
eltransformadordehaedo@hotmail.com
Wenns geht natürlich in spanisch, jedoch ist Englisch hier auch kein Problem, es gibt Leute im Projekt, die Übersetzen können. Mit Deutsch³ kommt ihr allerdings wirklich nicht weit.
(Portugiesisch geht auch)
Aus Buenos Aires für Indymedia,
Barbarossa
² ein Umzug ("corso" - Kasperei genannt) sieht hier ein wenig anders aus als in Deutschland und ist noch mehr in der Bevölkerung verwurzelt. Eine Gruppe von Trommlern und Tänzern zieht in schillernden Farben eine Strasse hinunter bis zu einer Bühne, wo dann die Sänger der Gruppe
an die Mikrofone gehen und zur Musik der Trommlergruppe singen. Der Tanz ist dabei eine vorher einstudierte Choreographie, die aber öfters mal aus dem Takt gerät und teilweise sehr chaotisch anmutet, jedoch eine Dynamik ausstrahlt die ihresgleichen sucht und zum Mittanzen auffordert.
Anders als in Deutschland steht hier der Alkohol und Konsum nicht im Vordergrund, sondern der Spass an der Musik und am Tanz.
Viele Corsos sind auch politisch und finden, neben Karnevalsveranstalltungen, auch auf Manifestationen / Demonstrationen statt.
³ wer beider Sprachen nicht mächtig ist, kann auch an mich schreiben und ich werde den Übersetzer spielen (gilt natürlich auch für die anderen Gruppen aus meinen Berichten).
Bitte haltet das allerdings in Grenzen und bedenkt, dass es mehr Zeit braucht. Für schlechtes Englisch oder Spanisch muss mensch sich nicht schämen, dafür hat mensch dort viel Verständniss.
Kulturelle Zentren sind momentan "Mode" in Gross-Buenos Aires und schiessen überall aus dem Boden - teilweise auch vom Staat oder Parteien gegründet und/oder gefördert.
Doch auch viele Assambleas populares, die sich hier als direkte Gegenreaktion auf den Skandal der Politiker bildeten, formten sich im Laufe der Zeit zu kulturellen Zentren und auch Gruppen, die sich als Gegenreaktion auf die Krise formierten, bauen heute kulturelle Zentren auf.
So verwundert es nicht, wenn einige dieser "Kulturellen Zentren" mehr sind als nur ein Ort für den Austausch von Kultur. Vielmehr sind sie Bestandteil der Gegenbewegung Argentiniens und eher zu vergleichen mit Autonomen Zentren - ein Ort des politischen und kulturellen Austausches,
ein Ort der Solidarität und Hilfe.
Eine Dachorganisation oder Bewegung gibt es dabei (noch) nicht, die Zentren handeln autonom und stehen nur in flüchtigem Kontakt mit den anderen - was jedoch eher daran liegt, dass diese Art der Bewegung ja noch nicht so alt ist, kaum ein kulturelles Zentrum hat mehr als 2 Jahre
hinter sich und so befindet sich neben den kulturellen Zentren selbst auch die Vernetzung noch im Aufbau.
"El Transformador" - >>Die Idee des "el transformador" definiert sich durch die Hoffnung, die Realität in der wir leben zu transformieren - dies ist was uns bewegt, dies ist was uns dazu anspornt in diesem Projekt zu arbeiten. Wir glauben, dass es möglich ist, eine neue Art der Relationen aufzubauen, in der die Protagonisten die Solidarität, der Respekt für den anderen und die Freiheit sind und in der nie wieder die Ungerechtigkeiten erlaubt werden, die wir heute erleiden. Es ist die
Stunde gekommen, die Dinge in unsere Hand zu nehmen um die Verhältnisse konkret zu ändern. Wir wollen durch unsere Praxis bescheidenst dazu beitragen, den Wechsel zu erreichen, welchen wir brauchen um die Armut, das Fehlen von Arbeit, Bildung und Gesundheit zu beenden.
Wir wollen zeigen, dass es möglich ist, den "Unglauben" (an eine andere Möglichkeit, nicht religiös, Anm. Barb.), der in unserer Gesellschaft so tief verwurzelt ist, zu Überwinden und um das Vertrauen wiederaufzubauen zwischen denen, die davon träumen Teil eines anderen Landes zu sein. für die Jugendlichen des Viertels, die keinerlei Schulausbildung aufweisen können, versuchen sie Jobs zu vermitteln. So haben sie in einem momentan laufenden (ABM- ;) )Projekt mehreren Jugendlichen eine Stelle als städtischer Gärtner beschaffen können, was den Jugendlichen völlig neue Perspektiven im Leben ermöglicht.
