Bomben statt Bücher. . .

wissenBRICHTmacht 29.03.2004 13:57 Themen: Kultur Medien Militarismus Repression
Bundeswehr ließ Protest an Messepräsenz brutal unterbinden
. . . gab's am Samstag auf der Leipziger Buchmesse zu sehen. Hier kam es zu einer Protestaktion gegen die massive Präsenz der Bundeswehr auf der Messe, die von der Polizei brutal beendet wurde.
Die BW präsentierte dieses Jahr zum dritten mal in Folge ihr Planspiel
POL&IS( http://www.bundeswehr.de/jugend/jugendoffizier/030519_polis_spiel.php und  http://www.jungewelt.de/2004/03-25/003.php) in Leipzig. Dieses Spiel richtet sich gezielt an Jugendliche und Kinder und soll ihnen die Notwendigkeit von „militärischer Intervention“ als Mittel der Politik verdeutlichen. Auf diese Weise kann die BW nicht nur in aller Ruhe unter Jugendlichen agitieren, sondern die permanente Präsenz der BW erhöht auch die Akzeptanz des Militärs in der Gesellschaft. So haben sich wohl viele BesucherInnen bereits an den gigantischen BW-Stand (bezeichnenderweise im Kinder und Jugend/Comic-Bereich!!) gewöhnt, auch wenn dort nicht ein einziges Buch zu finden ist. Allgemein ist die Messepräsenz der BW wohl als Versuch zu werten, den Umbau von der „Verteidigungs -“ zur „Interventionsarmee“ zu unterstützen, da dieser bei einer generellen Ablehnung in der Bevölkerung wohl unmöglich wäre.
Schon im Vorfeld der Buchmesse gab es Proteste gegen die Präsenz der Bundeswehr, die als größter Einzelaussteller der Messe nicht unbedingt bescheiden auftrat.
So sagte z.B. der Scheunen–Verlag seine Teilnahme aufgrund der BW-Aktivitäten ab. Andere Verlage und Austeller kritisierten die Teilnahme der BW in Form eines Aufrufs zum aktiven Protest, zu dessen Erstunterzeichnern mehrere bekannte Verlage (z.B. Eulenspiegel-Verlag, Karl Dietz-Verlag,Verlag 8. Mai [junge Welt], Verlag Ossietzky, Edition Nautilus . . .) gehören.
(Aufruf im Netz:  http://www.jungewelt.de/2004/03-25/010.php)
Der aktive Protest fand dann auch wie geplant, jedoch mit ungeahntem Ausgang statt.
Am Samstag, dem Tag mit der höchsten Besucherzahl demonstrierten ca. 200 AustellerInnen, AutorInnen und BesucherInnen gemeinsam am Bundeswehrstand.
Sprecher der Protestierenden war Dietmar Koschmieder, Geschäftsführer der jungen Welt und Mitinitiator des Protests. Noch vor Beendigung der Kundgebung wurde er von 6 Polizeibeamten zu Boden geworfen, an Händen und Füßen gefesselt und aus der Halle geschleift.
Für dieses brutale Vorgehen gegen friedlichen Protest übernahm die Messeleitung die Verantwortung, vermutlich um die Bundeswehr als einen ihrerer zahlungskräftigsten Kunden aus der Schußlinie zu halten.
Direkt nach der Aktion erklärten sich etliche Verleger Autoren und Einzelpersonen mit Dietmar Koschmieder solidarisch und kritisierten scharf das Vorgehen der Messeleitung und die BW-Präsenz. (Die Erklärung ist in der heutigen jW zu lesen:  http://www.jungewelt.de/2004/03-29/010.php)
Als Konsequenz aus der Aktion bleibt festzuhalten, das die Messeleitung in Leipzig wohl auch zukünftig dem Militär -kadavergehorsam wie eh und jeh- Tür und Tor in die Köpfe der Menschen öffnen wird. Der Protest dagegen sollte, auch wenn Buchmessen vielleicht nicht das wichtigste linke Betätigungsfeld darstellen im nächsten Jahr breiter organisiert werden, weil sich hier eine Möglichkeit bietet, Militarismus und seiner Propaganda aktiv und medienwirksam anzugreifen.

BÜCHER STATT BOMBEN!!!

KEINE BUNDEWEHR- NICHT HIER UND NICHT AM HINDUKUSCH!!!
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen

interressante seite....

2.april bernau 29.03.2004 - 16:38
www.bunt-statt-bund.de.vu

Nachfrage

Interessierter 29.03.2004 - 17:11
Inwieweit wurde das Vorgehen der Uniformierten dokumentiert? Die Gewalt gegen den Protest sollte auf jeden Fall zu einer Anzeige führen. Wenn sich die Leute das gefallen lassen, gehen die uniformirten Schlägertrupps beim nächsten mal noch ein Stück weiter.
Andere Frage: Gabs Reaktionen in der Lokalpresse dazu?

Eine überfällige Ergänzung

dabeigewesener 29.03.2004 - 17:23
jungewelt hin oder her: wer sie mag oder nicht spielt keine wirkliche rolle und wer am samstag nicht dabei war, sollte die klappe halten. fakt ist: zugegriffen haben nicht nur bullen, sondern auch zwei personen von der "sächsischen sicherheitswacht", zwei von der privaten "wach- und schließgesellschaft" und vier feldjäger in zivil. tolle querfront, die da gerade von den selbsternannten antideutschen verteidigt wird!

die feldjäger gaben sich nicht gleich als solche zu erkennen; sie wirkten auf mich erst wie faschos, zumal sie dem "typischen" nasenlook sehr nahe kamen und in antiantifa-manier einzelne protestteilnehmerInnen fotografierten. man könnte da natürlich eine absicht der bw vermuten, aber wer weiß... die art und weise der festnahme bestätigt jedenfalls jedes gerede vom "bullenstaat" brd. es wurde noch auf koschmieder eingedroschen, als der schon in die knie ging und er im würgegriff der bullen war. schläge und tritte richteten sich übrigens nicht nur gegen ihn.

insgesamt war die aktion mehr als wichtig und richtig. deutschland gehört abgeschafft wie auch ihre außenpolitische interessenvertretung namens bundeswehr. ich sympathisiere selbst mit antideutschen positionen und bin sicher kein jw-leser. wie man aber fordern kann, dass deutsche soldaten in aller welt marschieren... es sei erinnert, dass sich die bw selbst in die traditionslinie der wehrmacht stellt. man denke an jugoslawien. sehr emanzipatorisch!

NEIN ZUR BRD UND IHRER ARMEE!
(^^war am vormittag vor der messe treffend auf einem großen transpi zu lesen)
Lang lebe Israel!

Noch ein Artikel:  http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/serie_buch/328923.html

Ergänzung 2

dabeigewesener 29.03.2004 - 18:09
die polizei vor ort hat definitiv keine anzeigen entgegen genommen. dies wurde nämlich von mehrere zeugen direkt nach dem übergriff auf koschmieder versucht. dafür (den übergriff insgesamt und das verhalten der bullen im speziellen) gibt es dutzende augenzeugen, auch wenn leider keine kameras draufgehalten wurden.

*  http://www.mdr.de/nachrichten/1289950.html
*  http://www.lvz.de/aktuell/content/104794.html

ansonsten möchte ich die reaktionen der antideutschen (also derer, die sich hier jetzt auslassen) sehen, wenn die bw künftig im inneren zum einsatz kommt und dabei den bullen auf demos zu hilfe eilen. so etwas ist vorgestern bereits geschehen. wehret den anfängen.

protest artkulieren

bücherleserin 31.03.2004 - 20:19
nun ja, man kann zu diesem koschmieder stehen, wie man will. das ist aber ein angriff auf die presse- und meinungsfreiheit. dieser gilt es entschieden entgegenzutreten.

daher protest artikulieren an:
 info@messe-leipzig.de
 j.rahmen@messe-leipzig.de (geschäftsführung)
 t.tenzler@leipziger-messe.de (presse)
 s.heusler@leipziger-messe.de (presse)

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 21 Kommentare

Dietmar Koschmieder

RevancheOfTheStarships 29.03.2004 - 15:26
ist auch der Typ, der 1997 den Putsch in der jungen welt organisierte, bei dem die komplette Redaktion mit Ausname des Ober-Antisemiten Werner Pirker und des DDR-Verherrlichers Holger Becker rausgeschmissen wurde. Koschmieder ist DKP-Mitglied und für den Querfront-Kurs der jungen welt verantwortlich. Das beduetet nicht, dass die Bundeswehr so vorgehen darf, aber Mitleid oder Heldenverehrung mit/für diesen Counter-Startegen ist nicht angebracht.

Bomben statt Bücher?

Nadeschda 29.03.2004 - 15:42
Heißt das, die Bundeswehr hat den Koschmieder gebombt? Diese Schweine!

what else . . .

würrrrg!! 29.03.2004 - 15:49
na schau an. kaum taucht in einem indy-bericht die junge Welt auf, schon klappern im lager der deutschen "antideutschen" die zähne.
nicht nur, das ihr mittels platter querfront-unterstellungen eure aalglatten
positionen versilbert. ihr bringt es auch noch fertig eine gelungene aktion
auf eine debatte über die - eurer ansicht nach verwerfliche - junge welt zu
minimieren. habt ihr denn eine der erklärungen/aufrufe mal gelesen und euch die unterzeichner angeschaut?? supi!! hab ich mir gedacht.
der brei der hier gebetsmühlenartig immer dann zu lesen ist, wenn die junge
welt in irgend einer form auftritt ist die blanke spalterei.
deutsche "antideutsche" diskutieren eben nicht, sie beißen!
die anti bundeswehr aktion war richtig und notwendig, und mensch sollte sich schwer überlegen, ob er/sie/es die diskussion auf die jW begrenzt.
wenn es übrigens mal einen der euren erwischt werdet ihr bestimmt mit den ohren schlackern wenn euch ein "da hat es ja den richtigen getroffen" entgegenschallt. dietmar koschmieder ist bei einer antimilitaristischen aktion von bullen angegriffen und mißhandelt worden und selektive solidarität ist spalterei.

jw-Problem?? POLIZEIZENSUR!

denk dir einen 29.03.2004 - 16:28
Die jw ist also ein stalinistisches und antisemitisches Blatt?

ich les das Ding normalerweise nicht regelmäßig, aber hin und wieder seh ich so ein Ding bei einem bekannten rumliegen.
Und da hab ich weder von Antisemitismus noch was von stalinismus gelesen, im Gegenteil. Da kommen alle möglichen linken politischen Richtungen von anarchistisch über räte/basisdemokratisch bis neosozialistisch zu Wort, aber auch hin und wieder die israelische Linke, was wohl einigen Freunden des religiös-völkischen Rechtsextremismus in Israel ein Dorn im Auge ist.

(Auch möglich, dass da ein par "Staatstreue" diese Proteste gezielt als "Einzeltat" hinstellen und so lächerlich machen wollen...Möglich ist viel)

Aber da gehts auch nicht um die junge Welt. Die haben mit der anitmilitaristischen Einstellung des Herausgebers nur den Anstoß zu einer Protestaktion gegen die Bundeswehr gegeben. Fakt ist:

Da haben sich zahlreiche Menschen zusammengefunden, um gegen die Präsenz des Militärs auf einer Literaturmesse zu protestieren. Vor allem, weil die potentiellen Berufstotschläger (Mörder sind sie nicht, die Mörder sind die, die das Serien- und Massentöten planen und organisieren...) ihren Anwerbestand direkt im Kinder- und Jugendbereich aufgeschlagen haben.
Als Konsequenz auf die rein verbalen Proteste wurde durch die Polizei _und das Militär_ direkt mit roher Gewalt gegen den Protest und GEGEN DIE BERICHTERSTATTUNG ÜBER DIESE EREIGNISSE vorgegangen - ein Vorgang wie man ihn sonst nur aus Bananenrepubliken und Diktaturen kennt.

Falls es den Menschen hier noch immer nicht klargeworden ist:
Es geht nicht mehr nur um "Wir Antideutschen sind Bessere Kommunisten als die KPD" oder "Wir KPD-ler sind die besseren Kommunisten" oder um "Was Kommunismus, Antifaschismus oder Antisemitismus ist, das definieren wir hier!"-gestreite.
Es geht darum, dass Proteste der Öffentlichkeit gegen die Anwerbung von potentiellen Soldaten im Kinderbereich einer Literaturmesse, und nichts anderes bereitet die Bundeswehr hier vor, mit brutaler Polizeigewalt niedergeschlagen wurden.
Es ist langsam mal Zeit, für die "kommunistischen" antideutschen wie für deren "stalinistische" Gegenspieler, über den eigenen ideologisch-dogmatischen Schatten zu springen und sich zusammenzuraufen.
Sonst können sie bald ihren Streit aus politischen Gefängnissen heraus weiterführen...

Warum gegen Bundeswehr?

antideutsch 29.03.2004 - 16:34
Hier zeigt sich die Anahme bestätigt, dass es sich bei der Ablehnung vieler Linker gegen die Bundeswehr um ein Relikt aus antiimperialistischer Vergangenheit handelt. Wenn die Bundeswehr antifaschistisch handelt und Herausgeber antiimperialistischer Zeitschriften angreift, sowie sich an der Seite der antifaschistischen USA an der Befreiung Afghanistans beteiligt(e), kann eine antideutsche Position heute nur sein: Gemeinsam mit der Bundeswehr gegen Linke & den Islam!

Solidarität mit Israel!

@antideutsche Anti-Linke

Anti-Zinionist 29.03.2004 - 17:38
Offenbar sind die "antideutschen" Anti-Linken ganz scharf auf eine "deutsche" Bundeswehr, die die nicht nur als "Interventionsarmee" US-Kapitalinteressen am Hindukusch militärisch vertritt, sondern auch auch Bürgerkriegsarmee die Unterdrückung im eigenen Land - gegen das eigene Volk -militärisch organisiert!
Wie die Reichswehr in der Weimarer Republik!

Junge Welt lesen!

Propagandhi 29.03.2004 - 17:44
Würde mich mal interessieren, wie viele Nazis im Namen der sog. Antideutschen die Kommentarspalte jetzt gerade wieder bearbeiten.

Erfahrung

dima 29.03.2004 - 19:14
Da hat der junge Welt-Geschäftsführer Koschmieder mal Erfahrung damit machen können was seine Zeitung sonst MigrantInnen gerne angedeihen lassen will:

Die junge Welt hat den sogenannten "becklash"-Aufruf unterstützt, in dem gefordert wird (kriminelle) MigrantInnen aus Deutschland abzuschieben (das wird normalerweise mit Polizeigewalt durchgesetzt). Desweiteren wurde gefordert, dass alle MigrantInnen, die ein Aufenthaltsrechts in Deutschland haben wollen vorher unterschreiben sollen, dass sie die FDGO (Freiheitlich-Demokratische Grundordnung)anerkennen müssen.
Kaum war der rassistische becklash-Aufruf auf den Seiten von partisan.net (SDS-Seiten) vom dortigen webmaster gelöscht kam die junge Welt zu Hilfe und veröffentlichte den Aufruf, der damit im Internet wieder erreichbar wurde, mit dem Hinweis an die LeserInnen, dass dies ein wichtiger Beitrag in einer heftigen Debatte sei. Die Kritik von antifaschistischen und antirassistischen Gruppen daran verschwieg die junge welt ihren LeserInnen allerdings geflissentlich.

Eigentlich wäre es ja besser gewesen auf der Buchmesse gegen die junge Welt und ihre Unterstützung dieses widerlichen rassistischen Aufrufes zu demonstrieren. Mit von der Partie bei den Protesten in Leipzig war übrigens auch die Schriftstellerin Sabine Kebir, die ebenfalls die Abschiebung von MigrantInnen befürwortet, um Deutschland rein zu halten.

antideutsch 29.03.2004 15:34

DJ antideutsch 29.03.2004 - 22:16
ist ein provo posting.

meinen hinweis darauf vorhin wurde von den mods gelöscht, vielen dank auch !
darf mensch nicht mehr jw-kritisch sein und wird dann gleich gelöscht ?

oder habt ihr einen schlechten tag ?

kein ernsthafter antideutscher würde sowas wie 15:34 schreiben.

junge welt ist scheiße,
aber es geht darum, dieses BW vorgehen anzugreifen !

deutschland von der karte streichen,
BW auflösen

War is coming home

Lisa 29.03.2004 - 23:46
Zu den in Jugoslawien ermordeten und in die Steinzeit zurückgebombten und den in Afghanistan abgemetzelten Menschen gesellen sich immer ständig weitere Opfer der Bundeswehr - auch im "Inland".

Deutschen Militarismus, deutsche Henker und Mörder angreifen!

Solidarität mit der Jungen Welt!

@dima

sandra 30.03.2004 - 00:04
Seit wann soll die Linke nicht mehr diskutieren und sich mit anderen Gedanken auseinandersetzen ?

Die einzige Zeitung, die wirklich verschiedene linke Strömungen in Ihrer Zeitung zu Wort und Schrift kommen lässt, ist die JUNGE WELT !


seltsame diskussion

lesender arbeiter 30.03.2004 - 02:19
mensch hätte wetten eingehen können. in dem artikel geht es um die repression gegen eine antimilitaristische aktion auf der buchmesse und prompt kommen die phantomdebatten über antideutsche, antisemiten etc. es geht doch hier gar nicht um die junge. ein linkes bündnis, an dem die junge welt und deren geschäftsführer allerdings federführend beteiligt waren, hat sich gegen die massive präsenz der bundeswehr in den messehallen der leipziger buchmesse gewandt und die protestierer wurden bei den aktionen massiv aus dem saal gedrängt. diese aktion ist richtig in der linken kann da etwas gegen haben, auch nicht die antideutschen eigentlich. denn die aktion richtete sich doch eindeutig gegen die präsenz der deutschen bundeswehr. wird nicht immer in antideutschen kritiken bemängelt, dass die usa und andere staaten immer angegriffen, die deutsche bundeswehr aber von kritik verschont bleibt? warum haben sich an der kampagne gegen die bundeswehrpräsenz in den leipziger messehallen nicht auch antideutsche beteiligt? schließlich gibt es ja in leipzig einige. Wäre es nicht endlich an der zeit wieder themen zu finden, wo es gemeinsamkeiten gibt, als städnig geisterdebatten von annodunnemal zu führen. die spaltungsgeschichte von 1997 ist doch wohl wirklilch von vorvorgestern. ein großteil der protagonistInnen von damals hat sich zurückgezogen oder die seiten gewechselt. nun gibt es zwei zeitungen, die unterschiedliche segmente der linken bedienen? hat es geschadet? sicher nicht, wenn beide zeitungen und ihre leser erkennen, wo der hauptfeind ist. bei staat - kapital armmee

ja spinn ich?

s.l. 30.03.2004 - 06:27
@dabeigewesener

lass dich doch nicht von "@antideutsch" provozieren. es gibt keinen antideutschen, der so eine aussage unter vollbesitz seiner geistigen kräfte treffen würde. es kann nur ein provo sein. nicht mehr.

vielleicht noch was...

s.l. 30.03.2004 - 06:39
die jw mag gesehen werden, wie man will. sicher ist, das nur ein teil der redaktion, einteil der schreiberlinge mist verzapfen.
noch skurieler ist die tatsache, das ein alter bekannter, den viele hier als "hardline antideutschen" bezeichnen würden, auch in diesem blatt hin und wieder textet. genau wie die bahamas, kann, sollte man die jw lesen. wie man dann über den inhalt denkt, kann jeder selber entscheiden. es kann schliesslich auch sein, das man hin und wieder mal was "lernt". daher nicht immer sofort mit "bücherverbrennung" kommen.
ich für meinen teil lese sogar die "intifada" zeitung, wenn ich sie mal in die finger bekomme. immer gut um neue munition zu erhalten. diese zeitung empfehle ich allen, die immer noch meinen die antideutsche position attackieren zu müssen. vor ein paar jahren hat ihre redaktion zb ´mal nicht aufgepasst und für deutschland "ungeeignete" bilder abgedruckt. darauf konnte mensch dann islamistische volksbefreier im libanon und auch der hamas sehen, die sich allen ernstes hitlerbärtchen aufgemalt hatten und mit heil hitler posierten. ist wirklich sehr interessant mal hin und wieder in solche schriften zu schauen.
damit will ich diese zeitung nicht mit jw1+2 oder bahamas vergleichen, bestimmt sogar nicht.

na na na

bernd 30.03.2004 - 11:52
Die junge welt hat den rassistischen becklash-Aufruf zur Abschiebung von Muslimen nicht unterstützt. Im Gegensatz zu z.B. Konkret, in der Horst Pankow "den Moslem-Mann" per se zur "schwulen Sau" erklärt, die den heterosexuellen Geschlechtsverkehr fürchtet, und wegen dieser Perversion in "unserer" Gesellschaft nichts zu suchen habe, oder der Jungle World, in der die deutschnationalen Schreiberlinge des Bundeswehr-Think-Tanks Wadi e.V. ihre BW-Auftragsarbeiten vorstellen dürfen, bemüht sich die junge welt um eine antirassistische Berichterstattung. Der becklash-brief wurde dokumentiert und nicht etwa unterstützt. "Kenne den Feind" nennt sich sowas. Sogar AANO-Schläger wurden in der jungen welt schon interviewt - aber deren Einstellung wurde eben kritisch hinterfagt.

No nation - no border!

@bernd

sandra 30.03.2004 - 15:11
Das stimmt ganz genau so ! Danke!

Aber Hallo!

Wanja 30.03.2004 - 15:40
Die "linke" Tageszeitung Junge Welt hat nicht nur in der Samstagsausgabe vom 6. März den rassistischen Becklash-Aufruf mit der Aufforderung MigrantInnen, die nicht die FDGO akzeptieren wollen, abzuschieben unkommentiert abgedruckt.  http://www.jungewelt.de/2004/03-06/024.php sondern den versammelten RassistInnen nach der Löschung durch partisan.net erstmals für ein größeres Publikum publiziert und überhaupt wieder zugängig gemacht. Nur einen kleinen Hinweis "Er löste heftige Debatten aus" hielt die Redaktion für nötig. Daneben dann in der Papierausgabe der lakonische Vermerk auf einen wichtigen Beitrag. Unterstützerin des Aufrufes und beteiligt an der jungen Welt-Aktion auf der Buchmesse war auch die Autorin Sabine Kebir. Da schließt sich dann der Kreis wieder.
Wer rassistische Stimmungsmache als "linke Diskussion" begreift, bedient zwar ein Bedürfnis was eher bei den LeserInnen der "Jungen Freiheit" zu verorten wäre, stellt sich damit aber auch jenseits progressiver Politik. Im Übrigen hat es die Junge Welt auch nicht für nötig erachtet, näher auf die Umstände einzugehen oder aber etwa die Stellungnahmen antifaschistischer/antirassistischer Gruppen oder auch nur einen LeserInnenbrief zu veröffentlichen.
Wer jetzt ernsthaft damit kommen will, dass das ja "nur" eine "Dokumentation" gewesen sei, übersieht im Übrigen die Umstände und die Tatsache, dass bis heute keinerlei Artikel über die Auseinandersetzung erschienen sind (dafür schreiben jW-Autoren in anderen Zeitungen kritisch darüber). Bin gespannt, was als nächstes unter dem Deckmantel der "Dokumentation" unkommentiert abgedruckt wird: das Parteiprgramm der DVU??? Beiträge zur Rassenlehre oder etwa die Propagierung der Ausschwitzlüge???
Es bleibt dabei: die junge Welt hat den rassistischen becklash-Aufruf durch den Abdruck unterstützt! Alles andere ist Augenwischerei, um Kritik von der jW fernzuhalten.

Hallo Wanja

zensurwarniedielösung 30.03.2004 - 16:12
du klagst an, die jW hätte dem rassistischen mob den becklash-brief erst wieder zur verfügung gestellt. dabei scheint mir die forderung nach zensur desselben als reichlich blödsinnig. fakt ist, das der brief an sich glattweg bände spricht und eines ergänzenden kommentars garnicht bedarf. die unverholene forderung nach abschiebung von -welcher art auch immer- mißliebigen menschen ist eine klare politische aussage. diese als den rassistischen müll der sie ist zu entlarven bedarf es hoffentlich keines kommentars, denn das wäre wirklich arm. recht hast du allerdings im bezug auf die partisan-net geschichte. das hierzu nix kam war wirklich schade. ansonsten würde ich mit solchen sprüchen und polemiken sehr vorsichtig sein, denn der vorwurf der zusammenarbeit mit rassisten ist schwerwiegend und in bezug auf die jW mit sicherheit ungerechtfertigt.

Tiefer einsteigen

Bernd 30.03.2004 - 18:39
Vielleicht sollte man erstmal jedem die Möglichkeit eröffnen, sich mit der Thematik der becklash-Initiative auseinanderzusetzen. Unter
 http://www.linkeseite.de/trend/trd0304/t020304.html findet man eine ganz gute Übersicht. Diskutiert wurde das Thema u.a. auf  http://x-berg.de/article.pl?sid=04/01/10/1934241&mode=thread  http://x-berg.de/article.pl?sid=04/02/19/0932210&mode=thread und  http://de.indymedia.org//2004/01/71079.shtml

Ich bedauere es ebenfalls, dass die jw sich dem Thema nicht stärker angenommen hat. Zu den Vorurteilen, die viele Unbelesene über die jw äußern, hätte es ja gerade gepaßt, sich seitenlang über die neuesten rassistischen Attacken der "antideutschen" Szene zu echauffieren. M.E. wäre das in diesem Fall auch unbedingt notwendig gewesen! Nicht vergessen sollte man dabei aber, dass die rassistische Intention der Becklash-Initiative sich mit den Positionen anderer zu unrecht immer noch als links bezeichneter Zeitschriften, wie Jungle World und Konkret deckt.

so was...

sonja 31.03.2004 - 01:09
Hallo!!!

Es geht darum dass die deutsche BUNDESWEHR versucht auf LITERATURAUSSTELLUNGEN Werbung für sich zu machen.

das ist doch pervers.

man muss nicht mal links sein um zu sehen wie unmöglich so etwas ist. dass ausgerechnet die anti-ds einer aktion die sich gegen die bundeswehr in leipzig richtet ihre solidarität verweigern zeigt wie reaktionär sie sind.

gehen sie ins fleischer-fachgeschäft

chlor 31.03.2004 - 13:45
ich verstehe nicht ganz warum hier die ganze zeit über die jw gehetzt wird. mir ist das in diesem zusammenhang absolut egal.
ich find es beschissen, das sich die bundeswehr auf einer bu7chmesse präntiert bzw präsentieren kann. das scheint den meisten hier aber nicht so wichtig zu sein.
selbst zerfleischen scheint mehr spaß zumachen wom eine revolte ja eh nicht machbar erscheint. ich weiß nicht, da entferne ich mich vielleicht lieber ganz aus irgenwelchen zusammenhängen, die nix weiter zutun haben als vermeintliche fehler beim nachbarn zu suchen um diesen dann in grund und boden zu labern, anstatt sich gegen echte feinde aufzulehnen.
wenn man aber einen messestand belagert bzw eventuell abschafft dann kriegt vielleicht ne anzeige. sowas macht der genosse mit dem kleinen fehler nicht, da kann man gefahrlos in den augen und ohren rumstochern, der/die geht ja nicht zu den bullen.

ne, ihr seit ech alle ein bißchen blöde