-> für die kleineren Kids gibts neben dem Essen auch ein laufendes Freizeitprogramm, neben der ständigen Betreuung im kulturellen Zentrum gibt es auch immer wieder Ausflüge - momentan zum Beispiel zu Umzügen anderer Trommlergruppen.
-> für die Familien der Kids soll in Zukunft auch eine Betreuung übernommen werden, Hilfe bei Anträgen, Job- bzw. Perspektivensuche und ähnliches geleistet werden, was sich jedoch momentan noch als schwierig erweist und noch in den Startlöchern steckt.
-> für alle Interessierten findet jeden Mittwoch ein Portugiesischkurs statt, auch dies kann den Jugendlichen / Familien völlig neue Perspektiven geben
Insgesammt kann mensch sagen "el transformador" mischt Haedo mächtig auf und macht immer wieder mit bunten Aktionen auf sich und den sozialen Missstand aufmerksam.
In selbstverfassten Schreiben, die vorher auf einer Assamblea diskuttiert wurden, nehmen sie immer wieder Stellung zur aktuellen Lage momentan natürlich viel zu ALCA und dem Kampf dagegen, aber auch Kritik am System an sich, an der parlamentarischen Demokratie, am Parteiensystem und dem sich darauf ausruhen, dass andere die Politik für einen betreiben - Politik ist mehr, als nur Wählen gehen.
Dabei bleiben sie jedoch nicht nur unter sich - sie stellen ihr Haus allen NGO´s, die Interesse haben, für Versammlungen etc. zur Verfügung. Und nehmen auch an Netzwerken wie dem "Descubrir nuestras raices" ("Entdecken unserer Wurzeln" - ein Netzwerk für interkulturellen
Austausch von Jugendlichen aus allen Teilen des Landes) teil. So entsteht mitten in Haedo eine kleine aber andere Welt. Darüber hinaus bildet sich momentan ein Netzwerk mit anderen Gruppen die ähnlich arbeiten, zum Beispiel bestehen Kontakte und regelmässiger Austausch mit einem kulturellen Zentrum in Ituzaingo (Prov. BA., zwei Städte weiter).
Wer Kontakt aufnehmen will mit der Gruppe schreibt einfach eine email an:
eltransformadordehaedo@hotmail.com Wenns geht natürlich in spanisch, jedoch ist Englisch hier auch kein Problem, es gibt Leute im Projekt, die Übersetzen können. Mit Deutsch³ kommt ihr allerdings wirklich nicht weit.
(Portugiesisch geht auch)
Aus Buenos Aires für Indymedia,
Barbarossa
² ein Umzug ("corso" - Kasperei genannt) sieht hier ein wenig anders aus als in Deutschland und ist noch mehr in der Bevölkerung verwurzelt. Eine Gruppe von Trommlern und Tänzern zieht in schillernden Farben eine Strasse hinunter bis zu einer Bühne, wo dann die Sänger der Gruppe
an die Mikrofone gehen und zur Musik der Trommlergruppe singen. Der Tanz ist dabei eine vorher einstudierte Choreographie, die aber öfters mal aus dem Takt gerät und teilweise sehr chaotisch anmutet, jedoch eine Dynamik ausstrahlt die ihresgleichen sucht und zum Mittanzen auffordert.
Anders als in Deutschland steht hier der Alkohol und Konsum nicht im Vordergrund, sondern der Spass an der Musik und am Tanz.
Viele Corsos sind auch politisch und finden, neben Karnevalsveranstalltungen, auch auf Manifestationen / Demonstrationen statt.
³ wer beider Sprachen nicht mächtig ist, kann auch an mich schreiben und ich werde den Übersetzer spielen (gilt natürlich auch für die anderen Gruppen aus meinen Berichten).
Bitte haltet das allerdings in Grenzen und bedenkt, dass es mehr Zeit braucht. Für schlechtes Englisch oder Spanisch muss mensch sich nicht schämen, dafür hat mensch dort viel Verständniss.
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen